Silber nach PenaltydramaEuropameisterschaft in Amsterdam Herren, Finale: Deutschland - Niederlande 3:6 n.Pen. (2:2, 1:0)

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Hockey-EM: Pech im Penaltykrimi – Silber gewonnen!

Europameisterschaft in Amsterdam Herren, Finale: Deutschland - Niederlande 3:6 n.Pen. (2:2, 1:0)

12.06.2021 - Die deutschen Herren hatten Gastgeber Niederlande im Finale der Europameisterschaft im Wagener Stadion im Amsterdam schon am Rand der Niederlage. Doch Oranje machte mit einer umstrittenen Schlussecke noch den 2:2-Ausgleich und hatte im Penaltyschießen das Momentum für sich und die besseren Nerven. Die DHB-Auswahl war über 60 Minuten das bessere Team, hatte etliche Chancen, das Match vorzeitig zu entscheiden, aber scheiterte ein ums andere Mal am niederländischen Keeper Pirmin Blaak, der mit einem Dutzend Weltklasseparaden sein Team im Spiel hielt und auch zurecht zum Man of the Match gekürt wurde. 

Bundestrainer Kais al Saadi: „Das Wort ungerecht gibt es im Sport nicht. Ergebnisse musst du dir erarbeiten. Die letzten neun Sekunden hätten wir aber wirklich nicht gebraucht. Die Enttäuschung ist riesig, weil wir gemerkt haben, das Team ist bereits so weit, um Turniere zu gewinnen, Davon waren wir vielleicht selbst etwas überrascht. Aber ich bin auch schon wieder angekommen auf dem Boden der Tatsachen. Wir waren hier in vielen Phasen stärker als die Holländer und haben ja eigentlich sogar zu Null gespielt, weil da – nach Ansicht der Bilder –  kein reguläres Tor in 60 Minuten gegen uns gefallen ist. Das ist kein Vorwurf, sondern adelt unsere Defensivleistung gegen eines der besten Teams der Welt. Ich akzeptiere die Entscheidungen, denn Fehler können passieren, auch Schiedsrichtern. Wir haben auch etliche Fehler gemacht. Deshalb habe ich den Niederländern auch fair gratuliert. Wir brauchen als letzten Schritt jetzt noch mehr Output aus den Chancen, um dann nach hinten raus die Ruhe zu haben, das Ergebnis zu halten.“
Kapitän Tobias Hauke: „Auch solche Ausgänge gehören zum Sport dazu. Wir haben heute unser bestes Turnierspiel gemacht, wahrscheinlich das beste des Jahres, und das unter solchem Druck eines Endspiels. Das stimmt mich optimistisch für alles, was jetzt noch kommt im Sommer. Die Gegentore tun natürlich weh, vor allem wie sie zustande kommen durch die Entscheidungen. Wir hätten hier sehr, sehr gern den EM-Titel mitgenommen und sind jetzt erstmal extrem enttäuscht.“

Die Deutschen holten sich früh über viel Ballbesitz Kontrolle am Spiel. Hinten war gleich hohe Konzentration, weil die Niederländer versuchten, über die schnellen Außen Gefahr zu erzeugen. Florian Fuchs sorgte mit einem tollen Lauf über die linke Grundlinie für die erste große Chance, doch die niederländische Abwehr passte zentral vor Tor gut auf und fing den Querpass gerade noch ab (5.). Nach einer Großchance für Timur Oruz, die Pirmin Blaak stark parierte, gab es die erste Ecke fürs DHB-Team (8.). Die Deutschen nahmen den Videobeweis, um eine zweite Ecke zu holen, und bekamen Recht. Doch erneut hielt Blaak stark gegen Lukas Windfeders halbhohen Schlenzer.
Zwicker fing hinten im Konter einen gefährlichen Steilball gut ab. Fuchs dann erneut aus spitzem Winkel mit einem Abschluss, den Blaak wieder hielt (11.). Dann aber holte auch Oranje die erste Ecke, die verstoppt wurde (12.). Alexander Stadler hielt einen Nachschuss sicher. Im Eckenkonter kam Rührs Ball durch die Mitte Richtung Tor nicht durch. Das Spiel auf allerhöchstem Niveau. Häner dann mit Fuß auf der Kreislinie und es gab die zweite Ecke für die Gastgeber (14.), die aber schlecht rausgegeben wurde. Fürk prüfte Blaak mit einem hohen Schuss vom rechten Kreisrand, den der Routinier im Tor von Oranje über die Querlatte lenkte (15.).

Es ging auch danach in höchstem Tempo rauf und runter. Van Dam mit der ersten Chance des zweiten Viertels, aber sein Drehschuss ging noch deutlich links am Tor vorbei. Dann hatten erst Windfeder und danach Herzbruch super Abschlüsse, scheiterten aber erneut am überragenden Pirmin Blaak (19.). Lars Balk sah dann Grün für ein Foul (20.) und die Honamas holten sich in Überzahl die vierte Ecke (21.), bei der Jorrit Croon einen Nachschuss von Zwicker mit dem Körper auf der Linie hielt. Christopher Rühr verwandelte den fälligen Siebenmeter hart rechts unten zum 1:0 (21.).
Rühr holte kurz darauf mit toller Einzelaktion gleich die nächste Ecke heraus (22.), weil Blaak nur gefährlich abwehren konnte. Doch der Keeper hielt den platzierten Schlenzer von Windfeder aufs untere linke Eck artistisch. Oranje versuchte Druck zu machen, aber kam an der guten deutschen Abwehr selten ganz vorbei. Pech, dass Kaufmanns Querpass im Konter von Blaak erahnt wurde, so dass die Großchance nicht zustande kam (25.). Wellen sah dann eine Grüne Karte von Vazquez (27.), doch die Deutschen überstanden die Unterzahl unbeschadet.

