Weil: "Ohne Euch geht es nicht!"Der CEO der FIH warb im Dialog mit deutschen Vereinsvertretern um die Zusammenarbeit

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Thierry Weil: "Ohne Eure Hilfe schaffen wir es nicht!"

Der CEO der FIH warb im Dialog mit deutschen Vereinsvertretern um die Zusammenarbeit

20.06.2020 - Am Donnerstagabend hatte der DHB Vereins- und Verbandsvertreter zum Dialog mit Thierry Weil, dem Vorstandsvorsitzenden des Welthockeyverbandes FIH, geladen. Rund 30 Interessierte nahmen an der Zoom-Sitzung mit dem Franzosen teil, der seit gut zwei Jahren der leitende Angestellte der FIH ist und fließend Deutsch spricht.

Weil schlug, nach der Begrüßung durch DHB-Präsidentin Carola Meyer, einen Bogen, denn er betonte zu Beginn und am Ende des eineinhalbstündigen Dialogs, dass die FIH die deutschen Vereine brauche, um mehr Fans für den Sport zu generieren und Hockey noch populärer zu machen. „Ich habe es ja schon in einigen Interviews gesagt, dass ich der Meinung bin, wir bräuchten in viel mehr Nationen so starke Ligen wie in Belgien, den Niederlanden und Deutschland“, so der ehemalige adidas- und FIFA-Manager. „Deshalb ist mir sehr daran gelegen, die Ligen möglichst wenig durch internationale Termine der Hockey Pro League zu beeinträchtigen, sondern ihnen durch möglichst langfristige Terminplanungen feste Spielzeit-Fenster zu bieten, auf die sie sich verlassen können.“

Aus dem Kreise der Vereinsvertreter gab es etliche Fragen für Weil, die sich stark auf eben dieses Thema konzentrierten. Die Einschätzung, dass die Fans aus den Vereinen die Pro League als Bedrohung für das Vereinshockey empfinden würden und daher der Zuschauerzuspruch in der ersten Pro-League-Saison – wie Weil es nannte „in Deutschland eher enttäuschend“ ausgefallen sei, wollte der FIH-Chef nicht teilen. Die Pro League sei keine Bedrohung, sondern als Ergänzung zu den nationalen Wettbewerben eine ideale Bühne für viele Athletinnen und Athleten sowie die Gelegenheit Hockey über die großen Turniere wie WM und Olympia hinaus einem internationalen TV-Publikum regelmäßig zu präsentieren.

Auch das IOC habe die Einführung der Pro League sehr wohlwollend aufgenommen. Dr. Thomas Bach persönlich habe der FIH dazu gratuliert, diese Premium-Liga entwickelt zu haben. „Damit konnten wir dem IOC zeigen, dass wir nicht nur von WM zu WM denken, sondern unseren Sport dauerhaft promoten, was ein wichtiges Kriterium ist, damit wir nicht erneut in Gefahr geraten wie 2013, als olympische Sportart in Gefahr zu geraten.“ Dies sei zurzeit ebenso kein Thema wie eine Reduzierung des Hockeyformats von „Hockey 11“ auf „Hockey 5“ bei Olympia, beruhigte Weil die deutschen Vereinsvertreter.

Weil erklärte zudem noch ein Zitat von ihm, das durch die internationale Presse gelaufen war und für Verunsicherung gesorgt hatte. Er habe gesagt, dass Hockey sich aus Umwelt-Gesichtspunkten engagieren müsse, zukünftig wieder auf Plätzen ohne Bewässerung zu spielen. Was sich zurzeit utopisch anhört, wenn man die Bedeutung der Bewässerung auf Kunstrasen kennt, sieht Weil als Herausforderung für die Entwicklung der Platzhersteller, die Turfs produzieren müssten, die das Spielverhalten von bewässertem Kunstrasen imitieren können. Sicher noch Zukunftsmusik, aber Weil betonte, man habe mit Polytan zum Beispiel darüber schon gesprochen.

Der FIH-CEO versprach, er werde sich hinsichtlich der drohenden Terminüberschneidungen zwischen Liga, Pro League und EM im Frühjahr noch einmal alles anschauen, sagte aber auch, dass durch die ganzen Corona-Verschiebungen die Phase bis Olympia 2021 besonders schwierig sei. „Für 2021 müssen wir es aber unbedingt schaffen, die Spieltermine so zu legen, dass Ihr in der Endphase Eurer Liga nicht berührt werdet“, versprach Weil.

Kontrovers wurde es dann nochmal, als Weil die Einführung von „Hockey 5“ als wichtiges, attraktives Entwicklungsformat für Hockey bezeichnete und seine Einschätzung preisgab, dass man die Regeln von „Hockey 5“ und Hallenhockey irgendwann so angleichen müsste, dass es unterm Hallendach und im Freien mit gleichen Regeln gespielt werden könnte. Da wurde ihm dann doch von mehreren Seiten widersprochen. Der Tenor der Vereins- und Verbandsvertreter hier: Hallenhockey sei die attraktive Variante, die man problemlos auch unter freiem Himmel spielen könnte. Weil lenkte ein, dass das ja in den Fachgremien besprochen werde.

Letztlich kündigten er und auch die DHB-Führung an, dass dieses Meeting keine einmalige Sache sein solle, sondern in Zukunft häufiger stattfinden solle, um die Kommunikation auch mit dem Weltverband deutlich transparenter zu gestalten. „Wie gesagt“, so Weil. „Wir wollen Euch zuhören und miteinander arbeiten, denn allein können wir es nicht schaffen.“

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