Präsidium: Fazit nach einem JahrDHB-Präsidentin Carola Meyer zog für die DHZ Bilanz zur Halbzeit der Wahlperiode

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Präsidium: Fazit nach einem Jahr

DHB-Präsidentin Carola Meyer zog für die DHZ Bilanz zur Halbzeit der Wahlperiode

08.07.2020 - DHB-Präsidentin Carola Meyer hat in der neuesten Ausgabe der Deutschen Hockey-Zeitung ein Interview mit einem Resümee nach einem Jahr Amtszeit gegeben, das wir hier gern auch veröffentlichen.

Die Wahl in Grünstadt liegt nun gut ein Jahr zurück. Ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Was hat das „Team Aufbruch“ in der ersten Halbzeit der Amtsperiode erreicht? 
Carola Meyer: "Gut, dass Sie das Team ansprechen, denn als solches sind wir angetreten, und haben alle Maßnahmen gemeinsam getroffen. Wir haben uns innerhalb des Präsidiums regelmäßig zusammengesetzt, um die Ressorts mit Leben zu füllen, unsere Ideen einzubringen und umzusetzen. Zunächst haben wir eine Bestandsanalyse vorgenommen und daraus Maßnahmen abgeleitet. Das betraf alle Ressorts des DHB. Nicht alles ging so schnell wie erhofft, wir werden aber alles daran setzen, bis zum kommenden Bundestag den Großteil unserer Projekte abzuschließen oder jedenfalls sichtbar voranzubringen."

Besonders im Fokus und in der Kritik stand die Vermarktung des DHB. Was hat sich hier geändert?
"Die Vermarktung des DHB haben wir strategisch neu aufgestellt. Sie wird heute aus dem DHB heraus gesteuert. Wir haben uns gegen das Konzept der Exklusivagentur entschieden. Heute ist der DHB selbst für die Vermarktung verantwortlich. Damit messen wir diesem Ressort eine deutlich größere Bedeutung zu, als das in den letzten Jahren der Fall war. Der DHB besitzt erstmals ein Commercial Department."

Wer kümmert sich jetzt um diesen Bereich?
"Wir haben angekündigt, dass wir einen Generalsekretär für den DHB einstellen werden. Nach einem detaillierten Auswahlprozess hat Heiko von Glahn im Januar 2020 diese Rolle übernommen. Er führt als geschäftsführender Vorstand den DHB. Seine Schwerpunkte werden die Themen Vermarktung und Veranstaltung sein. Auf präsidialer Ebene wird er unterstützt von Julia Walter, die im Bereich Veranstaltungen große Expertise besitzt."

Gibt es Neuigkeiten zu dem Thema Website?
"Es ist ja nicht nur die Herausforderung Website, sondern auch die damit verbundenen Applikationen und Datenbanken, die daran hängen und aktuell auf einem veralteten System laufen. Dieses Thema ist uns ganz besonders wichtig, und mit Klaus Täubrich als Vizepräsident für Digitales haben wir einen ausgewiesenen Experten an Bord. Es konnten bereits die ersten Schritte eingeleitet werden, um das Altsystem auf eine neue Plattform zu überführen und die Konzeption für einen Gesamt-Relaunch zu starten. Damit wurde die Betriebssicherheit gestärkt und die Basis für eine Modernisierung gelegt. Es klingt einfach, ist aber technisch eine riesige Herausforderung, die hier bewältigt werden muss  Auch ist dieses Projekt sehr kostenintensiv. Gleichzeitig werden wir präsenter in den Social Media."

Haben Sie weitere Projekte zur Digitalisierung angestoßen?
"Ja, das haben wir. Federführend für diesen Bereich ist Vizepräsident Marc Stauder. Die Modernisierung der Buchhaltung steht ganz oben auf der Agenda. Die Prozesse in der Geschäftsstelle stehen auf dem Prüfstand und werden nach und nach digitalisiert. Ziel ist es, schneller und effizienter in einem Schritt zu werden. Die erhöhte Transparenz stärkt auch die Compliance des DHB. Der Aufbau eines Compliance Management Systems ist das übergeordnete Ziel. Wir arbeiten eng mit dem DOSB zusammen."

Was gibt es aus dem Ressort Leistungssport zu berichten?
"Die Nationalmannschaften hatten unter dem neuen Bundestrainer der Herren Kais al Saadi die ersten Pro-League-Spiele in Valencia erfolgreich absolviert, und die Damen waren mit Xavier Reckinger in Südafrika zu einem Olympia-Lehrgang, als Covid19 den gesamten Spielbetrieb lahm legte. Die daraufhin erfolgte Verschiebung der Olympischen Spiele musste von den Athletinnen, Trainern und dem Staff erst einmal verdaut werden. Nun starten wir in die nächste Runde und hoffen, dass wir alle internationalen Termine, die anstehen, gut mit dem Bundesligaspielplan vereinbaren können.
Vizepräsidentin Leistungssport Marie-Theres Gnauert hat mit der Sportdirektion eine Task Force Bundesliga eingerichtet, zusammen mit der Bundesligavereinsvertreterversammlung (BLVV), der Hockeyliga e.V. und dem Bundesligabeauftragten, um über die Fortführung der Saison zu entscheiden. Wichtig war es dabei, alle Erst- und Zweit-Bundesligavereine mit einzubeziehen. Für den Wiedereinstieg in das Training haben wir Konzepte für die Clubs entwickelt."

