HONAMAS: Historische NiederlageFIH Pro League, Herren, Heimspiel in Krefeld: Deutschland–Belgien 0:8 (0:3)

Lorenz: „Fette Rechnung offen“Die Olympia-Bronzegewinnerin über ihre Metamophose auf dem Platz und das EM-Halbfinale

Auf die Waffel - Folge 7Die HONAMAS Lukas Windfeder und Malte Hellwig bei ihrer Waffelchallenge

„DHB goes WhatsApp!“Hol Dir Deine Hockey-Infos maßgeschneidert auf Dein Handy / Pilotprojekt startet zur EM

····

HONAMAS verlieren historisch gegen Weltmeister Belgien

FIH Pro League, Herren, Heimspiel in Krefeld: Deutschland–Belgien 0:8 (0:3)

12.06.2019 – Die deutschen Hockeyherren haben in ihrem 13. Pro-League-Auftritt eine schmerzhafte 0:8-Niederlage gegen Weltmeister Belgien erlitten. Zur Pause lag das Kermas-Team noch mit 0:3 hinten und hatte sich im ersten Durchgang phasenweise noch auf Augenhöhe gezeigt. Nach der Pause brachen die HONAMAS sukzessive ein und die Belgier bestraften fast jeden Fehler der deutschen Mannschaft gnadenlos. Das 0:8 ist nach einem 1:9 in England vom 8. November 1913 die höchste Niederlage einer deutschen Herrenmannschaft seit Beginn der Aufzeichnungen. (Fotos: worldsportpics.com)

 Durch die Niederlage sind die HONAMAS in der Pro-League-Tabelle mit vier Siegen, fünf Unentschieden (vier mit Extrapunkt, darunter die wetterbedingt abgesagte und mit 0:0 sowie zwei Punkten für beide Teams gewertete Partie gegen Argentinien vom 22. Februar) und nun vier Niederlagen auf Rang fünf der Pro-League-Tabelle gerutscht und stehen somit 0,2 Prozentpunkte hinter Argentinien (4.), das aber sowohl zwei Spiele als auch zwei Punkte weniger auf dem Konto hat.

Bundestrainer Stefan Kermas: „Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden, zumal es in den ersten 15 Minuten an sich für uns ganz gut losging, wir uns gute Chancen erspielten und das Spiel auf Augenhöhe stattfand. Danach sind wir regelrecht eingebrochen. Von Viertel zu Viertel ging die Fehlerquote nach oben, ging die Zweikampfquote nach unten, ging das Energielevel nach unten. Alles, was wir heute probiert haben, ging total in die Hose und dann steht am Ende ein 0:8 da, das sich nicht gut anfühlt. Wir müssen genau hinschauen, was da auch energetisch passiert ist. Von daher wird die tiefere Analyse noch ein bisschen dauern. Dann werden wir gucken, dass wir die restlichen Kräfte mobilisieren, um hier am Sonntag eine Reaktion zu zeigen. Nach so einem Spiel stehen wir natürlich total in der Verpflichtung.“

In einer munteren ersten Hälfte jubelten die deutschen Herren zwar erstmals, als Timm Herzbruch die Kugel im belgischen Tor versenkte (4.), aber Belgien rief den Videoschiedsrichter an und bekam Recht: Mats Grambusch soll bei der Vorlage ein Stockfoul begangen haben. Das Auftaktviertel blieb somit torlos. Auf der anderen Seite unterband Mathias Müller einen aussichtsreichen Angriff der „Red Lions“ souverän an der eigenen linken Grundlinie (6.). Wieder im belgischen Viertel zog Lokalmatador Niklas Wellen stark in den gegnerischen Schusskreis, konnte aber den Ball vor dem Abschluss nicht richtig unter Kontrolle bringen. Dann war Tobias Walter im deutschen Tor gefordert, hielt aber gegen Cédric Charlier und Tom Boon (14./15.) sicher.

Zu Beginn des zweiten Viertels zog Dan Nguyen in den belgischen Kreis, traf aber die Kugel nicht richtig und Florian Fuchs verpasst den Ball am langen Pfosten knapp (18.). Auf der anderen Seite offenbarte der amtierende Weltmeister nun gnadenlos seine Effizienz: Erste Ecke für Belgien, Alexander Hendrickx ließ sich nicht lange bitten und verwandelte eiskalt unten links (20.). Dann verlor Martin Häner im eigenen Viertel einen Zweikampf, der Ball kam in den deutschen Schusskreis, Niklas Bosserhoff verteidigte nicht eng genug an Sébastien Dockier, der im Schusskreis sofort argentinisch abzog und Walter abermals keine Abwehrchance gab – 2:0 für Belgien (22.). Dann hatte Timm Herzbruch mit der ersten deutschen Strafecke die Chance, auf 1:2 zu verkürzen, traf mit seinem Schlenzer aber nur die Querlatte (23.). Fünf Minuten später sah Timo Oruz nach einem soliden Tackling Grün. Den Schlusspunkt im ersten Durchgang setzte erneut Dockier, als er Antoine Kinas Torschuss in der Schlussminute wieder unhaltbar für Walter zum 3:0 für Belgien abfälschte. 

