DANAS: Finale knapp verpasstDamen-EM in Amsterdam, Halbfinale: Deutschland – Belgien 0:1 (0:1)

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DANAS: Finale knapp verpasst

Damen-EM in Amsterdam, Halbfinale: Deutschland – Belgien 0:1 (0:1)

24.08.2017 - Die deutschen Damen haben den Einzug ins Endspiel der Europameisterschaft knapp verpasst. Gegen Belgien geriet das DHB-Team kurz vor der Pause in Rückstand und konnte bis zum Ende seine Chancen nicht nutzen, um sich noch ins Penaltyschießen zu retten. Damit spielen die Mülders-Schützlinge am Samstag um 17 Uhr erneut gegen Olympiasieger England, der sein Halbfinale 0:1 gegen die Niederlande verlor, um Bronze.

Bundestrainer Jamilon Mülders: „Das war alles in allem ein verdienter Sieg für Belgien. Wir haben heute nicht alle Faktoren, die uns erfolgreich machen, hundertprozentig auf den Platz bekommen. Das mache ich nicht den Mädels zum Vorwurf. Die Mädels gewinnen Spiele, wir als Staff verlieren sie. Wir werden genau analysieren, was heute nicht so gepasst hat und das zum kleinen Finale am Samstag abstellen. Die Mädels dürfen jetzt bis 22 Uhr sauer oder traurig sein. Dann gilt alle Konzentration dem letzten Turnierspiel, in dem es ja noch um die Medaille geht. Wir sind hier in einem ganz spannenden Lernumfeld. Nicht alles ist dabei rosarot. Aber aus solchen Spielen lernt so eine junge Mannschaft am meisten, auch wenn es weh tut. Die Entwicklung des Teams insgesamt stimmt absolut.“
Kapitänin Janne Müller-Wieland: „Wir waren heute nicht wir selbst. Man darf nicht unterschätzen, dass vor solch einer Kulisse ein EM-Halbfinale zu spielen auch nicht ganz ohne ist bei solch einer jungen Truppe. Aber es war heute nicht Belgien, dass das Spiel entschieden hat, sondern wir. Wir hatten es in der Hand und auch genug Chancen, aber haben es aus der Hand gegeben. Der Fluss aus den Gruppenspielen fehlte irgendwie.“
Anne Schröder: „Heute hat ganz viel gefehlt – die Körpersprache der letzten Spiele, der Spirit, die Stärke im individuellen Abwehrverhalten. Alles zusammengenommen, sind wir hier absolut verdient als Verlierer vom Platz gegangen. Aber eines zeichnet uns aus: Wir werden daraus unsere Lehren ziehen und noch besser zurückkommen mit diesem jungen Team!“

Die Deutschen übernahmen früh die Initiative, setzten Belgien in deren Hälfte unter Druck. Charlotte Stapenhorst verpasste in der 3. Minute einen Stecher direkt vor Tor, wurde gerade noch abgedrängt. Nike Lorenz hatte nach schönem Steal vor der Mittellinie die nächste Chance, aber ihr Schuss ging rechts vorbei (4.). In der 7. Minute gab es eine Ecke für Belgien, weil Notman den Fünf-Meter-Abstand nicht eingehalten haben sollte. Doch Ciupka hielt den Schlenzer glänzend.
Die Belgierinnen hatten in dieser Phase etwas mehr vom Spiel, aber Deutschland nahm den Faden fünf Minuten vor der ersten Viertelpause wieder auf und kreierte selbst wieder Offensivaktionen. Belgien aber auch immer wieder mit guten Kontern, bei denen zwei Schüsse an Ciupkas Tor knapp vorbeigingen. Stapenhorst und Pieper hatten zwei gute Chancen vorn, scheiterten aber an Aisling D‘Hooge. Die größte Chance aber hatte Selin Oruz 20 Sekunden vor Ende des Viertels, als sie von links bedient wurde, an D’Hooge bereits vorbei war, aber aus spitzen Winkel mit der Rückhand Zentimeter am rechten Pfosten vorbeilegte.
So endete das ausgeglichene Viertel den Kräfteverhältnissen entsprechend 0:0. Nach einem starken Dribbling von Anne Schröder war der Ball dann erstmals im Tor, aber da die Alsteranerin die Kugel vorher unglücklich an den Fuß bekam, zählte das Tor zurecht nicht (19.). Im Gegenzug holten die Belgierinnen ihre zweite Ecke (19.), die aber verstoppt wurde. In der 23. Minute bekamen auch die DANAS ihre erste zugesprochen. Die wurde jedoch, genau wie der Nachschuss, abgewehrt.
Teschke hatte die nächste Großchance mit freiem Schuss von links, aber zu unplatziert war dieser um D’Hooge zu überwinden (25.). Marie Mävers sah in der 27. Minute eine Grüne Karte wegen Stockfouls, das DHB-Team damit zwei Minuten in Unterzahl. Und die nutzte Belgien. Ein Ballverlust von Schröder führte zu einem Freischlag am Kreis. Den harten Ball Richtung Tor stach Jill Boon unhaltbar für Julia Ciupka zum 0:1 (28.) ins Netz. Stapenhorst hatte gleich mit dem nächsten Angriff die gute Ausgleichschance, aber D’Hooge hielt ihren hohen Vorhandschuss stark.
Kurz darauf aber zweite Ecke für die DANAS (29.). Dabei doppelt Pech, als Schröder den Abpraller am Pfosten gegen das Aluminium drückte und Mävers den zurückprallenden Ball als Überkopf-Volley knapp links neben das Tor setzte (30.) – das hätte der zur Pause auch mehr als verdiente Ausgleich sein müssen. Bislang biss sich das deutsche Team vor allem an Aisling D’Hooge, die ihr 150. Match im belgischen Trikot machte, die Zähne aus.

