U15-Länderpokal: NachleseBayern bei den Mädchen und Hamburg bei den Jungen sind die Sieger im U15-Hallen-Länderpokal

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U15-Länderpokal: Nachlese

Bayern bei den Mädchen und Hamburg bei den Jungen sind die Sieger im U15-Hallen-Länderpokal

12.12.2016 - Bayern bei den Mädchen und Hamburg bei den Jungen sind die Sieger im U15-Hallen-Länderpokal 2016 in Ludwigsburg. Beim 35. Berlin-Pokal schlugen Bayern Mädchen im Finale Hamburg mit 2:1. Gastgeber und Vorjahresgewinner Baden-Württemberg war im Halbfinale an Hamburg gescheitert. Auch beim 45. Rhein-Pfalz-Pokal war der Titelverteidiger (West) im Halbfinale an Hamburg hängen geblieben. Die Hanseaten setzten sich dann im Endspiel gegen Baden-Württemberg mit 5:2 durch. Für Bayern war es der dritte Pokalgewinn nach 1997 und 2013, auch Hamburg feierte seinen dritten Triumph nach 2000 und 2005.

60 Spiele und 25 Mannschaften an zwei Tagen – für die DHB-Sportbeobachter gab es beim Hallen-Länderpokal in Ludwigsburg ein geballtes Programm. Kein Wunder, dass die Bundestrainer Marc Haller (Berlin-Pokal) und Benedikt Schmidt-Busse (Rhein-Pfalz-Pokal) mit U16-Nationalcoach Aditya Pasarakonda und Philipp Tangerding personelle Unterstützung an ihrer Seite hatten. Auch für den DHB-Schiedsrichterausschuss war es eine große Sichtungsmaßnahme.

„Auffällig war, dass alle Mannschaften sehr verhalten und vorsichtig ins Turnier gestartet sind, fast den ganzen ersten Tag gebraucht haben, richtig reinzufinden. Erst am Samstagabend und am Sonntag wurde richtig frisch und gut aufgespielt“, war eine zentrale Beobachtung von Marc Haller für den Wettbewerb der Mädchen. Auf die Platzierungen angesprochen, sagte der wenige Tage zuvor von der U21-Weltmeisterschaft aus Chile zurückgekehrte U21-Bundestrainer, dass Hessen „ein bisschen überraschend ins Halbfinale eingezogen“ wäre, dagegen West und Berlin, von denen man den Vorschlussrundeneinzug eher erwartet hatte, „etwas unter Wert geschlagen“ wurden.

Dass sich am Ende Bayern mit einem 2:1-Sieg über Hamburg durchsetzte und somit nach 1997 und 2013 zum dritten Mal den Rhein-Pfalz-Pokal gewann, war für Marc Haller vor allem der „geschlossenen Mannschaftsleistung“ zu verdanken. „Bayern hatte zehn nahezu gleichwertige Spielerinnen, hat konsequent in Blöcken gewechselt und war als Team einfach am kompaktesten“, lobte der Beobachter die Arbeit des bayerischen Verbandstrainers Hermann Ellenbeck. Haller empfand auch, dass das bayerische Team „das Momentum genutzt“ habe und in der Endphase die größte Leidenschaft für den Turniersieg aufbringen konnte. Einzelne, in Ludwigsburg herausragende Spielerinnen wollte der Bundestrainer nicht benennen. „Gerade dem Siegerteam würde man Unrecht tun, eine herauszustellen“, sagte Haller, der insgesamt beobachtete, dass die bereits in den Listen für den U16-Bundeskader vorgemerkten Spielerinnen „die Akzente gesetzt“ hätten. Dass sich da jetzt keine neuen Namen in die Notizbücher der Beobachter gedrängt hätten, sei laut Marc Haller eher dem Umstand der „guten Sichtungssystematik“ geschuldet, dass eben kaum mal ein Talent durch das Raster schlüpft und unentdeckt bleibt.

