Hockey-Projekt: InterviewDer deutsche Trainer Oliver Kurtz über seine Eindrücke vom Hockey-Projekt in Brasilien.

Jugend-DM: Titel vergebenDeutsche Hallenmeisterschaften 2020 des weiblichen Nachwuchses beendet

Als Team zur FIH Pro LeagueBis zu 15 Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) mit zwei Betreuern für 120,- Euro am Tag

"Rassismus nicht dulden!"Statement des Deutschen Hockey-Bundes zum Attentat in Hanau

····

Hockey-Projekt: Interview

Der deutsche Trainer Oliver Kurtz über seine Eindrücke vom Hockey-Projekt in Brasilien.

Der deutsche Trainer Oliver Kurtz ist derzeit für ein Hockey-Projekt, das der Deutsche Hockey-Bund gemeinsam mit der Fundacão Pavel, einem Partner des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, gestartet hat, in Barão de Grajaú im Nordosten Brasiliens, um dort Kindern aus den ärmsten Familien des Landes den Hockey-Sport näher zu bringen. In einem Interview mit hockey.de erzählt der Ex-Nationalspieler aus Mönchengladbach von seinen Eindrücken.

Herr Kurtz, als Sie in Barão angekommen sind, was haben Sie dort vorgefunden?
Nun ja, das ist hier in einer der ärmsten Regionen überhaupt ein Ort mit rund 18.000 Einwohnern, in dem es praktisch nichts gibt. Die Leute leben hier in einfachen Häusern von der Hand in den Mund. Alkohol und Drogen sowie Prostitution sind hier an der Tagesordnung. Die Fundacão versucht mit ihrer Arbeit hier, die Kids möglichst früh aus diesen Verhältnissen herauszuholen und nicht zuletzt auf die stattliche Schule hier vorzubereiten.

Wie kann das Hockey-Projekt dabei behilflich sein?
Wir bieten hier vor allem für die Krippen- und Kindergarten-Kinder bis sechs Jahren Hockey an, haben hier vormittags und nachmittags jeweils gut 50 Kinder im Training. Das Projekt wurde von Beginn an sehr gut angenommen. Die Kinder sind total begeistert, und die Eltern sind froh, dass ihre Kinder hier gut aufgehoben sind.

Wie wird das Projekt dort in der Öffentlichkeit wahrgenommen?
Direkt in der ersten Woche hatten wir ein TV-Team vom hiesigen Olympia-Kanal hier, der dann fünf bis zehn Minuten Bilder und Interviews von diesem Projekt gezeigt hat. Es wird schon wahrgenommen, was wir hier machen.

Sicher beeindruckende Erfahrungen, die Sie dort machen…
Absolut! Wir versuchen hier, jeden mit einzubinden. Ein Beispiel ist die kleine Vitoria, die vor einigen Jahren mit ihrem Vater mit dem Motorrad verunglückt ist. Sie hat den Vater verloren, ist jetzt praktisch gehbehindert, und jetzt spielt sie hier mit uns Hockey. Das ist wirklich berührend. Auch diese Kinder aus dem therapeutischen Zentrum sind mit sehr großem Engagement dabei.

Und konnten Sie schon das eine oder andere Hockey-Talent ausmachen?
Dass die Brasilianer mit einem Balltalent ausgestattet sind, ist ja bekannt. Gib denen einen Schläger und einen Ball, und dann legen die gleich los. Beeindruckend sind aber vor allem die Fortgeschrittenen. Das sind ehemalige Fundacão-Kids, die hier immer wieder herkommen. Ich habe selten jemanden gesehen, der nach zwei Wochen schon mit Vorhand-Rückhand über den Naturrasen läuft und versucht, den Torhüter auszuspielen. Die sind kaum zu bremsen und bringen auch ständig neue Kids mit, die hier mitmachen wollen.

Ist auch ich diesem kleinen Ort etwas vom Olympia-Flair zu spüren?
Man merkt schon, dass das Land ziemlich aus dem Häuschen ist, vor allem, wenn die eigenen Sportler und Teams weit kommen. Diese spezielle Olympia-Stimmung war schon bei meiner Anreise sehr deutlich zu spüren. Leider ist es etwas schwierig, hier Hockey zu verfolgen. Beeindrucken war allerdings eine Begebenheit. Weil wir ja wussten, dass die Menschen hier Fußball verrückt sind, haben wir eigens einen Fernseher aufgestellt und wollten die Kids hier ihre Selecao schauen lassen. Aber die haben lieber weiter Hockey gespielt. Soviel haben wir hier also wohl nicht falsch gemacht.

Aus Ihrer Sicht ist das Hockey-Projekt also ein voller Erfolg?
Das ist es! Die Arbeit hier macht unheimlich viel Spaß, und es ist einmalig zu sehen, wie glücklich die Kinder hier sind, wenn man ihnen so etwas bietet. Das Potenzial, das weiter voranzutreiben, ist sehr groß. Ich denke, dass sich das Engagement des DHB hier wirklich lohnt. Und die Region kann es wirklich gebrauchen.

Über folgenden Link
» www.sternsinger.de/helfen/hockey-brasilien
ist eine unmittelbare Spende möglich. Jeder Betrag ist willkommen.


» zur Projekt-Website von Fundacao Pavel (deutsch)

Hauptpartner

Premium-Partner

 

 

Pool-Partner