Hockey-EM: 8:1-KantersiegSieben Torschützen im ersten Vorrundenspiel / Der Bundestrainer nicht ganz zufrieden

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Hockey-EM: 8:1-Kantersieg gegen Wales zum Auftakt

Sieben Torschützen im ersten Vorrundenspiel / Der Bundestrainer nicht ganz zufrieden

04.06.2021 - Die deutschen Hockeyherren haben ihr Auftaktmatch bei der 18. Europameisterschaft in Amsterdam mit einem 8:1-Kantersieg gegen Wales erfolgreich bestritten. Sieben verschiedene Torschützen trugen sich beim DHB-Team ein, das die Partie über 60 Minuten klar beherrschte. Wales traf per Ecke zum zwischenzeitlichen 1:3, war aber nie in der Lage, das Match ausgeglichener zu gestalten. Am Sonntag um 15 Uhr kommt mit dem Gruppenspiel gegen EM-Gastgeber Niederlande aber nun die richtige Feuertaufe für das frisch nominierte deutsche Olympiateam.

Bundestrainer Kais al Saadi: „Ich würde sagen, vom Spielniveau und Verlauf war es ein klassisches Auftaktspiel. Es war noch nicht so wahnsinnig viel zu sehen von dem, was wir uns erarbeitet haben und welches System wir spielen. Aber die Jungs haben es sich auch gut eingeteilt. Als die Waliser platt waren, haben wir den Knock-out gesetzt. Zwischendrin war mir aber ein bisschen zu viel Gewürge und in der ersten Hälfte viel Ping-Pong. Die zweite Hälfte hat mir schon besser gefallen. Das Ergebnis ist gut, aber wir können uns auch steigern – und das müssen wir auch bei den Gegnern, die jetzt kommen. Ich glaube nicht, dass Wales in der Gruppe punktet, daher war das ein absoluter Pflichtsieg.“
Florian Fuchs: „Wir haben es sehr genossen, nach dem schwierigen Jahr 2020 mal wieder vor Zuschauern zu spielen – und das bei einem so wichtigen Turnier. Wir haben heute als Team sehr gut performt. Da hat keiner herausgeragt, sondern die Mannschaft hat es gerissen. Das ist unsere Stärke im Moment mit den Honamas. Aber mit einem Sieg haben wir noch gar nichts gewonnen. So muss es weitergehen.“
Kapitän Tobias Hauke: „Es war nicht so einfach heute. Für mich war die Konstellation mit Mittwoch Anreise und Freitag erstes Spiel auch eine Premiere in meiner langen Nationalmannschaftskarriere. Dennoch haben wir schnell den Fokus gefunden und es gut geschafft, die wichtige Emotionalität auf den Platz zu bringen. Spielerisch ist sicher noch Luft nach oben, aber mit dem Ergebnis können wir sehr zufrieden sein.“
EM-Debütant Paul Kaufmann: „Ich fand, wir haben das Match gut dominiert. Zwischendrin haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht, weil wir ein paar fahrige Phasen hatten. Aber wir haben uns auch viele Kreiseintritte und viele Ecken erarbeitet, die allerdings heute noch nicht so gut geklappt haben. Für einen Auftakt war es insgesamt gut, würde ich sagen.“
Lukas Windfeder: „Das ist sicher noch Optimierungsbedarf bei der Eckenausführung, aber das kriegen wir schon hin. Insgesamt war es ein klassisches Auftaktspiel, etwas unruhig und wild teilweise. Wir haben etwas gebraucht, dem Spiel unseren Stempel aufdrücken, aber haben die Tore zur richtigen Zeit gemacht. Der Sieg ist aus meiner Sicht auch in der Höhe verdient.“

Die Deutschen gleich mit einer Riesenchance in der 2. Minute, als Niklas Wellen gut freigespielt wurde, aber James Fortnam im Waliser Gehäuse stark aus kurzer Distanz parierte. Es wurde dann ein Geduldsspiel, weil die Waliser ganz tief in ihrem Viertel standen und der Raum in der Offensive dadurch sehr eng war. Christopher Rühr erarbeitete im 3D-Dribbling die erste Ecke (9.), die aber als Stechervariante gedacht knapp rechts neben das Tor ging. Kurz darauf ein Schuss von Timm Herzbruch mittig im Kreis, der aber als gefährlich abgepfiffen wurde.
Florian Fuchs zog in der 12. Minute die zweite Ecke, die erst verstoppt wurde. Als der Ball dann aber über den rechten Kreisrand von Paul Kaufmann aufs Tor gebracht wurde, konnte Fortnam den Ball an den Pfosten lenken, doch Constantin Staib war zur Stelle und drückte den Abpraller zum 1:0 über die Linie. Die Deutschen ganz klar überlegen, brachten Wales mit schnellem Passspiel immer wieder in Bedrängnis. Doch dann gab es im ersten Konter die erste Ecke für Wales (14.). Die hielt Stadler sicher, aber die Waliser nahmen den Videobeweis, um wegen gefährlichen Spiels eine zweite Ecke zu bekommen. Dem wurde stattgegeben, doch Stadler hielt auch die zweite Ecke stark.

