Rio: Drittes Spiel, dritter Sieg!Die Honamas schlagen Irland sicher, wenn auch ohne zu glänzen, mit 3:2 (1:1)

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Rio: Drittes Spiel, dritter Sieg!

Die Honamas schlagen Irland sicher, wenn auch ohne zu glänzen, mit 3:2 (1:1)

Der deutschen Herren haben in Deodoro vor den Toren Rios auch das dritte Spiel des olympischen Hockeyturniers gewonnen. Zwar glänzte die Mannschaft von Bundestrainer Altenburg beim 3:2 (1:1) gegen Irland nicht, fuhr aber einen aufgrund von deutlich mehr Spielanteilen und Toren absolut verdienten Erfolg ein und steht – sollte Kanada heute in seinem dritten Vorrundenspiel gegen die Niederlande wie erwartet verlieren – schon zwei Spiel vor Ende der Gruppenphase als Viertelfinal-Teilnehmer fest. Nächster Gegner am Donnerstag (17.30 Uhr) ist Argentinien.

Bundestrainer Valentin Altenburg: „Ich bin ziemlich unzufrieden. Klar, zählt das Ergebnis, und das stimmt ja perfekt! Aber wir wussten, dass wir gegen Irland heute geduldig sein müssten. Deshalb habe ich nicht verstanden, warum wir zwischendrin so schnell so unzufrieden waren. Das hatten wir uns anders vorgenommen. Es ist sicher noch Luft nach oben bei uns, und die brauchen wir aber auch jetzt gegen Argentinien. Da reicht die heutige Leistung nicht! Zieht sich durch’s Turnier, dass wir nicht viel zulassen, aber, wenn wir was zulassen, brennt es eigentlich immer. Da sind wir in einzelnen Situationen defensiv zu naiv!“
Martin Häner: „Unser erstes Ziel war das Viertelfinale. Das haben wir ziemlich sicher geschafft, mit drei Siegen in drei Spielen. Sicher haben wir noch nicht unser bestes Hockey gespielt, aber das muss man auch erst spielen, wenn es unbedingt nötig ist! Heute schon ein extremes Chancenplus erarbeitet, aber noch zu wenig daraus gemacht. Daran können wir weiter arbeiten.“
Moritz Fürste: „Wir sind das jüngste Team hier und erwarten von uns noch keine 60 Minuten Konstanz. Ich glaube wir hatten es am Anfang schwer reinzukommen. Aber Irland ist auch nicht aus Zufall hier! Das letzte Tor ist ärgerlich, aber ich finde wir haben das Spiel sehr gut dominiert. Vielleicht schaffen wir es gegen Argentinien wieder effektiver zu sein. Was toll ist, ist die Unterstützung hier! Dass in Brasilien, so weit weg von zuhause, so viele Familien und Freunde da sind und uns anfeuern, das gibt uns ganz viel!“

