Emotionaler Sieg über England21. August: EM der Herren in Amsterdam: England – Deutschland 3:4 (1:2)

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Emotionaler Sieg über England

21. August: EM der Herren in Amsterdam: England – Deutschland 3:4 (1:2)

21.08.2017 - Die deutschen Herren haben in einem dramatischen Match am Montag bei der EM in Amsterdam gegen England mit 4:3 (2:1) gewonnen. Dabei gab es Aufs und Abs für die HONAMAS. Nach einer Viertelstunde führte man hochverdient 2:0, bekam dann bis Mitte des dritten Viertels drei Gegentreffer, um am Ende mit einem starken Finish die Partie wieder zu eigenen Gunsten zu drehen. Damit steht die Tür zum Halbfinale weit offen. Am Mittwoch muss dafür ein Sieg über Außenseiter Polen her. (Fotos: worldsportpics.com)

Tobias Hauke: „Das die Verläufe bei uns noch etwas schwankend sind, ist relativ einfach zu erklären. Wir sind hier mit einer jungen, total talentierten Mannschaft, die so noch nie zusammengespielt hat. Da war auch heute wieder alles dabei, was in diesem Team steckt: Tolle Offensivaktionen, gute Abwehrarbeit, aber eben auch noch Konteranfälligkeit. Die Entscheidung fällt nicht nicht nur über die Taktik, sondern auch über Mut und Willen. Und dass wir nach dem 2:3 wieder zurückgekommen sind, das finde ich ganz wichtig!“
Lukas Windfeder, Torschütze zum wichtigen 3:3: „Ich war in der Szene schon voll darauf eingestellt, dass es Siebenmeter gibt, und deshalb sogar schon an der Bank, weil dies auf den Videos meiner Meinung nach auch klar zu sehen war. Als es dann Ecke gab, musste die Konzentration schnell wieder hochgefahren werden. Wir haben dann gemeinsam entschieden, wie die letzte Ecke geschossen werden muss. Und als von der Bank dann auch das Zeichen kam, dass es links unten sein sollte, war die Sache klar.“
Niklas Wellen: „England hatte in der ersten Halbzeit eigentlich nur eine Chance. Deshalb ist es ärgerlich, dass wir durch eine solche Murmel das 1:2 kriegen. Auch in der zweiten Hälfte haben die nicht viel vorn zustande gebracht, weil wir eigentlich gut verteidigt haben. Im Moment hat man das Gefühl, dass jeder kleine Fehler sofort bestraft wird. Gut, dass es am Ende dann noch der verdiente Sieg wurde.“

Mats Grambusch wurde vor der Partie auf dem Platz von DHB-Präsident Wolfgang Hillmann geehrt, weil er sein 100. Länderspiel im Nationaltrikot für die HONAMAS bestritt. Die Karten waren klar verteilt. Die Deutschen brauchten mindestens ein Remis, um die Halbfinalchancen am Leben zu erhalten, doch auch England konnte sich angesichts eines hohen 7:1 der Iren im Spiel vorher gegen Polen eigentlich keine Niederlage erlauben.
Und die HONAMAS machten früh klar, dass man heute ganz anders offensiv auftreten wollte, als beim 1:1 gegen die Iren. Jubilar Mats Grambusch nagelte nach nur 83 Sekunden den Ball von links im Kreis in den oberen rechten Winkel. Und nur eine Minute später verhinderte Keeper George Pinner das 0:2. Auch Miltkau hatte in der 4. Minute nach brillanter Vorarbeit von Tobias Hauke das zweite Tor auf dem Schläger, wurde aber noch gestört. England konnte froh sein, dass es nach fünf Minuten nicht schon 0:3 stand.
Das Tor fiel dann aber in der 11. Minute, nachdem es die Deutschen zwischendrin etwas ruhiger angehen lassen hatten. Niklas Wellen wurde zentral im Kreis angespielt und überwand Pinner mit einem Drehschuss in die linke untere Ecke zum 2:0.
Grambusch hatte 30 Sekunden später gar das 3:0 auf dem Schläger, scheiterte aber aus kurzer Distanz am gut reagierenden Pinner. Rühr holte im nächsten Angriff die erste Ecke der Partie heraus, der eine Wiederholungsecke folgte. Pinner hielt Häners Flachschlenzer und Müllers Nachschuss aus spitzem Winkel wurde gerade noch am Tor vorbeigelenkt. Die 2:0-Führung der HONAMAS zur ersten Viertelpause war mehr als verdient, sogar eher noch schmeichelhaft für England.
Eine Fehlentscheidung von Jonas van’t Hek brachte zu Beginn des zweiten Viertels den Anschlusstreffer, als er ein Fußspiel von Barry Middleton übersah, den Freischlag in die falsche Richtung gab und Mark Gleghorne die dadurch entstehende Unordnung in der deutschen Defensive zum 1:2 (16.) nutzen konnte. Die Deutschen wollten den Videobeweis nehmen, das wurde ihnen aber verwehrt. Miltkau hatte kurz darauf das 3:1 auf dem Schläger, aber sein Schrubber aus fünf Metern wurde geblockt (22.). Van’t Hek zeigte kurz danach Linnekogel Grün für ein vermeintliches Foul, dadurch Unterzahl für zwei Minuten (26.).
Die Phase überstanden die Deutschen jedoch ohne Gefahr und so ging es mit der 2:1-Führung in die Pause. Ärgerlich aus deutscher Sicht, dass die klare Überlegenheit durch das mehr als fragwürdige Gegentor relativiert wurde.