Nach dem Seitenwechsel blieb Belgien spielbestimmend. Walter verhinderte gegen Victor Wegnez den vierten Gegentreffer, als der Belgier fast unbedrängt zum Torschuss kam (35.). Nachdem Oruz Belgiens zweite Ecke ablief, parierte Walter bei der darauf folgenden dritten Strafecke zweimal stark Boons Schlenzer und Maxime Plennevauxs Nachschuss (alles 39.). Mit der vierten Strafecke erhöhte Belgien dann aber auf 4:0: Walter ahnte die Ecke, Hendrickx konnte aber unter dem deutschen Keeper hindurch verwandeln (44.). Ende des dritten Viertels sah Teo Hinrichs zudem Gelb nach taktischem Foul.

Im Schlussviertel behielt Walter bei der fünften belgischen Strafecke die Oberhand im Duell mit Hendrickx (49.), musste zwei Minuten später aber einem elften Feldspieler weichen. Da bei den HONAMAS aber auch in der Überzahl wenig zusammenlief, hatte Belgien leichtes Spiel: Tom Boon verwandelte die sechste Belgien-Strafecke, die Deutschland ohne Keeper verteidigte, zum 5:0 (52.). Als dann Tom Grambusch keine Minute später einen Schlenzer in die eigene Hälfte nicht stoppte und Charlier keine Mühe hatte, die Kugel zum 6:0 ins deutsche Tor zu tragen, drohte dem deutschen Team ein Debakel. Und tatsächlich schraubten die Belgier die Führung in den Folgeminuten noch auf 8:0 (Charlier  und Viktor Wegnez, beide 55.). Und Deutschland hatte noch mehr Pech: Bei der siebten Strafecke traf Hendrickx Rausläufer Oruz aus kurzer Distanz im Unterleib, der Kölner musste lange behandelt werden. Die Deutschen versuchten in den Schlussminuten zumindest noch, zu einem Treffer zu kommen und hofften mit der zweiten Ecke auf eine Chance. Belgien zog aber den Videobeweis und bekam Recht (56.). Eine klare Fehlentscheidung, weil Mats Grambusch zuvor deutlich am Stock gefoult wurde. Drei Minuten vor dem Schlusspfiff konnte dann auch noch Marco Miltkau eine kann Flanke nicht verwerten, der Ehrentreffer blieb den HONAMAS gegen Belgien verwehrt. (ao)

Tore:
-
-----
0:1    Alexander Hendrickx (KE, 20.)
0:2    Sébastien Dockier (22.)
0:3    Sébastien Dockier (30.)
----------
0:4    Alexander Hendrickx (KE, 45.)
-----
0:5    Tom Boon (KE, 52.)
0:6    Cédric Charlier (53.)
0:7    Cédric Charlier (55.)
0:8    Viktor Wegnez (55.)

Strafecken:
GER 1 (–) / BEL 7 (3 Tore)

Grüne Karten:
GER 2 (Oruz, Fürk) / BEL 1 (Stockbroekx)

Gelbe Karten:
GER 2 (Hinrichs, Häner) / BEL –

Zuschauer: 689

Schiedsrichter:
Raghu Prasad (IND) / Coen van Bunge (NED)

Videoschiedrichter:
Maggie Giddens (USA)


Der Kader in Krefeld:


Name, Vorname

Verein

Alter

Lsp.

Tore

TW

Aly, Victor

Rot-Weiss Köln

25

6

0

TW

Walter, Tobias

KHC Dragons

29

51

0

1.

Bosserhoff, Niklas

Uhlenhorst Mülheim

21

10

0

2.

Fuchs, Florian

HC Bloemendaal

27

195

102

3.

Fürk, Benedikt

Uhlenhorst Mülheim

30

153

7

4.

Grambusch, Mats

Rot-Weiss Köln

26

131

46

5.

Grambusch, Tom

Rot-Weiss Köln

23

54

21

6.

Große, Johannes ***

Rot-Weiss Köln

22

32

1

7.

Häner, Martin

Berliner HC

30

227

23

8.

Hellwig, Malte

Uhlenhorst Mülheim

21

3

1

9.

Herzbruch, Timm

Uhlenhorst Mülheim

22

63

29

10.

Hinrichs, Teo

Mannheimer HC

19

8

0

11.

Linnekogel, Dieter

Club an der Alster

26

58

9

12.

Meyer, Julius ***

Uhlenhorst Mülheim

24

44

2

13.

Miltkau, Marco

Rot-Weiss Köln

28

90

42

14.

Müller, Mathias

Hamburger Polo Club

27

96

6

15.

Nguyen, Dan

Mannheimer HC

27

48

4

16.

Oruz, Timur

Rot-Weiss Köln

24

59

9

17.

Staib, Constantin ***

Hamburger Polo Club

23

58

12

18.

Wellen, Niklas

Crefelder HTC

24

113

33

19.

Zwicker, Martin

Berliner HC

32

212

22

*** Ohne Einsatz gegen Belgien

Hauptpartner

Premium-Partner

 

 

 

Pool-Partner

 

 

 

Reise-Partner