Wie kam es zur Trennung von Sportdirektor Heino Knuf ?
"Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Tokio wollten wir einen Impuls geben mit der Neuausrichtung des Leistungssports. Die Entscheidung steht in der Erwartung, in der Führung des Leistungssports mehr Dynamik zu entwickeln, stärker auf die Vereine zuzugehen, die Professionalisierung der Bundesliga von Seiten des DHB voranzutreiben und die Zusammenarbeit mit der FIH und EHF auf eine interessenswahrende, konstruktive sowie vertrauensvolle Basis zu stellen."

Wie sieht es mit der Zusammenarbeit mit der Hockeyliga e.V. aus?
"Wir haben verschiedene Gespräche mit den Vertretern der BLVV und der Hockeyliga über die Zukunft der Bundesliga geführt. Dabei haben wir auch diskutiert, ob es andere Ansätze der Zusammenarbeit gibt als bislang verfolgt. Wir müssen einräumen, dass wir dieses Thema noch nicht entscheidend vorantreiben konnten. Das Präsidium hat sich jetzt aber ganz aktuell noch einmal dazu bekannt, die Kooperationsverhandlungen mit der BLVV und der Hockeyliga fortzusetzen. Wir werden in diesen Verhandlungen die Punkte auf den Tisch legen, die aus unserer Sicht im Vergleich zu dem Entwurf des Kooperationsvertrages, der vor dem Bundestag in Grünstadt im Umlauf war, geändert werden müssen. Unser Ziel ist es, die Bundesliga zu stärken. Wir wollen hier mit den Bundesligavereinen und ihren Vertretern an einem Strang ziehen. Klar ist aber auch, dass eine Übertragung des Spielbetriebs eine Vereinbarung voraussetzt, die die berechtigten Interessen des Verbands wahrt.
Ich bin in dem Zusammenhang sehr froh, dass wir Henning Fastrich als zusätzlichen Vizepräsidenten für die Bundesligen gewinnen konnten. Die Professionalisierung der Ligen ist ein ganz wichtiges Thema für den Verband, dem wir damit gerecht werden können. Henning Fastrich bringt als langjähriger National- und Bundesligaspieler sowie überaus erfolgreicher Manager die besten Voraussetzungen mit."

Fehlen noch die Bereiche Jugend und Sportentwicklung?
"Über die Jugend wurde in letzter Zeit viel berichtet. Dieses Ressort wird von Anette Breucker sehr eigenständig koordiniert. Im letzten Jahr wurde mit der AG Saisonverlegung überprüft, ob es der Jugend dienlich wäre, die Saison an die Saison der Aktiven anzugleichen. Weiter wurden neu gegründet die AG Werte und die AG Schiedsrichter. Schließlich wurde aus der AG Vereinswechsel nochmals ein neuer Impuls gesetzt. In 2020 wurde erneut der Jugendkongress organisiert und angeboten, aufgrund der Corona-Pandemie in digitaler Form. Die Anmeldezahlen waren mehr als erfreulich.
Schließlich wurde der Länderpokal auf neue strukturelle Füße gestellt: Es soll künftig ein Länderpokal-Turnier im Jahr, statt wie bislang mit Vor- und Endrunde, stattfinden. Zusätzlich soll es einmal jährlich ein Bundesstützpunktturnier geben, das vom Leistungssport organisiert und verantwortet wird.
Erhebliche Wirkungen hatte die Corona-Pandemie für die Jugend verursacht. Denn aufgrund der vielen regionalen Besonderheiten wurde in der Bundesjugendratssitzung von den Jugendverantwortlichen der Landesverbände und dem Bundesjugendvorstand in einer demokratischen Entscheidung beschlossen, die Jugend-DM 2020 nicht durchzuführen. Es war eine schwierige Entscheidung, die über mehrere Wochen diskutiert wurde. Der Bundesjugendvorstand hat den Sachverhalt du die verschiedenen Optionen mit hohem Aufwand aufgearbeitet, dem Bundesjugend vorgestellt und hat sodann vier verschiedene Optionen zur Abstimmung gebracht mit dem bedauerlichen Ergebnis, dass weder eine DM 2020 noch eine „Corona-Saison“ 2021 von einer Mehrheit der Verbände umzusetzen ist.
Nach dem BJR allerdings haben Vereine und Jugendliche, deren Eltern und Hockey-Interessierte, die Basis in Hockey Deutschland, aufbegehrt und versuchen nun ein Einvernehmen aller Verbände zu erreichen.
Gemeinsam mit dem Bundesjugendvorstand ist eine Kompromisslösung entstanden, die Saisonabschlussveranstaltungen vorsieht und die Variabilität der Gestaltung angesichts dynamischer Rahmenbedingungen hochhält.
Die von Jan-Hendrik Fischedick verantwortete Sportentwicklung läuft weiter auf hohem Niveau. Die Akademie wurde weiter ausgebaut und liegt voll im Zeitplan. Der von der FIH vorgegebene Weg, den Mastersbereich im Dachverband zu integrieren, ist komplett umgesetzt mit einem sehr aktiven zusätzlichen GMH (German Masters Hockey) Ausschuss. Im Bereich Specialhockey entstehen neue Mannschaften in einigen Vereinen. Wir stehen im engen Austausch, um als Gastsportart bei den Special Olympics 2023 in Berlin eingeladen zu werden. Der Corona-Thematik geschuldet mussten viele sportliche Aktivitäten leider abgesagt oder verschoben werden. Der Fokus in den letzten Monaten stand auf der Unterstützung unserer Vereine in allen Themen rund um die Corona-Problematik. Wir sind hier im sehr engen und konstruktiven Austausch mit vielen Clubs die unsere Angebote angenommen haben."

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