DANAS: Starkes Finale verlorenWorld-League-Turnier in Johannesburg, Finale: USA – Deutschland 4:3 n. Penaltyschießen (1:1, 0:0)

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DANAS: Starkes Endspiel ohne Happy-End

World-League-Turnier in Johannesburg, Finale: USA – Deutschland 4:3 n. Penaltyschießen (1:1, 0:0)

23.07.2017 - Die deutschen Damen haben das Finale des World-League-Turniers in Johannesburg zwar verloren, war dort aber über 55 Minuten die klar dominierende und bessere Mannschaft. Ein umstrittener Siebenmeter kurz vor Schluss brachte die US-Amerikanerinnen ins rettende Penaltyschießen, wo Keeperin Briggs den alles in allem sehr schmeichelhaften Sieg der USA sicherte. Insgesamt aber eine bärenstarke Vorstellung der stark verjüngten DANAS, die mit dieser Silbermedaille die sechste Medaille bei internationalen Turnieren in Folge holten und damit eine Serie fortgeschrieben haben, die es seit 40 Jahren im Damenhockey nicht gab. (Fotos: worldsportpics.com)

Bundestrainer Jamilon Mülders: „Es ist eindeutig, dass unsere Damen hier ein sehr, sehr gutes Endspiel abgeliefert haben. Sie haben das bis Mitte des letzten Viertels super gemacht. Einziger Vorwurf, dass wir am Ende nicht mehr klar genug verteidigt haben. Wir haben dafür gesorgt, dass die USA noch ins Spiel gekommen sind, und haben auch selbst dafür gesorgt, dass sie noch den Ausgleich machen konnten. Wenn ich vorher von Entwicklung und Learnings gesprochen habe, dann gehört es dazu, dass die Mannschaft es hinbekommt, damit jetzt umzugehen. Alles in allem gibt es ausschließlich Positives, was wir aus diesem Turnier mitnehmen (Anm. d. Red.: WM-Qualifikation geschafft, Ticket fürs World-League-Finalturnier geholt). Ich habe großen Respekt vor der Leistung der Mädels in dieser Woche und in diesem Endspiel. Ich bin total zufrieden. Man darf sich richtig darauf freuen, was mit dieser Truppe in den nächsten Monaten und Jahren noch passiert.“
Janne Müller-Wieland: „Wir sind etwas schwierig reingekommen, haben dann aber stark gespielt. Im letzten Viertel haben wir es aber selbst aus der Hand gegeben, viel in Unterzahl spielen müssen – ob das dann jeweils immer eine Karte ist, darüber kann man streiten. Im Penaltyschießen hat es die USA dann einfach auch gut gemacht, das muss man anerkennen. Insgesamt war es aber eine super Turnier-Performance und eine tolle Entwicklung dieses jungen Teams, was viel Hoffnung macht auf mehr und auf alles, was jetzt kommt. Wir reisen hier mit einem sehr guten Gefühl ab.“

Die Deutschen starteten gut, hatten erste gute Aktionen in der Offensive. Dann sah Nike Lorenz gleich in der 2. Minute Grün für das Unterbrechen eines Konters. Doch das konnten die Amerikanerinnen überhaupt nicht für sich nutzen. Die US-Amerikanerinnen pressten sehr hoch, was es schwermachte, einen geordneten Spielaufbau zu bekommen. Mitte des ersten Viertels gelang das aber immer besser und die DANAS bekamen mehr Spielkontrolle. In diesem Viertel fehlten noch die guten Chancen. Die beste hatte noch Cecile Pieper nach gutem Solo fast mit dem Pausenpfiff, als sie mitten im Kreis noch so gerade abgeblockt wurde.
In der 18. Minute gab de la Fuente Ecke nach gutem deutschen Linksangriff. Die USA nahmen dagegen den Videobeweis und bekamen Recht. Die Deutschen aber nun deutlich überlegen, hatten auch zwei Überzahl-Minuten, als Lauren Moyer Grün sah. Die USA nur sehr selten per Konter im Offensivgang, da standen die Deutschen aber immer stabil. Stapenhorst hatte eine gute Chance, wurde dabei von hinten mit dem Schläger gefoult. Das hätte mindestens Ecke geben müssen (22.). Dann sah Erin Matson Grün und das DHB-Team erneut in kurzer Überzahl. Teresa Martin Pelegrina hatte das Führungstor auf dem Schläger, als sie mit dem Rücken zum Tor einen tollen Rückhandschlenzer etwas rechts verzog. Mävers hatte die nächste Großchance, konnte den Ball von Granitzki aber nicht ganz kontrollieren.
Das Führungstor lag absolut in der Luft. Marie Mävers prüfte Keeperin Jackie Briggs mit einem Flachschuss, bei dem die Abwehr an einen amerikanischen Fuß ging. Die erste Ecke schlenzte Lorenz halbhoch links, aber Briggs parierte stark zur Langen Ecke (25.). Es blieb bei einem 0:0 zur Pause, das nun aber sehr schmeichelhaft für die USA war, denn die DANAS bestimmten das Geschehen auf dem Platz in diesem zweiten Viertel fast nach Belieben. Lediglich die Belohnung mit einem Tor war, trotz mehrerer guter Chancen, ausgeblieben.

