Rio: Jubel über Last-Minute-SiegDie Honamas haben ihr zweites Vorrundenspiel durch ein Tor 4 Sekunden vor Ende gewonnen

Endrunden mit RespektChef-Nachwuchstrainer Valentin Altenburg wünscht sich ein gutes Miteinander bei den Endrunden

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Rio: Jubel über Last-Minute-Sieg

Die Honamas haben ihr zweites Vorrundenspiel durch ein Tor 4 Sekunden vor Ende gewonnen

Der deutschen Herren haben sich gegen Indien erwartet schwergetan, aber am Ende einen heftig umjubelten 2:1-Sieg gefeiert, den Christopher Rühr vier Sekunden vor Schluss mit einem sehenswerten Stecher bescherte. Das zwischenzeitliche 1:0 hatte Niklas Wellen mit seinem dritten Turniertor beigesteuert. Indien gleich per Ecke noch vor der Pause aus und war dem deutschen Team absolut ebenbürtig, hatte sogar ein paar mehr Torchancen. Nico Jacobi hielt sein Team da mit starken Paraden im Spiel. Am Dienstag gegen Irland (17.30 Uhr deutscher Zeit) soll der dritte Sieg eingefahren werden.

Bundestrainer Valentin Altenburg: „Wir haben es uns phasenweise schwerer getan, als es nötig gewesen wäre. Durch viele Ballverluste und zu wenig Passspiel haben wir nicht die Sicherheit bekommen. In der ersten Hälfte hatte ich fast das Gefühl am Ende, die Inder diktieren hier das Spiel. Das wurde dann später besser, so dass das Tor folgerichtig war, und am Ende auch mit einem ganz passenden Timing.“
Tobias Hauke: „Einen Sieg in der letzten Sekunde einzufahren, ist natürlich nochmal was ganz Besonderes! Aber letztlich zählen nur die drei Punkte. Wir wollen uns weiter in den Rhythmus bringen und bis zum Viertelfinale steigern. Man hat heute gesehen, warum Indien wieder Fünfter in der Weltrangliste ist. Der Mix aus Ballbesitz und Risiko ist bei den konterstarken Stürmern ganz schwer und uns auch nicht immer gelungen. Morgen gegen Irland wollen wir weiter Selbstbewusstsein tanken!“
Nicolas Jacobi: „Die erste Halbzeit haben wir ganz gut begonnen, danach aber mehr und mehr den Faden verloren. Indien dadurch mit mehr Ballbesitz. Aber für uns ganz wichtig, erfahren zu haben, dass wir auch solche Spiele am Ende noch gewinnen können. Das war vielleicht viel wertvoller, als hier nach Traumspiel 6:0 gewonnen zu haben!

