EHL: Sehr schwere AufgabenMülheim und Köln gegen holländische Top-Clubs / Der MHC trifft auf erfahrene Russen

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EHL: Sehr schwere Aufgaben

Mülheim und Köln gegen holländische Top-Clubs / Der MHC trifft auf erfahrene Russen

16.04.2019 - In bestmöglicher Besetzung starten die hockeyliga-Teams am Mittwoch, 17. April, in die KO16, die Achtelfinals der Euro Hockey League (EHL). Neben 13 weiteren europäische Top-Teams kämpfen im niederländischen Eindhoven über Ostern mit dem Mannheimer HC, Uhlenhorst Mülheim und Rot-Weiss Köln drei DHB-Teams um die Krone Europas. Ziel für alle Mannschaften: das Finale am Ostermontag, 22. April, um 15.15 Uhr.

Austragungsort ist das Sportcenter des niederländischen Erstligisten HC Oranje-Rood in Eindhoven. Auf dem 2016 neu errichteten Center-Court mit seiner 1.500-Mann-Tribüne finden über Ostern alle 16 K.O.-Spiele bis zum Finale statt. Aufgrund von Terminüberschneidungen mit der internationalen Pro League im Mai und Juni wurden, anders als in den Vorjahren, alle Spiele ab dem Achtelfinale in einem Event über Ostern zusammengeführt.

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Mannheim gegen erfahrenen, unbequemen Gegner

Die Herren des Mannheimer HC greifen als erstes deutsches Team in den Wettbewerb ein. Zudem machen die Kurpfälzer mit ihrer Partie gegen den amtierenden russischen Meister Dinamo Kasan (Mittwoch, 12.45 Uhr) auch gleich den Turnierauftakt. Als Drittplatzierter der Hauptrunde zur Deutschen Meisterschaft 2018 musste Mannheim in die Vorrunde und qualifizierte sich Anfang Oktober 2018 nach eine Sieg (7:2 gegen Dinamo Elektrostal) und einem Unentschieden (1:1 gegen Wimbledon HC) für das KO16. Die Vorrunde hat die Aufregung in der Mannschaft von Michael McCann nicht gerade gesenkt: „Die EHL ist immer eine besondere Ehre, wir spielen gegen die Besten Europas. Wenn wir es schaffen, ins Halbfinale zu kommen, können wir da auch mit einer starken Leistung überraschen.“

Für den eher unbekannten Gegner im Achtelfinale hat McCann ein einfaches Rezept: „Kasan hat viele Nationalspieler und ist hart in den Zweikämpfen. Wir werden uns auf unser Spiel konzentrieren und wollen so ins Viertelfinale kommen.“ So unberechenbar Kasan sein mag, so beeindruckend ist die Statistik der Tatarenstadt: Serienmeister in Russland und mit dem zwölften Auflaufen bei der EHL neben Grunwald Posen (PL) Rekordteilnehmer der europäischen „Champions League“. Trotzdem schaffte es das russische Team bisher noch nicht, über das Achtelfinale hinauszukommen. Mannheim wiederum konnte bei seiner zweiten von bisher drei EHL-Teilnahmen 2016/17 einmal das Viertelfinale erreichen. Auch aus dem Favoritenkreis möchte McCann seine Jungs nicht ausschließen: „Wer aus unserem Zweig mit Mülheim, Oranje-Rood, den Dragons und den Waterloo Ducks ins Halbfinale kommt, kann am Ende auch die EHL gewinnen.“

Mülheim bekommt es mit dem Gastgeber zu tun

Rund sechs Stunden nach dem Mannheimer HC greift der HTC Uhlenhorst Mülheim ins europäische Turniergeschehen ein. Gegner für das Team von der Ruhr, das sich als Deutscher Meister 2018 für den europäischen Wettbewerb qualifizierte, ist am Mittwochabend um 19.30 Uhr Gastgeber Oranje-Rood. Auf den Gegner angesprochen, gerät Omar Schlingemann ins Schwärmen: „Oranje-Rood ist einer der Topvereine Europas.“ Denn mit Hallenweltmeister Benjamin Stanzl, Feld-Weltmeister Thomas Briels, den beiden Pakistani Muhammad Rizwan und Rashid Mehmood sowie niederländischen Topspielern wie Weltklassetorwart Pirmin Blaak, Eckenspezialist Mink van der Weerden, Bob de Voogd, Robert van der Horst, und Joep de Mol bietet Oranje-Rood ein wahres Starensemble auf.

