Finale nach Krimi verpasst25. August: Herren-EM in Amsterdam, Halbfinale: Deutschland – Belgien 2:4 n. Penaltyschießen (2:2; 1:1)

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Finale nach Krimi verpasst

25. August: Herren-EM in Amsterdam, Halbfinale: Deutschland – Belgien 2:4 n. Penaltyschießen (2:2; 1:1)

25.08.2017 - Die deutschen Herren haben erst im Penaltyschießen das Halbfinale gegen Belgien, der Olympia-Zweiten von Rio, verloren. Ganz anders als beim World-League-Finale vor wenigen Wochen, das die HONAMAS 1:6 verloren hatten, agierten die Deutschen auf Augenhöhe mit dem Turnierfavoriten und glichen einen 1:2-Rückstand kurz vor Ende verdient aus. Nun geht es – wie bei den Damen – am Sonntag um 13.30 Uhr um die Bronzemedaille. Der Gegner am Sonntag um 13.30 Uhr ist erneut England, das sein Halbfinale klar mit 1:3 gegen Gastgeber Niederlande verlor.

Bundestrainer Stefan Kermas: „Über 60 Minuten war das heute ein Riesenspiel der Jungs. Wenn man gesehen hat, wieviel Druck wir in den ersten fünf Minuten hatten und wie dominant wir dann im letzten Viertel waren, dann ist das bemerkenswert. Das musst du gegen Belgien erstmal hinkriegen. Die sind vorn immer brandgefährlich. Und da bekommt man fast immer auch ein, zwei Tore. Aber wir sind drangeblieben und machen sogar ein paar Großchancen nicht, die schon früher zum Ausgleich führen können. Einzig die Penaltyleistung war heute nicht gut. Aber in Sachen Bereitschaft, Glauben an die eigenen Stärken, und wie wir die im letzten Viertel hergespielt haben, war das ein riesiger Schritt für diese junge Mannschaft. Nur können wir uns in diesem Moment nichts für kaufen. Aber Sonntag wollen wir unbedingt diese Medaille holen – die haben sich die Jungs absolut verdient!“
Kapitän Martin Häner: „Natürlich ist es total schade, dass es heute nicht zu mehr gereicht hat. Aber wir haben mit dieser jungen Mannschaft total Charakter gezeigt und eine verdammt starke Leistung auf den Platz gebracht. Wir wissen, wir haben ein Team, mit dem man mit den Top-Teams mitspielen kann und die Mannschaft wird ja noch stärker mit den Verletzten und Pausierern, die irgendwann zurückkommen. Unser Ziel ist eh langfristig die WM 2018. Dennoch brauchen wir jetzt ein paar Stunden, um die Enttäuschung abzuschütteln.“
Christopher Rühr: „Penaltyschießen ist natürlich in erster Linie Glückssache, aber auch eine Frage der Qualität. Und da war Vincent Vanasch heute Weltklasse und hat es uns richtig schwergemacht! Deshalb geht der Sieg der Belgier im Penaltyschießen auch in Ordnung.“
Jubilar Martin Zwicker: „Wir haben uns das Ausgleichstor im letzten Viertel echt erarbeitet. Vorher vergeben wir leider ein paar Hundertprozentige. Wer weiß, wie es sonst ausgegangen wäre. Ich glaube, das war ein richtig tolles Spiel für die Zuschauer – nur leider mit unbefriedigendem Ausgang für uns.“

Vor der Partie wurde Martin Zwicker, der Berliner Bronzemedaillengewinner von Rio, für sein 200. Länderspiel im Dress des DHB von Präsident Wolfgang Hillmann auf dem Platz geehrt. Und dann ging es mit dem erwarteten Pressing der Silbermedaillengewinner von Rio früh los. Tobias Walter musste schon nach 30 Sekunden gegen einen Abpraller auf der Hut sein. Doch die HONAMAS versteckten sich nicht. Nach Rühr-Flanke gab es die erste deutsche Ecke nach 120 Sekunden. Und die schlenzte Lukas Windfeder so hart, dass auch der Verteidiger auf der Linie den Ball nur noch ins eigene Tor ablenken konnte (3.) – es stand 1:0 für Deutschland.
In der 5. Minute holte auch Belgien sich die erste Ecke. Die lief Martin Häner aber stark ab. Belgien machte danach natürlich enorm Druck, doch hinten wurde sehr konzentriert verteidigt. Constantin Staib hatte auf der anderen Seite per Rückhandvolley eine Großchance und der Ball ging als Aufsetzer nur Zentimeter links neben das Tor (7.). Anton Boeckel konnte dann einen langen Ball über links nicht verwerten. Sehr klug, defensiv wie offensiv spielten die Deutschen das Viertel mit viel Kontrolle zu Ende.
Belgien versuchte den Druck zu verstärken. Ein Schlag von Tom Boon und ein Stecher von Florent van Aubel gingen noch über das Tor. Aber als Boon sich das nächste Mal durchtankte, lenkte Windfeder den Ball unglücklich ins eigene Tor (18.).
Der Ball wurde verstoppt, und als Mats Grambusch im Konter auf dem Weg zum Kreis gelegt wurde, pfiff Jonas van’t Hek, der schon im ganzen Turnier viele zweifelhafte Entscheidungen gegen die Deutschen fabriziert hatte, gegen ihn, statt Ecke und Karte für Belgien. Auch danach bei einer Großchance am rechten Pfosten klackte der Schläger eines Belgiers auf den von Mats Grambusch, aber es gab die Ecke nicht. Staib hatte eine gute Konterchance links im Kreis, aber der Ball lief ihm unglücklich ins Aus (28.).
Und dann stimmte einmal die Zuordnung nicht, nachdem das Anspiel in die Schnittstelle schief gegangen war, so dass Felix Denayer links im Kreis freistand und ins lange Eck abzog. Die Deutschen nahmen den Videobeweis, weil ein Belgier zuvor den Ball mit dem Fuß mitgenommen hatte (29.). Das Tor zählte daher nicht und es ging mit dem 1:1 in die Pause. Und auch wenn die letzte Szene durch eine kluge Anrufung des Videoschiedsrichters glücklich für das DHB-Team ausging, war der Pausenstand absolut gerecht, denn die Deutschen spielten mit dem Favoriten absolut auf Augenhöhe mit.

