DANAS: Undankbarer EM-VierterDamen-EM in Amsterdam, um Platz 3: Deutschland – England 0:2 (0:1) / Niederlande Europameister

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DANAS: Undankbarer EM-Vierter

Damen-EM in Amsterdam, um Platz 3: Deutschland – England 0:2 (0:1) / Niederlande Europameister

26.08.2017 - Die deutschen Damen haben das Spiel um Bronze bei der Europameisterschaft in Amsterdam gegen Olympiasieger England mit 0:2 (0:1) verloren. In einem Match, das die deutschen Damen über weite Strecken bestimmten, mussten sie sich am Ende nur den Vorwurf machen, ihre vor allem in der ersten Hälfte zahlreich vorhandenen Chancen nicht genutzt zu haben, während England abgezockt und clever mit seinen wenigen klaren Torchancen umging. Allerdings haderten die Deutschen auch sehr mit einem Schiedsrichtergespann, bei dem insbesondere die kroatische Videoschiedsrichterin keine gute Figur machte. Neuer Europameister wurden die Damen der Niederlande, die sich im Endspiel gegen Belgien völlig klar und verdient mit 3:0 (1:0) durchsetzten. (Fotos: worldsportpics)

Bundestrainer Jamilon Mülders: „Von uns wird man kein Wehklagen über die Schiedsrichter hören. Ich sage den Mädels immer, dass man das nicht beeinflussen kann. Im Zweifel muss man einfach besser sein als Elf plus zwei oder auch mal elf plus drei. Dann braucht man sich damit nicht zu beschäftigen. Wir müssen die vielen positiven Dinge mitnehmen, die hier während der EM zu sehen waren – den Spielwitz, das Tempo. Die junge Mannschaft hat sich hier großartig präsentiert und weiterentwickelt. Und da gehören Niederlagen einfach mit dazu. Nach dem Karriereende von Yvonne Frank und Kristina Reynolds haben einige geglaubt, wir könnten ein Torwartproblem bekommen, aber Julia Ciupka hat hier und bei der World League Weltklasse gehalten. Mit Lorenz und Müller-Wieland haben wir eine Innenverteidigung, um die uns viele beneiden. Teschke, Schröder und Hauke gehören zur Creme de la Creme im Mittelfeld. Die ganzen Jungen um Stapenhorst vorn im Sturm machen total viel Spaß. Und Marie Mävers ist ein großartiger emotionaler Leader da vorn. Ich könnte so weitermachen. Was ich damit sagen will, ist, dass diese Mannschaft ihren Weg machen wir und es einfach Bock bringt, sie dabei zu begleiten. Und sie wird irgendwann die Früchte ernten – auch wenn es hier noch nicht geklappt hat, weil wir einfach ein paar Tore zu wenig machen. Es gibt im Laufe einer Saison ganz viele Partien, wo es mir nur auf Philosophie und Inhalt ankommt. Die letzten zwei hier gehörten zu den wenigen, wo nur das Ergebnis zählt. Und da haben wir nicht geliefert.“
Kapitänin Janne Müller-Wieland: „Wir müssen einfach weitermachen! Wir haben unglaublich viel reingegeben in dieses Turnier und ganz viel richtiggemacht. Darauf können wir aufbauen. In drei Monaten beim World-League-Finalturnier haben wir wieder die Chance, gegen die Besten der Welt zu spielen.“
Teresa Martin Pelegrina: „Im Moment sind wir alle sehr enttäuscht, weil wir uns nach dem Belgien-Spiel, das nicht so gut war, mit einer guten Leistung und der Medaille für eine starke EM belohnen wollten. Und wir haben es heute auch gut gemacht, haben uns viele Chancen kreiert, nur machen wir zu wenig daraus. Ich persönlich nehme aus der EM mit, dass drei gute Vorrundenspiele noch nicht reichen, um eine Medaille zu gewinnen.“
Nina Notman: „Klar, sind wir enttäuscht, weil es nur ein kleines Quäntchen war, das gefehlt hat, um selbst ein paar Tore zu schießen. Aber ich bin heute nicht so ärgerlich über die Niederlage wie gegen Belgien, weil wir ein wirklich gutes Spiel gegen den Olympiasieger abgeliefert haben. Wir dürfen schon auch stolz auf diese Turnierleistung sein. Es macht auch keinen Sinn, es auf die Schiedsrichter zu schieben, denn wenn man in Halbfinale und kleinem Finale kein einziges Tor schießt, dann kann man auch nicht erwarten, dass es anders ausgeht.“

