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Rio: Bericht vom Jugendlager

Bericht von Alina Rincke über das Deutsche Olympische Jugendlager in Rio...

Zusammen mit 26 weiteren Mädchen und 23 Jungen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren besuchte Alina Rincke das Deutsche Olympische Jugendlager in Rio. Die 18-jährige Schülerin aus Koblenz, die beim HC Rot-Weiß Hockey spielt und auch als Jugendtrainerin und Schiedsrichterin aktiv ist, wurde aus über 150 Bewerbern für einen der 50 Plätze ausgewählt. Mit Katharina Kirschbaum (Münchner SC) war noch eine zweite Hockeyspielerin im Jugendlager dabei. Nachstehend berichtet Alina Rincke über ihre Erlebnisse der gut zweiwöchigen Reise nach Brasilien.

Seit nun zwei Wochen sind die Olympischen Spiele vorbei und somit leider auch das Deutsche Olympische Jugendlager. Langsam ist der deutsche Alltag wieder eingekehrt, dennoch denke ich noch oft an die Erlebnisse aus Rio de Janeiro. Das Jugendlager hat 50 Jugendlichen die Chance gegeben, vom 4. bis 20. August 2016 nicht nur die Olympischen Spiele, sondern auch die brasilianische Kultur hautnah mitzuerleben.

Wir besuchten die klassischen Sehenswürdigkeiten Rio de Janeiros, wie zum Beispiel die Christostatue, den Zuckerhut und die Copacabana. Als ein Teil der deutschen Mannschaft bekamen wir auch eine Führung durch das Olympische Dorf, wo wir einige Sportler, Trainer und Betreuer getroffen haben, wie beispielsweise Fabian Hambüchen, Christian Dissinger und den Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Wir durften auch mal einen Blick in die Zimmer der deutschen Mannschaft werfen. Abends gingen wir ins Deutsche Haus, wo die Medaillen-GewinnerInnen gefeiert wurden und wir und die deutsche Mannschaft einfach mal entspannt beisamen sitzen konnten und sich bei leckerem Essen erholten.

Es standen aber natürlich auch Wettkampfbesuche auf dem Programm, neben meinem Highlight, den Hockey-Halbfinals der Herren, schauten wir noch Handball, Beachvolleyball, Leichtathletik, Basketball, Fechten und Segeln. Die Stimmung in und um die Stadien war unbeschreiblich, auch wenn man merkte, dass den Brasilianern das 1:7 des Fußball-WM-Halbfinals gegen Deutschland noch schwer im Magen zu liegen schien und wir manchmal gegen die Buh-Rufe während der Spiele ankämpfen mussten. Sie waren dennoch um so fröhlicher, uns dann auf der Straße, sichtbar in der deutschen Mannschaftskleidung, zu sehen, und man hörte oft jubelnde "Alemanha"- und "Germany"-Rufe. Generell kann man die Brasilianer als eine sehr liebenswerte, offene und vor allem freundliche und hilfsbereite Bevölkerung sehen.

Dies wurde uns auch an den Projekttagen mit den brasilianischen Jugendlichen deutlich. An einem Tag besuchten uns rund 50 Jugendliche aus verschiedenen sozialen Projekten, oft aus Favelas in unserer Unterkunft, der Deutschen Schule Corcovado. Wir probierten gemeinsam neue Sportarten, wie Rollstuhlbasketball und Goalball, aus und lernten in kleinen Workshops einiges über Nachhaltigkeit. Selbst die ärmsten Brasilianer versuchen zum Beispiel etwas gegen das Schrumpfen des Regenwaldes zu tun, und man merkt, wie wichtig den Leuten ihr Land und die Natur ist.

Einige Tage später besuchten wir die Jugendlichen in Kleingruppen in ihrem Zuhause, den Favelas. Es war sehr eindrucksvoll zu sehen, unter welchen Bedingungen die Kinder dort mit ihren Familien leben und trotzdem so glücklich sind. Wir spielten gemeinsam "capecaball", eine Mischung aus Handball und Fußball. Wir hatten viel Spaß, und uns wurde allen klar, wie wenig man braucht, um glücklich zu sein und dass es keine Rolle spielt, ob man die selbe Sprache spricht. Irgendwie kann man sich immer verständigen.

Wie deutlich Arm und Reich nebeneinander liegen, erlebten wir, als wir einen Abend im deutschen Konsulat eingeladen waren, einem sehr edlen Anwesen. Nur ein paar Meter weiter sah man wieder eine Favela, die sich in der Stadt überall verteilen. Einen weiteren Einblick in die brasilianische Kultur bekamen wir natürlich durch das immer frisch zubereitete brasilianische Essen in unserer Unterkunft, aber auch durch einen Capoeira-Nachmittag, an dem wir viel über den Kampftanzsport erfuhren und ihn auch ausprobieren durften.

Auf unserem Programm befand sich aber nicht nur Sport und Kultur, sondern auch Workshops, Treffen mit Politikern und Sportler. Wir führten Diskussionsrunden über Doping, die Wertigkeit des deutschen Sportes und vor allem über die olympsichen Werte sowie die Nachhaktigkeit von Olympischen Spielen. Abschließend lässt sich nur sagen, dass es sehr schwierig ist, diese unglaublich eindrucksvollen und ereignissreichen zwei Wochen in einer Stadt voller Gegensätze in Worte zu fassen. Und ich kann jedem nur empfehlen, sich für das nächste olympische Jugendlager zu bewerben.

Außerdem möchte ich mich bei allen bedanken, die mir diese Reise ermöglicht haben: Danke Deutsche Sportjugend und Deutsche Olympische Akademie, dass ihr zu jeden Sommer- und Winterspielen Jugendlichen diese Chance gebt, und Danke an das Betreuer-Team, wir haben uns alle immer sicher gefühlt und hatten jede Menge Spaß. Danke an den Deutschen Hockey-Bund und den Verein "Freunde des Hockeys" für Eure Unterstützung. Ebenso geht ein ganz großes Dankeschön an meine Familie und meinen Verein HC Rot-Weiß Koblenz, danke für alles!

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