EM 2021: Unsere DHB-SchirisOlympia-Vorbereitung für Michelle Meister und Ben Göntgen / Premiere für Sophie Bockelmann

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Zwischen größtem Turnier und Olympia-Vorbereitung: Die DHB-Unparteiischen bei der EM in Amsterdam

Olympia-Vorbereitung für Michelle Meister und Ben Göntgen / Premiere für Sophie Bockelmann

04.06.2021 – Wenn heute um 17 Uhr die deutschen Herren gegen Wales den Auftakt zu den EuroHockey Championships 2021 in Amsterdam bestreiten (Link: Alle DHB-Spiele im Livestream der Sportschau), warten nicht nur die Danas auf ihr erstes EM-Spiel (Sonntag, 12.45 Uhr gegen Gastgeber und Titelverteidiger Niederlande). Auch drei DHB-Schiedsrichter*innen werden in den Niederlanden wieder Spiele leiten. Wir haben vor dem ersten Anpfiff mit unseren EM-Schiris Michelle Meister, Sophie Bockelmann und Ben Göntgen (v. r. n. l.) gesprochen. (© Fotos: Worldsportpics/Frank Uijlenbroek [1,3], Koen Suyk [2])

Bei den beiden Olympiaschiedsrichtern Michelle Meister und Ben Göntgen wird schnell klar, dass man es hier mit „alten Hasen“ an der Pfeife zu tun hat. Bei der Berlinerin Meister ist trotz der langen, verletzungsbedingten Pause und zuletzt nur einem hockeyliga- und einem Pro-League-Spiel, die sie leiten konnte, von Aufregung keine Spur: „Ich fühle mich gut gerüstet. Was die Matchpraxis angeht, ist das für mich definitiv die letzte Vorbereitung vor den olympischen Spielen in Tokio.“ Auch für Ben Göntgen in Diensten des RTHC Leverkusen ist die EM der „letzte richtige Olympiatest“: „Dazwischen gibt es keine großen Länderspiele mehr. Für Mannschaften und Schiedsrichter ist das also gleichermaßen Vorbereitung.“

Sophie Bockelmann feiert als Nachrückerin Premiere bei großem Erwachsenenturnier

Im Bunde der deutschen Schiedsrichter*innen in Amsterdam ist Sophie Bockelmann die jüngste. Sie rutschte vor zwei Wochen ins EM-Aufgebot, weil eine Kollegin kurzfristig ausgefallen war. „Natürlich habe ich mich gefreut, dass ich nachnominiert wurde. Der erste Gedanke war: Schön, dass man an mich denkt. Der zweite: Ach Du Schreck, bekomme ich das so kurzfristig hin?“ Das aber gar nicht, weil die EM in Amsterdam ihr erstes A-Turnier sein würde, sondern weil Corona eigene organisatorische Regeln aufstellt. Und auch der Arbeitgeber bei der kurzfristigen Urlaubsplanung mitspielen muss. Der tat das aber und Bockelmann kam immerhin entgegen, dass sie nur vierzig Kilometer vom EM-Ort entfernt im niederländischen Utrecht lebt. Doch auch sonst ist für die 30-Jährige, die ihre A-Länderspiele als Schiedsrichterin noch an zwei Händen abzählen kann, Nervosität eher ein Fremdwort: „Ich bin da sehr entspannt. Für viele ist das die Olympia-Vorbereitung, für mich das größte Turnier bisher. Wenn ich dahinfahre, drei Spiele bekomme und solide pfeife, ist das das Beste, was mir passieren kann.“

Im Schnitt stünden allen Unparteiischen eigentlich vier Spiele zu, Neulingen wie Sophie Bockelmann vielleicht auch eben nur drei. Aber das zeigt sich im Laufe des Turniers, die Ansetzungen werden erst am Tag vor der Partie bekanntgegeben. Michelle Meister war die erste Schiedsrichterin, die mit der EHL auf einem hochklassigen Männerturnier als Frau pfiff. Das wird bei der EM nicht klappen, aber als Videoschiedsrichterin kann die für die Köpenicker Hockey-Union Pfeifende durchaus auch bei den Herren Einsatz finden. Dritte Schiedsrichterin vor dem Videomonitor zu sein, das kann sich auch Bockelmann vorstellen: „Ich hätte zwar die Freiheit zu sagen: Ne, lass mal. Aber ich habe schon Bock darauf und würde es gerne mal ausprobieren.“

Endlich wieder Zuschauer: Gut für die Atmosphäre, ohne Einfluss auf die Leistung an der Pfeife

Bei der EM in Amsterdam ist erstmals nach langer Zeit wieder Publikum zugelassen. Zunächst zwar nur rund 3500 Zuschauerinnen und Zuschauer, aber das Mehr an Stimmung wird spürbar sein. Ein Fakt, der bei den Schiedsrichterinnen unterschiedliche Reaktionen hervorruft: „Das ist schön, aber für mich nicht unbedingt relevant“, stellt Ben Göntgen fest und ergänzt: „Mittlerweile hat man sich daran gewöhnt, vor leeren Rängen zu pfeifen. Es wird nun wahrscheinlich wieder etwas anders sein.“ Seine Kollegin Meister freut sich auf mehr Atmosphäre, bleibt aber trotzdem sachlich: „Von der Stimmung her ist es natürlich deutlich schöner und spannender, wenn Publikum da ist und die Mannschaften anfeuert. Für die Pfeifleistung macht das aber im Endeffekt keinen Unterschied.“ Ob mit oder ohne teilweise gefüllte Ränge ist auch für Sophie Bockelmann eher zweitrangig. Sie leitete bereits 2018 das Finale der Olympischen Jugendspiele in Argentinien vor über 4000 Zuschauer*innen. Dieses EM-Turnier wird für die gebürtige Hannoveranerin trotzdem besonders sein: „Die Ausstrahlung des Turniers ist eine ganz andere, viel professioneller. Am Ende spielen wir aber auch nur Hockey. Darauf freue ich mich.“

Wann Meister und Bockelmann ihre ersten Spiele pfeifen werden, steht noch nicht genau fest. Ben Göntgen leitet bei seinem persönlichen EM-Auftakt morgen die Partie des Titelverteidigers Belgien gegen die spanischen Herren um 13.15 Uhr: „Dieselbe Paarung, die ich auch schon beim EM-Finale 2019 pfeifen durfte.“ (ao)

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