Zweikämpferin mit HerzAmelie Wortmann ist im Mittelfeld der Danas eine ganz wichtige Komponente

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Zweikämpferin mit Herz

Amelie Wortmann ist im Mittelfeld der Danas eine ganz wichtige Komponente

05.06.2021 - Wer bei Spielen der Danas genauer hinschaut, dem fällt auf, dass Amelie Wortmann überall auf dem Platz zu finden ist. Die Mittelfeldspielerin vom UHC reißt läuferisch in jeder Partie ein Wahrsinns-Pensum ab und ist überdies eine der besten Zweikämpferinnen im deutschen Damenteam. Man hat das Gefühl, Ballverluste nimmt die Hamburgerin persönlich und gibt dann nicht eher Ruhe, bis die Kugel wieder in ihrem Besitz ist.

Defensiv war die Tochter einer Großflottbeker Hockeyfamilie immer schon bärenstark. Doch zuletzt hat sie auch ihre Offensivqualitäten erheblich ausgebaut. Das schreibt sie auch der Arbeit mit dem dreimaligen Welthockeyspieler und zweifachen Olympiasieger Teun de Nooijer zu. Der über 400-fache niederländische Nationalspieler gehört seit Herbst 2019 zum Co-Trainerteam der Danas. „Es ist nicht nur so, dass die Übungen im Training großen Spaß machen, man merkt einfach auch bei jeder Videobesprechung, dass Teun auf unfassbar hohem Niveau gespielt hat“, so Wortmann.

Zurzeit befindet sich das DHB-Damenteam quasi in Teun de Nooijers Wohnzimmer. Man trainiert beim HC Bloemendaal, wo der 45-Jährige seine großen Vereinserfolge feierte und auch das Wohnhaus der de Nooijers – Teun ist mit Philippa Suxdorf verheiratet, selbst 154-fache Nationalspielerin für Deutschland und ebenfalls ein Großflottbeker Eigengewächs wie Wortmann – liegt nebenan. „Er hat mit uns das Nachstarten und das offensive Give and Go extrem verbessert“, sagt Amelie.

Das will das DHB-Team bei der EM in Amsterdam und auch später bei Olympia in Tokio präsentieren. „Die EM liegt sicher etwas im Schatten von Olympia, aber sie ist ideal, dass wir uns als Team unter Wettkampfbedingungen einspielen können. Das schweißt extrem zusammen. Die Stimmung in der Mannschaft ist ohnehin sensationell gut. Wir haben ja lange auf die Nominierung warten müssen.“ Sie selbst habe Freude pur und Erleichterung empfunden, als der Bundestrainer ihr am Telefon die gute Nachricht überbrachte, dass sie bei den beiden Turnier-Highlights dabei sei. „Ich habe das mit Olympia aber noch gar nicht so richtig realisiert und das wird wohl auch dauern, bis ich endgültig im Flieger nach Tokio sitze!“

Dennoch waren auch recht schnell die Gedanken bei denen, die es diesmal nicht in den Kader geschafft haben. „Es war für mich ein Wechselbad der Gefühle. Ich war unendlich froh und gleichzeitig traurig für die anderen. Ich glaube es war echt sehr eng. Wir haben es dem Trainerteam wahrlich nicht leicht gemacht!“

Amelie Wortmann kennt diese Gefühle. 2017 wäre sie erstmals bei einer EM dabei gewesen, verpasste das Turnier aber, weil sie kurzfristig mit Pfeifferschem Drüsenfieber ausfiel. Zwei Jahre später in Antwerpen gehörte sie schließlich zum jubelnden Team, dass die Silbermedaille gewann. Und sie kann wohl gut umgehen mit dieser emotionalen Achterbahnfahrt, schließlich studiert die beim UHC in der Bundesliga aktive 24-Jährige Psychologie. Zu Jahresbeginn hat sie ihren Bachelor fertig gehabt, möchte nach Olympia in Hamburg ein Masterstudium draufsetzen.

Während der Pandemie sei es manchmal schwer gewesen, sich zu motivieren, aber jede Einzelne im Danas-Team habe dann die Zeit perfekt genutzt, um sich persönlich in Form zu bringen. „Wir waren, glaube ich, noch nie so fit wie jetzt, haben auch die Bundesliga gut genutzt. Jetzt müssen wir alles gut zusammenfügen, um das Maximum rauszuholen. Aber dafür ist wirklich an allen Stellschrauben nochmal gedreht worden – sei es in der Arbeit mit unserer Sportpsychologin, sei es mit den vielen Yoga-Sessions oder im Zusammenspiel mit unserem Trainerteam.“

Wortmann ist sich bewusst, dass gerade der Auftakt am Sonntagmittag gegen Belgien schwer wird. „Die haben Olympia verpasst und dadurch nur dieses eine Jahreshighlight, auf das sie sich konzentrieren.“ Belgien kenne man gut, die können sehr unangenehm sein, so die Einschätzung der Hamburgerin. Aber unangenehm kann Amelie Wortmann auf dem Platz auch sein, vermutlich besser als es so mancher Gegenspielerin lieb ist... (Fotos: Ariane Schirle / DHA)

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