Frustrierende NiederlageSamstag, 30. Juni, WM-Vorbereitung in Dortmund: GER – ITA 0:1 (0:0)

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DANAS: Frustrierende Niederlage

Samstag, 30. Juni, WM-Vorbereitung in Dortmund: GER – ITA 0:1 (0:0)

30.06.2018 - Der deutsche WM-Kader hat sein erstes von zwei WM-Vorbereitungsspielen in Dortmund gegen Italien mit 0:1 (0:0) verloren. Die erste Niederlage in der Länderspielbilanz gegen die Südeuropäerinnen resultierte aus einer höchst ineffektiv genutzten klaren Überlegenheit des DHB-Teams, das im gegnerischen Kreis sehr harmlos agierte und auch bei den vier Ecken nicht zwingend genug wirkte. So kam es, dass ein Konter der in der zweiten Hälfte etwas aktiveren Gäste aus dem Gewühl heraus zum 0:1 über die Linie kullerte. Am Sonntag um 14 Uhr will die Mannschaft nun im zweiten Aufeinandertreffen die Kräfteverhältnisse wieder geraderücken.

Bundestrainer Xavier Reckinger: „Wir hatten eine Menge Chancen und hätten noch viel mehr kreieren können. Aus diesem Match können wir eine Menge lernen. Italien hat in der zweiten Hälfte mehr an sich geglaubt, hat sich Chancen erspielt. Das ist eine alte, sehr eingespielte Mannschaft. Ich habe sie schon bei der World League letztes Jahr gesehen, wo sie sich sehr gut ihre WM-Qualifikation verdient haben. Für uns gilt: Wenn man kein Tor schießt, gewinnt man auch nicht. Wir müssen etwas unsere mentale Balance finden. Einige Mädels brauchen ein bisschen mehr Druck, anderen muss man ihn vielleicht etwas nehmen. Taktisch werden wir das Match heute genau analysieren und morgen wieder einen Schritt vorwärts machen. Marie Mävers wird erst in London wieder bei den Testmatches einsteigen. Jannes Verletzung im Spiel war nicht so schlimm. Sie ist wieder okay!“

In der zweiten Minute hatte das DHB-Team nach schöner Hundekurve über rechts die erste Großchance, aber Selin Oruz hoppelte der Ball in zentraler Position fünf Meter vor dem Tor über den Schläger. Die italienische Torfrau war kurz darauf auf dem Posten, als Hannah Gablac direkt vor ihr auf den Rebound lauerte. Die Deutschen bauten ein gutes Powerplay auf. Gablac erneut hatte eine Chance in arger Bedrängnis, aber die Torhüterin war erneut zur Stelle (6.).
Italien hatte sichtliche Probleme, mit dem deutschen Pressing zurechtzukommen. Erste Angriffsversuche endeten an der deutschen Viertellinie. In der 12. Minute einmal mehr gute Chance für eine Alisa Vivot, die für die leicht angeschlagene Marie Mävers in den Kader gerückt war, aus einem Meter an der guten Torfrau der Gäste scheiterte. Wegen Spielverzögerung sah Ivanna Pessina in der 13. Minute Grün, so dass das DHB-Team das erste Viertel in Überzahl beendete. Daraus erfolgte aber nichts Zählbares, so dass es mit 0:0 und wieder vollständiger Gästemannschaft ins zweite Viertel ging.
Nach erneut starkem Angriff über rechts hatte Lisa Altenburg die erste gute Chance des zweiten Viertels, aber ihr Direktschrubber rutschte nach links ab (19.). Die DHB-Auswahl blieb am Drücker, schnürte die Gäste ein, die sich darauf beschränken mussten, wild nach vorn zu klären. Es gab wegen taktischen Fouls dann auch die erste Grüne Karte gegen Viktoria Huse auf deutscher Seite (21.). In Unterzahl konterten die Deutschen aber über Franzisca Hauke, die allerdings unplatziert in die Spitze passte (22.). Italien in dieser Phase mal etwas höher pressend, aber ohne auch nur im Ansatz die deutsche Abwehr in Verlegenheit bringen zu können.
Immer wieder gute Chancen im Ansatz, aber noch zu ineffektiv im Spiel am Kreis. Charlotte Stapenhorst sah in der 27. Minute die dritte Grüne Karte der Partie. Vivot setzte dann Elisa Graeve mit langem Schlenzer über links ein, aber auch der Abschluss der jungen Düsseldorferin war zu wenig zwingend (27.). Ein guter Rechtsangriff über Altenburg und Hauke blieb am rechten Pfosten erneut bei der Torfrau der Gäste hängen. Die Deutschen, wieder komplett, brachten sich dann selbst in Probleme, als Anne Schröder am eigenen Kreis den Ball im Dribbling verlor, doch richtig gefährlich wurde es für Julia Ciupka bei ihrer zweiten Ballberührung nicht.

