Riesige, ehrenamtliche LeistungDer DHB-Sportausschuss-Vorsitzende Bernd Schuckmann über die Arbeit der Hygienebeauftragten

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Riesige, ehrenamtliche Leistung

Der DHB-Sportausschuss-Vorsitzende Bernd Schuckmann über die Arbeit der Hygienebeauftragten

13.10.2020 - Die Feldhockey-Bundesligen befinden sich im Endspurt der Herbstsaison-Phase. Für die Hygienebeauftragten der Vereine, des DHB und die Mitglieder des Sportausschusses bedeutet der Spielbetrieb in einer Phase steigender Corona-Infektionszahlen jede Menge Arbeit und Engagement. Bernd Schuckmann, Vorsitzender des Sportausschusses und einer von zwei DHB-Hygienebeauftragten, gibt im Interview einen Eindruck von den Themen, die ihn und seine Kollegen in den Vereinen gerade beschäftigen. 

Bernd, wie zufrieden bist Du im Moment mit dem Hygienekonzept für die Bundesligen?
Bernd Schuckmann: „Sehr zufrieden. Der DHB kann ja nur regeln, was auf dem Platz passiert. Und das klappt absolut gut. Das Risiko, sich im Spiel anzustecken, ist – so die bisherige Erkenntnis und die Rückmeldung der Fachleute – äußerst gering. Auch wenn ich das nie ganz ausschließen will. Das Drumherum regeln die Vereine mit ihren individuellen Konzepten, die an die spezielle Situation auf den Anlagen – ob clubeigen oder öffentlich – detailliert angepasst sind.“

Das ist ja sicher kein Konstrukt, das vor der Saison komplett stand, sondern auch mit den Erfahrungen und der pandemischen Entwicklung immer weiter angepasst wird, oder?
Bernd Schuckmann: „Ja, man merkt auch, dass die Vereine jetzt, wo die Medien täglich über steigende Infektionszahlen berichten, noch sensibler werden und nachjustieren. Es ist schließlich auch so, dass die überwiegende Mehrheit die Saison sehr gern zu Ende spielen würde. Und es gibt eine ganze Reihe Vereine, die mit sehr gutem Beispiel voran gehen und ihre Konzepte beispielhaft ausgebaut haben.“

Inwiefern?
Bernd Schuckmann: „Da gibt es viele, aber um einige Beispiele zu geben: Der Düsseldorfer HC zum Beispiel dürfte nach Landesverordnung 300 Zuschauer zulassen, beschränkt sich aber selbst auf 150, um die Auflagen bestmöglich umsetzen zu können. SW Neuss macht sowas auch. Da weiß ich, dass der Hygieneverantwortliche an Spieltagen schon ab morgens auf der Anlage ist, um alles ideal vorzubereiten. Der UHC Hamburg und die Zehlendorfer Wespen haben in Zäune und mobile Toiletten investiert, um die Bewegungen auf der Anlage in sinnvolle Bahnen zu lenken. Beim MSC wurden Anschlagzeiten verlegt, um die Hygienemaßnahme bestmöglich umzusetzen und bei Blau-Weiß Berlin wurde auf der Anlage eine Maskenpflicht eingeführt, die bis zum Sitzplatz auf der Tribüne und für alle Stehplätze gilt und auch andere Clubs haben proaktiv die Maskenpflicht am Platz vorgeschrieben, obwohl das die aktuellen Hygieneregeln noch nicht erfordern, einfach im Sinne der Prävention – und um die geht es ja dabei in erster Linie. Es gibt leider auch Vereine, die in diesen Thematiken noch sehr wenig Engagement zeigen, aber das ist zum Glück nur eine sehr kleine Minderheit.“

