Über die „Keimzelle des Spiels“Weltmeister-Coach Bernhard Peters addressiert sein zweites Buch an Jugendtrainer

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Über die „Keimzelle des Spiels“

Weltmeister-Coach Bernhard Peters addressiert sein zweites Buch an Jugendtrainer

01.12.2020 - Bernhard Peters hat gerade ein neues Buch veröffentlicht. Der Weltmeister-Coach von 2002 und 2006 hat die letzten knapp 15 Jahre im Profi-Fußball gewirkt, und so ist es nicht verwunderlich, dass sich „Zwei gegen Eins – starke Entscheider auf dem Platz“ an Kinder- und Jugendtrainer im Fußball richtet. Doch der heute 60-Jährige hat auch Coaches aus anderen Sportarten im Blick. Im Interview mit Christoph Plass erzählt er über sein neuestes Werk und das nach wie vor enge Verhältnis zum Hockeysport.

Bernhard, Dein wievieltes Buch ist „Zwei gegen Eins“ eigentlich?
Peters: „Das Zweite. 2008 ist ‚Führungsspiel‘ erschienen und war mit der Idee der Verzahnung von Sport und Wirtschaft sehr erfolgreich Dieses Buch richtet sich an die Zielgruppe der Trainer aller Alters- und Leistungsklassen. Aber ich bin ziemlich stolz auf das Buch, einerseits inhaltlich, aber auch in Bezug auf Optik und Haptik. Lena Schumacher, die Buchdesignerin, hat es für uns entwickelt.“

Wenn ich jetzt behaupte, dass man im Hockey doch schon seit 50 Jahren Zwei gegen Eins trainiert...
Peters (lacht): „...ist das etwas übertrieben. Aber tatsächlich war Hockey da anderen Sportarten, insbesondere dem Fußball, in dieser Hinsicht deutlich voraus. Ich habe das Zwei gegen Eins bei meinen Stationen in den Jugend-Akademien der TSG Hoffenheim und beim Hamburger Sportverein mit meinen Trainern immer mehr systematisiert. In der Fußballtrainer-Ausbildung hatte das bis jetzt keinen hohen Stellenwert, da gab es andere Prioritäten.“

Was genau macht das ja eigentlich simple Zwei gegen Eins denn so wichtig?
Peters: „Es ist die Keimzelle des Spiels, und zwar auf jedem Quadratmeter des Platzes – beim Aufbau, im Konter, am Strafraum, auf dem Flügel, in der Halbspur – überall hilft die unmittelbare Nähe eines Mitspielers dem ballführenden Spieler, Entscheidungen treffen zu können und bringt den Gegenspieler in eine Zwickmühle. Beide Optionen kann der verteidigende Spieler nicht zumachen. Spieler lernen also in diesen spielnahen Trainingsformen, kognitive Entscheidungen in Räumen zu treffen, die sie später im Spiel dann abrufen können.“

Du hast mit Andreas Schumacher deinem Co-Autor, der inzwischen beim VfB Stuttgart die Nachwuchsarbeit mitverantwortet, sowie mit Julian Nagelsmann und Hansi Flick aktuell hoch angesehene Profi-Trainer, die die Vorworte geschrieben haben. Wie kam es denn dazu?
Peters: „Andi Schumacher war Jugendtrainer  in der HSV-Akademie. Und schon da haben wir das Zwei gegen Eins im Training immer wieder bearbeitet und optimiert. Mit Julian Nagelsmann habe ich in Hoffenheim fünf Jahre lang eng zusammengearbeitet und Ideen zu diesen Trainingsformen weiterentwickelt. Ich tausche mich bis heute regelmäßig mit ihm aus. Hansi Flick kommt ja aus dem Nachbarort von Hoffenheim, er war vorher Trainer in Hoffenheim, hat mich oft in meinem Büro dort besucht oder Spiele mit mir gemeinsam im Stadion angeschaut.. Er ist über den Fußball hinaus ein Freund geworden.“

Ist das Buch denn nun tatsächlich nur für Fußballtrainer gedacht?
Peters: „Keineswegs. Es gibt auch im Eishockey, Handball, Basketball und Hockey immer wieder die gleichen Entscheidungssituationen im Spiel. Insofern denke ich, dass es auch für Trainer aus diesen Sportarten ein sehr interessantes Buch ist.“

Ein Aspekt, der immer wiederkehrt, ist der Aufbau von Stresssituationen im Training...
Peters: „Es ist wichtig, dass die Spieler im Training die gleichen Stresssituationen durchleben, in die sie später im Spiel gebracht werden. Es ist sogar so, dass ich diese Stresssituationen im Training noch schwieriger gestalte, als sie im Spiel vorkommen. Ich zitiere da gern Florian Kunz, der ja mein Kapitän beim Gewinn des WM-Titels 2002 war. Er hat irgendwann zu mir gesagt, und das ist auch das Zitat, das mein Buch im ‚Nachspiel‘ beendet: Wenn man bei Dir eine WM-Vorbereitung mitgemacht hat, ist die WM nachher wie im Urlaub!“

Apropos, Hockey! Wie intensiv bist Du denn nach fast 15 Jahren im Profi-Fußball dem Hockey noch verbunden?
Peters: „Ich habe schon noch recht viele Kontakte zu ehemaligen Spielern und Kollegen. Es gibt immer noch die WhatsApp-Gruppen der beiden Weltmeisterteams von 2002 und 2006. Ich bekomme immer noch viele Anfragen von Clubtrainern, auch aus dem Ausland. Marie-Theres Gnauert, die heutige Vizepräsidentin Leistungssport ruft mich gelegentlich an und fragt nach meiner Meinung zu einzelnen Themen. Markus Weise, Torsten Althoff, Andreas Höppner und insbesondere Jamilon Mülders sind auch heute noch wertvolle Gesprächspartner für mich, mit denen ich mich  austausche.“

ZWEI GEGEN EINS - Starke Entscheider auf dem Platz
ist im Philippka-Sportverlag erschienen,
hat 288 Seiten sowie zahlreiche Illustrationen zu Übungsbeispielen
und kostet 34.80 Euro.
Eine besondere Zugabe ist der QR-Code im Buch zu ausgewählten animierten Trainingsformen

Foto unten: Julian Nagelsmann (l.) hat eines der Vorworte zu "Zwei gegen Eins" geschrieben.

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