Rio: Danas erfüllen sich Traum!Mit bärenstarker Leistung haben die DHB-Damen ihr Rio-Viertelfinale gegen die USA gewonnen

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"Leadership is a mindset"Danas-Kapitänin Janne Müller-Wieland im Interview mit dem Olympic Channel des IOC

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Rio: Danas erfüllen sich Traum!

Mit bärenstarker Leistung haben die DHB-Damen ihr Rio-Viertelfinale gegen die USA gewonnen

Die Damen des Deutschen Hockey-Bundes sind als Neunter der Weltrangliste in die Top Vier des olympischen Hockeyturniers hineingestoßen. Im Viertelfinale bezwang die Mannschaft von Jamilon Mülders völlig verdient die favorisierten US-Amerikanerinnen durch Tore von Marie Mävers und Lisa Altenburg mit 2:1. Die deutschen Tore fielen bereits im ersten Viertel, aber auch danach behielt das deutsche Team über weite Strecken die Spielkontrolle, hatte mehr Chancen, mehr Ecken und geriet auch nach dem späten Anschlusstreffer in der 57. Minute nicht mehr in Gefahr. Im Halbfinale trifft das DHB-Team nun am Mittwoch um 17 Uhr deutscher Zeit auf die Niederlande, die ihr Viertelfinale gegen Argentinien in der Nacht gewannen.

Bundestrainer Jamilon Mülders: „Das hier heute war eine richtige Sensation! Gestern bei den Herren war es pure Dramatik und eine gigantische Leistung, aber die Sensation ist hier gerade passiert! Denn hier hat der Weltranglisten-Neunte das olympische Halbfinale erreicht! Und das absolut verdient! Wir haben die Amerikanerinnen in allen Vierteln gut hergespielt und haben auch mehr Chancen. Fakt ist: Das deutsche Damenhockey präsentiert sich hier einmalig. Jedes Mal, wenn wir mussten, haben wir gepunktet und waren stark! Ich habe vorher schon gesagt, dass man die Spiele gegen Spanien und die Niederlande da differenziert betrachten muss. Es war heute eine herausragende Leistung dieser Mädels, die man gar nicht genug würdigen kann. Jetzt fahren wir erst einmal runter, und dann geht es im Halbfinale überhaupt nicht um mitspielen oder ‚mal gucken‘ – wir greifen weiter voll an!“
Kristina Reynolds: „Es war unglaublich heiß heute, weshalb es wichtig war, richtig fit zu sein! Es war für mich im Tor eine unglaubliche Nervenanspannung, auch wenn ich ja gar nicht so viel zu tun hatte. Und natürlich hatte man auch ein bisschen das Herrenspiel von gestern Abend im Hinterkopf, was ja gezeigt hat, dass in den letzten Minuten noch viel passieren kann. Aber auf der anderen Seite wusste ich ja, dass wir Deutschland sind und deshalb am Ende so ein Spiel auch gewinnen! Der große Glaube an das Team und seine Fähigkeiten ist das Besondere an dieser Mannschaft und macht den Unterschied zu den Nationalteams in denen ich bisher gespielt habe!“
Nike Lorenz angesprochen auf ihre starke Leistung, aber auch ihre Dribblings als Innenverteidigerin: „Ich weiß, dass es manchmal von draußen risikoreich wirkt, was ich mache, aber man muss – angepasst an den Gegner – auch genau die richtige Mischung aus Risiko und einfach Spielen finden. Insofern werde ich der Linie auf jeden Fall treu bleiben!“
Janne Müller-Wieland: „Wir hatten nach dem Herrenspiel gestern Adrenalin pur und hätten am liebsten gestern schon gespielt! Ich fand es 60 Minuten lang Weltklasse, wie jede einzelne sich defensiv reingehängt und ihren Job erledigt hat. Deshalb geht der Sieg auch verdient an uns! Wir sind auch bei dem Gegentor nicht eingebrochen, und das zeigt, wie stark wir auch mental inzwischen sind! Wir haben alles, was wir brauchen und wissen inzwischen, dass wir es immer selbst in der Hand haben. Das macht uns stark!“
Lisa Altenburg: „Wir waren in der ersten Halbzeit wirklich sehr dominant und haben mit ganz viel Struktur gespielt! Die Hitze war schon grenzwertig, aber unsere deutlich gesteigerte Fitness hat sich da ausgezahlt! Jetzt müssen wir unsere Akkus aufladen und dann schauen wir mal, wer da im Halbfinale kommt!“