Die Deutschen zeigten gleich, dass sie mit Geduld aufbauen würden, um den Indern keine Konterchancen zu geben. Christopher Rühr hatte zwei erste gute Aktionen über links, aber noch ohne Abschlusschance. Indien dadurch erstmal ohne Chancen auf Kreisszenen, auch wenn die Inder aggressiv pressten. Es ging beim DHB-Team viel über links in der Anfangsphase. Hauke hatte etwas Pech, als er bereits im Kreis den Ball etwas weit vorlegte (7.). Jacobi musste in der 9. Minute erstmals eingreifen, als ein Inder über die Grundlinie durchgekommen war. Machte er aber souverän.
Ein Ballverlust von Moritz Fürste im Aufbau brachte Chandandra Timmaiah dann erstmals zur Schussmöglichkeit, die aber links am Gehäuse vorbeiging (12.). Christoph Rühr musste dann mit Grün auf die Strafbank, als er im Kreis gefoult wurde und darauf mit Meckern reagierte. In Unterzahl hatte das DHB-Team zwei gute Chancen durch Niklas Wellen – einmal war der Ball sogar im Tor, aber Wellen hatte zuvor ein Stockfoul begangen.
Das DHB-Team überstand die Unterzahl – unterstützt von einer lautstarken 300-köpfigen deutschen Fankulisse – völlig ungefährdet. Und zu Beginn des zweiten Viertels waren sie voll konzentriert da. Und dann brachte ein starkes Anspiel von Linus Butt Niklas Wellen im Kreis in Position, der mit der kleinen Rückhand annahm, auf die Vorhandseite drehte und mit einem Schuss an Sreejesh Parattu vorbei das 1:0 (18.) erzielte. Sannuvanda musste dann mit Grün auf die Strafbank wegen Foulspiels. Das DHB-Team nun in Überzahl. Und Mats Grambusch hatte mit einem Drehschuss gleich eine gute Chance, die Parattu aber hielt (19.).
Hinten agierten die Deutschen sehr konzentriert, fingen die Inder gut ab. Vorn lief eine Flanke von Hauke in den Rückraum ohne Berührung durch den Kreis. Indien holte sich – nach Ballverlust von Müller vorn – dann nach Konter in der 23. Minute eine erste Strafecke. Und die saß durch Rupinder Pal Singh links halbhoch zum Ausgleich. Ein flacher Pass brachte dann Timmaiah die Chance direkt vor Jacobi, der erstklassig reagierte und die gute Chance vereitelte. Es ging jetzt ein bisschen zu sehr hin und her – die Deutschen nicht mehr mit so viel Kontrolle wie im ersten Viertel.
Es wurde dann zwischenzeitlich etwas unfair von Seiten der Inder. Ein Inder foulte Wesley und ließ sich dann selbst fallen. Doch die Schiedsrichter fielen darauf nicht herein. Es blieb beim 1:1 zur Pause, was angesichts der Steigerung der Inder im zweiten Viertel auch nicht unverdient war.
Das DHB-Team begann wieder konzentrierter nach der Pause, war um mehr Spielkontrolle bemüht. Grambusch hatte aus spitzem Winkel eine gute Chance, scheiterte aber an Parattu (34.). Rühr verpasste einen starken Ball von Fürste direkt vor Tor nur um Zentimeter (35.).
Nach einem unnötigen Ballverlust von Mats Grambusch im eigenen Viertel verfing sich die Flanke in Jacobis Schoner und es gab die zweite Ecke für Indien. Die hielt Jacobi samt Nachschuss aber stark. Es war jetzt wieder mehr von deutschen Fehlern geprägt, so dass die Dominanz vorbei war. Indien in dieser Phase druckvoller. Und vorn konnten sie die Bälle nicht so verwerten. Ein langer Pass von Wesley wurde von Fuchs nicht gestoppt. Zwickers Schuss wurde von einem Inder über die Latte gelenkt (43.). Es blieb so beim 1:1 vor dem letzten Viertel.
Jacobi musste in der ersten Minute des Schlussviertels eingreifen, als Sunil am Pfosten an den Ball kam. Tobias Hauke zog nach cleverer Freischlagvariante dann die erste Ecke fürs DHB-Team (48.). Häners Schlenzer wurde von Nr.6 jedoch gehalten. Auch das Powerplay danach brachte nichts Zählbares. Die Deutschen jetzt mit mehr Ballbesitz, aber immer in Gefahr, einen Konter zu fangen. Häner sah dann Gelb durch den nicht immer sicher wirkenden Schiedsrichter Martin Madden und es gab Ecke. Die Ecke lief Rühr stark ab.
Indien witterte aber in Überzahl nun seine Chance, machte Druck auf den Führungstreffer. Das DHB-Team wehrte und kam selbst zu einer tollen Stecherchance durch Wesley (54.), aber Parattu reagierte Weltklasse. Obwohl nun immer wieder unzufrieden mit Schiedsrichterentscheidungen, blieb stark im Spiel, aber war nur im Anspiel in die Spitzen weiter zu ungenau. Eine Flanke von Zwicker war etwas zu steil für Fuchs und Wellen (57.). Dann Deutschland wieder vollzählig. Im Kreis links konnte man die Ecke nicht erarbeiten. 30 Sekunden vor Ende zischte ein Ball von Rühr noch durch den Kreis direkt vorm Torwart durch, aber dann kam vier Sekunden vor Ende noch ein langer Ball von Häner in den Kreis, den Christopher Rühr zum Siegtreffer an den Innenpfosten stach, von wo er ins Tor ging.

Tore:
1:0 Niklas Wellen (18.)
1:1 Rupinder Pal Singh (KE, 23.)
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2:1 Christopher Rühr (60.)

Strafecken:
GER 1 (kein Tore) / IND 4 (1 Tore)

Grüne Karten:
Beide eine

Gelbe Karte:
Häner

Schiedsrichter:
Tim Pullman (AUS) / Martin Madden (GBR)

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