"Lange Ecke erstmal testen!“Christian Blasch im Interview zu den Regeländerungen in der Hallen-Saison.

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"Lange Ecke erstmal testen!“

Christian Blasch im Interview zu den Regeländerungen in der Hallen-Saison.

Einige Mannschaften haben die Hinrunde auf dem Feld bereits abgeschlossen und befinden sich damit bereits in der Vorbereitung auf die bevorstehende Hallenhockey-Saison. Auch diesmal hat der Schiedsrichter- und Regelausschuss (SRA) des DHB einige Regeländerungen vom Weltverband übernommen. Die gravierendste allerdings erstmal nicht, wie Christian Blasch im Interview mit hockey.de erklärt.

Herr Blasch, wieder etwas Neues im Reglement für die Hallen-Saison?
Das stimmt! Aber grundsätzlich sei erklärt, dass jedes Mitgliedsland erst einmal dazu verpflichtet ist, die Regeln des Weltverbandes FIH auch umzusetzen. Und der hat zu dieser Saison ein neues Regelheft für die Halle veröffentlicht. Jede Abweichung – selbst kleine – muss man sich eigens genehmigen lassen. Das war zuletzt zum Beispiel bei der Rückkehr zum hockey6 in der Halle so. Ansonsten sind die FIH-Regeln verbindlich. Das neue Heft gilt zwar erst ab dem 1. Januar 2017, aber wir werden das natürlich mit Beginn der bevorstehenden Hallen-Saison starten.

Was sind die gravierendsten Änderungen?
Die gravierendste setzten wir in dieser Saison ja noch gar nicht um, nämlich die Lange Ecke, die von der Mittellinie ausgeführt werden soll. Ansonsten wird es ab dieser Saison für die Grüne Karte auch eine einminütige Zeitstrafe geben. Dazu muss der Ball bei einem Freischlag am Kreis analog zum Feld nicht mehr drei Meter zurückgelegt werden, sondern kann an Ort und Stelle ausgeführt werden.

Wieso haben wir uns in der Bundesliga gegen die Einführung der Langen Ecke in der beschriebenen Form entschieden?
Das Hallenhockey hat ja einige Veränderungen durchgemacht in den letzten Jahren. Und man sollte nicht jede Neuerung einfach blind einführen. Daher habe ich vorab die Bundesliga-Trainer um ein Meinungsbild zu dieser Regelung gebeten. Das war überwiegend negativ ausgefallen, weil das Spiel dadurch zu statisch würde. Jeder Ball, der ins Toraus geht, wäre ja praktisch eine Lange Ecke für den Gegner. Da wir keine Ballkinder in der Halle haben, wird es eine Zeit dauern den Ball erst wieder zur Mittellinie zurück zu spielen. Mannschaften die von Natur aus defensiver agieren, ziehen sich noch weiter zurück und kommen nicht mehr oft in Ballbesitz. Schnelle Konter durch einen schnellen Abschlag werden somit als Spielelement eliminiert. In Summe wird die lange Ecke nicht für mehr Attraktivität sorgen. Deshalb haben wir erstmal auf diese Regel verzichtet und warten zunächst die Erfahrungsberichte von den Europapokal-Turnieren im Januar 2017 ab.

Dann folgt eine erneute Bewertung?
Das ist ja übliches Vorgehen bei der FIH. Zunächst werden Regeln erstmal als Turnierregularien eingeführt, dann werden diese im Wettbewerb getestet. Wenn sie dann für sinnvoll befunden werden, werden sie als feste Regel übernommen. So war es bei der Grünen Karte auf dem Feld oder dem Spiel mit dem Schläger über Kopf auch. Die Hockey India League ist zum Beispiel so ein wichtiges Testfeld für die FIH.

Jetzt wird in Deutschland ja oft über die häufigen Regeländerungen diskutiert…
Grundsätzlich kann ich das auch nachvollziehen. Aber aus Sicht der Gremien, zu denen ich ja auch gehöre, muss man sagen, dass da manchmal auch politische Beweggründe dahinterstehen. Der Fokus der FIH liegt ganz deutlich auf dem Feldhockey. Und der Druck nach Olympia 2012 in London, als die Gefahr bestand, dass Hockey aus dem Olympischen Programm genommen werden könnte, war schon groß. So versucht man seit Jahren, den Sport attraktiver, schneller und besser zu machen. Andere Sportarten, die nicht hinterfragt werden, wie zum Beispiel der Fußball, haben auch gar keine Motivation, über Veränderungen nachzudenken. Ich persönlich finde aber auch, dass ein paar Regeln sehr zur Attraktivität des Spiels beigetragen haben. Damit meine ich zum Beispiel den Self Pass oder das Spiel mit dem Schläger über Kopf. Das Hallenhockey ist dagegen ein sehr spezielles Feld und steht bei der FIH nicht sonderlich im Fokus. Der Umfang, den diese Variante bei uns in Deutschland einnimmt, ist mit dem Stellenwert des internationalen Feldhockeys und dem Hockeykalender eigentlich nicht mehr zu vereinbaren. So sehr es mir als deutschem Hockeyfan auch schmerzt, das zu sagen.

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