Lorenz: „Fette Rechnung offen“Die Olympia-Bronzegewinnerin über ihre Metamophose auf dem Platz und das EM-Halbfinale

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Nike Lorenz: „Sehr fette Rechnung mit Spanien offen“

Die Olympia-Bronzegewinnerin über ihre Metamophose auf dem Platz und das EM-Halbfinale

22.08.2019 - Es gibt im deutschen Hockey zurzeit wohl niemanden, der auf dem Platz eine so klare, selbstbewusste Körpersprache präsentiert wie Nike Lorenz. Wie eine Löwin reibt sich die 22-Jährige vor der Abwehr auf und scheut auch in der Vorwärtsbewegung keinen Zweikampf oder Risiko. An der blonden Modellathletin, die im Match oft einen sehr ernsten, fast furchteinflößenden Blick hat, muss sich eine Gegenspielerin erstmal vorbeitrauen. Dabei ist die in Wiesbaden aufgewachsene Studentin neben dem Platz eher ein absoluter Sonnenschein. Doch mit Spielbeginn passiert die Verwandlung in eine Hockey-Amazone.

 „Es legt sich bei mir ein Schalter um, spätestens bei Warm up“, sagt Nike selbst über die Metamorphose. „Davor kann es passieren, dass ich die anderen Mädels nochmal aus Spaß antanze, aber dann ist einfach angesagt, dass wir gemeinsam einen Fokus finden.“ Die Körpersprache auf dem Platz sei nichts gewesen, was sie sich habe anerziehen müssen. Ab den C-Mädchen habe sie in älteren Teams mitgespielt, wo es trotzdem immer schon so war, dass ihre Leistung mit ausschlaggebend gewesen sei. „Das Alter war völlig egal. Ich wurde immer für das angenommen, was ich auf dem Platz geleistet habe. So wurde ich geprägt.“
Die Mannheimerin ist mit dem Aufschwung bei den DANAS in den letzten Jahren eng verknüpft. Mit gerade einmal 17 Lenzen debütierte Nike 2014 und bekam für die Olympischen Spiele in Rio bereits den verantwortungsvollen Posten in der Innenverteidigung. Inzwischen wird sie vom neuen Bundestrainer Xavier Reckinger mehr vor der Abwehr eingesetzt, ist auch im Leadership-Team der Mannschaft. „Ich glaube, Reck erwartet auch von mir, dass ich Verantwortung übernehme und das auf dem Platz zeige“, sagt sie.

Dabei hat auch Nike Lorenz einen Prozess durchgemacht in den letzten zwei, drei Jahren. Die Trainer und auch Mannschaftsführerin Janne Müller-Wieland trugen ihr an, ihr eigenes Risiko zu minimieren. „Es stimmt, ich bin teilweise auch in Trainingsmatches mit viel zu viel Einsatz reingegangen, habe in jeder Situation das Brett gelegt und das gipfelte in dem Fingerbruch in Rio direkt vor Start des Olympischen Turniers. Ich bekomme auch jetzt noch ab und zu einen ab, weil das nun mal meine Spielweise ist, den direkten Zweikampf voll anzunehmen, aber es sind jetzt eher Kleinigkeiten“, sagt sie, während sie grinsend über die kleine Platzwunde auf dem Nasenrücken streicht.
Auch ihre Spielweise hat sie etwas verändert. Sie habe oft den Maximalball spielen und auch nicht einsehen wollen, dass das beim dritten Mal nicht funktionieren sollte, wenn es zweimal schiefgegangen war, gibt sie lächelnd zu. Das Selbstbewusstsein hat dadurch nicht abgenommen, und das ist auch etwas, das sie für ihr Team einfordert. „Wir haben uns oft klein mit Hut gemacht im Vergleich zu den Top-Teams wie Holland oder Argentinien. Und wir sind immer noch überrascht, wenn uns gesagt wird, dass sie bei den anderen Teams in der Vorbereitung vor einzelnen Spielerinnen von uns warnen. Ich denke immer noch, die kennen mich doch gar nicht. Dabei sind wir inzwischen mit der Weltspitze auf Augenhöhe.“

„Wird ein mega Fight im Halbfinale gegen Spanien“

Angesprochen auf das Halbfinale am Freitagabend um 20.30 Uhr gegen Spanien funkeln ihre Augen plötzlich: „Klar, hätte ich auch gern gegen Belgien gespielt, gegen das Heimteam vor vollem Stadion, aber das WM-Viertelfinale vor einem Jahr in London steckt noch viel zu tief in uns. Das ist eine richtig fette Rechnung, die wir da offen haben.“ Die WM-Enttäuschung – als man nach erstklassiger Vorrunde im Viertelfinale 0:1 gegen die Spanierinnen verlor – sei auch mit einem Sieg hier bei der EM nicht wettzumachen – „das haben wir selbst verkackt“, blickt Nike zurück. „Aber das soll uns nicht nochmal passieren! Das morgen wird ein mega Fight. Spanien hat es hier in der Vorrunde richtig gut gemacht. Die standen auch nicht nur hinten drin wie bei der WM, sondern haben ihre Spielweise noch einmal weiterentwickelt. Wir freuen uns riesig auf die Partie!“

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