HONAMAS: Ohne Fünf verlorenBhubaneswar: Heftig ersatzgeschwächtes DHB-Team verliert Halbfinale 0:3

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World League: Ohne Fünf gegen den Weltmeister knapp unterlegen

Bhubaneswar: Heftig ersatzgeschwächtes DHB-Team verliert Halbfinale 0:3

09.12.2017 - Die deutschen Herren haben in einer absoluten Ausnahmesituation das Halbfinale der World League in Bhubaneswar gegen Weltmeister Australien 0:3 (0:0) verloren. Ohne Kapitän Martin Häner, Marco Miltkau, Julius Meyer und Christopher Rühr, die alle mit fiebrigem Infekt ausfielen, und ohne Timur Oruz, der ja schon früher mit Außenbandriss abreisen musste, wurde Ersatzkeeper Mark Appel als 13 Feldspieler aufgestellt, um den verbliebenen Spielern, von denen Mats Grambusch und Didi Linnekogel zusätzlich mit heftiger Erkältung spielten, mal eine Ruhezeit zu geben. Für diese Umstände lieferte man den Kookaburras lange einen Fight auf Augenhöhe, in dem erst in der Schlussphase die Kräfte ausgingen, wovon Australien dann profitieren konnte. (Fotos: worldsportpics / FIH)

Bundestrainer Stefan Kermas: „Bei mir sind sehr gemischte Gefühle vorhanden. Einerseits finde ich es schade, dass wir das Halbfinale verloren haben, andererseits bin ich – unter den Bedingungen dieser Niederlage, dass wir uns hier mit zwölf Feldspielern durch das Match gekämpft haben, auch mega stolz auf die Jungs. Wir hatten sehr gute Phasen, in denen wir die Führung oder nachher den Ausgleich hätten machen können. Waren defensiv eigentlich durchgehend sehr präsent. Und haben letztlich am Ende der Qualität der Australier Tribut zollen müssen, als die Kräfte dann schwanden – was wir ja auch vorher gewusst haben, dass das bei der geringen Zahl an fitten Spielern passieren würde. Jetzt warten wir die Nacht ab und schauen dann, was morgen für das schwere Spiel um Bronze gegen Indien noch geht.“
Ferdinand Weinke: „Wir haben uns gesagt, dass wir uns den tollen Teamspirit, den wir uns hier im Laufe des Turniers aufgebaut haben, durch diese extrem widrigen Umstände nicht nehmen lassen. Und das haben wir uns auch nicht. Dass es mit zwölf Mann gegen ein so starkes australisches Team nicht ganz gereicht hat, ist dann halt so! Wir konnten absolut erhobenen Hauptes vom Platz gehen und sind morgen gegen Indien im Bronzematch hoffentlich wieder ein paar Mann mehr.“

Die deutsche Mannschaft versuchte, sich von der starken personellen Dezimierung nicht verunsichern zu lassen. Sie gestaltete das erste Viertel auf Augenhöhe, auch wenn Australien etwas mehr Offensivpower hatte. Beide Teams konnten sich eine Ecke erarbeiten, diese aber nicht nutzen. Aus dem Feld heraus hatte Wotherspoon für die Australier eine gute Schusschance (13.), die Tobi Walter aber gut parierte. Vorn hatte für die HONAMAS Constantin Staib die beste Chance mit einem Stecher am linken Pfosten, doch traf nur das Außennetz.
Die Deutschen mit der besten Chance des Spiels in der 17. Minute, als Linnekogel und Fuchs die zweite Ecke erarbeiteten und Didi Linnekogel mit seinem flachen Schlenzer den linken Außenpfosten traf. Eddie Ockenden sah kurz darauf Grün für ein Stürmerfoul. Die Deutschen dadurch in Überzahl. Daraus konnten die Kermas-Schützlinge allerdings kein Kapital schlagen. Sharp konnte dann einen Lapsus der deutschen Abwehr nicht nutzen (24.) und kurz darauf nahm Huber dem Australier Kleinschmidt einen Torschuss gerade noch vom Schläger. Der Druck der Australier jetzt etwas stärker, aber ohne großen Output.
Stattdessen hatte Mats Grambusch nach tollem Solo über halblinks eine gute Chance (26.), doch seinen Schlenzer hielt Keeper Tyler Lovell sicher. Dann kam Mark Appel erstmals als Mittelstürmer zu seinem ersten Feld-Einsatz im HONAMAS-Team, gab Fuchs mal ein bisschen Zeit zum Verschnaufen. Die Deutschen jetzt wieder besser, setzten Australien gut unter Druck und hatten auch Chancen, wie etwa Staib per Stecher, der aber rechts am Tor vorbeiging.