Es begann etwas holprig für die Deutschen, denn England holte sich nach 45 Sekunden bereits die erste Ecke – allerdings per Videobeweis, der falsch entschieden wurde. Hier hätten die Engländerinnen ihr Anrufungsrecht bereits verwirkt gehabt, was sich später noch fatal auswirkte. Die Ecke wurde jedoch komplett verstoppt. Franzisca Hauke lief sich im Eckenkonter aber am rechten Kreisrand fest, sah nicht die beiden freien Spielerinnen im Rückraum. In der 4. Minute wieder ein guter Konter über Anne Schröder, bei dem Camille Nobis den Rückhandschuss von links am Tor vorbeischoss. Einen gefährlichen Stecher von Teresa Martin Pelegrina hielt Welttorhüterin Maddie Hinch ganz stark (7.).
Anne Schröder hatte den nächsten freien Schuss auf Hinch, den diese aber wieder hielt (9.). Deutschland klar überlegen, doch England bekam mit dem zweiten guten Angriff auch die zweite Ecke (11.), die knapp links am Tor von Julia Ciupka vorbeiging. Alex Danson konnte sich in der 12. Minute zu einfach die dritte Ecke holen – doch die starke Nina Notman passte am kurzen Pfosten gut auf und lenkte zur Langen Ecke ab. So blieb es beim 0:0 zur ersten Viertelpause. England mit drei Ecken, dafür die DANAS mit mehr Spielanteilen und Chancen aus dem Spiel heraus – insofern ein gerechtes Zwischenergebnis.
Sophie Bray hatte die erste gute Chance des zweiten Viertels, blockte aber links neben das deutsche Tor. Auf der anderen Seite dann gute Offensivaktionen der Deutschen, bei denen Hinch ihre ganze Klasse zeigen musste, als ein Schuss von Mävers aufs Tor ging. Es brannte weiter im Kreis des Olympiasiegers, als ein Pass von Mävers gerade noch ins Aus abgefälscht wurde, den Oldhafer sonst am langen Pfosten frei bekommen hätte (20.).
Die DANAS in dieser Phase erneut das spielerisch bessere Team. Teresa Martin Pelegrina hatte die nächste Großchance, die Maddie Hinch Weltklasse entschärfte. Direkt im Anschluss die erste Ecke fürs DHB-Team, die jedoch von Nike Lorenz gefährlich in die Rausläuferin geschlenzt wurde (23.). In der 26. Minute eine seltene Unsicherheit von Ciupka, die einen Ball, der ins Aus gelaufen wäre, nach vorn kickte. England nahm den Videobeweis, weil man ein Fußspiel dabei im Kreis gesehen hatte und bekam Recht. Doch auch diese Ecke wurde entschärft.
Als man einen Ball dann vorn unnötig verlor und in der Rückwärtsbewegung die Zuordnung nicht stimmte, konnte Hannah Martin mit einem Schlag ins kurze Eck das 0:1 (29.) erzielen. Die Deutschen bemühten sich danach zwar weiter, aber es blieb bei der knappen Führung der Titelverteidigerinnen zur Pause. Es war eine glückliche Führung, denn sie entstand aus der einzigen Chance der Engländerinnen aus dem Feld heraus in der ersten Halbzeit. Ansonsten hatten die Engländerinnen nur Torschüsse bei ihren vier Ecken. Die DANAS mit deutlich mehr Torchancen und Ballbesitz, aber eben noch ohne Zählbares auf der Anzeigetafel – auch weil Maddie Hinch bisher unbezwingbar gewesen war für die deutschen Stürmerinnen.