Das DHB-Team eine Halbzeit lang klar dominierend, aber ohne den bedingungslosen Zug zum Tor. Trotz der starken Überlegenheit hatte man gegen die extrem tief stehenden Italienerinnen nicht mehr als zwei, drei hochkarätige Chancen herausspielen können. Immerhin holte sich das DHB-Team 80 Sekunden nach Wiederanpfiff die erste Ecke, die wegen gefährlicher Abwehr in die zweite mündete. Stapenhorsts Schlenzer ging nur haarscharf rechts neben das Tor. Danach unterband die zurückgeeilte Jana Teschke den Eckenkonter der Gäste am eigenen Kreis.
Die Deutschen blieben das klar bessere Team, hatten aber nach wie vor das Abschlussproblem. Julia Ciupka musste bei einem Solo in der 39. Minute gegen Valentina Braconi retten. Kurz danach erneut ein Solo über links, bei dem aber der Pass in die Mitte zu ungenau kam. Micheel zögerte kurz darauf frei halblinks im Kreis zu lange, so dass noch eine Verteidigerin eingreifen konnte. Italien jetzt mit der besten Phase, in der die DHB-Defensive etwas die klare Linie verlor.
Doch nun gab es immer wieder Konterchancen. Gablac vertändelte frei rechts im Kreis (42.). Es blieb mühsam für den deutschen WM-Kader, sich in den Kreis zu arbeiten. Die letzten Aktionen blieben zu unkonzentriert, zu hektisch. Das Bemühen blieb auch im letzten Viertel, die Lücke in der dichten italienischen Abwehr zu finden. Jasbeer Singh sah nach einem taktischen Foul an Elisa Graeve die vierte Grüne Karte der Partie (47.). Doch kaum wieder komplett trafen die Gäste aus dem Nichts zum 0:1, auch weil die komplette Abwehr da nicht konsequent genug zur Sache ging. Marcela Casale war es, die den Ball im Gewühl am linken Pfosten an Ciupka vorbei spitzelte.
Das gab den Gästen einen Aufschwung. In der 53. Minute die erste Strafecke für Italien. Den Schuss hielt Ciupka aber sicher. Der Faden war aber nun komplett gerissen. Viele individuelle Fehler im Aufbau ließen die DANAS kaum aus der Hälfte kommen. Dann aber mal ein guter Rechtsangriff, bei dem Anne Schröder zum Schuss mit der Rückhand kam. Der wurde gehalten, der Nachschuss zu inkonsequent genutzt. Immerhin nächste Ecke dann in der 55. Minute, mit Wiederholungsecke, doch der Schlenzer von Stapenhorst ging einen halben Meter über das linke Toreck.
4.45 Minuten vor Ende nahm Reckinger dann Ciupka für eine elfte Feldspielerin vom Platz. Janne Müller-Wieland hatte kaum das Leibchen übergestreift, da knickte sie bei einem Ausfallschritt um und musste draußen behandelt werden. Die Deutschen trotzdem im Vorwärtsgang über rechts, aber nicht konzentriert genug im Passspiel und auch in der Ausführung von Freischlägen. Italien mit allen elf Spielerinnen im eigenen Viertel bemüht, nichts zuzulassen. Und so blieb es beim frustrierenden 0:1 aus deutscher Sicht.

Tore:
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0:1      Marcela Casale (48.)

Ecken:
GER 4 (keine Tore) / ITA 1 (keine Tore)

Schiedsrichter:
Gregor Küpper / Florian Lippke

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