Ungeschlagen ins Halbfinale23. August: EM der Herren in Amsterdam: Deutschland – Polen 7:3 (3:2)

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Ungeschlagen ins Halbfinale

23. August: EM der Herren in Amsterdam: Deutschland – Polen 7:3 (3:2)

23.08.2017 - Die deutschen Herren haben ihr letztes Gruppenspiel bei der Europameisterschaft in Amsterdam gegen Aufsteiger Polen mit 7:3 gewonnen. Damit blieb die Mannschaft von Bundestrainer Stefan Kermas ungeschlagen. Weil England im letzten Match Irland 2:1 schlug und sich damit den Halbfinaleinzug sicherte, reichte es für die HONAMAS auch zum Gruppensieg. Im Semifinale am Freitag trifft das DHB-Team nun auf Belgien, das den Gruppensieg in Pool A noch durch eine 0:2-Niederlage gegen Spanien aus der Hand gab. Die Niederlande konnten durch ein 6:0 über Österreich noch an den Belgiern auf Rang 1 vorbeiziehen.

Bundestrainer Stefan Kermas: „Erst einmal ist 7:3 ein sehr anständiges Ergebnis. Wir hatten eine Vielzahl von Chancen und hätten vermutlich noch ein paar Tore mehr schießen können. Aber wichtiger war mir, dass die Mannschaft in diesem Match, bei dem man vorher wusste, man würde es gewinnen, wenn alles normal läuft, ihren Plan durchzieht. Und wir hatten viele richtig gute Phasen, waren aber in der Chancenverwertung oft noch nicht konsequent genug und hätten die Überzahl noch konsequenter nutzen können. Letztlich sollten wir die Kirche im Dorf lassen. Ein 8:0 ist kein realistisches Ergebnis bei einer EM. Dass die Jungs etwas unzufrieden mit sich sind, zeigt, dass sie einen hohen Selbstanspruch haben, und dem konnten heute vielleicht nicht alle Jungs zu 100 Prozent entsprechen.“
Marco Miltkau: „Wir haben unser Ziel erreicht – das war, das Halbfinale zu erreichen. Deshalb bin ich zufrieden. Natürlich hätten wir heute noch viele Tore mehr schießen können, aber das ist zweitrangig.“
Jubilar Christopher Rühr: „Wir haben offenbar vieles richtig gut gemacht, denn wir stehen im Halbfinale. Und sieben Tore musst du auch erstmal schießen. Vorn haben wir schon manchmal etwas die nötige Konsequenz vermissen lassen. Ich selbst hätte natürlich gern mein Tor gemacht im 100. Spiel, aber das hat nicht sollen sein. Ich merke aber, dass die Spritzigkeit und Athletik, die mir durch viele Verletzungen und Krankheiten dieses Jahr etwas abhandengekommen war, langsam mehr und mehr zurückkommt. Für die entscheidenden Spiele sollte es noch besser werden. Ich habe viel mit Christoph Bechmann über mein Stürmerverhalten gesprochen, denn eigentlich bin ich ja eher Verbindungsspieler zwischen Mittelfeld und Sturm, denn Kreisstürmer. Er sagte, dass ich im Kreis noch egoistischer handeln soll. Das versuche ich. Im Moment fühle ich mich nur noch etwas vom Pech verfolgt – wie beim Lattentreffer per Siebenmeter.“
Mark Appel: „Polen ist genau dadurch so erfolgreich, dass sie nach Umschaltsituationen so garstig vorm Tor sind und sich da reinwerfen. Mir hat das Spiel trotzdem viel Spaß gemacht, auch wenn ich bis auf vier, fünf Szenen kaum Gelegenheit hatte, mich auszuzeichnen. Die Jungs haben das gut gemacht.“
Matthias Müller: „Man tut Polen Unrecht, wenn man glaubt, dass man die hier aus dem Stadion schießen kann. Die haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Das wäre die falsche Erwartungshaltung. Es war nicht unser Ziel, hier mit mehr als sechs Toren zu gewinnen, sondern ein gutes Gefühl fürs Halbfinale zu erarbeiten – und das ist gelungen. Der Gegner ist eh egal, denn Holland und Belgien sind sich als Gegner sehr ähnlich. Vielleicht ist Belgien im Moment sogar einen Ticken stärker.“
Julius Meyer: „Man sieht daran, dass wir nicht ganz zufrieden sind und miteinander diskutieren, dass wir auch so ein Spiel absolut ernst nehmen. Das ist auch die Einstellung, die du brauchst, um erfolgreich zu sein.“