Die Deutschen standen auch zu Beginn des dritten Viertels gut gegen den Druck der „Kookaburras“. Glück dann auch für Walter, als der deutsche Keeper einen freien Vorhandschuss, den er nicht gut sehen konnte, um den linken Pfosten lenkte (34.). Umstrittene Ecken-Entscheidung für Australien in der 40. Minute, die die Deutschen per Videobeweis aber verhinderten. Die versuchten Konter klappten in dieser Phase allerdings nicht mehr so gut, so dass es wenig Ruhephasen gab. Und dann war es passiert: Wotherspoon bekam den Ball links im Kreis und schoss hart und platziert zum 1:0 ins lange Eck (42.).
Staib hatte nach tollem Linksangriff noch eine gute Schusschance, allerdings mit der hohen Rückhand als Volley, den er nicht voll traf (45.). So blieb es nach drei Vierteln beim 0:1-Rückstand der bravourös kämpfenden „Rest-Truppe“. Es war fast nie erkennbar auf dem Platz, dass die HONAMAS mit fünf Leistungsträgern weniger spielten als der Weltmeister. Martin Madden gab dann erneut eine höchst umstrittene Ecke für Australien (47.), bei der der harte Schlenzer von Hayward unhaltbar für Walter abgefälscht wurde.
Die Deutschen holten sich nach wie vor gute Offensivaktionen, nutzten diese aber nun nicht mehr so konsequent. So blieb Mats Grambusch in der 49. Minute am Kreisrand in einer Vorhand hängen. Viele leichte Fehler nun aber natürlich auch bedingt durch den heftigen Kräfteverlust. Kermas nahm in der 50. Minute dann Tobias Walter vom Platz und ließ Philipp Huber als elften Feldspieler mit Torwartrechten weiterspielen. Bruns nahm dann den Videobeweis, als er in der 51. Minute den Ball mit der falschen Seite vom Schläger genommen bekam. Und er bekam auch Recht.
Wegen gefährlicher Abwehr gab es eine Wiederholungsecke. Und die ging zum zweiten Mal durch Linnekogel an den linken Außenpfosten. Erneut also Pech für das DHB-Team! Es blieb aber beim Powerplay-Spiel der Deutschen, die auch noch das letzte Körnchen mobilisierten. Huber rettete bei einem Konter dann nochmal sensationell im Reinrutschen gegen eine australische Überzahl (54.). Ein Foul von Sharp an Fürk brachte die nächste Ecke fürs DHB-Team. Die 90-Grad-Variante wurde aber von Lovell gehalten, Staibs Nachschuss misslang. Die Deutschen in der Phase auch mit Pech, bei einem schönen Steal von Bruns, der dann mit der Rückhand traf, pfiff der argentinische Schiedsrichter ein Schlägerfoul des Hamburgers (58.). Und 50 Sekunden vor Ende führte schließlich ein Konter der Australier noch zum 0:3 durch Wickham, der den Ball ohne Mühe im leeren Tor unterbrachte.    

Tore:
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1:0       Dylan Wotherspoon (42.)
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2:0       Jeremy Hayward (KE, 48.)
3:0       Tom Wickham (60.)

Strafecken:
AUS 3 (1 Tor) / GER 5 (kein Tor)

Schiedsrichter:
Martin Madden (SCO) / Diego Barbas (ARG)

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