"Auf ihre Weise bedankt!"Interview mit den OK-Chefinnen der Hallen-EM, Julia Walter und Marie-Theres Gnauert

Jugend-DM: Titel vergebenDeutsche Hallenmeisterschaften 2020 des weiblichen Nachwuchses beendet

Als Team zur FIH Pro LeagueBis zu 15 Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) mit zwei Betreuern für 120,- Euro am Tag

DHB-Herren erneut deutlichHonamas gewinnen ihr zweites Testspiel gegen den späteren Olympiagegner Südafrika mit 7:1 (2:0)

····

"Die Jungs haben sich auf ihre Weise bedankt!"

Interview mit den OK-Chefinnen der Hallen-EM, Julia Walter und Marie-Theres Gnauert

29.01.2020 - Vor zehn Tagen feierte die junge deutsche Hallen-Nationalmannschaft im Berliner Horst-Korber-Sportzentrum vor ausverkaufter, extrem stimmungsvoller Halle den Gewinn des Europameistertitels. hockey.de spach mit den DHB-Vizepräsidentinnen Marie-Theres Gnauert und Julia Walter, die das Organisationskomitee geleitet haben, über ihr Fazit der Veranstaltung.

Ihr beide habt dem lokalen OK vorgestanden. Wie ist Euer persönliches Fazit der Hallen-EM?

Julia Walter: „Es waren sehr intensive Monate, vor allem weil die Vorbereitungen zum größten Teil durch das Ehrenamt abgedeckt wurden. Marie und ich hatten uns, nach der Rückgabe der Ausrichtung im Juni, dazu entschlossen, die Orga der EM selber in die Hand zu nehmen. Da kam viel Arbeit auf uns zu, vor allem, weil die Geschäftsstelle sich parallel um den Olympic Qualifier kümmern musste und ich noch drei Wochen im Urlaub war.
Marie Gnauert: „Große Unterstützung haben wir vom Berliner HV und dem Land Berlin bekommen, beiden gilt unser großer Dank. Es war großes Glück, dass der BHV das Horst-Korber-Sportzentrum schon für Meisterschaften der Jugend geblockt hatte, ansonsten wäre es sehr schwer geworden, so kurzfristig eine Halle in der Größe zu finden. Nach Start des Vorverkaufs war schnell klar, dass das Interesse groß ist, denn wir waren bereits nach wenigen Wochen ausverkauft. Hier haben wir sehr von der Begeisterung der WM 2018 profitiert, die nach wie vor anhält.“

Sportlich geht das Ergebnis nicht besser, oder?

Marie Gnauert: „Die Spieler haben die Chance gut genutzt, sich zu präsentieren und sich bei den Bundestrainern Richtung Olympia 2024 zu empfehlen. Die Mannschaft hat mit Spielfreude, Teamgeist und individueller Klasse das Publikum begeistert. Auch neben dem Platz hat das Team einen sehr sympathischen Eindruck hinterlassen und damit sicherlich viele neue Fans gewonnen.
Die Nominierung hat gezeigt, wie gut Valentin Altenburg die Spieler kennt und deren Fähigkeiten einordnen kann.
Nachdem 2018 in Berlin vor heimischer Kulisse das WM-Finale verloren ging, war es eine besondere Freude, dass das junge Team den EM-Titel verdient gewonnen hat. Die Jungs haben sich damit auf ihre Weise bei uns für die Ausrichtung bedankt.“

Das HKS ist eigentlich eine reine Sport-, keine Eventhalle...

Julia Walter: „Ja, hier hatten wir auch Sorge: Die Zuschauer hatten die tolle Stimmung aus der Max-Schmeling-Halle in Erinnerung und uns war klar, dass wir das im Horst-Korber-Sportzentrum eventuell nicht hinbekommen würden. Die Sorge war aber völlig unbegründet, denn durch die volle Halle, das Duo mit Hallensprecher Matthias Killing und Event-DJ Tim Scheiböck sowie unsere Mannschaft war die Stimmung phantastisch. Die Rückmeldungen waren alle sehr, sehr positiv.“

Die über 10.000 Zuschauer hatten aber auch großen Anteil, oder?

Marie Gnauert: „Ja, das Publikum kam von überall her aus Deutschland, Holland, Belgien, Polen, Österreich, Russland, der Ukraine und Tschechien und hat lautstark dazu beigetragen, dass eine grandiose Stimmung erzeugt wurde. Auch Besucher, die nicht vom Hockey kamen, wurden direkt infiziert. Es war klar, dass eine volle Halle zum Beben kommen kann. Die Spieler haben mit spektakulären Einzelleistungen, aber auch mit schönen Ballstafetten dafür gesorgt, dass das Publikum so emotional mitgegangen ist.“

Es fordern viele eine stärkere Fokussierung auf Hallen-Events. Wie seht Ihr das?

Julia Walter: „In meiner Zeit als Geschäftsführerin beim Berliner HC habe ich vier Deutsche Hallenmeisterschaften organisiert, davon drei in der Max-Schmeling-Halle. Die Stimmung war immer bombastisch und es war klar, dass die Hallenevents immer hohe Begeisterung hervorrufen.
Die richtigen Eventhallen sind aber leider sehr kostenintensiv und allein aus den Eintrittsgeldern und Sponsoren sind die Kosten selten zu tragen. Hier sind wir also auf die Förderung der Länder angewiesen. Unser großes Ziel ist aber natürlich, wieder internationale Hallen-Events nach Deutschland zu holen, und wir freuen uns ja auch schon jetzt auf die Final Four in Stuttgart Anfang Februar.“

Ohne Volunteers sind solche Events für den DHB nicht leistbar, oder?

Julia Walter: „Das stimmt! Ich finde es immer wieder sehr faszinierend, wie viele ehrenamtliche Helfer sich für ein solches Event finden. Und das nicht nur aus Berlin und nicht nur aus dem Hockey. Nein, wir hatten Helfer aus ganz Deutschland und das teilweise von Montag bis Sonntag. Die Bereichsleiter waren seit der ersten Sitzung des Organisationskommitees im Einsatz. Das ist wirklich spitze, zumal manche von ihnen noch nicht einmal die Möglichkeit hatten, viel von den Spielen zu sehen. Hier wollen wir nochmal einen großen Dank aussprechen an die 93 ehrenamtlicher Helfer der EM!“

(Fotos: worldsportpics.com)

Hauptpartner

Premium-Partner

 

 

Pool-Partner