Vereinsleben in der PandemieSerie über kreative, spannende Vereins-Initiativen im Lockdown / Folge sieben: HTC Würzburg

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Vereinsleben in der Pandemie

Serie über kreative, spannende Vereins-Initiativen im Lockdown / Folge sieben: HTC Würzburg

31.03.2021 - Während die Corona-Pandemie bereits über ein Jahr andauert, musste der aktive Hockeysport in verschiedenen Phasen ruhen oder konnte nur mit Einschränkungen ausgeübt werden. Für viele Vereine eine schwierige Situation, den Bedürfnissen ihrer Mitglieder gerecht zu werden, beziehungsweise überhaupt mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Doch die Kreativität kannte und kennt in den Clubs keine Grenzen. Wir stellen in unserer Serie „Vereinsleben in der Pandemie“ einige Club-Projekte vor.

Folge 7: HTC Würzburg

Als das pandemiebedingte Trainingsverbot im März vergangenen Jahres erging, war Sophia Kippes, Hockeyjugendwartin im HTC Würzburg, schnell klar, dass sich das Hockeytraining nicht einfach so eins zu eins in die Online-Welt übertragen ließe: „Wir haben zwar mit allen Altersstufen auch Zoom Workouts mit Athletik-, Kraft- und Stabilisationsübungen durchgeführt, gerade im U10- und U8-Bereich haben wir aber auch variiert, Bewegungsgeschichten eingebaut oder Kinderyoga.“ Kippes, selber Trainerin der weiblichen U10, legte von Beginn an Wert auf Abwechslung in die notwendig gewordenen Zoom-Einheiten: „Klar, Warm-up, Stabis und ein Kraftteil waren immer fester Bestandteil einer Einheit, auch das Dehnen am Ende. Auch, um eine Trainingsstruktur beizubehalten. Dann bin ich kreativ geworden.“ Inspiriert durch die Hauptstadtbasketballer*innen entwickelte die auch bei den Würzburger Damen im Mittelfeld Aktive neue Anreize fürs Online-Training: „So wie bei ‚ALBAs täglicher Sportstunde‘ habe ich mir Bewegungsgeschichten ausgedacht und Bewegungselemente kindgerecht in Geschichten verpackt.“

So bekam eine Internet-Trainingseinheit dann kurzerhand mal das Motto „Besuch im Zoo“ verpasst: Das fiktive Anziehen vorm Aus-dem-Haus-Gehen wurde zum Dehnen, der Lauf zum Bus zum Warm-up und das Sitzen im Bus zum Wandsitzen. „Im Zoo sind wir wie die Schlangen gekrochen, haben uns groß gemacht wie Giraffe, sind wie Frösche gehüpft, standen wie Flamingos auf einem Bein oder kreisten wie Adler“, so Kippes. – und das kam an: „Bald dachten sich die Kinder selbst Geschichten aus.“ Hockeyübungen blieben aber immer Bestandteil des Online-Trainings, unterstreicht die Jugendtrainerin: „Da wurden dann mal Socken über die Schläger gezogen, damit es leiser wurde und der Boden nicht zerkratzte oder Joghurtbecher statt Hütchen verwendet. Wir wollten die Verbindung zum Sportgerät immer erhalten.“

Bald folgen auch Angebote für Nichtaktive

Natürlich entwickelten sich beim HTC schnell mannschaftsübergreifend auch Laufwettbewerbe und Fitness-Challenges. Noch vor den Sommerferien 2020 filmten die U10-Mädchen von Sophia Kippes zu Hause ihre eigenen Hockeytricks, eine Hockeymama schnitt daraus ein Video zusammen, in dem sich die Mädchen über zwei Minuten die Hockeykugel zuspielen.

Anfang November nahm Würzburgs Cheftrainer Maciej Matuszynski Videos mit Technikübungen für alle auf und lud sie auf der Vereins-Homepage hoch. Dann konnte sich Jugendwartin Kippes bald darüber freuen, den nicht aktiv spielenden Mamas und Papas ein Angebot machen zu können: „Seit Anfang des Jahres bietet unser Cheftrainer einmal die Woche mittwochabends Elternfitness an.“ In fleißiger Heimarbeit erstellten zwei HTCW-Trainerinnen ein Hockey-Heft mit Rätseln, Malvorlagen und Übungsanleitungen, das ausgedruckt vor allem an die U8-Kinder des Clubs verteilt wurde.

Der HTCW renovierte im Hockey-Leerlauf neben dem Clubgelände auch gleich mal sein Konzept

Überhaupt nutzte der HTC Würzburg die hockeylose Zeit auch, um außerhalb des Hockeyplatzes ein ordentliches Stück weiterzukommen. „Wir haben da viel für die Konzeptarbeit tun können“, freut sich Jugendwartin Sophia Kippes, die gemeinsam mit ihren Kolleg*innen aus der Jugendabteilung, dem Sportwart und Vorstandsmitgliedern bestehende Jugendkonzepte aktualisierte und dort ergänzte, wo Essenzielles fehlte: „Angefangen beim Einführungstraining und den Grundlagen. So wissen auch neue Trainer nun immer, was uns in welcher Altersklasse wichtig ist. Mir war auch der mentale Bereich wichtig: Wie muss ich als Jugendtrainer*in sein, wie die Organisation im Team? An einem Leitfaden dazu arbeiten wir.“

Und es blieb nicht nur theoretisch: Über den gesamten Sommer legten die Clubverantwortlichen und zahlreiche Mitglieder immer wieder Hand an am Clubgelände: Das Clubhaus und die Umkleiden wurden renoviert, der vereinseigene Spielplatz und die Jugendhütte bekamen einen frischen Anstrich in Clubfarben und der HTC Würzburg bekam eine neue Veranstaltungsfläche. „Wenn es wieder losgeht“, blickt Sophia Kippes optimistisch in die nahe Zukunft, „strahlt der HTC Würzburg auf jeden Fall in neuem Glanz!“ (Fotos: HTCW, Bearbeitung/Text: ao)

Zur ersten Folge: 1. Hanauer HTC
Zur zweiten Folge: HLC RW München
Zur dritten Folge: Düsseldorfer SC 1899

Zur vierten Folge: Rahlstedter HTC (Hamburg)
Zur fünften Folge: Club zur Vahr (Bremen)
Zur sechsten Folge: Hockey United Werne

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