Keine Frage also, dass der niederländische Drittplatzierte von 2018 vor allem vor heimischer Kulisse keinen Gegner ins Spiel kommen lassen will. „Die Kontersicherung ist der Schlüssel zum Sieg“, weiß Schlingemann, „können wir die Konter von Oranje-Rood kontrollieren, können wir das Spiel gewinnen.“ Über den Viertelfinaleinzug würde sich der „Uhlen“-Coach schon freuen und verspricht dafür eine sehr deutsche Spielweise: „Wir werden aus einem stabilen Aufbau heraus kontrolliert nach vorne spielen.“ Die Herausforderung wird für beide Mannschaften nicht leichter, wenn man bedenkt, dass sich beide Teams bestens aus der Vorbereitung kennen: „Wir spielen eigentlich jedes Jahr in der Saisonvorbereitung gegeneinander, da kennt man sich spielerisch.“ Auf dem Papier allerdings hat Oranje-Rood mit der sechsten EHL-Teilnahme, einem Turniersieg (2015 noch als Oranje-Zwart) und der drittbesten EHL-Bilanz überhaupt klar die Nase vorn. Auf der anderen Seite können die Mülheimer auf eine beeindruckende Bilanz im europäischen Vorgängerwettbewerb mit Seriensiegen von 1988 bis 1996 blicken. In der EHL stehen bisher allerdings nur je zwei Viertelfinals (2012/13 und 2017/18) und Achtelfinals (2011/12, 2013/14) auf dem Zettel.

Rot-Weiss im Duell mit Hollands Champion

Als letztes deutsches Team und zudem einen Tag später startet Rot-Weiss Köln in die EHL. Die Domstädter lösten als Hauptrundenerster und Vizemeister 2018 das Ticket für die „letzten 16 Europas“. Und die Partie am Donnerstag gegen SV Kampong (19.30 Uhr) ist zum Abschluss der Achtelfinalspiele so etwas wie die Krönung der KO16, wenn der deutsche Vizemeister und der niederländische Meister von 2018 aufeinandertreffen. Zudem sind Köln (2017) und Utrecht (2016) die beiden aktuellsten Titelträger im Turnier, da der amtierende EHL-Champion HC Bloemendaal (NL) die nationale Qualifikationshürde nicht nehmen konnte. „Im Gegensatz zu Eindhoven und Amsterdam, die gerade ein kleines Tief haben, spielt Kampong eine starke und gewohnt stabile Saison“, attestiert Kölns Coach André Henning dem Gegner absolute Spitzenqualitäten. „Kampong ist das vielleicht deutscheste Team der Hoofdklasse, mit der aus Holland gewohnt starken Konterqualität.“ Aus zahlreichen direkten Vergleichen weiß Henning, wo Kampongs Stärken liegen - aber auch, wie sein Team die Holländer knacken kann.

Für Rot-Weiss könnte nach einem erfolgreichen Achtelfinale in der Runde der letzten Acht mit AH&BC Amsterdam aber gleich der nächste große Brocken warten. Doch sieht sein Team auch mit Blick auf die große Herausforderung, eventuell gegen „zwei der stärksten Teams im Wettbewerb“ spielen zu müssen, gut vorbereitet: „Wir hatten in diesem Jahr vor der EHL so viele Bundesliga-Spiele wie selten zuvor. Das erlaubt uns, den Jungs eine gewisse Wettkampfhärte mitzugeben.“ Gleichzeitig forderte die FIH Pro League bei Köln wie bei keiner anderen Mannschaft in der hockeyliga Tribut. Immer wieder musste Henning Spieler schonen oder ersetzen. Zuletzt verzichtete der Tabellenzweite, der jüngst die Spitzenposition an EHL-Mitkonkurrent Mülheim abgeben musste, die Schlüsselspieler Mats Grambusch, Tom Grambusch und Christopher Rühr. „Bei allen ist ein EHL-Einsatz nach heutigem Stand möglich“, erklärt Henning. Trotz aller Wenns und Abers schaut der 35-Jährigen positiv Richtung europäischen Meistercup: „Wir haben einen fantastischen Teamspirit aufgebaut. Das macht gerade richtig viel Freude mit dieser Mannschaft und diesem Staff zu arbeiten. Diese Lust auf Hockey miteinander wollen wir auch in die EHL tragen.“ Henning spricht von einem Privileg, an einem solchen Wettbewerb nicht nur teilnehmen zu können, sondern ihm auch durch das eigene Hockeyspiel seinen Stempel aufdrücken zu können.

Auch wenn Rot-Weiss das einzige deutsche Team im aktuellen Wettbewerb mit einem EHL-Titel ist, sieht Henning seine Rot-Weissen nicht als Favorit, wohl aber im erweiterten Favoritenkreis: „Wir sind eines von sechs, sieben Teams, das um den Titel mitspielen kann.“ Daneben sieht er die Holländer, Belgier und Spanier als Anwärter auf die europäische Krone, verweist aber auch auf das Turnierformat; „Hier wird nicht das ausschließlich beste Hockeyteam Sieger. Vielmehr geben bei vier Spielen an fünf Tagen auch mentale und athletische Komponenten den Ausschlag.“. Und da sieht Henning bei den deutschen Teams keinen Nachteil.

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