Kind typischer HockeyfamiliePia Maertens: Wie Mutter Susi Nationalspielerin, aber eben doch ganz anders

Silber nach PenaltydramaEuropameisterschaft in Amsterdam Herren, Finale: Deutschland - Niederlande 3:6 n.Pen. (2:2, 1:0)

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Kind typischer Hockeyfamilie

Pia Maertens: Wie Mutter Susi Nationalspielerin, aber eben doch ganz anders

09.06.2021 - Wenn man bei den Danas nach Spielerinnen aus typischen Hockeyfamilien sucht, gehört Pia Maertens fraglos dazu. Mutter Susi Wollschläger nahm in den 80er und 90er Jahren dreimal an Olympischen Spielen teil, hütete 103 Mal das Tor der Mannschaft, in der ihre Tochter drei Jahrzehnte später auf der anderen Platzhälfte als Stürmerin für Furore sorgt. „Dass ich auch Torhüterin werden könnte, war nie Thema“, verrät Pia und grinst. „Ich glaube, die stinkenden Torwartrüstungen von damals haben da ein kleines Trauma bei meiner Mutter ausgelöst.“

Papa Dirk Maertens spielte immerhin auch lange in der 2. Bundesliga, die große Schwester Anneke gehört bis heute zum Bundesligakader von Pia Maertens Heimatclub Club Raffelberg Duisburg. Wer die blonde, schnelle Stürmerin, die inzwischen bei Rot-Weiss Köln spielt, mit ihrem Zug zum Tor erlebt und ihre Abschlüsse, speziell mit einer der besten argentinischen Rückhände im Welthockey, sieht, kommt nicht auf die Idee, dass Maertens gemeinsam mit der wieselflinken Mittelfeldspielerin Lena Micheel vor fünf Jahren noch bei der U18-EM die Innenverteidigung bildete – übrigens hinter der damaligen Mittelfeldstrategin Sonja Zimmermann, die inzwischen die Danas-Innenverteidigung besetzt.

„Ja, wir haben inzwischen alle die Positionen gewechselt“, sagt die 22-Jährige und macht kein Hehl daraus, dass sie sich da vorn im Angriff am wohlsten fühlt, weil das am meisten ihrer eigenen Hockey-DNA entspricht. In den ersten beiden EM-Spielen in Amsterdam ist Maertens dabei erstmal noch recht wenig zum Abschluss gekommen, hat sich viele Bälle weiter hin angeholt und viel vorbereitet. „Das ist bei unserem Sturmteam aber auch völlig egal, wer am Ende trifft. Da sind alle gefährlich. Deshalb war es auch gut, dass das Olympiateam schon vor der EM feststand. Dadurch können wir völlig ohne Konkurrenzdruck zu einer Einheit zusammenschweißen.“

Pia Maertens schätz sehr, dass sie von der Universität Essen, wo sie auf Grundschullehramt studiert, viele Freiräume im Bachelor-Studiengang bekommen hat. „Es gab durch Corona ohnehin nicht viele Präsenzveranstaltungen, und wenn ich dann doch wegen eines Lehrgangs fehlen musste, konnte ich es anders ausgleichen.“ Wie das nach Olympia wird, wenn sie ihren Master anschließt, weiß sie noch nicht. Klar war der gebürtigen Duisburgerin aber schon mit 13 Jahren, dass sie später mit Kindern arbeiten wollte. „Ich habe schon in dem Alter angefangen, Kindertraining in Raffelberg zu geben – und das hat mir immer riesigen Spaß gemacht.“

Spaß hat Pia Maertens der Fight mit dem Team gegen England gemacht. „Die Stimmung ist nach dem 2:0 über England nochmal besser geworden. Italien sollten wir morgen nicht unterschätzen, denn es war ja auch in der Olympia-Qualifikation 2019 durchaus eng im ersten Spiel. Und es sollte Anreiz sein, dann im Halbfinale den Niederlanden aus dem Weg zu gehen. Deren Sieg gegen Spanien war schon recht deutlich.“ An Tokio und ihre ersten Olympischen Spiele denkt Pia Maertens zurzeit noch wenig. Einzig die Beschäftigung für die vielen Stunden relativer Isolation im Olympischen Dorf war schon Thema: „Seit der Pandemie ist es ja immer so, dass wir uns aus den Hotels nicht wegbewegen dürfen. Seitdem puzzlen wir bei uns auf dem Zimmer viel. Wir haben schon überlegt, welche neuen Motive wir nach Japan mitnehmen.“ (Fotos: Ariane Schirle / DHA)

Letztes Gruppenspiel der Danas heute, Mittwoch, 9. Juni, ab 14.45 Uhr live bei » Sportschau.de

Wer das Porträt von Pia Maertens für die ZDF-Sportreportage noch nicht gesehen hat: » ZDF-Mediathek

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