Rio: Danas sensationell BronzeDie DHB-Damen belohnten sich durch ein 2:1 gegen Neuseeland mit Platz drei

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Rio: Danas sensationell Bronze

Die DHB-Damen belohnten sich durch ein 2:1 gegen Neuseeland mit Platz drei

Mit einer sehr starken zweiten Halbzeit hat das deutsche Damenteam im Spiel um Platz drei in Rio die olympische Bronzemedaille gewonnen. Gegner Neuseeland hatte in Halbzeit eins mehr vom Spiel und mehr Chancen, doch mit einer großen Leistungssteigerung holten die Mülders-Schützlinge eine 2:0-Führung durch Tore von Charlotte Stapenhorst und Lisa Marie Schütze heraus. Neuseeland kam zwar noch einmal heran, aber die Abwehr um die starke Kristina Reynolds brachte die 2:1-Führung über die Zeit. Es ist nach Silber 1984 und 1992 sowie Gold 2004 die vierte Medaille einer deutschen Damenmannschaft bei Olympischen Spielen.

Bundestrainer Jamilon Mülders: „Es ist das eingetreten, was uns niemand zugetraut hat: Die Mädels haben hier heute Geschichte geschrieben! Wir kommen von Platz sieben 2012 in London und Platz acht 2014 bei der WM und beenden hier das Olympische Turnier mit Bronze - und das mehr als verdient! Es ist lange her, dass eine deutsche Damenmannschaft so konstant ein Turnier bestritten hat! Mich begeistert einfach, wie die Mannschaft hier aufgetreten ist. Das ist erst die vierte Medaille im olympischen Damenhockey – und wir werden sie sehr zu schätzen wissen! Das Spiel ist so gelaufen, wie wir das erwartet hatten. Es ist ja klar, dass Du im achten Spiel innerhalb von 13 Tagen Körner gelassen hast. Aber die Mädels haben sich das erarbeitet, sehr clever ihre Tore erzielt. Dann kriegen wir das unglückliche Eckentor, aber holen am Ende verdient die Medaille und sind zurück in der Weltspitze!“
Lisa Altenburg: „Hätte mir vor dem Turnier jemand gesagt, Ihr holt Bronze, hätte ich die Medaille sofort genommen und wäre gar nicht angetreten! Dass wir sie jetzt tatsächlich gewonnen haben, ist unfassbar schön! Ich hätte vor ein, zwei Jahren selbst nicht geglaubt, dass ich nochmal die Chance dafür bekomme, bei den vielen gesundheitlichen Rückschlägen!“
Kristina Reynolds: „Es war ein so hartes Match zuvor gegen Holland. Ich habe mir die Szenen noch ein paar Mal angeschaut. Aber wir sind so ein tolles Team, hatten heute wieder einen so klaren Willen, haben uns gegenseitig unterstützt und es am Ende geschafft! Das freut mich einfach riesig! Eine Medaille war das Ziel, das ich mir vor zwei Jahren bei Meinem Comeback gesteckt hatte. Dass ich das jetzt mit diesen Mädels erreicht habe, ist das Größte!“
Hannah Krüger: „Vor dem Turnier hatten wir das klare Ziel, ins Viertelfinale zu kommen und da gut zu spielen. Insgeheim hatte ich da schon auf eine Medaille gehofft. Aber wir sind hier mit einer anderen Erwartung hingefahren als die Herren, die mir schon immer fast leidtun, weil in Deutschland alle erwarten, dass es Gold werden muss. Heute haben wir in der ersten Halbzeit noch nicht so ganz unsere Form gefunden. Aber als es dann nach der Pause besser wurde und wir die beiden Tore erzielt haben, da wurde es realer. Das hat uns unglaublich gepuscht und dabei geholfen, am Ende so gut und leidenschaftlich zu verteidigen.“

