Rio: Gegen Top-Favorit 0:2 (0:1)Die DHB-Damen haben ihr letztes Gruppenspiel gegen die Niederlande 0:2 verloren

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Rio: Gegen Top-Favorit 0:2 (0:1)

Die DHB-Damen haben ihr letztes Gruppenspiel gegen die Niederlande 0:2 verloren

Die Damen des Deutschen Hockey-Bundes verloren ihr letztes Vorrundenspiel gegen den Weltmeister und Olympiasieger von 2012 aus den Niederlanden mit 0:2 (0:1). Der Favorit gewann verdient durch Treffer von Xan de Waard und Kittie van Male, doch die Mannschaft von Jamilon Mülders schlug sich achtbar, hatte mit 5:3-Strafecken sogar ein Plus bei den Standards, konnte aber nicht effizient genug mit den sich bietenden Chancen umgehen. Die Niederländerinnen hatten aus dem Feld heraus deutlich mehr Chancen und verwerteten zwei davon aus kurzer Distanz. Wer Gegner des DHB-Teams im Viertelfinale am Montag sein wird, ergibt sich erst nach den Partien im Laufe der Nacht.

Bundestrainer Jamilon Mülders: „Die Niederlage war verdient! Das Match haben wir im ersten Viertel hergegeben, als wir zu unklar und inkonsequent und nicht mit der richtigen Einstellung zum Spiel aufgetreten sind. Da hätten wir viel stabiler verteidigen müssen und klarer nach vorn spielen. Das zweite und dritte Viertel haben mir ganz gut gefallen. Da haben wir viele gute Sachen gemacht. Die Eckenvariante hat gut geklappt, wurde nur zu schwach abgeschlossen. Wir können uns hier viel Gutes aus diesem Spiel rausziehen, müssen uns aber auch erkennen, dass wir mit solch einer Einstellung nicht ins Viertelfinale gehen können. Wenn wir da nicht gemeinschaftlicher agieren und besser verteidigen, sind wir nur Staffage! Ich bin zwar total optimistisch, dass die Mädels das schaffen, aber will auch nicht alles schönreden. Da waren Sachen dabei, die haben nicht gepasst, aber wir haben auch gesehen, wenn alle an einem Strang ziehen, wird alles gut.“
Franzisca Hauke: „Beim Viertelfinale geht es völlig von Null los. Mit der Niederlage gegen Holland hätte man rechnen können, aber so wie wir verloren haben – wir sind nicht genug als Team aufgetreten, finde ich, gibt es schon nochmal Gesprächsbedarf untereinander und mit den Trainern. Im Viertelfinale muss jeder für jeden noch mehr laufen, noch ein Prozent mehr geben – da gibt’s halt kein Morgen mehr!“
Cécile Pieper: „Heute haben wir nicht ganz das gespielt, was in uns steckt! Da muss man aber keine Sorgen haben. Wir gehen produktiv ran, schauen, was wir besser machen können! Aber die Karten werden da eh völlig neu gemischt! Egal, wer da als Gegner kommen, USA oder Großbritannien, sind beide sehr athletisch und kampfstark, aber wir haben uns so entwickelt, dass wir da viel in die Waagschale werfen und dagegenhalten können!“