Direkt nach der Pause wirkten die ersten Aktionen etwas unkontrolliert. Die Belgier kamen so zu einfach zu ihrer dritten Ecke, die aber zur Langen Ecke geklärt wurde (32.). Die Deutschen mussten hart kämpfen, um sich vorn ihre Chancen zu holen. Oft waren die zweiten Aktionen nur einen Tick zu ungenau. Nobis hatte die nächste Chance, als sie frei rechts im Kreis zum Schuss kam, aber den leichten Volley nicht voll traf (37.). Pech als Nobis nach gutem Lauf über die rechte Grundlinie zu hoch in den Rückraum passte, was als gefährlich abgepfiffen wurde.
Im ersten Konter seit langer Zeit bekam Belgien wieder eine Ecke zugesprochen (41.). Die wurde wieder abgewehrt. Aber die Kontrolle war damit vorbei. Belgien setzte sich fest und holte sich die fünfte Ecke (43.), der die sechste folgte. Die hielt Ciupka aber stark, wie auch den Nachschuss. Die letzten Minuten des Viertels gab man komplett an Belgien ab, kam gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte. Mit 0:1 ging es ins letzte Viertel. Nun musste etwas passieren, um das Match noch zu drehen und die Finalchance zu erhalten.
Pia Oldhafer hatte kurz nach Wiederanpfiff die größte Chance, als sie frei rechts im Kreis am Ball war, aber zu lange zögerte und am Abschluss noch gehindert wurde. Im Konter holte Belgien die siebte Ecke (47.), der die achte folgte. Die misslang in der Ausführung allerdings komplett. Aber so unkonzentriert die Belgierinnen ihre Ecken schossen, so wenig passte es im deutschen Sturm mit den zweiten Bällen, die viel zu oft zu ungenau waren.
Die neuseeländische Schiedsrichterin gab dann aus dem Nichts Teschke und Nelen Grün für Nichts. So beide Teams nun mit einer Spielerin weniger. Mülders nahm zudem in der 54. Minute Ciupka für Lorenz als spielende Torfrau vom Platz. Doch es gab Konfusionen bezüglich der Anzahl der Spielerinnen auf dem Platz, so dass Ciupka zurückgewechselt wurde. Belgien fing nun an, in den Ecken vorn Zeit von der Uhr zu nehmen. Ciupka kam dreieinhalb Minuten vor Ende dann doch runter, aber das Powerplay-Spiel der Deutschen funktionierte einfach nicht gut.
Schröder wurde auf dem Weg in den Kreis gefoult, bekam aber keine Ecke dafür (58.). Immerhin, 90 Sekunden vor Schluss gab es die Ecke, gegen die Belgien den Videobeweis nahm. Weil Schröder in die Entscheidung reinsprach, sah sie Grün. Die Ecke gab es trotzdem. Doch D’Hooge hielt gegen Lorenz erneut stark. 50 Sekunden vor Schluss wieder Ecke für die DANAS. Doch Stapenhorsts Schlenzer zischte rechts am Pfosten vorbei. So blieb es bei der knappen Niederlage.

Tore:
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0:1      Jill Boon (28.)
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Ecken:
GER 4 (kein Tor) / BEL 8 (kein Tor)

Schiedsrichterinnen:
Sarah Wilson (SCO) / Aleesha Unka (NZL)

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