Rio-Bronze: Das Team dahinterWir stellen mit Hilfe der Honamas das "Team hinter dem Team" einmal näher vor

1.BL: Gleich vier Mal 2:2-RemisHerren: Beide Spitzenreiter mit nur einem Zähler / Damen: MHC mit Schlussecke zum 1:0-Sieg

Penalty-Sieg der HONAMASFIH Hockey Pro League 2020/21, Düsseldorf, Herren, Spiel 1: Deutschland–Belgien 2:1 (1:1; 1:0)

Danas-Kampagne im MagazinDeutsche Sporthilfe berichtet in der Titelstory "Mehr als ein Athlet" über #SportgegenRassismus

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Rio-Bronze: Das Team dahinter

Wir stellen mit Hilfe der Honamas das "Team hinter dem Team" einmal näher vor

Erfolge bei Olympischen Spielen, wie die Gewinne der Bronzemedaillen unserer Damen und Herren jetzt in Rio, rücken die Sportler, die teilweise Jahre in die Vorbereitung auf diesen Höhepunkt investiert haben, völlig zu Recht in den Fokus der Aufmerksamkeit. Aber gerade in Teamsportarten wie dem Hockeysport wären diese Erfolge gar nicht denkbar, ohne ein großes Team mit ganz viel Fachkompetenz, das im Hintergrund unermüdlich für die Mannschaft arbeitet. Die Honamas haben uns mit Input geholfen, ihr "Team hinter dem Team" einmal näher und dadurch auch auf eine ganz besondere Art - nämlich mit dem Blickwinkel der Athleten - vorzustellen. Natürlich werden wir das mit dem Staff-Team der Damen in Kürze auch noch tun!

Bundestrainer Valentin Altenburg (oben l.) musste mit seinen erst 35 Jahren in große Fußstapfen treten. Erst im November hat der Familienvater, der mit Damen-Nationalspielerin Lisa Altenburg verheiratet ist und Vater einer kleinen Tochter ist, die Position des Chefs an der Seitenlinie von Erfolgstrainer Markus Weise übernommen. Der rethorisch versierte ehemalige Lehrer aus Hamburg setzt auf Kommunikation. Lange Besprechungen und zahlreiche Einzelgespräche sind sein Credo. Sportlich verfolgt Altenburg eine klare Vision: Wir werden/wollen die Besten sein! Das oberste Gebot ist dabei die Abstimmung. Jeder soll wissen, was der andere tut und flexibel dazu in der Lage sein, spontan bestmöglich auf Situationen reagieren zu können. Altenburg wirkt in der Außendarstellung eher besonnen, aber er ist ein Freund klarer und eher lautstarker Ansagen an der Bande und in den Spielpausen. Auch im Gespräch mit den Unparteiischen gibt er sich eher impulsiv. Voller Einsatz und mit Leidenschaft, die er von allen Spielern fordert und die auch ihm selbst nicht abzusprechen ist.

Mit seinen erst 31 Jahren ist Co-Trainer Frederik Merz (oben 3.v.l.) einer der jüngsten Trainer im internationalen Hockey, der sich aber hinter keinem erfahreneren Kollegen zu verstecken braucht. Merz ist ein viel beschäftigter Mann: Sportlicher Leiter beim Münchner SC, Co-Trainer der Nationalmannschaft, Familienvater mit einer elfjährigen Tochter – und nebenbei hat er gerade seine Doktorarbeit fertiggestellt. Ein ausgesprochen belastbarer Mann, der 2012 als „Ersatzmann“ beim olympischen Testevent in London einsprang und sich dort jedoch für weitere Aufgaben empfahl. Als akribischer Arbeiter werkelt Merz oft im Hintergrund, war zunächst für Videoschnitt und Spielanalyse verantwortlich, hat dabei schon gemeinsam mit Markus Weise ein ums andere Mal wichtige Lösungsansätze für die großen Spiele entwickelt. Mittlerweile ist „Freddy“ im Training und am Platz aber immer aktiver geworden. Die Schwerpunkte liegen heute bei den technischen Grundlagen und im allgemeinen Defensivverhalten. Nach dem Bronze-Gewinn in Rio ist für den sympathischen Schwaben allerdings Schluss bei den Honamas. Ein neuer Lebensabschnitt mit Job und Familie lässt eine weitere Arbeit auf diesem hohen Niveau leider nicht mehr zu.