Das dritte Viertel begann mit einer englischen Chance, aber der Drehschuss ging links am Tor vorbei. Glück für England, als ein Miltkau aus kurzer Distanz Pinner tunnelte, aber ein Verteidiger den Ball noch von der Linie kratzen konnte (33.). Rühr hatte dann zwei gute Chancen am Kreisrand, es war aber nicht genug Raum für einen Abschluss (35.). Und während die Deutschen ihre Chancen nicht nutzten, machte England aus einem Konter das 2:2 (40.). Ein langer Schlenzer erreichte Phil Roper hinter der deutschen Abwehr, der den herauskommenden Tobias Walter clever umspielte.
Die Linie war jetzt etwas dahin. England holte in der 41. Minute die erste Ecke, und die saß per schöner Stechervariante. Adam Dixon war es, der am Ende per Stecher Walter keine Chance ließ (41.). Die Deutschen versuchten, sich ins Match zurückzukämpfen, holten ebenfalls in der 41. Minute die dritte Ecke, die Christopher Rühr aber deutlich über die Latte schlenzte. Miltkau hatte kurz darauf zwei gute Schüsse aufs Tor, die Pinner allerdings Weltklasse hielt (43.). Aber hinten war jetzt die Ordnung weg. England kam viel zu leicht zu seiner zweiten Ecke (44.), die aber verstoppt wurde. Die gute Konterchance wurde nicht genutzt.
Aber es gab nochmal Ecke für die HONAMAS vor der letzten Viertelpause, der eine Wiederholungsecke folgte. Weil Häner am Nachschuss gehindert wurde, gab es Siebenmeter, gegen den England aber den Videobeweis nahm. Der Videoschiedsrichter wertete das Foul nicht, gab aber erneut Ecke wegen Fußspiels. Der Ball ging im Laufe der Ausführung an die Latte und weil dann der Nachschuss an einen Fuß ging, gab es erneut Ecke und eine weitere Wiederholungsecke. Und die versenkte Lukas Windfeder dann tatsächlich zum 3:3-Ausgleich flach links unten (45.).
Und das DHB-Team setzte zu Beginn des letzten Viertels gleich nach. Grambusch bereitete vor, Trompertz scheiterte noch an Pinner, aber Youngster Anton Boeckel traf per Nachschuss zum 4:3 (46.). Kurz darauf sah Middleton Grün für ein Stockfoul (47.). Aus der Überzahl konnte man aber nichts Zählbares holen. Ein Fehlpass von Müller brachte Gefahr, aber die Abwehr konnte eine Linksflanke entschärfen. England startete eine Schlussoffensive, kam aber schwer durch die deutsche Defensive durch. Eine Minute vor Ende nahm England Pinner für einen elften Feldspieler vom Platz. Und da musste Walter tatsächlich nochmal parieren. Letztlich blieb es beim 4:3-Sieg der HONAMAS.

Tore:
0:1      Mats Grambusch (2.)
0:2      Niklas Wellen (11.)
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1:2      Mark Gleghorne (16.)
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2:2      Phil Roper (40.)
3:2      Adam Dixon (KE, 41.)
3:3      Lukas Windfeder (KE, 45.)
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3:4      Anton Boeckel (46.)

Ecken:
ENG 2 (1 Tor) / GER 8 (1 Tor)

Schiedsrichter:
Francisco Vasquez (ESP) (CZE) / Jonas van’t Hek (NED)


Hier das Highlight-Video von Sport1: 

http://www.sport1.de/hockey/em-maenner/2017/08/hockey-deutschland-gewinnt-bei-der-em-gegen-england

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