„MHC bereit für die Endrunde!“Interview mit Dr. Martin Wehrle, dem Vorstandsvorsitzenden des Mannheimer HC

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„Der MHC ist bereit für die besten acht Clubteams!“

Interview mit Dr. Martin Wehrle, dem Vorstandsvorsitzenden des Mannheimer HC

30.04.2021 - In einer guten Woche, am 8./9. Mai, finden auf der Anlage des Mannheimer HC die FINAL FOURs der Damen und Herren 2021 im Feldhockey statt. In Zeiten von starken Einschränkungen für den Sport durch die Pandemie ist das eine große Herausforderung für den Ausrichter eines solchen Endrundenturniers. Wir haben im Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden des MHC Dr. Martin Wehrle unter anderem auch darüber gesprochen.

Herr Wehrle, in einer Woche steigt bei Ihnen auf der MHC-Anlage das FINAL-FOUR-Turnier. Sind Sie und Ihr Team bereit?
Martin Wehrle: „Wir sind gut vorbereitet auf den Besuch der acht besten Clubteams Deutschlands. Unser Hygienebeauftragter Falk Tischer hat das auf den MHC ideal zugeschnittene Hygienekonzept für die Veranstaltung entsprechend erweitert. Es wird nur wenige Akkreditierte geben, Wir haben ein Testzelt direkt am Eingang. Die Teams testen im Hotel. Auf der Anlage werden immer nur die Teams sein, die gerade ihr Halbfinale oder Finale spielen. In strikt abgetrennten Zonen wird es Einlass geben für Menschen, die seit mindestens zwei Wochen zum zweiten Mal geimpft sind, nachweislich an Corona Genesene und mit negativem Schnelltest. Die allgemeinen Hygieneregeln inklusive Maskenpflicht auf der gesamten Anlage gelten ohnehin.“

Die Aufzählung zeigt ja schon: Ein FINAL-FOUR-Turnier in Zeiten der Pandemie ist eher ein Invest denn eine Möglichkeit Geld zu verdienen...
Martin Wehrle: „Das wussten wir, aber wir wollten es trotzdem gern ausrichten. Einerseits, weil wir Freude an solchen Events haben, andererseits, weil wir mit unserer Anlage und den Rahmenbedingungen auch zu den Clubs gehören, die die besten Voraussetzungen haben, dies in so schwierigen Zeiten durchzuführen. Von vornherein war klar, dass das nur funktioniert, wenn der DHB in vielen Bereichen bei unseren Vorschlägen mitgeht. Und wir hatten sehr gute Gespräche auf hoher Vertrauensbasis. Wir hatten drei Szenarien – von einer High-Performance-Veranstaltung bis zu einem stark reduzierten Set-up, welches wir nun wegen der Corona-Auflagen fahren müssen. Es war verabredet, dass wir, wenn es gewisse Sponsoreneinnahmen gibt, einige Add-ons zusätzlich finanzieren. Ein solches ist jetzt die Zeitlupe für den Schiedsrichter-Videobeweis, den wir dadurch realisieren können.“

Wie reagiert die eigene Mitgliederschaft, die wegen der Corona-Auflagen die Veranstaltung ja auch Großteils nur am Bildschirm sehen kann?
Martin Wehrle: „Wir kommunizieren ganz viel mit unseren Mitgliedern über Newsletter und Homepage und haben eine super Unterstützung. Letztlich ist das gemeinsame Ziel, dass wir für den Verein auch darum kämpfen, dass wir die Privilegien, die wir haben – dass wir zum Beispiel mit 150 Aktiven schon wieder im Training sind – uns erhalten wollen.“

Im Vorstand des MHC hat es vor Kurzem einen richtigen Generationswechsel gegeben. Haben Sie aber neben Corona überhaupt schon andere Themen anfassen können?
Martin Wehrle: „Natürlich hat die Pandemie auch bei uns gehörig ins Kontor geschlagen. Wir haben zwar das Glück, eine Mäzenfamilie zu haben, die uns finanziell immer noch großzügig unterstützt. Trotzdem mussten auch wir den Gürtel enger schnallen. Einige Mitarbeiter haben uns verlassen müssen, andere haben durch teilweisen Gehaltsverzicht ihren Teil dazu beigetragen, dass wir es auffangen konnten. Parallel haben wir eine Neustrukturierung durchgeführt, haben mit Falk Tischer einen neuen Geschäftsführer, der da eine große Rolle spielt und in den ich, auch weil ich ihn schon ewig kenne, unheimlich viel Vertrauen habe. Ich bin mir sicher, dass wir deswegen gestärkt aus der Pandemie hervorgehen.“

Die Strategie beim MHC ist bewusst langfristig angelegt?
Martin Wehrle: „Wir schauen ganz stark auf die Zeit bis 2030. Und wollen dabei noch mehr dazu kommen, allen Mitgliedern gute Angebote zu machen. Klar, der MHC ist ein Spitzenclub in Deutschland und High-Performance-Hockey ist hier mehr als erwünscht. Aber wir müssen und wollen alle Mitglieder fordern und fördern. Schauen wir doch mal nach Holland, wo große Clubs zehn Herren- und zehn Damenteams im Spielverkehr haben. Das gibt es bei uns nirgendwo, aber es ist möglich. Das ist eine Vision!“

Sie wollen nicht nur alle Ziel-, sondern auch alle Altersgruppen ansprechen. Ist das auch ein Grund für die Kooperation mit TROPS4 und Twitch.tv für das FINAL FOUR?
Martin Wehrle: „Ja, hier haben wir die junge Zielgruppe im Hockey im Auge, um die es sich definitiv lohnt zu kämpfen. Da sind wir ja auch in einer Konkurrenzsituation. Die sitzen extrem viel am Rechner, beschäftigen sich mit e-Gaming und haben parallel einen zweiten Monitor auf. Wenn wir da raufkommen und sie dort abholen, ist das eine große Chance, diese Generation im Hockey zu halten. Klar, gefällt sicher einigen Älteren die Ausdrucksweise der Kommentatoren nicht so, aber von diesem elitären Denken im Hockey müssen wir uns auch mal ein Stückweit verabschieden.“

Kommen wir mal auf die sportlichen Ziele für Ihre eigenen Teams zu sprechen. Die müssen ja nun an diesem Wochenende erstmal die Qualifikation erreichen, aber mal angenommen, sie schaffen es beide: Was ist denn dann Ihre Erwartung für die Endrunde?
Martin Wehrle: „Als ehemaliger Leistungssportler kann ich mir nicht vorstellen, dass man in eine Endrunde geht und nicht selbst davon träumt den Titel zu holen. Insofern wären, vorausgesetzt sie schaffen beide die Qualifikation, zwei Titel mein Wunsch! Aber das bedeutet ja nicht, dass wir als Vorstand nicht auch damit leben könnten, wenn es anders kommt. Wir fordern das nicht, aber wünschen darf man sich ja etwas!“

Großes Foto: MHC-Vorstand (v.l.) Lars Kuchenbuch, Frank Lederbach, Dr. Martin Wehrle (Quelle: Mannheimer HC)

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