Ist Defensiv-Spezialist Frederik Merz der Ruhepol im deutschen Trainerteam, so nimmt der Australier Michael McCann (oben 2.v.l.) den emotionalen Part ein. In perfektem „Denglisch“ treibt er im Training die Honamas unermüdlich an, kritisiert, lobt und verbessert alles, was ihm auffällt. Man merkt sofort, dass der Olympiasieger von 2004, der heute Trainer beim Mannheimer HC ist, mit Leidenschaft und aus Liebe dem Hockeysport nach seiner aktiven Karriere treu geblieben ist. Seit 2013 gehört McCann zum Honamas-Team, wo er für den Erfolg kein Blatt vor dem Mund nimmt und immer sagt, was er denkt. Dabei kritisiert er einzelne Spieler auch schon mal vor der Mannschaft, findet aber immer auch lobende Worte. Mikes Aufgaben beschäftigen sich vorrangig mit dem Offensivspiel, der Analyse vorangegangener Partien und der Vorbereitung auf die nächste. Er zeigt unsere Stärken auf, diskutiert gute oder weniger gute Entscheidungen und deckt gegnerische Schwächen auf, die das DHB-Team in seinem Spiel nutzen könnte. Als detailversessener Coach betrachtet McCann dabei nicht nur das große Ganze, sondern vielmehr die kleinen Dinge im Spiel. Als ehemaliger Weltklassestürmer gibt er der Offensivabteilung seine Erfahrungen weiter. Auch abseits des Platzes ist McCann ein wichtiger Teil des Teams. Mit seiner positiv-verrückten Ausstrahlung, seinen flotten Sprüchen, seiner offenen Art und seiner gewissen australischen Lockerheit hält „der durchgeknallte Mann aus Down-Under“ die Mannschaft immer bei Laune.

Matthias Becher (unten 3.v.l.) ist als Performance Analyst der Honamas vor allem für die Gegnerbeobachtung und die Video-Analyse zuständig. Er kennt die Stärken und Schwächen jedes Spielers und jedes Teams bei Olympia und konnte die deutschen Stars bestens auf die bevorstehenden Aufgaben einstellen. Der erst 28-Jährige ist gemeinsam mit Michael McCann Trainer der Bundesliga-Herren des Mannheimer HC und gilt als eines der größten Trainertalente Deutschlands.

Eric Langner (o.r.) ist als Teammanager Herz und Seele der Honamas. Der 32-Jährige aus Erlangen ist Organisator, Möglich-Macher, trotz seines jungen Alters manchmal Papa, aber immer ein Freund, der immer für ein Gespräch zu haben ist. Er ist dafür verantwortlich, dass alle Abläufe rund um das Team reibungslos funktionieren – und das klappt zumeist auch ohne Probleme. Eric ist als Sympathieträger ein wichtiger Baustein für die Harmonie im gesamten Honamas-Team.

Dr. Wilhelm Widenmayer (unten .l.) ist nicht nur der Teamarzt, sondern wird auch als „der Mann, der niemals nicht lächelt“, beschrieben. Ob Mückenstich, Halsentzündung oder offener Beinbruch – „Willi“ lächelt das Problem einfach weg. Und wenn das mal nicht ausreicht, dann wird auch die nötige Spritze mit einem sympathischen Schmunzeln verabreicht, dass es auch für die größten Angsthasen fast schon zu einem Genuss wird. Neben der medizinischen Expertise ist es aber vor allem seine ruhige und freundliche Art, die den sympathischen Mittsechziger aus München zu einem unersetzlichen Teil des Honamas-Teams macht.