Die USA zeigten gleich zu Beginn mit starkem Pressing, dass sie auf das frühe Tor gehen wollten, mit dem sie den Deutschen in der Vergangenheit schon häufiger den Zahn gezogen hatten. Doch das DHB-Team hielt selbstbewusst dagegen. Und die Deutschen holten auch sofort eine Ecke, allerdings nahm die USA gegen Lin Miaos Entscheidung den Videobeweis (4.). Die USA bekamen Recht, doch statt der dann eigentlich fälligen langen Ecke fürs DHB-Team gab es Freischlag für die USA. Die Deutschen mit guten Versuchen, aber noch ohne Wirkung im Kreis. Hinten passte es gut, trotz des starken Pressings der Amerikanerinnen bei deutschen Ballbesitz.
Stapenhorst hatte Pech, als sie im Konter auf der Grundlinie noch abgefangen wurde (8.). Und im nächsten Angriff war es dann passiert. Stapenhorst hatte nach Pass von Links eine Großchance, die Jackie Briggs stark hielt, aber Marie Mävers traf im Nachschuss zum 0:1 (8.). Die Deutschen weiter ganz stark. Teschke prüft Briggs erneut. Dann ein Rechtsangriff über Schütze, bei dem Altenburg fast zum Abschluss kam (11.). Starker Angriff dann mal von den USA über rechts, aber Oruz passte gut auf. Im Konter über Schütze brannte es wieder im Kreis der USA. Doch der Schuss wurde noch abgeblockt. Doch dann nach Rechtsangriff über Mävers kam Altenburg aus dem Rückraum zum Abschluss und traf zum 0:2 (14.) unter die Latte. Das DHB-Team überstand schließlich noch eine letzte Druckphase der Amerikanerinnen und kam mit 2:0 in die Viertelpause – absolut verdient!
Natürlich machten die Amerikanerinnen nun extrem viel Druck, wollten herankommen. Und zwischendrin passierten erst Lorenz und dann Reynolds zwei Fehler, die fast zum 1:2 geführt hätten. Doch der Videobeweis zeigte: Die amerikanische Stürmerin hatte den Ball mit dem Knie über die Linie befördert. Glück in der Szene! Dann nach einer Abwehraktion von Hauke der Videobeweis der USA, um einen Konter der Deutschen zu unterbinden (18.). Dabei verloren die USA das Anrufungsrecht. Im Konter dann wieder eine gute Chance für Deutschland. Und nach gutem Angriff über rechts eine weitere hochkarätige Chance. Die USA verunsichert, gaben den Ball sofort wieder her und Brix musste im nächsten Angriff wieder ihre Klasse gegen Altenburg zeigen (20.).
Bei den Danas kämpfte eine für die andere. Wenn jemand den Ball verlor, war sofort eine andere zur Stelle und bügelte das aus. In der 22. Minute dann die erste Ecke für die USA nach Fuß von Sprink im Kreis. Aber ganz stark abgeholt von Mävers und im Eckenkonter lag das 3:0 in der Luft, bis die Amerikanerinnen in letzter Sekunde retten konnten. Etwas Pech, als nach starkem Konter über Hauke Charlotte Stapenhorst im Kreis noch gestoppt wurde. Im Gegenangriff musste Reynolds dann mal ran, als die USA von rechts in den Kreis kam und frei zum Schuss, aber die Hamburgerin war rechtzeitig unten!
Die Deutschen standen sonst exzellent und brachten die USA hinten auch immer wieder in Bedrängnis. Der Favorit hatte Probleme, mal richtig Druck oder Powerplay aufzuziehen. Und so ging es auch mit der 2:0-Führung in die Halbzeitpause. Ein bisschen Glück war dabei, weil der Innenpfosten einmal rettete, aber die Deutschen hatten auch etliche gute Chancen, schon höher zu führen. Insofern eine absolut verdiente Führung zu diesem Zeitpunkt!
