Am Ende leider auch Blech!27. August: Herren-EM in Amsterdam, um Platz 3: Deutschland – England 2:4 (1:2) / Niederlande Europameister

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Am Ende leider auch Blech!

27. August: Herren-EM in Amsterdam, um Platz 3: Deutschland – England 2:4 (1:2) / Niederlande Europameister

27.08.2017 - Die Europameisterschaften in Amsterdam endeten für beide deutschen Teams mit dem enttäuschenden vierten Platz. Das kleine Finale zwischen den HONAMAS und England am Sonntag war ein Spiegel des gesamten Turniers. Die Deutschen machten über weite Strecken das Spiel, hatten Chancen genug, aber gingen zu fahrlässig damit um. Die im Schnitt deutlich älteren Engländer waren einfach effektiver und machten aus wenigen Chancen vier Tore, wobei sie vor allem im Konter stark agierten. Neuer Europameister wurden die Niederlande, die gegen Belgien nach 0:2-Rückstand in der zweiten Hälfte noch zu einem 4:2-Erfolg kamen. (Fotos: worldsportpics.com)

Bundestrainer Stefan Kermas: „Aufs Treppchen kommt man bei einem solchen Turnier nur mit einer gewissen Qualität. Wir müssen jetzt analysieren, wo diese paar Prozent uns jeweils noch fehlen und genau daran arbeiten, damit es Richtung WM 2018 besser läuft. Wir mussten nach Olympia in Rio einen jungen Kader auf den Weg bringen, für den es schwer zu sagen war, was schon passt und was noch nicht. Heute waren wir einfach etwas zu grün hinter den Ohren in den spielentscheidenden Situationen. Das kann in drei Monaten beim World-League-Finalturnier schon ganz anders aussehen.“
Kapitän Martin Häner: „Es ist einerseits frustrierend, dass wir vorn die Tore trotz der Vielzahl an Chancen nicht machen. Aber genauso frustrierend ist, wie einfach wir hinten Tore bekommen. In Kontersituationen waren wir zu oft einen Meter hintendran. Insgesamt ist das dann einfach einen Tick zu wenig, um eine Medaille zu gewinnen. Dafür sind die anderen Teams einfach zu stark, beziehungsweise zu effektiv. England hat es ja vorgemacht. Die haben fünf, sechs Chancen im ganzen Spiel und machen daraus vier Treffer.“
Niklas Wellen: „Es nervt total. Wir haben dieses Spiel fast über 60 Minuten unter Kontrolle und es sind wieder kleine individuelle Fehler, die es versauen. Wenn wir in diesen kleinen wichtigen Sekunden nicht voll da sind, wird das auf diesem Niveau einfach bestraft. Wir betreiben einen Ergebnissport, und deshalb ist es mir auch in diesem Moment egal, ob wir uns gut entwickelt haben oder daraus viel lernen können. Mich nervt es, dass wir diese Medaille nicht geholt haben!““
Mats Grambusch: „Man muss zwischen dem Halbfinale gegen Belgien und diesem Spiel noch differenzieren. Belgien war in der ersten Hälfte schon besser als wir. Da sind wir erst gegen Ende stark geworden und haben dominiert. Heute waren wir über die gesamte Partie das bessere Team, aber das nutzt nichts, wenn wir es an der nötigen Effizienz vermissen lassen. Wir sind mit den Top-Teams auf jeden Fall auf Augenhöhe, aber müssen uns da noch reinfuchsen, in solchen Entscheidungsspielen stabiler zu werden, um diese auch zu gewinnen. Da fehlt uns klar noch etwas, was wir uns vor der WM 2018 in Indien noch holen müssen!“