Das Turnier der Jungen nahm ähnlich der weiblichen Seite erst mit seinem Fortlauf richtig Schwung auf. „Das Niveau insgesamt war in Ordnung, aber Highlights gab es nur wenige“, sagte Benedikt Schmidt-Busse. Zu den Spielen, die zuzuschauen „richtig Spaß gemacht“ hätten, zählte der Beobachter am Samstag die Partien Hamburg gegen Berlin, Rheinland-Pfalz/Saar gegen Berlin und Baden-Württemberg gegen West. Das Beste hatten dann, nicht nur wegen der Dramatik mit Penaltyschießen, die beiden Halbfinalspiele parat. West gegen Hamburg war ein „sehr schneller“ Schlagabtausch, als „etwas strategischer“ stufte Schmidt-Busse das zweite Duell zwischen Berlin und Gastgeber Baden-Württemberg ein. Letztendlich hätten die vier Halbfinalisten „völlig zurecht dort gestanden“, sah der Beobachter einen der Leistungen entsprechenden Verlauf. Hessen hätte er „mehr zugetraut“, Brandenburg dagegen „besser als erwartet“ abgeschnitten.

Dass sich am Ende, als bei allen der Akku ziemlich aufgebraucht war, Hamburg mit einem 5:2-Finalsieg über Baden-Württemberg den Pokal sicherte (zum dritten Mal nach 2000 und 2005), schrieb Schmidt-Busse wesentlich zwei Umständen zu: „Hamburg war die Mannschaft mit der größten Steigerung auf gutem Niveau und hatte die stärkste Defensive.“ Und die Hanseaten besaßen mit Benedikt Schwarzhaupt jenen Spieler, den der Bundestrainer als „outstanding in den entscheidenden Phasen“ bezeichnete. Beispielsweise im Finale bei seinem Tor zum 4:2 nach Sololauf.

Für ihre guten, überdurchschnittlichen Leistungen hob Schmidt-Busse außerdem die Feldspieler Jonas Seidemann, Elian Mazkour, Moritz Ludwig, Timo Kosoll (alle West), Robert Köpp, Luca Wolff, Leonhard Lotz (alle Hamburg), Kilian Sollermann (Bayern) und Niklas Bischoff (Rheinland-Pfalz/Saar) sowie die Torhüter Maximilian Wollweber (Hamburg), Konstantin Junke (West) und Tobias Strehlow (Mecklenburg-Vorpommern) hervor. Als ganz junges Torwarttalent (Jahrgang 2003!) beindruckte ihn Benedix Denkmann (Berlin). Vom jüngeren Jahrgang 2002 sah der Beobachter Matteo Poljaric, Vitus Thoma, Florian Sperling (alle Berlin), Luis Hökemer (West) und Marvin Nahr (Bayern) als auffällige Spieler.

Die Leistungen der 22 Nachwuchsschiedsrichter bezeichneten die beiden Sportbeobachter als „sehr unterschiedlich“. Eine Einschätzung, die auch vom DHB-Jugend-Schiedsrichterausschuss um die Vorsitzende Gaby Schmitz geteilt wurde. „Es gab Licht, aber auch reichlich Schatten“, sagte SRA-Sprecher Hans-Werner Sartory. Die Hälfte des Unparteiischen-Feldes stammte aus dem DHB-Nachwuchskader, die anderen elf wurden von den Landesverbänden mit nach Ludwigsburg geschickt. „Erst einmal ist es enttäuschend, dass manche Verbände – sogar aus vergleichsweiße großen Verbänden – keinen Schiedsrichter gemeldet haben“, ärgerte sich Sartory. Von den elf „Neuen“ konnten nach eingehender Schulung und Beobachtung (der SRA war mit neun Ausbildern vor Ort) immerhin sechs in den DHB-Kader hochgestuft werden. „Die Theorie mit den Regeltest lief zufriedenstellend, aber in der Praxis hatten doch viele Schwierigkeiten bei der Fehlererkennung und der Unterscheidung zwischen absichtlichen und unabsichtlichen Verstößen“, so Sartory. Der SRA-Sprecher bat um Verständnis: „Der Hallen-Länderpokal ist, im Gegensatz zur DM oder dem Feld-Pokal, eine der wenigen Ausbildungsmöglichkeiten auf einem Spielniveau, das die jungen Schiris in ihrem Landesverband normal nicht haben.“

Abschließend gab es ein Lob für die Ludwigsburger Ausrichtergemeinschaft zwischen TSV und HCL. „Alles war gut und Ludwigsburg ein guter Gastgeber“, sagte Hans-Werner Sartory.

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