Christopher Rühr wurde vor der Partie auf dem Platz von DHB-Präsident Wolfgang Hillmann geehrt, weil er sein 100. Länderspiel im Nationaltrikot für die HONAMAS bestritt. Die Deutschen ließen es ruhig angehen, um Kontrolle bemüht. Die erste Großchance hatte der Jubilar Christopher Rühr in der 4. Minute, dessen halbhoher Vorhandschuss knapp links am Tor vorbeiging. Ein Stecher von Anton Boeckel, nach Flanke von Rühr, hielt Keeper Mateusz Popiolkowski sicher (8.). Niklas Wellen hatte eine Minute später eine Großchance, als er sich von links durchtankte, aber ebenfalls am Torwart hängenblieb.
Den nächsten freien Schuss, ebenfalls nach schöner Kombination, hatte Julius Meyer von links, aber er verfehlte das Tor knapp rechts (10.). Benedikt Fürk holte in der 12. Minute die erste Ecke für die HONAMAS, der eine zweite und dritte folgten, weil mit Körper oder gefährlich abgewehrt wurde. Und Nummer drei saß – Lukas Windfeder schweißte den Ball hoch rechts über dem Handschuh von Popiolkowski zum 1:0 (12.) ein. Es ging mit der Dominanz weiter. Rühr wurde noch gestoppt, aber nach der Langen Ecke bereitete Didi Linnekogel brillant für Marco Miltkau vor, der zentral vor Tor zum 2:0 einblockte (13.).
So hatten die Deutschen bereits nach dem ersten Viertel eine klare Führung erarbeitet, die sogar hätte schon höher sein können. Mats Grambusch hatte den nächsten guten Schuss aufs Tor, den Popiolkowski aber mit dem Handschuh hielt (17.). Einen Schuss von Meyer bekam ein Pole an den Hinterkopf, dem zum Glück nichts dabei passierte. Es ging eigentlich nur in eine Richtung – aufs polnische Tor zu. Bei gelegentlichen Gegenangriffen stand die Defensive so sicher, dass Mark Appel, der heute das DHB-Tor hütete, nach 20 Minuten noch keinen Ball berührt hatte.
Und auch in die andere Richtung lief es super. Einen Gegenkonter in der 21. Minute vollendete Niklas Wellen von links per argentinischer Rückhand zum 3:0. Doch dann passten die Deutschen einmal hinten nicht gut auf und Nikolaj Gumny konnte profieren, als er einen Abpraller von Linnekogel aus spitzem Winkel zum 1:3 (24.) nutzte. Davon ließ man sich aber nicht verunsichern. Es gab die vierte Ecke in der 25. Minute, gegen die Polen aber den Videobeweis nahm und Recht bekam.
Diese vierte Ecke gab es dann aber in der 27. Minute, als ein Schuss gefährlich abgewehrt wurde. Diese misslang aber in der Ausführung und ein Drehschuss aus kurzer Distanz wurde Beute des Keepers der Polen. In dieser Phase ließ sich das DHB-Team ein wenig zu sehr hängen, die Körpersprache stimmte nicht. Und Polen nutzte die zweite Torchance der Partie zum 2:3, weil die Osteuropäer einfach wacher waren und einen Ball von rechts blitzschnell in den Kreis passten, wo Maciej Janiszewski aus kurzer Distanz einblockte (29.).