Die Führung zur Pause war mehr als verdient. Ohne Keeper Pirmin Blaak in Weltklasseform hätten die Gastgeber schon viel höher zurückgelegen. Oranje begann das dritte Viertel mit viel Druck, Fürk konnte Mirco Pruijser gerade noch beim Torschuss stören (33.). Ein unglückliches Eigentor per Abfälscher von Windfeder wollte das DHB-Team zurücknehmen lassen, weil der Ausführende des Freischlages keine fünf Meter unterwegs war, bis er in den Kreis ging. Die Videoschiedsrichterin entschied dagegen – aus deutscher Sicht sehr kritisch, weil man in den Bildern sehen konnte, dass der Ball vor der gestrichelten Fünf-Meter-Linie ausgeführt wurde. Das Tor zählte aber trotzdem.
In der 38. Minute hielt Blaak einen Abfälscher von Rühr wieder sensationell, doch danach gab es die nächste deutsche Ecke (39.), wobei Hollands Torwart einen harten, flachen Schlenzer von Häner irgendwie noch mit der Fußspitze über die Querlatte lenken konnte. Auf der anderen Seite fischte Stadler einen Rückhandschuss von Croon ganz stark aus der Luft. Die Deutschen konnten das Spiel aber wieder ausgeglichener gestalten, hatten gute eigene Aktionen. Es stand auf Messers Schneide zu Beginn des letzten Viertels.

Oranje machte, angestachelt vom eigenen Publikum, sehr viel Druck, was die Deutschen aber mit allem, was sie hatten wegverteidigten. Bosserhoff hatte im Konter eine Großchance, setzte die Rückhand aber halbhoch links neben das Tor der Gastgeber (50.). Die Deutschen mit guten Kreiseintritten in der 51. Minute, aber ein holländischer Verteidiger war bei vier Schussversuchen immer noch davor am Ball. Auf der anderen Seite holte Große Hertzberger eine Chance noch vom Schläger (52.). Einen Steilpass von Hauke verpassten Wellen und Staib ganz knapp vor Tor (53.).
Und dann gab es die nächste Ecke fürs DHB-Team, als Staib im Kreis gefoult wurde (53.), doch die Variante wurde gut gelesen und rausverteidigt. Doch schließlich wurde die Energieleistung nach Angriff durch die Mitte belohnt. Rühr holte einen Ball zurück, setzte Kaufmann in Szene, dessen Pass Constantin Staib mit dem Rücken zum Tor als Aufsetzer über Blaak zum 2:1 (56.) ins Tor tippte – ein Traumtor. Die Deutschen machten es richtig, suchten ihr Heil in der Offensive und beim Ballbesitz. 140 Sekunden vor Ende nahm Max Caldas Blaak für einen elften Feldspieler vom Platz.
Schiedsrichter Vasquez pfiff neun Sekunden vor Ende eine Ecke für Oranje, die die Niederländer per Videobeweis in einen Siebenmeter umwandeln wollte. Doch obwohl man in den Bilder, nach Ansicht der Deutschen klar sehen konnte, dass da kein Stockfoul vorlag, es gab die Ecke. Und mit der Schlusssirene schlug der Ball von Jip Janssen von Stadler noch abgelenkt oben rechts im deutschen Toreck ein. So hatte – im Gegensatz zum Gruppenspiel – diesmal der Gastgeber das Match am Ende noch zum 2:2 ausgeglichen und es musste ins Penaltyschießen gehen, bei dem die Niederländer das sicherere Team waren. (Fotos: worldsportpics.com)

Penaltys:

  • Jeroen Hertzberger traf sicher flach mit der Rückhand zum 2:3
  • Florian Fuchs traf zum 3:3 mit der Vorhand
  • Thierry Brinkman traf ebenfalls mit der Vorhand – 3:4
  • Christopher Rühr scheiterte an Pirmin Blaak
  • Robbert Kempermann machte per Rückhand das 3:5
  • Timm Herzbruch rutschte leicht ab und schoss rechts vorbei
  • Thijs van Dam sorgte schließlich für die Entscheidung, traf per Rückhand zum 3:6

Tore:
-
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1:0     Christopher Rühr (7m, 21.)
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1:1     Robbert Kemperman (34.)
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2:1     Constantin Staib (56.)
2:2     Jip Janssen (KE, 60.)

Ecken:
GER 6 (kein Tor) / NED 3 (1 Tor)

Schiedsrichter:
Francisco Vazquez (ESP) / Dan Barstow (ENG)

Video-Schiedsrichterin:
Laurine Delforge (BEL)

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