Hellwig: Abgeklärter YoungsterPorträt des jüngsten Spielers der HONAMAS vor dem EM-Halbfinale um 20.30 Uhr vs. Belgien

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Malte Hellwig: Abgeklärter Youngster mit Trainerzukunft

Porträt des jüngsten Spielers der HONAMAS vor dem EM-Halbfinale um 20.30 Uhr vs. Belgien

22.08.2019 - Mit dem wichtigen Treffer zum 3:0 im letzten Vorrundenspiel gegen Irland hat Malte Hellwig die Pforte zum Halbfinale für die deutschen Herren endgültig und weit aufgestoßen. Vor dem großen Duell im EM-Semifinale mit dem Weltmeister und EM-Gastgeber am heutigen Donnerstagabend (20.30 Uhr Anpfiff), stellen wir den Youngster im DHB-Team mal näher vor.

Malte Hellwig ist spät auf den EM-Zug der HONAMAS aufgesprungen.  Der junge Mülheimer wurde erst drei Tage vor der Europameisterschaft zum Team nach Antwerpen gerufen, als klar war, dass der Kölner Marco Miltkau mit einer muskulären Verletzung nicht würde spielen können. Dennoch sei das für ihn kein Problem gewesen: „Ich habe das ganze Jahr über immer wieder Rollen übernehmen dürfen, mit denen ich gar nicht gerechnet hatte. Zu Jahresbeginn habe ich gehofft, vielleicht schon mal zu ein, zwei Länderspielen zu kommen. Jetzt bin ich plötzlich bei der EM im Team – ist doch großartig!“
Dass Hellwig der Jüngste im Kader von Bundestrainer Stefan Kermas ist, spielt für ihn selbst gar keine Rolle. Er habe auch bei seinem Heimatverein Uhlenhorst Mülheim als junger Spieler viel Verantwortung übernehmen müssen. Kermas habe ihn schon bei seinem ersten Pro-League-Spiel im Frühjahr mit der Message ins Rennen geschickt, dass er nichts zu verlieren habe, vorn in der Offensive ruhig mal etwas riskieren solle. „Ich mache mir über meine defensiven Aufgaben eher Gedanken“, gibt Hellwig zu. „Da haben wir vorn in der ersten Linie als Störfaktoren in der ersten Welle inzwischen eine so wichtige Aufgabe – das finde ich anspruchsvoller.“

Es sei aber generell eine Adelung, zum Kreis der HONAMAS berufen zu sein, findet der 21-jährige Sportstudent. „Wenn ich mir anschaue, wer da sonst so vorn in der deutschen Offensive rumläuft, dann ist das schon Wahnsinn. Ich bin vielleicht eher so ein typischer Kreisstürmer, wie Marco das ja auch ist, und kann dem Team deshalb mit meiner Spielweise helfen.“ Bewiesen hat Hellwig das schon mit dem so wichtig 3:0 im letzten Gruppenspiel gegen Irland, das endlich den Deckel auf den Halbfinaleinzug draufmachte. Das habe sich gut angefühlt, beschreibt Malte, auch weil sich es für einen Stürmer unbefriedigend anfühle, wenn man ohne Turniertor bleibe.
Dass die Youngsterrolle kaum auffällt liegt vielleicht auch daran, dass der junge Mülheimer relativ abgeklärt wirkt. Auch privat ist der 21-Jährige auf ganz klarem Kurs unterwegs. An der Sporthochschule Köln studiert er „Sport und Leistung“, was dem früheren Diplomtrainer-Studium entspricht. „Ich will später als Trainer arbeiten“, sagt Malte ganz überzeugt. „Ich werde nach dem Bachelor zwar nochmal in eine andere Richtung schauen, um im Zweifel auch einen Plan B zu haben, aber der eigentliche Wunsch ist die Trainerkarriere.“

Er habe in den letzten Jahren bei Uhlenhorst schon viele Teams trainiert, auch zurzeit sei er noch bei einem Jugendteam als Headcoach, bei zwei anderen als Co-Trainer engagiert. Und obwohl Malte Hellwig auch überzeugt ist, dass Nationalspieler wie er an die Jugendlichen ganz viel weitergeben können, steht für ihn noch nicht fest, ob es später tatsächlich Hockey ist, wo er als Trainer arbeiten wird. „Die Rahmenbedingungen, dass du als hauptberuflicher Hockeytrainer davon leben kannst, können in Deutschland zurzeit höchstens zehn bis 15 Vereine bieten.“
Auch deshalb hat Hellwig im Studium sich bereits um Fußballtrainer-Scheine bemüht. Er sähe sich auch nicht im Fußball als Trainer arbeiten, aber es sei wichtig, sich breit aufzustellen, zum Beispiel auch für den Athletikbereich. „Die neuen Leistungssportreformen des DOSB schaffen im Hockey schon bessere Möglichkeiten für Trainer“, ist Malte überzeugt. „Und trotzdem ist Trainer gesellschaftlich bei vielen gar nicht als Beruf, sondern eher als Hobby oder Nebenbeschäftigung angesehen.“ Das störe ihn persönlich zwar nicht bei seinem Berufswunsch, aber sei schon etwas, das sich ändern müsse, findet Hellwig.

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