Belgien bleib das effektivere Team in der Offensive, mit vielen starken Anspielen in den Kreis. Die HONAMAS mussten zu viel auf individuelle Aktionen setzen – so hatte Wellen ein starkes Solo, kam aber im Kreis nicht zum Abschluss (34.). Dann verlor Benedikt Fürk ein Mal ein Duell mitten Kreis gegen Sebastien Dockier und es stand 1:2 (37.). Walter hatte gegen den freien Schuss aus sieben Metern keine Chance. Kurz darauf hätte es 2:2 stehen können, als Rühr rechts im Kreis durchkam und sein Schuss zwischen Pfosten und einblockbereitem Mitspieler hindurchlief (40.).
Van’t Hek blieb leider seiner Linie treu, weil der Ball drei Meter zu weit vorn ausgeführt wurde, pfiff er einen deutschen Konter nicht nur zurück, sondern gab Freischlag Belgien. Und auch direkt vor der letzten Pause wurde ein Freischlag der deutschen am Kreis noch verhindert, weil der Ausführungspunkt nicht klar angezeigt wurde. Aber das 2:2 muss dann fallen, als in der 46. Minute drei Mal vor Vincent Vanasch aus kurzer Distanz vergeben wurde und Marco Miltkau den Ball aufs leere Tor nur flach schob, so dass Vanasch mit einem Weltklassereflex den Ball noch neben das Tor lenkte – eine 110 prozentige Chance.
Die Deutschen jetzt sehr stark im Vorwärtsgang. Ein Solo von Grambusch brachte die zweite Ecke in der 49. Minute. Die wurde jedoch verstoppt und dann auch noch ungenau weitergespielt, so dass die Chance vertan war. Belgien verteidigte zum Teil aber auch stark. Arthur van Doren fing Linnekogel stark im eigenen Kreis ab (50.). Und Miltkau hatte dann auch noch Pech, als er in der 51. Minute den Pfosten traf. Inzwischen wäre der Ausgleich absolut verdient gewesen.
In den letzten 4.40 Minuten spielte das DHB-Team dann mit Martin Häner als elftem Feldspieler, der mit einem Fehler fast alles verspielt hätte, doch Müller bügelte aus. Fürk und Zwicker vertändelten nacheinander Bälle am Kreis der Belgier – es wurde immer knapper. Doch dann setzte sich Fürk links gut durch und traf mittig im Kreis mit der Vorhand ins kurze Eck (59.). Die Belgier nahmen den Videobeweis, wollten eine Behinderung von Fürk erkannt haben. Das wurde aber nicht anerkannt. So stand es 90 Sekunden vor Ende verdient 2:2.
Van’t Hek gab dann Grambusch eine Minute vor Ende Grün, weil er ein Verhakeln der Schläger als Absicht auslegte, doch das änderte am Ausgang nichts mehr – das Penaltyschießen musste entscheiden.

Penaltys:
Loick Luyoaert scheiterte am stark agierenden Tobias Walter.
Tobi Hauke kam zwar an Vanasch vorbei, konnte aber aus spitzem Winkel nicht mehr treffen.
Felix Denayer machte es souverän und traf zum 3:2.
Christopher Rühr scheiterte an Vanasch.
Victor Wegnez verlud Walter stark und traf zum 4:2.
Marco Miltkaus Ball blieb in Vanaschs Rüstung hängen. Der Penalty wurde wiederholt. Und dieses Mal setzte der Kölner den Drehschuss knapp neben das Tor.
Arthur van Doren traf mit etwas Glück, aber per Videobeweis wurde erkannt, dass er die falsche Schlägerseite benutzt hatte. Der Treffer zählte nicht
Doch Didi Linnekogel war zwar gut an Vanasch vorbei, aber schob den Ball dann neben das Tor, so dass Belgien als Sieger feststand.

Tore:
1:0      Lukas Windfeder (KE, 3.)
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1:1      Tom Boon (18.)
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1:2      Sebastien Dockier (37.)
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2:2      Benedikt Fürk (59.)

Ecken:
GER 2 (1 Tor) / BEL 2 (keine Tore)

Schiedsrichter:
Bruce Bale (ENG) / Jonas van’t Hek (NED)

Hier die Video-Highlights von Sport1: 

http://video.sport1.de/video/im-penalty-schiessen-unterliegen-die-deutschen-hockey-herren-den-belgiern-im-halbfinale__kIlCFLX6meddNJ24P_GkOjD17QkiAuO_ 

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