HONAMAS: Mit Krimi ins FinaleWorld League Halbfinale in Johannesburg, Herren-Halbfinale: Spanien - Deutschland 4:5 n. Penaltyschießen (1:1, 1:0)

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HONAMAS: Finaleinzug nach Penalty-Krimi

World League Halbfinale in Johannesburg, Herren-Halbfinale: Spanien - Deutschland 4:5 n. Penaltyschießen (1:1, 1:0)

21.07.2017 - Die deutschen Herren haben sich ins Finale des World-League-Turniers von Johannesburg gekämpft. Dazu brauchte es, nach einem langen 0:1-Rückstand, ein spätes Premieren-Tor von Ferdinand Weinke und gute Nerven bis zum sechsten Pärchen des Penaltyschießens, als Christopher Rühr den entscheidenden Treffer zum 5:4-Sieg setzte. Letztlich aber trotz aller Dramatik ein völlig verdienter Sieg der HONAMAS, die das Spiel fast komplett bestimmten, nur eben am Kreis der Spanier unglücklich agierten. Im Finale trifft das Team am Sonntag um 18.00 Uhr nun erneut auf Belgien, das sein Halbfinale gegen Australien 2:1 (1:0) gewann. (Fotos: worldsportpics.com)

Stefan Kermas: „Ein hoch dramatisches Ende gegen defensiv enorm starke Spanier. Wir haben dagegen nicht immer die richtigen Mittel gefunden. Das Kontaktspiel am Kreis hat nicht so stattgefunden, war aber auch erschwert durch die tief stehenden Gegner. Dann rennen wir lange diesem einen Kontertor hinterher und machen auch den einen oder anderen Fehler zuviel im Aufbau, aber umso wichtiger, dass wir ruhig geblieben sind und uns den Ausgleich dadurch auch noch verdient haben. Letztlich eine ganz wertvolle Erfahrung für so ein junges Team, gegen so tief stehende Gegner anrennen und das Spiel machen zu müssen. Im Penaltyschießen hatten wir dann das Quäntchen Glück mehr und einen großartigen Tobias Walter im Tor. Jetzt hoffen wir, dass Timm Herzbruchs Verletzung nicht so schlimm ist. Am Sonntag wollen wir diese Reise dann noch mit einem tollen Erlebnis abschließen.“
Ferdinand Weinke: „Das war ein nervenaufreibendes Spiel gegen starke Spanier, die das sehr gut gemacht haben und in der Defensive extrem tief standen. Wir hatten in der ersten Hälfte nur eine Chance gegen uns, die dann gleich zum Tor führte. Wir sind nur kurz unruhig geworden und haben uns super wieder gefangen. Mit der großen Chancenüberlegenheit hatten wir den Ausgleichstreffer auch absolut verdient. Nichts ist geiler, als dann so als Team noch zu gewinnen. Die Freude darüber ist riesig!“
Moritz Trompertz: „Spanien war heute sehr, sehr gut in der Defensive, hat uns alles abverlangt. Aber wir waren über die 60 Minuten schon das klar bessere Team, was fehlte waren die richtig zwingenden Chancen. Da haben der letzte Pass und die Genauigkeit oft gefehlt. Trotzdem sind wir der verdiente Sieger, weil wir die Ruhe behalten haben und am Ende die Überzahl ohne Keeper clever ausgespielt haben. Wir hatten mit Tobias Walter den besten Penalty-Keeper im Penaltyschießen was es einfacher macht, und ein, zwei haben wir ja auch verlegt. Jetzt wollen wir das Ding hier aber auch am Sonntag gewinnen. Und die Chancen dafür sind gut!“