Selbstbewusst starteten die Deutschen, hatten gleich viel Ballbesitz und mit einer Flanke von links, die eine Neuseeländerin im letzten Moment vor Charlotte Stapenhorst abfing, auch die erste gute Chance (2.). Ein krasser Fehler von Janne Müller-Wieland brachte Stacey Michelsen allerdings in der 3. Minute selbst in aussichtsreiche Position. Aber ihr Ball ging knapp links am Tor vorbei. Dann aber wieder Angriff Deutschland, als Oruz den Rückpass von der Grundlinie nur zu einer Verteidigerin brachte. Aber das DHB-Team weiter im Vorwärtsgang, auch weil Bälle früh abgegriffen wurden.
Mit dem zweiten Angriff der Partie holte Neuseeland die erste Ecke (6.), weil Hannah Krüger den Ball an den Fuß bekam. Und es gab die zweite auch hinterher, die Reynolds aber stark im Abtauchen hielt.
Neuseeland durch die Chancen mit Oberwasser. Lorenz holte den nächsten Angriff aber gut ab. Im Konter konnte Schröder einen guten Ball vorm Kreis nicht kontrollieren. Es ging jetzt rauf und runter. Neuseeland im nächsten Angriff wieder gefährlich, aber die Stürmerin legte sich den Ball zu weit vor. Generell jetzt die Black Sticks aber mit klareren Offensivaktionen. Stapenhorst wurde im Kreis von zwei Verteidigerinnen noch abgefangen, Doch während die Neuseeländerinnen bei ihren Angriffen auch zum Abschluss kamen, fehlte das noch beim DHB-Team.
Aber dann holte Oruz die erste deutsche Ecke clever heraus (11.). Müllers Schlag wurde noch von der Rausläuferin am Tor vorbei gelenkt. Im nächsten Angriff wurde Stapenhorst der Ball wieder noch vom Schläger geklaut. Doch das DHB-Team jetzt mit längerem Powerplay. Aber wieder ein Ballverlust von Müller-Wieland ermöglichte einen Konter von Neuseeland, den Hauke stark hinten abholte. Es blieb daher beim 0:0 zur Pause, was aufgrund der Chancenüberzahl der Kiwis etwas glücklich war.
Neuseeland presste extrem offensiv und aggressiv zu Beginn des zweiten Viertels, setzte das DHB-Team früh unter Druck. Die Deutschen sahen sich häufig von den Schiedsrichterinnen benachteiligt, was sie deutlich und laut zum Ausdruck brachten, was aber auch etwas den Fokus nahm. Schade, dass sich Altenburg und Schütze beim ersten guten Konter gegenseitig den Ball vom Schläger nahmen (19.). Dann ein erster guter Schlag von Stapenhorst, nach gutem direkten Spiel über rechts, der aber hoch am Tor vorbeiging. Sie spielten gut bis zum Kreis, aber verloren immer noch Bälle in ungünstigen Situationen. Gut, dass Reynolds Gemmy Flynn in der 23. Minute großartig stoppen konnte.
Das Pressing der Black Sticks blieb weiter hoch, und das DHB-Team bei den wenigen Befreiungen zu ineffektiv. Ineffektiv zum Glück bis dahin aber auch die Offensivaktionen der Neuseeländerinnen, die aus den vielen Kreisszenen kein Kapital schlagen konnten. Doch die DHB-Damen ließen die Kiwis in dieser Phase viel zu oft und zu leicht in den Kreis. Michelsen lief durch die halbe deutsche Mannschaft mittig durch den Kreis und erst Reynolds konnte sie stoppen. So blieb es beim 0:0 zur Pause, weil man mit einer engagierten Defensivleistung sich des starken Drucks des Weltranglisten-Vierten noch erwehren konnte.
Das DHB-Team versuchte, strukturiert in die zweite Hälfte zu gehen, aber mit dem ersten Angriff holte sich Neuseeland die dritte Strafecke. Erneut war Reynolds zur Stelle und parierte. Doch auch der nächste Angriff wurde wieder zu früh abgegeben. Aber dann lief eine Kombination mal über die linke Seite und mehrere Stationen bis vors Tor durch, wo Charlotte Stapenhorst den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie drückte (35.). Mävers hatte von der Grundlinie vor Tor geflankt. Und nun war plötzlich auch die Sicherheit zurück. Gute Aktionen – nach guter Flanke von Altenburg durch die Mitte konnte Keeperin Sally Rutherford Schützes Stecher gerade noch um den Pfosten drehen (37.). Doch im nächsten Angriff setzte Altenburg Oldhafer links am Kreis in Szene, deren Hereingabe Schütze vor Tor clever nochmal mitnahm und per Schlenzer zum 2:0 im Tor unterbrachte (38.).
Reynolds dann wieder bravourös beim nächsten Konter, als Gemma Flynn im nächsten Konter frei links zum Rückhandschuss kam. Die Deutschen nun auch weiter vorn stark. Stapenhorst und Oldhafer wurden gerade noch im Kreis gestoppt. Auf der anderen Seite holten sich die Neuseeländerinnen per Videobeweis die nächste Strafecke (42.). Doch die wurde als gefährlich abgepfiffen. Das DHB-Team nun mit ganz anderer Körpersprache als noch in der ersten Hälfte – selbstbewusst, kämpferisch, holten sich die Bälle früher vor dem eigenen Kreis. Dann eine völlig unnötige Strafecke vor Ablauf der Sirene, Presenqui pfiff zwei Stockfouls gegen die Deutschen nicht, aber dann einen Fuß vor dem Kreis von Müller ahndete sie mit Ecke. Der Ball war zwar im Nachschuss im Tor, aber die Deutschen nahmen Videobeweis, weil eine Neuseeländerin klar zu früh in den Kreis gelaufen war. Völlig unverständlicher Weise gab die irische Videoschiedsrichterin dem Team kein Recht, wegen einer völlig unmöglichen Begründung. Eine krasse Fehlentscheidung!
Das DHB-Team hatte die erste Großchance im letzten Viertel, als Rutherford in höchster Not gegen zwei deutsche Stürmerinnen rettete (48.). Neuseeland suchte natürlich jetzt seine letzte Chance, noch zumindest ins Penaltyschießen zu kommen, machte Druck. Die Deutschen nun viel in der Defensive, mussten alles reinwerfen. Neuseeland zum Glück häufig zu hektisch, dadurch auch immer mal wieder Ballbesitz für die Deutschen, die die Kugel aber nicht immer lange genug hielten. Müller-Wieland gelang es dann aber mal eine gute Entlastung zu schaffen. Die Deutschen hielten den Ball vorn. Nahmen damit viel Zeit von der Uhr. Neuseeland nahm dann in der 56. Minute Rutherford für eine elfte Feldspielerin vom Platz.
Doch auch danach erstmal Offensivspiel der Deutschen. Kritisch dann als Neuseeland drei Minuten vor Schluss ein Powerplay aufziehen konnte. Doch die Deutschen unter Druck auch mit Fortune, wehrten oft zur Langen Ecke ab. Und die Zeit lief runter! Es entstand ein unglaublicher Jubelsturm auf dem Platz, ein Knäuel von Spielerinnen, die sich über den Gewinn der Bronzemedaille unbändig freuten.

Tore:
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1:0 Charlotte Stapenhorst (34.)
2:0 Lisa Marie Schütze (38.)
2:1 Olivia Merry (KE, 45.)

Strafecken:
GER 1 (kein Tor) / NZL 6 (1 Tor)

Grüne Karte:
-

Gelbe Karten:
-

Schiedsrichter:
Irene Presenqui (ARG) / Sarah Wilson (GBR)

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