Und im direkten Angriff setzte Lukas Windfeder mit einem langen Schlenzer Niklas Bosserhoff am rechten Kreisrand ein, der mit einem fulminanten Volleyschuss das 2:0 (15.) beisteuerte. Paul Kaufmann holte sich zu Beginn des zweiten Viertels einen Ball im Waliser Aufbau, ging an zwei Abwehrspielern vorbei und traf als Aufsetzer zum 3:0 (18.). Doch Wales blieb den Beweis dafür, dass man 2019 den Klassenerhalt in der A-Division der EM geschafft hatte, nicht schuldig: Linus Müller verschuldete die dritte Ecke der Waliser, die Gareth Furlong flach zum 3:1 (21.) nutzte.
Eiuan Tranter, der für Furlong im Tor gekommen war, war zur Stelle, als Niklas Wellen erneut per langem Schlenzer eingesetzt, durch gewesen wäre. Die Deutschen aber, unbeeindruckt vom Treffer der Waliser, holten sich durch Florian Fuchs ihre dritte Ecke (25.), die Lukas Windfeder ebenfalls hart und flach zum 4:1 nutzte. Das DHB-Team hatte noch eine weitere Eckenchance um zu erhöhen, als wieder Fuchs gefoult wurde, aber die Variante auf Rausgeber Niklas Wellen war etwas zu ungenau.

Ein Ballverlust von Kapitän Tobias Hauke führte zur vierten Ecke der Gegner (31.), die Timur Oruz aber stark ablief. Rühr hätte im direkten Konter fast das 5:1 erzielt, als er einen Ball volley über das Tor setzte. Fortnum, der im dritten Viertel erneut im Tor stand, hielt stark gegen einen Schuss von Staib (33.). Daniel Kyriakides sah Grün für ein absichtliches Fußspiel und es gab Ecke fürs DHB-Team. Bei der hatte Justus Weigand eine Hundertprozentige, er blockte aber rechts neben das Tor.
Die Deutschen warteten zumeist an der Mittellinie auf den Gegner, gingen überfallartig ins Pressing. Fuchs hatte nach tollem Dribbling die nächste gute Chance, aber Fortnam parierte seinen Volleyschuss (38.). Johannes Große verfehlte mit einem hohen Rückhandschuss das Tor nur knapp (41.). So dauerte es bis zur 43. Minute, als Niklas Wellen im Anschluss an die nächste deutsche Ecke das 5:1 beisteuerte. Die Ecke misslang etwas, aber Timur Oruz drehte sich rechts in den Kreis und fand Wellen am langen Pfosten, der nur noch einzuschrubben brauchte (43.). Eine Ecke, die Weigand erarbeitete, blieb vor der letzten Viertelpause durch Martin Häner ungenutzt, beziehungsweise wurde stark abgelaufen.

Timm Herzbruch prüfte Tranter zu Beginn des letzten Viertels mit einem harten Rückhandschuss. Die Deutschen ohne Mühe mit der klaren Spielkontrolle. Keeper Tranter nahm auch Fuchs das Tor noch vom Schläger, als Wellen ihn gut einsetzte (49.). Kyriakidis sah dann Gelb für ein Foul an Kaufmann (49.). In Überzahl drückte das DHB-Team auf Tor Nummer sechs, aber Wales zweiter Keeper machte ein gutes Spiel. Auch die neunte Ecke (51.) durch Windfeder wurde Beute von Tranter.
So überstand Wales die Unterzahl ohne weiteren Schaden. Pech für Fuchs, der mit einem Rückhandschuss nur den Pfosten traf (55.). Im ersten Konter der zweiten Hälfte rettete Hauke am langen Pfosten gegen den mitgelaufenen Benjamin Frances (56.). Der Druck der Deutschen wurde in der Schlussphase immer größer. In der 58. Minute ging Christopher Rühr rechts durch und traf aus spitzestem Winkel hoch in den langen Winkel – ein Traumtor zum 6:1. Und die Honamas legten sofort nach, als Staib sich zentral im Kreis durchsetzte und mit der Rückhand im Fallen das 7:1 (59.) beisteuerte. Und als Timur Oruz zwei Sekunden vor Ende im Kreis gefoult wurde, gab es Siebenmeter fürs DHB-Team, den Timm Herzbruch sicher links ins obere Eck verwandelte. (Fotos: worldsportpics.com)

Tore:
1:0    Constantin Staib (12.)
2:0    Niklas Bosserhoff (15.)
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3:0    Paul Kaufmann (18.)
3:1    Gareth Furlong (KE, 21.)
4:1    Lukas Windfeder (KE, 25.)
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5:1    Niklas Wellen (KE, 43.)
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6:1    Christopher Rühr (58.)
7:1    Constantin Staib (59.)
8:1    Timm Herzbruch (7m, 60.)

Ecken:
Ger 9 (3 Tore) / WAL 4 (1 Tore)

Schiedsrichter:
Xavier Fenaert (FRA) / Sean Edwards (ENG)

Video-Schiedsrichter:
Michiel Otten (NED)

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