Die Deutschen traten in diesem Halbfinale ohne Tom Grambusch an, der wegen einer Daumenverletzung, die er sich im Viertelfinale zugezogen hatte, ausfiel. Es wird gehofft, dass er am Sonntag wieder mitspielen kann.
Das Match begann mit einer Großchance, die von Moritz Trompertz eingeleitet wurde. Marco Miltkau prüfte Quico Cortez im Tor der Spanier mit einem halbhohen Schuss und Jan Philipp Rabente verpasste aus kurzer Distanz den Abpraller als Volley (2.). Deutschland hatte etwas mehr vom Spiel, aber auch Spanien mit bemühten Offensivaktionen über links. Pech, als Timm Herzbruch sich toll über die rechte Grundlinie durchsetzte, nur vor Tor noch keinen Abnehmer fand (8.). Gomoll und Wellen verpassten einen flachen Pass steil in den Kreis vor Tor (11.). Ricardo Santana sah wegen Spielverzögerung in der Schlussphase des ersten Viertels Grün, das DHB-Team dadurch in Überzahl bis zur Pausensirene.
50 Sekunden vor der Pause gab es die erste Strafecke fürs DHB-Team. Doch die Ecke wurde völlig vertan. Im Konter holte sich das spanische Team einen Freischlag am Kreis, bei dem Keeper Mark Appel einen Schlenzer nach vorn abwehrte, wo Ricardo Sanchez sich die Chance per Volley nicht nehmen ließ und zur 1:0-Führung (15.) einschoss. Eine sehr schmeichelhafte Führung, die die Deutschen aber mit etwas nachlässiger Spielweise nach dem Eckenkonter begünstigt hatten.
Etwas Glück zu Beginn des zweiten Viertels, als Pau Quemada im Konter zurückgepfiffen wurde, weil er ein Schlägerstellen gegen Windfeder vorgeworfen bekam, denn der Eckenspezialist hatte Mark Appel danach überwunden (18.). Im Gegenangriff wurde Timm Herzbruch am Kreis Ecken würdig gefoult, er musste draußen behandelt werden. Es gab aber „nur“ Freischlag. Die Deutschen waren jetzt überlegen, aber es fehlte die zündende Idee, um die dicht gestaffelt stehenden Spanier im Kreis so aufzumischen, dass Lücken entstanden. Miltkau verpasste eine gute Flanke von links (26.). Es gab aber noch zu wenig gutes Kombinationshockey am Kreis.
De Castellon bekam dann Grün wieder drei Minuten vor Ende der ersten Hälfte. Jonas Gomoll hätte dann das Ausgleichstor machen müssen, als er gut links im Kreis freigespielt wurde, aber die Rückhand deutlich rechts am Tor vorbeischoss (29.). Der Rückstand zur Pause war unnötig, denn die Deutschen waren das klar bestimmende Team. Lediglich die leichten Unkonzentriertheiten vor allem in der Offensive waren Grund dafür, dass es bislang nichts Zählbares für die HONAMAS auf der Anzeigetafel gab.