Das DHB-Team machte mit viel Kontrolle weiter im dritten Viertel. Wortmann hatte mit einem Schiebeschlag aus der Drehung eine gute Chance, bei der Briggs aber erneut stark parierte (35.). Nach einer kurzen unruhigeren Phase ließ Joubert nach einem Linksangriff stark Vorteil laufen, als sie eine Ecke erstmal nicht pfiff, sodass Mävers noch vor Tor flanken konnte und Camille Nobis ganz stark in beengter Position den Ball zum 1:0 ins lange Eck blockte (38.). Nach erneut tollem Kombinationsangriff über Stapenhorst und Martin Pelegrina hatte Naomi Heyn eine Riesenchance auf das 2:0 (40.), als sie mittig auf Briggs zulief und die Keeperin den Ball noch um den Pfosten drehte.
Mävers hatte kurz darauf eine Schusschance mit der Rückhand, verfehlte da aber die Kugel (41.). Mävers nahm dann den Videobeweis in der 43. Minute und holte dadurch die zweite Strafecke fürs DHB-Team. Die Variante misslang jedoch vollkommen. Den Konter nutzten die US-Amerikanerinnen aber nicht. Danach sah Wortmann Gelb, ohne das klar war, wofür eigentlich, aber nun fünf Minuten Unterzahl fürs DHB-Team (44.). Zeitgleich musste Charlotte Stapenhorst draußen behandelt werden. Die DANAS verteidigten das bis zur letzten Viertelpause jedoch sehr gut, gingen mit der Führung ins letzte Viertel, wo die Unterzahl aber noch dreieinhalb Minuten anhielt.
Deshalb musste Julia Ciupka auch in der 46. Minute auch das erste Mal eingreifen, als die Amerikanerinnen über links vor Tor kamen. Ansonsten starkes Defensivverhalten, so dass die Unterzahl ohne Schaden überstanden wurde. Dann ging das DHB-Team selbst wieder in die Offensivbewegung über. Hauke musste dann mal kurz behandelt werden nach einem Zusammenstoß, hielt sich die Rippen. Die DANAS ließen sich nicht verunsichern. Stapenhorst schoss mit der Rückhand knapp links neben das Tor (53.). Gräve hatte die nächste Chance per Rückhandschuss, traf den Ball aber nicht voll.
Die USA oft vorn zu unkonzentriert, kamen selten mal an den Deutschen vorbei. Drei Minuten vor Ende sah Wortmann erneut Gelb wegen nicht eingehaltenen Abstands. Nun also die letzten Minuten das DHB-Team in Unterzahl. Als de la Fuente zwei Minuten vor Ende überzogen Siebenmeter gab für ein Stockfoul von Nike Lorenz im Kreis, nahm Mülders Ciupka vom Platz und brachte Lisa Schneider im Tor. Doch gegen den platzierten Schlenzer von Taylor West hatte die Mannheimerin keine Chance. Es stand 1:1 – absolut unverdient, aber es war Fakt. Und nun versuchten die USA natürlich in Überzahl den Siegtreffer zu machen.
De la Fuente blieb ihrer leider sehr schwachen Linie in diesem Turnier treu und ließ in der letzten Sekunde einen Videobeweis der USA zu, obwohl die Szene schon auf dem Screen im Stadion lief. Das hatte sie bei der Niederlage gegen England Jana Teschke noch aus exakt dem Grund verweigert. Zum Glück gab die Video-Schiedsrichterin den Deutschen Recht. Es ging ins Penaltyschießen.

Penaltyschießen:
Janne Müller-Wieland traf souverän gegen Briggs zum 2:1.
Melissa Gonzalez löste das gut gegen Lisa Schneider, traf zum 2:2.
Nike Lorenz schrubbte Briggs an, so dass der Ball zur Seite wegflog.
Michelle Vitese konnte an Schneider vorbeikommen, traf zur 3:2-Führung.
Marie Mävers traf clever zum 3:3.
Kathleen Sharkey scheiterte an Lisa Schneider.
Jana Teschke scheiterte an Brigss, die stark verkürzte.
Alyssa Manley schoss einen Abpraller von Schneider am Tor vorbei.
Hauke konnte den Ball unter Briggs ins Tor befördern, es gab aber Videobeweis, und da wurde offenbar, dass die Zeit Sekunden vor Übertritt der Linie abgelaufen war.
Erin Matson konnte es nun entscheiden für die USA und tat das ganz clever flach rechts unten zum 4:3.

Tore:
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1:0       Camille Nobis (38.)
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1:1       Taylor West (7m, 58.)

Ecken:
USA keine / Deutschland 2 (keine Tore)

Schiedsrichterinnen:
Michelle Joubert (RSA) / Carolina de la Fuente (ARG)

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