Die Deutschen nach dem Seitenwechsel um Kontrolle bemüht, aber in der Anfangsphase mit zu vielen leichten Fehler. Nach schönem Rechtsangriff hatte Camille Nobis eine gute Chance am rechten Pfosten, doch Maddie Hinch ließ sich von einem Lupfer nicht düpieren (36.). Pelegrina sah dann Grün nach Foulspiel (37.), dadurch zwei Minuten Unterzahl. Da hätte Mävers fast allein im Kreis den Ball bekommen, aber der Pass auf sie war zu ungenau.
Stapenhorst versuchte ein Dribbling von rechts in den Kreis, blieb aber hängen. Trotzdem war von der Überzahl Englands nichts zu sehen. Deutschland bestimmte auch bei Wieder-Vollzähligkeit das Geschehen. Doch dann holte sich Schröder wegen Meckerns Grün – auch dadurch die Linie im deutschen Spiel nicht da – zu viele Fehler und Unkonzentriertheiten in dieser Phase. Dennoch konnte England daraus aber auch kein Kapital schlagen. Es blieb beim knappen Stand zur letzten Viertelpause.
Die DANAS kamen mit Druck aus der Pause und nahmen nach 55 Sekunden den Videobeweis für eine Ecke. Obwohl alle im Stadion gesehen hatten, dass die Engländerin den Ball an den Körper bekam, gab es nur Lange Ecke – leider eine krasse Fehlentscheidung der Videoschiedsrichterin und ärgerlich für die deutschen Damen. Kurz darauf große Chance für Stapenhorst, der der Ball aber auf dem Weg in den Kreis zu weit weglief.
England hatte kaum noch Spielanteile. In der 52. Minute musste Ciupka mal gegen Martin halten. Und kurz darauf bekam England eine Ecke, weil eine Abwehrspielerin den Ball von hinten an die Hacke bekam (53.). Ciupka hielt diese aber erneut sicher. Auf der anderen Seite verfehlte Mävers eine gute Stecherflanke von Nina Notman (54.). Und im Gegenzug fiel dann leider die Vorentscheidung, als sich Sophie Bray auf der rechten Außenbahn durchsetzte und Alex Danson deren Flanke direkt vor Ciupka sehenswert ins lange Eck stach (54.).
Mülders brachte nun Grambusch als spielende Keeperin. Die künstliche Überzahl zahlte sich 4.45 Minuten vor Ende mit der dritten Ecke aus, der die vierte folgte. Doch die wurde verstoppt – ärgerlich! Leider pfiff die Neuseeländerin Jana Teschke einen guten Vorteil weg, die links im Kreis frei zum Schuss gekommen wäre (57.). Kurz darauf jubelte das DHB-Team über ein Traumtor von Charlotte Stapenhorst – aber leider wurde die Videoschiedsrichterin angerufen, die eine runde Seite bei Pia Grambuschs Flanke erkannte – auch wenn die Entscheidung korrekt war, hätte England dieses Anrufungsrecht schon seit der ersten Minute nicht mehr haben dürfen.
Die Deutschen drückten weiter. 55 Sekunden vor Ende wieder Ecke für Deutschland und erneut der Videobeweis der Engländerinnen dagegen. Wieder eine höchst umstrittene Entscheidung der Videoschiedsrichterin aus Kroatien auf gefährliches Spiel verhinderte die Ecke. Und auch als Stapenhorst 15 Sekunden vor Schluss erneut durch den Kreis tanzte, pfiff die Neuseeländerin gegen sie, was bei den Deutschen nun endgültig nur noch mit Kopfschütteln quittiert wurde. Es blieb so beim 0:2 aus Sicht der DANAS.

Tore:
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0:1      Hannah Martin (28.)
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-
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0:2      Alex Danson (54.)

Ecken:
GER 4 (kein Tor) / ENG 4 (kein Tor)

Schiedsrichterinnen:
Laureen Delforge (BEL) / Aleesha Unka (NZL)

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