Timm Herzbruch konnte mit seiner Knieverletzung nach der Pause erstmal nicht auf das Feld zurückkehren, was bedeutete, dass die Deutschen nun zwei Spieler weniger auf der Bank zum Wechseln hatten. Die Deutschen nun mehrfach im Gefühl, von den Schiedsrichtern nicht die berechtigten Pfiffe zu bekommen am gegnerischen Kreis, was man mehrfach monierte. Wellen hatte die nächste Großchance, als er von rechts Cortez prüfte, der rechtzeitig im kurzen Eck war (33.). Wieder war es Wellen, der einen Rühr-Schlag mit der Rückhand vor Cortez zwar stechen konnte, aber nicht voll traf (34.).
Trotz guter Bemühungen waren es weiter leichte technische Fehler, die vieles im Ansatz kaputt machten. Spanien allerdings auch mit einer sehr destruktiven Taktik, tat fast nichts fürs Spiel, sondern stand ausschließlich hinten am eigenen Kreis und lauerte auf lange Konterbälle. Ein seltener Fehler von Müller hätte de Castillon fast mal eine gute Chance gebracht, doch das wurde noch abgewehrt. Es blieb so beim 0:1 zum Ende des dritten Viertels. Windfeder bemängelte zu Beginn des Schlussviertels ein Foul an ihm und sah dann für das Einfordern des Pfiffs Grün. Und zusätzlich knickte Herzbruch, der gerade wieder zurückgekehrt war, um und musste nun ganz aufgeben. Er wird im Laufe des Freitagabends im Krankenhaus überprüft, um festzustellen, was für eine Verletzung es ist.
Gerade offensiv übertrieben die Spieler nun das Einzelspiel, blieben oft hängen, was gute Ansätze immer wieder konterkarierte. Doch auch in der nächsten Szene pfiff der Schiedsrichter wieder eine Chance im Kreis ab, sehr zum Frust der Deutschen, die mit den Entscheidungen immer unzufriedener wirkten. Mats Grambusch traf nach guter Kombination das linke Außenbrett (52.). Im Konter hatte durch einen verstoppten Ball der Defensive Albert Beltran das 2:0 auf dem Schläger, verfehlte aber rechts. Glück für die HONAMAS! Als es dann erneut eine umstrittene Entscheidung gegen die Deutschen gab – Müller sollte einen Abstand nicht eingehalten haben – nahm das DHB-Team die Video-Entscheidung. Und sie bekamen auch Recht.
Stefan Kermas nutzte die Unterbrechung, um Matthias Müller für Mark Appel als elften Feldspieler zu bringen (53.). Und das Powerplay wurde belohnt. Mats Grambusch ging von links über die Grundlinie und Ferdinand Weinke vollstreckte auf der gegenüberliegenden Seite zum 1:1 (55.). Kermas brachte Appel sofort zurück. Im nächsten Angriff wurde Müller am Kreis gefoult. Er sah dabei einen Fußspiel im Kreis und nahm den Videobeweis, bekam aber dieses Mal kein Recht. Pech, als Mats Grambusch nach starkem Freischlag dann halbhoch den linken Außenpfosten traf (57.).
Doch das Powerplay hielt an und drei Minuten vor Ende gab es die zweite Ecke fürs DHB-Team. Windfeders Schlenzer wurde gehalten und als Wellen im Nachschussversuch von hinten gefoult wurde, gab van Eert den Siebenmeter nicht, sondern pfiff gegen den Krefelder. Spanien schwächte sich dann mit einer Gelben Karte gegen Quemada. So Überzahl bis zum Schlusspfiff. Noch einmal jubelte das DHB-Team, aber da hatte Miltkau tatsächlich den Ball an den Fuß bekommen, bevor Wellen einschob. Sekunden vor Ende kassierte Marc Salles auch noch Gelb für ein rüdes Foul gegen Müller. Es blieb beim 1:1, so dass das Penaltyschießen entscheiden musste, für das Stefan Kermas Tobias Walter für Mark Appel im Tor einwechselte.

Penaltyschießen:
Christopher Rühr scheiterte zwei Mal an Quico Cortez.
Marc Serrahima traf nur den Außenpfosten.
Didi Linnekogel wurde von Cortez gefoult, es gab Siebenmeter, den Rühr sicher zum 2:1 verwandelte.
Alvaro Iglesias verlud Walter zum 2:2.Marco Miltkau wurde auch gefoult, doch es wurde Schlägerstellen gegen ihn gepfiffen. Er nahm den Videobeweis dagegen, bekam aber kein Recht.
Marc Salles scheiterte zwei Mal an Tobi Walter.
Mats Grambusch machte es super, traf von rechts zum 3:2, daran änderte auch ein Videobeweis nichts.
Enrique Gonzales scheiterte am exzellent reagierenden Walter.
Moritz Trompertz rutschte aus, so dass seine Rückhand am Pfosten vorbeiging.
Enrique konnte Walter zum 3:3 überwinden.
Und Enrique schoß auch gleich im ersten Sudden-Death-Pärchen und traf erneut zum 3:4.
Nun musste Mats Grambusch treffen und tat dies souverän zum 4:4.
Enrique Gonzalez traf von rechts nur das Außenbrett, weil Walter noch dran war.
Und dann war es Christopher Rühr, der es ganz cool machte und seinen zweiten Penalty mit der Rückhand zum 4:5-Siegtreffer verwandelte.

Tore:
1:0       Ricardo Sanchez (15.)
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1:1       Ferdinand Weinke (55.)

Ecken:
ESP keine / GER 2 (keine Tore)

Schiedsrichter:
Roel van Eert (NED) / Sebastien Duterme (BEL)

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