Altenburg im Nach-Rio-InterviewDer 35-Jährige Hamburger meldet sich aus dem Urlaub in Brasilien

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Altenburg im Nach-Rio-Interview

Der 35-Jährige Hamburger meldet sich aus dem Urlaub in Brasilien

Im Gegensatz zu seiner Mannschaft ist Herren-Bundestrainer Valentin Altenburg noch eine Woche in Rio geblieben, um mit seiner Frau Lisa ein paar Tage Urlaub zu genießen. Aus der Ferne hat der Hamburger aber ein Interview gegeben und darin mit ein wenig Abstand auf das wichtigste Turnier im internationalen Hockeysport zurückzublicken.

Auch nach dem Bronzegewinn hast Du mehrfach angedeutet, dass Dir das verlorene Halbfinale stark nachhängt. Hat sich das inzwischen gelegt?

Altenburg: „Das ist vorbei!“

Wenn Du eine Sache im Turnier nachträglich anders machen könntest, was wäre das?

Altenburg: „Damit bin ich vorsichtig. Im Nachhinein sieht es oft einfacher aus. Aber es ist auch immer anders als vorher.“

Mit zwei Halbfinalteilnahmen und zwei Medaillen ist die Zielvereinbarung für die Sportförderung sogar übererfüllt. Darf man damit auch mal einfach nur zufrieden sein?

Altenburg: „Als Teil der sportlichen Leitung sehe ich das genauso. Ziel mehr als erreicht. Als Bundestrainer der Herren sehe ich das anders. Ziel nicht erreicht.“

Die Mannschaft hat als Team ganz stark performt. Man hatte aber das Gefühl, dass besonders in der hoch gehandelten Offensive nicht jeder einzelne Spieler ganz das zeigen konnte, wozu er im Stande ist. Woran liegt das?

Altenburg: „Das habe ich anders erlebt. Ich habe starke Leistungen von den Jungs gesehen.“

Es gibt den Trend, dass die „Spielverweigerer“, die nichts für den Aufbau tun, sondern aus tiefer Deckung nur kontern, zurzeit erfolgreicher sind. Wie siehst Du das auch in Bezug auf die Attraktivität des Sports?

Altenburg: „Ich denke es ist ein Fehler die Argentinier auf Spielverweigerung zu reduzieren. Sie haben hervorragende Hockeyspieler auf dem ganzen Platz. Dass sich die meisten Mannschaften gegen uns hinten reinstellen, ist kein neues Phänomen. Würde ich wahrscheinlich gegen uns auch machen. Ich habe in den zwei Wochen hier viele sehr attraktive Spiele gesehen.“

Mit dem Rücktritt von Moritz Fürste und ja eventuell noch des ein oder anderen, wird das Team ein neues Gesicht erhalten. Du hast gesagt, das sei auch eine Chance. Wie ist das gemeint?

Altenburg: „Wir machen ja den Laden jetzt nicht zu, nur weil Topspieler in ihren wohlverdienten Hockey-Ruhestand gehen.“

Wer im gesamten Team hat Dich bei Olympia am meisten positiv überrascht?

Altenburg: „Teammanager Eric Langner. Er hat einen herausragenden Job gemacht. Das allein überrascht sicherlich keinen, aber diese positive Art war ein Garant für Bronze.

Welchen Augenblick bei diesen Spielen wirst Du als den intensivsten im Gedächtnis behalten?

Altenburg: „Vielleicht die letzten Minuten gegen Neuseeland. Aber auch der Videobeweis nach dem 0:3 im Halbfinale und das Warten, ob das Tor doch nicht gegeben wird, werde ich nicht so schnell vergessen. Aber der intensivste Moment ist sicherlich die Parade von Nico Jacobi zur Bronze-Medaille im Penalty-Shootout.“

Inwieweit ist es Dir schwergefallen, mit der Ablenkung, die Olympische Spiele in jeder Form abseits des rein Sportlichen bieten, umzugehen?

Altenburg: „Ist mir nicht schwergefallen. Umwege erhöhen die Ortskenntnis.“

Und wie schwer wird es jetzt für Dich, den Fokus auf das nächste große Turnier, die Junioren-WM in Indien, zu finden?

Altenburg: „Das wird leicht. Bin schon heiß!“

Kann es sein, dass wir den einen oder anderen der jungen Bronzegewinner da wiedersehen?

Altenburg: „Das entscheide ich mit den Jungs gemeinsam bis Ende September. Auszuschließen ist das nicht.“

Wessen Bronzemedaille wiegt schwerer – Deine oder die Deiner Frau Lisa?

Altenburg: „Aus meiner Sicht sind Medaillen für Athletinnen und Athleten. Lisa hat ihr ganzes Hockeyleben auf diese Medaille hingearbeitet und deswegen wiegt ihre Medaille auch schwerer als meine Arbeit in den letzten neun Monaten.“

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