Zu Beginn der Partie wurde Lisa Altenburg für ihr 100. Länderspiel im Dress der deutschen Nationalmannschaft geehrt. Die Niederländerinnen begannen gewohnt aggressiv und offensiv, hatte zwei gute Kreisaktionen, bevor das DHB-Team über links auch erstmals gut in den Kreis kam, aber noch keine Wirkung erzielen konnte. Anders auf der Gegenseite, wo Marloes Ketels gleich mal vom Kreisrand zum Schuss kam und Reynolds das erste Mal parieren musste (3.). Und eine Minute später stimmte die Zuordnung erstmals gar nicht. Da kam nach Ballstafette Xan de Waard völlig frei zum Abschluss und ihr Rückhandschuss ging unhaltbar für Reynolds rechts oben ins Toreck zum 1:0. Kurz darauf Reynolds erneut gegen die freistehende de Waard, aber dieses Mal als Siegerin!
Deutschland danach mit eigenen guten Angriffen, in denen es zwar gelang, die Niederländerinnen mal hinten einzuschnüren, aber noch nicht, auch mal zum Abschluss zu kommen. Auch Teschke zögerte bei ihrem Schussversuch (8.) zu lange, wurde geblockt. Stapenhorst dann im nächsten Angriff rechts durch, ihr Schuss ging aber deutlich hoch am kurzen Eck vorbei. Doch jetzt lief es deutlich besser! Stapenhorst holt im nächsten Konter die erste Ecke heraus (11.). Lorenz Schlenzer wurde von einer Abwehrspielerin mit dem Bein am Tor vorbei gelenkt. Nach Beratung entschieden die Schiedsrichterinnen auf gefährliche Ausführung.
Danach wieder eine längere niederländische Druckphase, bei denen die Deutschen lange gut standen, bis ein Fuß im Kreis doch die erste Ecke für Holland bescherte (14.). Reynolds hielt Paumens Schlenzer brillant und Lorenz den Nachschuss. Mit einem Videobeweis verhinderte man zudem die Ecke, die Iparraguirre nach Lorenz‘ Aktion unberechtigter Weise gegeben hatte. Mit guter kämpferischer Leistung brachte man das 0:1 in die Viertelpause. Verdient die Führung des Favoriten, aber das DHB-Team keineswegs ohne eigene Kreisaktionen.
Die Deutschen dann wieder mit etwas mehr Ballbesitz in der eigenen Hälfte, nur in der gegnerischen mit zu frühem Ballverlust, so dass es selten zu wirklicher Entlastung kam. Auch Altenburg beim guten Rechtsangriff mit zu frühem Querpass. Dann aber gut angefangen und schöner Schuss der kleinen Hamburgerin, der aber übers Tor geblockt wurde. Kurz darauf harte Flanke von Müller auf den rechten Pfosten, der von Pieper und Mävers knapp verpasst wurde. Kurz darauf wieder guter Eintritt von Altenburg mittig im Kreis, sie legte nach llinks auf Stapenhorst ab, die aber zu lange zögert und dadurch geblockt wurde.
Doch jetzt die beste Phase der Deutschen. Sie kontrollierten den Ball, hatten mehr vom Spiel in dieser Phase. Sie fingen den Ball auch oft schon im Aufbau der Oranjes ab. Oldhafer stellte Welttorhüterin Joice Sombroek dann richtig auf die Probe und deren Parade wurde als gefährlich mit Ecke bestraft (23.). Die 90-Grad-Variante auf Stapenhorst wurde gut abgefangen von einer Verteidigerin. Der Nachschuss von Lorenz ging über das Tor. Im Konter holten dann die Weltmeisterinnen ihre zweite Ecke (25.). Die wurde stark abgelaufen. Anne Schröder sah dabei Grün, weil sie zu früh von der Mittellinie zurückgelaufen war. Lorenz und Reynolds retteten beim nächsten Angriff der Oranjes im Personalunion stark!
In Unterzahl agierten die Deutschen aber sonst klasse, kamen sogar in den Kreis der Gegnerinnen, verpassten da aber wieder den Torschuss, weil man zu sehr zögerte. So blieb es zur Halbzeitpause beim 0:1 – aufgrund der höheren Chancenanzahl verdient für die Niederländerinnen, aber das DHB-Team hatte stark mitgehalten, etliche eigene Kreisszenen und zwei Ecken erarbeitet, dabei aber nur noch nicht clever und abgeklärt genug agiert.
Etwas irritierend, dass Naomi van Ass keine Strafe erhielt, als sie mit Schläger auf Gesichtshöhe voraus Franzisca Hauke umrannte (32.). Hinten stand das DHB-Team in dieser Phase gut, fing die Niederländerinnen oft schon an der Viertellinie ab. Erst in der 35. Minute mal wieder ein Schuss für Oranje, aber van Males Rückhand ging deutlich über Reynolds‘ Tor. Doch eine Minute später die dritte Ecke für Holland, obwohl van Ass nach Selbstpass wohl keine fünf Meter zurückgelegt hatte, ehe sie in den Kreis spielte. Bei der Eckenabwehr verletzte sich Nike Lorenz, als Paumen über sie fiel. Zum Glück konnte die bislang beste Deutsche neben Kristina Reynolds wieder aufstehen und das Feld zur Behandlung selbst verlassen, nachdem zuvor schon eine Trage fertiggemacht worden war. Wieder eingreifen konnte sie danach nicht mehr, sondern ihre Prellung wurde auf der Bank gekühlt.
Teschke kam kurz darauf zum Schuss, traf die Kugel aber nicht voll (38.). Das DHB-Team nun mal wieder festgesetzt am Kreis der Gegnerinnen. Und auch danach mit gutem Spiel, die Niederländerinnen lange nicht mehr so dominant. Nach einer Hereingabe zentral von Sprink hatte Oldhafer einen Stecherchance, wurde aber abgeblockt (42.). Und dann brachte der seit langem mal wieder erste gute Angriff der Niederländerinnen das 0:2, als Müller und Sprink Welten nicht aufhalten konnten und van Male dadurch fünf Meter vor Reynolds völlig freistand, um unbedrängt an Reynolds vorbei zu treffen. Das brachte wieder etwas Unordnung, so dass van Male noch zwei Chancen bekam vor der Pause, die sie aber nicht nutzen konnte.
So war es im letzten Viertel noch schwerer, etwas Zählbares aus dieser Partie zu holen. Das DHB-Team bemüht, trotzdem konstruktiv nach vorn zu spielen, aber im gegnerischen Viertel war es zu oft zu ungenau und zu hektisch. Altenburg mit Ballbesitz am Kreis, aber ohne wirksame Aktion hinein (50.). Es fehlten vorn die Ideen und die Präzision, um den Weltranglisten-Ersten stärker in Bedrängnis zu bringen. Julia Müller sah dann nochmal Grün – eigentlich vorher selbst gefoult worden, was nicht geahndet wurde.
Doch in Unterzahl holte Franzisca Hauke mit starkem Solo die nächste Ecke fürs DHB-Team. Doch Krügers hoher Schlenzer war zu unplatziert und wurde von Sombroek über das Tor gelenkt. Den Konter konnten die Deutschen stark unterbinden – Reynolds allen voran. So überstand man die Unterzahl unbeschadet. Doch die Luft war nun in den Schlussminuten bei den Deutschen etwas raus, so dass die Niederländerinnen wieder Druck machen konnten. Doch 20 Sekunden vor Ende bekam das DHB-Team noch seine vierte Ecke, als Pieper auf dem Weg in den Kreis gefoult wurde. Die wurde zwar verstoppt, aber Oldhafer kam von rechts trotzdem zum hohen Abschluss. Das Iparraguirre das abpfiff, war eine krasse Fehlentscheidung, da eine Niederländerin zuvor am Ball war. Letztlich blieb es so beim 0:2 aus Sicht der Deutschen, die sich achtbar geschlagen hatten.

Tore:
1:0 Xan de Waard (4.)
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2:0 Kittie van Male (44.)

Strafecken:
NED 3 (kein Tor) / GER 5 (kein Tor)

Grüne Karte:
NED - / GER 2

Schiedsrichter:
Soledad Iparraguirre (ARG) / Melissa Trivic (AUS)

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