Die erste Großchance der Partie hatte England, als Moritz Trompertz einen kapitalen Fehlpass spielte und Tobias Walter im Eins-gegen-Eins bravourös rettete. 30 Sekunden später musste aber auch Pinner auf der anderen Seite retten, als zwei Deutsche direkt vor ihm auftauchten. Kurz darauf war es Christopher Rühr, der einen Ballverlust der Engländer im Aufbau fast bestraft hätte, doch sein Rückhandschuss ging rechts am Pfosten vorbei (5.).
In der 6. Minute zog der tschechische Schiedsrichter gegen Anton Boeckel bereits Gelb für ein Foul, ohne dass vorher etwas gewesen war. Das DHB-Team dadurch fünf Minuten in Unterzahl. Sam Ward hatte dabei eine gute Chance, aber sein Drehschuss ging rechts neben das Tor von Walter (7.). Ansonsten Deutschland trotz Unterzahl spielbestimmend. Unverständlich, dass Mejzlik bei einem Foul an Kapaun, der am Gegenspieler bereits vorbei war, nicht einmal Grün zückte.
Doch die HONAMAS unbeeindruckt im Vorwärtsgang. Mats Grambusch scheiterte nach tollem Solo noch an Pinner. Doch direkt im Anschluss gab es die erste Ecke für Deutschland. Im Anschluss forderte Grambusch den Videobeweis, aber der tschechische Schiedsrichter verweigerte diesen. Als beide Teams wieder vollzählig waren, hatte David Goodfield einen Drehschuss, der hoch rechts am Tor vorbeiging. Insgesamt aber das DHB-Team besser, trotz der langen Unterzahl.
Als Rühr in der ersten Minute des zweiten Viertels vor dem Kreis gefällt wurde, gab es zwar Ecke, aber wieder keine persönliche Strafe, obwohl es ein rüdes Foul war. Die erste Ecke bekam ein Engländer an den Fuß, so dass es Wiederholung gab. Und dieses Mal klappte die Stechervariante auf den rechten Pfosten perfekt: Mats Grambusch konnte den Ball von Lukas Windfeder halbhoch zum verdienten 1:0 (16.) ins Tor stechen. Als der polnische Schiedsrichter in der 24. Minute Ecke für England gab, nahmen die Deutschen den Videobeweis, weil sie den Ball zuvor im Toraus gesehen hatten. Doch das wurde nicht bestätigt und so verlor das Team das Anrufungsrecht.
Und England machte mit der identischen Eckenvariante wie Deutschland den Ausgleichstreffer. Es war der Ex-Alsteraner Barry Middleton, der die Kugel am rechten Pfosten zum 1:1 (24.) ins Tor lenkte. Sam Ward hätte kurz darauf, als die Ordnung hinten nicht stimmte, fast das 1:2 gemacht, doch Walter hielt den Rückhandball sicher. Mejslik blieb leider seiner Linie treu. Nach einer fragwürdigen Entscheidung gegen Mats Grambusch schickte er diesen wegen Meckerns auf die Strafbank. Und das nutzte England sofort mit dem 1:2 (27.) durch Ian Sloan.

Grambusch hatte ein ernsthaftes Gespräch mit dem tschechischen Unparteiischen am Anfang der Halbzeitpause, weil die Deutschen mit dessen Entscheidungen nun wirklich nicht zufrieden sein konnten. Tobias Hauke hätte nach Wiederanpfiff fast den Ausgleich gemacht, als er über die rechte Grundlinie ging und sein abgefälschter Ball so eben noch von der Linie gekratzt wurde (33.). Die Deutschen holten sich schnell wieder die Spielkontrolle, hatten aber im Kreis noch kein Glück. So lief Rühr gleich zweimal in Folge ein Ball durch, mit dem er sonst freien Schuss gehabt hätte. Meyer hatte die nächste gute Chance, nach tollem Solo durch den Kreis, aber vor Pinner verlor er die letzte Kontrolle (39.).
Als ein erneut guter Konter Miltkau über die Grundlinie lief, verletzte sich Gegenspieler Michael Hoare am Fuß und konnte nicht mehr weiterspielen (41.). Staib holte dann die nächste Großchance heraus, doch der überragende Pinner hielt Grambuschs Schuss (43.) brillant. Aber die HONAMAS blieben dran und holten direkt im Anschluss Ecke Nummer drei. Und die versenkte Lukas Windfeder stark halbhoch links zum überfälligen 2:2 (44.). Und so ging es dann auch ins letzte Viertel.
Dort zogen die Deutschen schon bald ein Powerplay auf. Miltkau hatte das Führungstor auf dem Schläger, doch Pinner rettete artistisch (48.). England kam kaum noch richtig aus der eigenen Hälfte. Zwicker schoss leider aus fünf Metern mit der Rückhand denkbar knapp am Tor vorbei. England machte es im ersten richtigen Angriff seit langem einfach effektiver. Mark Gleghorne war einen Tick schneller als Kapaun und vollstreckte im Reinrutschen zum 2:3 (51.). Es war, wie schon im gesamten Turnier, dass die Deutschen bestimmend waren, aber jeder kleine Fehler immer sofort bestraft wurde.
Boeckel wurde die nächste Großchance gerade noch vom Schläger genommen und Pinner konnte einen Stecher von Zwicker noch um den Pfosten drehen (53.). Fünf Minuten vor Ende nahm Kermas dann Walter für Martin Häner als spielendem Keeper vom Platz. In der 56. Minute hätten die Deutschen aus dem Gewühl vor Tor das 3:3 machen müssen, als der polnische Schiedsrichter ihnen zuvor eine klare Ecke verweigerte, aber der Ball ging erneut Zentimeter am linken Pfosten vorbei.
Pinner hielt einen Rückhandschuss von Rühr glänzend (57.) – es war jetzt eine regelrechte Belagerung des Kreises der Engländer. Doch diese nutzten einen unsauberen deutschen Pass am englischen Kreis zum entscheidenden Konter, den Phil Roper ins leere Tor zum 2:4 (58.) vollendete. Und so endete die Partie leider sehr unglücklich aus deutscher Sicht.

Tore:
-
---
1:0      Mats Grambusch (KE, 16.)
1:1      Barry Middleton (KE, 24.)
1:2      Ian Sloan (24.)
------
2:2      Lukas Windfeder (KE, 44.)
---
2:3      Mark Gleghorne (51.)
2:4      Phil Roper (58.)

Ecken:
GER 4 (2 Tore) / ENG 1 (1 Tor)

Schiedsrichter:
Jakub Mejzlik (CZE) / Lukasz Zwierzchowski (POL)

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