Und fast hätte Charlotte Stapenhorst nach der Pause mit einem Drehschuss das 3:0 gemacht, verfehlte das Tor knapp rechts (31.). Hinten immer wieder gute Aktionen von Lorenz. Aber das DHB-Team mit mehr Ballbesitz und gefährlicheren Aktionen. Etwas Pech vorn im Kreis, so etwa, als Altenburg an der letzten Innenverteidigerin hängen blieb. Hinten rettete Julia Müller ganz stark, als Lorenz mal einen Fehler machte (35.). Doch mehr Fehler machten die Amerikanerinnen, weil das DHB-Team sie dazu zwang – mit gutem Pressing und starkem Kampf. Immer wieder mussten die USA mit allen Spielerinnen hinten verteidigen.
Lisa Schütze holte in der 38. Minute ganz clever die Strafecke. Doch die Torfrau Briggs hielt ganz stark mit dem Schläger gegen Krügers flachen Schlenzer. Die Deutschen blieben in Ballkontrolle, machten ganz viel richtig, waren absolut zu Recht vorn. Dann gab es Strafecke für die USA, als Müller-Wieland den Abstand nicht einhielt bei einem Einschlag (44.). Doch die Variante auf Stecher misslang, so dass es beim 2:0 blieb und der Vorsprung mit ins letzte Viertel genommen werden konnte.
Die Deutschen behielten absolut die Nerven, ließen sich auch von den immer wilderen Bemühungen der USA nicht aus der Bahn bringen. Dann sahen Gonzales wegen Foul und Stapenhorst wegen Meckerns Grün. Die Deutschen blieben auch in der Phase das bestimmende Team. Als Oruz im Kreis einen Fuß traf und de la Fuentes nicht pfiff, holte sie sich die Ecke klug mit Videobeweis (50.). Die erste Stecherecke wurde auf Kosten einer zweiten abgewehrt. Bei der nächsten Ecke pfiff de la Fuente einen Nachschuss von Hauke weg. Dann waren beide Teams wieder komplett (51.).
Die USA kamen gar nicht mehr hinten raus, sahen sich ständig pressender Deutscher ausgesetzt. De la Fuente in dieser Phase mit vielen Entscheidungen, mit denen die Deutschen nicht zufrieden waren. Auf der anderen Seite holte Reinprecht eine Ecke. Die Deutschen nahmen dagegen den Videobeweis, weil die Amerikanerin zuvor den Ball am Oberschenkel hatte. Und sie bekamen Recht. Und auch danach sehr kluges Spiel in der Defensive von Krüger. Teschke mit ganz starkem Lauf über links, holte den Freischlag und die Entlastung. Etwas Glück, als ein Pass der Amerikanerinnen auf den linken Pfosten verpasst wurde.
Stattdessen nahmen die Deutschen wieder die Offensive in Anspruch und damit Zeit von der Uhr. Aber dann war es plötzlich passiert. 3 Minuten 54 vor Ende erzielten die Amerikanerinnen das 1:2 – abgefälscht durch Anne Schröder und dadurch unhaltbar für Reynolds. Als Sprink Bamm im letzten Moment den Ball vom Schläger spitzelte, gab es Freischlag für die Deutschen (58.). Die US-Amerikanerin musste länger behandelt werden, weil sie auf den Ball gefallen war. Es waren noch 2‘45 Minuten zu spielen. Eine Gelbe Karte gegen Hauke wegen Spielverzögerung brachte das DHB-Team in Unterzahl für die Schlussphase.
Oldhafer hatte in der Schlussminute die Riesenchance zum 3:1, aber scheiterte an Jackie Briggs, die ihr Team über lange Strecke zumindest in Reichweite gehalten hatte. Hinten rettete Teschke auf der Grundlinie gegen Gonzales. Und dann war nur noch Jubel! Die DHB-Damen hatten die Medaillenrunde erreicht!

Tore:
0:1 Marie Mävers (8.)
0:2 Lisa Altenburg (14.)
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1:2 Katelyn Falgowski (57.)

Strafecken:
USA 2 (kein Tor) / GER 3 (kein Tor)

Grüne Karte: USA 1 / GER 1

Gelbe Karten: USA - / GER 1

Schiedsrichter:
Lin Miao (CHN) / Carolina de la Fuente (ARG)

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