Die Deutschen bauten gleich viel Druck auf, hatten relativ schnell eine gute Chance, als Christopher Rühr links im Kreis den Ball soeben nicht erreichen konnte. In der 3. Minute musste der irische Keeper zum ersten Mal ran, als ein Ball flach Richtung Tor ging. Das DHB-Team überstürzte nichts, zog sich zum Teil weit zurück und lockte die Iren mit Platz zum Aufbau, um selbst zu kontern. Und das klappte ab und zu. Niklas Wellen kam nach Herzbruch-Anspiel in der 7. Minute rechts zum Schuss verzog aber noch. Herzbruch über die linke Grundlinie und Zwicker, der den Block ins Tor knapp verpasste, kreierten Gefahr (11.). Dann war es Wesley, der nach Doppelpass zum Abschluss kam, aber knapp übers Tor lupfte.
In Unterzahl, weil Herzbruch Grün gesehen hatte, gab der Schiedsrichter aus Singapur eine Ecke gegen Wesley. Doch Jacobi konnte mit einer ganz starken Schlägerparade Schlimmeres verhindern. Auf der anderen Seite holte Timur Oruz die erste Ecke für sein Team (13.). Und Moritz Fürste sorgte mit einem harten, flachen Aufsetzer ins untere linke Eck für die Führung der Deutschen! Und so stand es dann auch zur ersten Viertelpause.
Irland machte Druck zu Beginn dieses Viertels und Deutschland ließ die Iren durch etwas nachlässiges Verteidigen auch zwei Mal zum Abschluss kommen. Dann war aber das DHB-Team wieder vorn dran und um den Ausbau der Führung bemüht. Fuchs scheiterte aus aussichtsreicher Situation an Welttorhüter David Harte (19.). Dann wurde Grambusch beim Torschuss gefoult. Es gab die zweite Ecke. Fürstes Ball wurde gehalten und Haukes Nachschuss wurde knapp vorbei gelenkt. Auch danach wieder Harte im Mittelpunkt, der erneut gegen Fuchs seine ganze Klasse zeigen musste, um sein Team im Spiel zu halten.
Dann Ecke Nummer drei für Deutschland. Tom Grambuschs Schlenzer lenkte Harte über die Latte. Kurz darauf wieder Ecke für Deutschland, wogegen Irland den Videobeweis nahm und Recht bekam. Es war jetzt ein reines Powerplay. Die Iren kamen kaum noch aus dem eigenen Viertel. Es fehlte jetzt nur ab und an der Raum im Kreis, um zum Torschuss ausholen zu können, so massiert standen die Iren nun hinten drin. Doch dann fiel das 1:1 quasi aus dem Nichts, als Eugene McGee Zwicker entwischte und mit einer krachenden Rückhand vom Kreisrand Jacobi überwand.
Fuchs hätte nur Sekunden später nach schöner Kombination die Führung zurückholen können, scheiterte aber aus kurzer Distanz an Harte und bekam den Abpraller unglücklich gegen den Fuß. Und es ging weiter im Privatduell Fuchs-Harte, als der Deutsche aus sechs Metern spitzer Winkel abzog und der Ire gerade noch seinen Körper in den Schuss bekam.
Dann war Irland 40 Sekunden vor Ende plötzlich doch mal wieder im Kreis der Deutschen und nahm einen Videobeweis, weil man eine Ecke für gefährliches Spiel haben wollte. Irland verlor dadurch sein Anrufungsrecht. Butt hatte kurz vor der Pause zwei Riesenchancen, scheiterte mit der Vorhand an Harte, aber den Abpraller nahm er per Rückhand – und der Ball ging ins Tor. Der Schiedsrichter gab den Treffer jedoch nicht, weil der Schuss des Krefelders am Tor vorbei gegangen wäre und so als gefährliches Spiel gewertet wurde.
Deutschland zeigte weiter eine geduldige Spieleröffnung gegen tief stehende Iren. Nicht ganz zufrieden waren sie zum Teil mit den Schiedsrichterentscheidungen, die manchmal schwer nachzuvollziehen waren. Wellen verstoppte in aussichtsreicher Position am Siebenmeterpunkt. Die Deutschen zogen ihr Powerplay wieder auf. Trompertz wurde links am Kreis freigespielt, setzte seinen Rückhandschuss aber hoch über das Tor (35.). Doch zwar nur ganz gelegentlich, aber mindestens einmal pro Viertel, gestatteten die Deutschen den Iren hochkarätige Chancen, wie Michael Ward, der in der 38. Minute quer durch den Kreis marschierte und nur knapp verzog.
Tom Grambusch zog in der nächsten Situation die vierte Ecke für Deutschland. Und wieder war es Kapitän Moritz Fürste, der per hartem, flachem Schlenzer links unten das Führungstor erzielte. Irland aber nicht geschockt. In der nächsten Szene hatten sie das 2:2 auf dem Schläger, im Konter allerdings auch Rühr gegen Harte, der stark hielt. Irland gab sich nie auf. Das Team von der Insel fightete dagegen und stellte die deutschen Defensivspieler immer wieder vor Probleme.
Doch dann war es Martin Zwicker, der sich von hinten mit einschaltete und, als Wellens Schuss abgeblockt wurde, den Abpraller aufnahm und per Schiebeschlag an Harte vorbei zum 3:1 ins Tor beförderte (42.). Grambusch scheiterte nach ganz starkem Sololauf und Abschluss mit der Rückhand auch an Harte (43.).
Doch die Deutschen ließen zu Beginn des letzten Viertels keinen Zweifel aufkommen. Wellen erarbeitete Ecke Nummer fünf. Dieses Mal versuchte Fürste es hoch, doch da war Harte nicht zu überwinden. Fuchs verpasste den Nachschuss auch noch knapp. Im Gegenangriff wurde nach Foul von Zwicker die dritte irische Ecke gegeben (48.). Die hilet Jacobi mit dem Handschuh sicher. Als Southern dann, trotz abgepfiffener Aktion, noch aufs Tor schoss, sah er Grün. Und Zwicker setzte sich nur Sekunden später dazu wegen Spielverzögerung.
Doch das deutsche Team hatte das Match in dieser Phase sicher unter Kontrolle, ließ nichts zu. Da Irland aber auch keine Anstalten machte, das Match noch umzudrehen und lieber mit elf Mann im eigenen Viertel stand, blieb es lange ohne Highlights im Schlussviertel. Doch so ein bisschen wie im kollektiven Tiefschlaf ließ das DHB-Team 90 Sekunden vor dem Ende Michael Darling im Kreis zum Schuss kommen und der traf links unten flach zum 2:3 (59.) aus Sicht der Iren. Dadurch wurde es in der Schlussphase sogar noch hektisch, wobei nicht mehr genug Zeit war für die Iren, um überhaupt noch einmal zum Abschluss zu kommen.

Tore:
1:0 Moritz Fürste (KE, 13.)
1:1 Eugene McGee (26.)
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2:1 Moritz Fürste (KE, 38.)
3:1 Martin Zwicker (42.)
3:2 Michael Darling (59.)

Strafecken:
GER 5 (2 Tore) / IRL 2 (keine Tore)

Grüne Karten:
GER 2 / IRL 1

Schiedsrichter:
Hong Zhen Lim (SIN) / Martin Madden (GBR)

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