Bundestrainer Stefan Kermas konnte in der Pause nicht zufrieden sein. Polen hatte nur zwei Chancen in der ersten Hälfte, aber traf beide Male, weil die Deutschen in der Defensive schliefen. Stattdessen hätte es schon 5:1 oder 6:1 stehen müssen, was dem Chancenverhältnis entsprochen hätte. Aber die Mannschaft kam mit Druck aus der Kabine. Tobias Hauke stahl einen Ball an der Viertellinie, passte auf Wellen, der zum 4:2 (31.) traf. Kurz darauf lief ein Flankenball von Häner knapp an drei Stürmern vorbei.
Nur Sekunden später die nächste Ecke, die aber pariert wurde. Es blieb einseitig, denn Wellen holte gleich die nächste Ecke – Nummer sechs (34.). Doch auch die wurde verstoppt. Ein Drehschuss von Rühr Sekunden darauf strich Millimeter rechts am Pfosten vorbei. Popiolkowski hielt einen Schuss von Max Kapaun stark (37.) und auch eine Rückhand von Staib (38.). Dennoch war das nächste Tor eigentlich nur eine Frage der Zeit. In der 39. Minute Ecke Nummer sieben für die HONAMAS. Und die führte per Ablage von Häner auf Linnekogel zum überfälligen 5:2. Der Alsteraner schlenzte halbhoch links ein.
Bratkowski sah dann Gelb in der 43.) Minute, die Deutschen dadurch fünf Minuten in Überzahl. Aber da stimmte erneut kurz die Konzentration nicht und Polen kam zur ersten Ecke, der eine zweite folgte (44.). Die ging aber deutlich am Tor vorbei. So ging es mit dem 5:2 in das letzte Viertel, in dem die DHB-Auswahl noch drei Minuten Überzahl hatte, weshalb Kermas Appel vom Platz nahm und künstliche Zwei-Mann-Überzahl erzeugte. Das wurde in der 47. Minute mit der achten Ecke belohnt, die Popiolkowski aber super mit dem Handschuh aus der oberen linken Ecke fischte.
Ein starker Angriff über die Mitte, über Häner und Linnekogel, wurde von Tobias Hauke per Schlenzer ins lange Eck zum 6:2 (48.) genutzt. Im Gegenzug hätte Windfeder mit einem durch die Mitte abgewehrten Ball Polen beinahe zum dritten Tor eingeladen, aber der Ball ging an den Außenpfosten (49.). Doch eine Minute später konnte Mateusz Poltaszewski im Konter eine weitere Unkonzentriertheit zum 3:6 (50.) nutzen. Die Deutschen blieben aber weiter in der künstlichen Überzahl ohne Keeper, obwohl Polen längst wieder komplett war.
Wellen hatte den nächsten freien Schuss, den der polnische Keeper klasse hielt (54.). Grambusch verfehlte einen Volley mit der hohen Rückhand vom Kreisrand – die Chancen waren nach wie vor da. Ein schöner Konter in der 57. Minute konnte von einem Polen nur mit Körper auf der Linie gehalten werden – und da kam dann die Chance für Rühr zum Tor im Jubiläumsspiel. Doch der Kölner traf nur die Latte. Doch Marco Miltkau konnte in der 59. Minute mit einem schönen Stecher dann doch noch das 7:3 machen.

Tore:
1:0      Lukas Windfeder (KE, 12.)
2:0      Marco Miltkau (13.)
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3:0      Niklas Wellen (21.)
3:1      Nikolaj Gumny (24.)
3:2      Maciej Janiszewski (29.)
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4:2      Niklas Wellen (31.)
5:2      Didi Linnekogel (KE, 39.)
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6:2      Tobias Hauke (48.)
6:3      Mateusz Poltaszewski (50.)
7:3      Marco Miltkau (59.)

Ecken:
GER 8 (2 Tore) / POL 2 (keine Tore)

Schiedsrichter:
Michael Eilmer (AUT) / Jonas van’t Hek (NED)

Zum Highlight-Video von Sport1:

http://www.sport1.de/hockey/em-maenner/2017/08/hockey-em-2017-deutsche-herren-bezwingen-polen-deutlich

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