Vereinsleben in der PandemieSerie über kreative, spannende Vereins-Initiativen im Lockdown / Folge acht: TuS Lichterfelde

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Vereinsleben in der Pandemie

Serie über kreative, spannende Vereins-Initiativen im Lockdown / Folge acht: TuS Lichterfelde

06.04.2021 - Während der mittlerweile über ein Jahr andauernden Pandemie musste der aktive Hockeysport in verschiedenen Phasen ruhen oder konnte nur mit Einschränkungen ausgeübt werden. Für viele Vereine eine schwierige Situation, den Bedürfnissen ihrer Mitglieder gerecht zu werden, beziehungsweise überhaupt mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Doch die Kreativität kannte und kennt in den Clubs keine Grenzen. Wir stellen in unserer Serie „Vereinsleben in der Pandemie“ einige Club-Projekte vor.

Folge 8: TuS Lichterfelde, Berlin

Der TuS Lichterfelde teilt in der Pandemiezeit ein Schicksal, das viele Berliner Hockeyvereine kennen: „Für uns ist es eine große Herausforderung“, so Dennis Gebhard, sportlicher Leiter der TuSLi-Hockeyabteilung, „dass der Platz, den wir nutzen, Eigentum des Bezirks ist. Daher waren wir immer auf die Entscheidungen von Sport- und Bezirksamt angewiesen.“ Trotzdem war es Gebhard und seinen Kolleg*innen immer wichtig, Kindern und Jugendlichen jederzeit ein Sportangebot machen zu können: „Über Online-Trainings, Laufchallenges etc. haben wir versucht, weitestgehend flächendeckend Sportbetätigung anzubieten.“ In vielen Mannschaften entwickelten sich darüber hinaus kreative Ideen: Über die Trainer*innen riefen die U14-Mädchen (Mädchen A) im Oktober einen überregionalen Vereinswettkampf aus und forderten damit den Nürnberger HTC und den ASV München heraus. „Da ging es zwar um klassische Läufe und Stabis“, erinnert sich Gebhard, „aber auch Kreativität war gefordert. So ging es ebenso um das ‚coolste Stadtportrait-Video‘ und leckere Kochideen.“ Zwischendurch werteten die Trainer*innen um Bennett Stolze die Challenges immer wieder aus und bestimmten Siegerteams. Da zählten dann zum Beispiel nicht die längsten gelaufenen Strecken, sondern die meiste Zeit, die die Teams virtuell zusammen aktiv waren. Dabei konnten sich nach insgesamt 92 Stunden Wettkampfmaterial die TuSLi-Mädels knapp vor München und Nürnberg behaupten.

Bei den U16- und U18-Mädchen um Trainerin Anja Mülders sorgte in der Vorweihnachtszeit eine Adventschallenge für großen Spaß: „Da wurde gleich die ganze Familie eingebunden, um gemeinsam zu laufen, Plätzchen zu backen, Gedichte vorzutragen, Mensch ärgere Dich nicht! zu spielen und Weihnachtslieder zu singen“, erzählt Gebhard. Spielerich gingen es auch die U8-Mädchen (MD) an, die für ihre Zoom-Meetings sogar gleich ein eigenes Spielfeld entwickelten, um noch mehr Spaß und Abwechslung in die Online-Einheiten zu bringen.

Ehrgeiz in der Bundesligatruppe, auch die zweiten und dritten Teams zeigen Initiative

Wesentlich zielstrebiger ging es bei den Bundesligateams zu: Dort standen professionelle Laufpläne auf dem Programm und die Athletiktrainer erarbeiteten Kraftpläne. Aber auch die TuSLi-Herren versuchten, Spaß in die Sache zu bringen: „Wir haben den ‚Cup am Teltowkanal‘ neu aufgelegt. Mannschaftsintern forderten sich da zwei Teams heraus“, berichtet Yannis Szymanski, Social-Media-Beauftragter der Bundesligaherren „Bei einer Schnitzeljagd mussten die meisten Selfies an so vielen Orten in Berlin wie möglich gemacht werden. Wöchentlich gabs zusätzlich noch Challenges wie die schnellsten fünf Kilometer oder die meisten Liegestütz. So konnte jedes Team sein Punktekonto zusätzlich aufstocken.“ Die Ergebnisse wurden dann auch für die Fans sichtbar in den sozialen Medien veröffentlicht.

Darüber hinaus machte Dennis Gebhard eine interessante Beobachtung: „Auch die zweiten und dritten Mannschaften zeigten Eigeninitiative. Die zweiten Damen gründeten zum Beispiel eine Fitnessgruppe, um sich selbst gegenseitig ein schlechtes Gewissen zu machen – aber auch, um in Kontakt zu bleiben. Die zweiten Herren organisierten einen Online-Pokerabend und die dritten Damen kitzelten in einem Quizduell das eine oder andere Geheimnis aus ihren Teamkolleginnen heraus.“

Trotz der Einschränkungen für Versammlungen ließ es sich der TuS Lichterfelde nicht nehmen, seine Mitgliederversammlung im Dezember online abzuhalten. „Das war die höchste Beteiligung seit Jahren“, freute sich Gebhard auch darüber, dass die Abstimmungen funktionierten und kritische Stimmen am Übergangsprocedere ausblieben.

Ein Online-Spendenlauf bringt finanzielle Mittel 

Aus der Mitgliederversammlung heraus fand sich eine Gruppe aus rund 25 Mitgliedern, die die hockeyfreie Zeit nutzen wollte, um weitere Projekte von TuSLi Hockey anzugehen. „Wir haben eine Umfrage gestartet, um herauszufinden, welche Werte TuSLi ausmachen“, skizziert Gebhard eines davon. „Gerade werten wir das aus und die Ergebnisse fließen in unser Selbstbild ein. Weitere Projekte sind unser Corporate Design, das Sponsoring und die Website. Ein Kreis aus Koordinator*innen entwickelt das Trainingskonzept weiter, um den Trainer*innen einen besseren Handlungsrahmen zu geben.“

Dass solche Ideen manchmal auch Geld kosten, war natürlich auch den Mitgliedern von TuS Lichterfelde klar. So fand am zweiten Märzwochenende ein Online-Spendenlauf statt, dessen Erträge direkt zur strukturellen Verbesserung des Clubs beitrugen. „Über 200 laufbegeisterte Fans der TuSLi-Familie und vier Hunde waren einzeln für TuSLi unterwegs und haben knapp 700 Kilometer zurückgelegt. Lohn der Mühen waren über 7.500 Euro Spenden, die nun komplett in den Umbau des Clubhauses und den Neubau einer Tribüne fließen“, blickt Dennis Gebhard nun positiv auf die nächsten Schritte zur Realisierung zweier TuSLi-Großprojekte. (Fotos: TuSLi, Bearbeitung/Text: ao)

Zur ersten Folge: 1. Hanauer HTC
Zur zweiten Folge: HLC RW München
Zur dritten Folge: Düsseldorfer SC 1899

Zur vierten Folge: Rahlstedter HTC (Hamburg)
Zur fünften Folge: Club zur Vahr (Bremen)
Zur sechsten Folge: Hockey United Werne
Zur siebten Folge: HTC Würzburg

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