Schon seine dritten Olympischen Spiele als Physiotherapeut der Honamas absolviert Andreas Papenfuß (unten 2.v.l.). Der 55-Jährige aus dem brandenburgischen Quermathen sticht hervor durch eine kaum vorhandene Entscheidungsfindung – etwa bei der Einkleidung der Olympia-Teams – aber vor allem durch eine unermüdliche Arbeitseinstellung. Als einziger Physiotherateut für ein 19-köpfiges Team hat er alle Hände voll zu tun. Er führt die Mannschaft morgens in lockerem Tempo durch das Olympische Dorf und bringt dabei vor allem den jüngeren Spielern das olympische Gefühl näher. „Pape“, wie er liebevoll genannt wird, ist ein Teammitglied, auf das die Honamas nur schwer verzichten könnten, und bei dem sie froh sind, es an ihrer Seite zu wissen.

Ein Doppel-Arbeiter in Rio war Jimi Lewis (unten r.), und das, ohne selbst für das olympischen Dorf akkreditiert gewesen zu sein. Der langjährige Herren-Coach des Großflottbeker THGC ist seit diesem Jahr hauptamtlicher Torwarttrainer des Deutschen Hockey-Bundes. Wenn man bedenkt, dass mit Nico Jacobi und Kristina Reynolds die beiden Keeper entscheidenden Anteil an den Bronzemedaillen-Gewinnen hatten, kann man seine Arbeit gar nicht hoch genug bewerten. Dabei hat der ehemalige britische Nationalspieler eine extrem coole Art, die bei den Teams immer für eine extra Portion Lockerheit sorgt.

Doch mit diesen acht Staff-Mitgliedern hier im Bild ist die Liste noch lange nicht zu Ende. Als so genannter Chef de Mission war DHB-Sportdirektor Heino Knuf sozusagen das Oberhaupt der Hockey-Delegation hier in Rio de Janeiro – also verantwortlich für die deutschen Damen wie auch die Herren. Dafür brachte er die Erfahrung von einem halben Dutzend Olympischen Spielen mit, überzeugt in seiner Funktion als Repräsentant mit besonnener Übersicht und ist sich auch nicht zu schade, tatkräftige Unterstützung zu leisten, wo es notwendig ist. DHB-Bundestrainer Wissenschaft Uli Forstner half mit seiner analytischen Fähigkeit bei der Sichtung des Videomaterials und dem Ausspähen der Stärken und Schwächen der Gegner.
Professor Strafecke Werber Wiedersich arbeitete in den letzten Monaten vor Rio mit den Strafeckenschützen an ihrer Effektivität - "Seitdem er das tat, haben wir in jedem Spiel mindestens ein Mal per Ecke getroffen", lobte Altenburg. Zudem half das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig unter Federführung von Dr. Francisco Jose Vizcaya Perez dabei, im Rahmen eines aktuellen Projekts die Strafecke zu optimieren. Die Athletiktrainer Luis Mendoza und Falk Schade sowie Leistungsdiagnostiker Stefan Mücke hatten großen Anteil daran, dass die Athleten ein solches Mammutturnier mit acht Spielen in 13 Tagen überhaupt durchhalten konnten. U18-Bundestrainer Akim Bouchouchi half beim ERGO Masters in Düsseldorf als Co-Trainer mit im Staff aus. Mark Bicker hat als zweiter Physiotherapeut fast die gesamte Olympiavorbereitung mit dabei geholfen, die Olympia-Teilnehmer in Schuss zu halten. Mit Julia Boie, Marius Lauschke, Hannes Watzke, Carsten Rehberg und Moritz Falcke waren weitere Physiotherapeuten an der langen Vorbereitungsstrecke während der Lehrgänge im Einsatz.
Philip Ibe, Arzt im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Linz am Rhein, war als zweiter Teamarzt in zahlreichen Maßnahmen in der Olympiavorbereitung eng am Team dran. In der Geschäftsstelle des DHB hat das Team des Leistungssports für die Mannschaft die strukturellen Rahmenbedingungen geschaffen, die es benötigt. Die Förderung durch das BMI und die Deutsche Sporthilfe sind ein sehr wichtiger Faktor. Und "last but not least" haben ganz viele Vereinstrainer und Teams an den Olympiastützpunkten ihren Teil dazu beigetragen, dass die DHB-Herren ihre vierte olympische Medaille in Serie geholt haben, was im Teamsport relativ einmalig ist!

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