Trotzdem ist es eine besondere, zum Teil auch angespannte Situation, oder?
Bernd Schuckmann: „Ja. Ich bekomme von einigen Clubs gespiegelt, dass es für die Aktiven eine sehr emotionale Situation ist, jetzt an den Wochenenden durch die Republik zu fahren, in denen ja nun auch besondere Hotspots identifiziert und ausgewiesen werden. Dafür habe ich absolutes Verständnis. Ich denke aber, dass wir, wenn sich die Teams bei der An- und Abreise an die Hygienemaßnahmen halten, zum Beispiel auch in der Bahn Masken tragen, Kontakte zu beschränken und nicht nur auf den Anlagen die Abstandsregeln zu den Zuschauern einhalten, auf einem guten und recht sicheren Weg sind.“

Wie reagierst Du auf die sich nahezu täglich ändernden Inhalte der Länderverordnungen und vom allem auch steigenden Infektionszahlen?
Bernd Schuckmann: „Es ist in der Tat nicht einfach, aber wir sprechen wöchentlich in unseren Gremien, in denen alle relevanten Bereiche des DHB involviert sind, über die aktuelle Situation. Und ich bin sehr dankbar für den nahezu täglichen Austausch mit der BLVV und der Hockeyliga, um im Sinne der Bundesliga-Vereine flexibel und schnell reagieren zu können. Wir werden hier in der nächsten Woche tagen, um die deutliche Veränderung in Bezug auf Krisengebiete in Deutschland zu prüfen und sicher auch Anpassungen in unserer Strategie vorzunehmen.“

Was macht Dir am meisten Sorge zurzeit?
Bernd Schuckmann: „Das Wichtigste ist eigentlich, dass sich alle ihrer Eigenverantwortung im System bewusst sind. Die Aktiven sollten, wenn sie ihrem Sport in dieser Situation nachgehen möchten, Im Sinne des Teamgedankens ihr Leben daran anpassen, also mit privaten Feiern vermeiden und die Hygiene- und Abstandsregeln auch im privatem und beruflichen Bereich befolgen, wie die es die allgemein Geltenden Vorgaben empfehlen. Die Aktiven sind eigentlich auf den Anlagen auch nicht das Problem, sondern eher diejenigen unter den Zuschauern, die sich auf den Anlagen nicht an die Regeln halten. Hier haben die ehrenamtlich tätigen Verantwortlichen halt das Problem, dass sie von Vereinsmitglied zu Vereinsmitglied sprechen, oft verständnislose Antworten bekommen, wenn sie auf die Regeln hinweisen. Da ist dann irgendwann für viele auch Schluss. Das möchte man sich dann auch nicht antun. Ich wünsche mir hier auch ein wenig mehr Respekt und Anerkennung. Und es kommt kaum mal vor, dass behördliche Mitarbeiter an Spieltagen die Einhaltung kontrollieren – umso wichtiger ist eben, dass alle, insbesondere die Zuschauer, im Sinne des Sports ihre Eigenverantwortung wahrnehmen.“

Insgesamt ist das gerade eine unglaubliche Leistung von ehrenamtlicher Seite, oder? Mal bei Dir selbst angefangen...
Bernd Schuckmann: „Der Aufwand, den hier alle fahren, um dieses sensible Thema im Sinne des Hockeysports gut zu bewältigen, ist enorm. Ich bin sehr dankbar und unfassbar stolz auf meine ganzen ehrenamtlich tätigen Kolleginnen und Kollegen in den Clubs, die zum Teil auch mal an ihre Grenzen kommen und auch dem Zahnfleisch gehen. Das merke ich ab und an auch an mir. Am Ende des Tages kann ich aber festhalten, dass die Zahlen in unserem Sport unseren Konzepten und unserem Aufwand ja auch Recht geben. Wir kommen besser durch als die meisten anderen Sportarten. Das ist Woche für Woche Motivation genug und gibt Kraft, weiter an den Konzepten festzuhalten und die Maßnahmen gegebenenfalls nachzujustieren, um am Ende alle Spiele dieser Runde gespielt zu haben. Und ich denke, dass wir alle hier dankbar sein sollten.“

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