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Leistungszentrumspläne gekippt

Bayerischer Hockey-Verband zeigt sich erschüttert, versucht aber, das Projekt zu retten

10.11.2016 - Beim Bayerischen Hockey-Verband ist man auch vier Wochen nach der Entscheidung des Sportausschusses der Stadt München noch immer erschüttert. Vollkommen überraschend hatte die große Rathauskoalition aus SPD und CSU die Pläne für ein Hockeyleistungszentrum auf dem Gelände des Münchner SC gekippt. In der Sitzung der Verbandsleitung des Bayerischen Hockey-Verbandes (BHV) hatten Präsident Harry Schenavsky und Schatzmeister Michael Bork aber klargestellt, dass sie weiter versuchen werden, das Projekt an diesem Ort zu verwirklichen. Schenavsky: „Wir stehen aber momentan wieder am Punkt Null.“

Fast zehn Jahre lang hat der Bayerische Hockey-Verband an diesem Zwölf-Millionen-Euro-Projekt gearbeitet, das sowohl dem Verband wie allen Münchner Vereinen mit Hallen und Kunstrasen bessere Trainingsbedingungen bringen sollte. In aufwendigen Verhandlungen mit der Landeshauptstadt, dem Land Bayern und dem Bundesministerium des Inneren unter Einschaltung des Deutschen Olympischen Sport-Bundes war das Vorhaben vorangetrieben worden und stand nun kurz vor dem Abschluss. Der Stadtrat hatte dem Hockey-Leistungszentrum im Juli 2015 zugestimmt. Zuletzt hatte der BHV bereits die Fördermittel des Bundes und des Landes in Aussicht gestellt bekommen.
Schenavsky und Bork fehlt jedes Verständnis dafür, dass das Münchner Sportamt bis wenige Wochen vor der Kehrtwende sie mit „ständigem positiven Feedback“ bestätigte, um sie dann derart zu brüskieren.“ Die Entscheidung der Landeshauptstadt hatte der Bayerische Hockey-Verband über die Medien durch eine Pressemitteilung der CSU-Stadtratsfraktion erfahren müssen, die wenige Minuten nach der entscheidenden Sitzung publiziert wurde, also bereits vorbereitet war. Im Vorfeld wurde der BHV weder über die Diskussionen im Sportamt und mit den Ausschüssen der Landeshauptstadt informiert, noch wurde dem Verband die Chance eingeräumt, alternative Finanzierungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Bork: „Das ist ganz schlechter Stil. Mich wundert mittlerweile wenig, dass sich immer mehr Bürger von den etablierten Parteien abwenden.“
Schenvasky und Bork vermuten, dass Bereiche der Münchner Politik zuletzt ganz bewusst daran gearbeitet hatten, das Hockey-Projekt zu Fall zu bringen. Durch immer neue Forderungen des Münchner Sportamtes waren sowohl die Investitions- wie die Betreiber-Kosten künstlich in die Höhe geschraubt worden. Ende Juli 2016 noch wurde der BHV vom Sportamtsleiter gebeten, die vom BHV erarbeiteten, durch ein Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als sehr konservativ, sprich: deutlich positiver erreichbar, bestätigen zulassen. Doch die Kosten für dieses Gutachten hat der BHV nun mittlerweile umsonst aufgebracht.
Schenavsky ärgert sich: „Mit dieser nicht nachvollziehbaren Entscheidung hat die Stadt München nicht nur ihrem Ruf als Sportstandort im Bundesinnenministerium geschadet. Auch der gesamte Hockeysport ist davon in Mitleidenschaft gezogen, weil der Deutsche Hockey-Bund dem Münchner Projekt oberste Priorität einräumte und nun durch die kurzfristige Absage auf die Förderung anderer Hockeyprojekte in Deutschland in diesem Jahr verzichten muss.“
Schenavsky und Bork arbeiten – trotz ihrer anhaltenden Empörung und Enttäuschung - bereits wieder mit Hochdruck auf allen politischen und verbandlichen Ebenen, um das angestrebte Projekt doch noch verwirklichen zu können. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Kehrtwende noch erreicht werden kann.
Robert Menschick

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