Hallen-EM: Am Ende nur VierteDHB-Auswahl verliert im Kleinen Finale im Penalty-Shootout gegen Tschechien / Weißrussland Europameister

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Hallen-EM: DHB-Team fährt ohne Medaille heim

DHB-Auswahl verliert im Kleinen Finale im Penalty-Shootout gegen Tschechien / Weißrussland Europameister

26.01.2020 - Die junge deutsche Hallen-Nationalmannschaft der Damen ging bei der Hallen-EM in Minks leer aus. Das Team von Bundestrainer Akim Bouchouchi verlor das Spiel um Bronze gegen Tschechien im Penalty-Shootout, nachdem es in der regulären Spielzeit, wie schon im Halbfinale gegen Weißrussland, sein großes Chancen- und Eckenplus nicht effektiv nutzen konnte. Es ist bei der 20. Hallen-EM das zweite Mal nach 2016, dass die DHB-Auswahl nicht in den Medaillenrängen landete. Das Finale entschied Gastgeber Weißrussland ebenfalls im Shootout gegen die Niederlande für sich. Für Belarus vor heimischer Kulisse der erste EM-Titel der Verbandsgeschichte.

Nele Aring: „Es fällt schwer, jetzt schon ein richtiges Fazit zu ziehen. Wir haben es leider wieder nicht geschafft, früh in Führung zu gehen, sondern sind durch Unaufmerksamkeit in Rückstand geraten. Das hat im Laufe des Turniers jedes Mal Kraft gekostet, immer wieder aus einem Rückstand zurückzukommen. Wir haben es aber geschafft, sind auch endlich mal in Führung gegangen. Und wir hatten genug Möglichkeiten, das Match vor den Penaltys zu entscheiden, aber es fehlte die letzte Konsequenz beim finalen Platz oder Torschuss. Es ist ein bitteres Ergebnis und wir sind alle ziemlich enttäuscht. Wir sind ein sehr junges Team, das hier in Minsk erstmals zusammengekommen ist. Und da hat uns vielleicht in den engen Situationen, wo es drauf ankam, etwas die Reife und Abgestimmtheit gefehlt, die nötig gewesen wäre.“
Bundestrainer Akim Bouchouchi: „Es war uns ja bewusst, dass wir hier mit einem Perspektivteam unterwegs waren. Das hat man uns in ein paar Situationen auch angemerkt. Da waren wir nicht clever genug, unsere Chancen zu nutzen oder mal eine Partie einfach runterzuspielen. Das ist auch die idee dahinter, dass die Spielerinnen solche Erfahrungen mitnehmen – die Hoffnung ist natürlich, eigentlich möglichst positivere. Dazu gehören auch die Schiedsrichter-Entscheidungen, die zum Teil überhaupt nicht nachvollziehbar waren, was uns rausgebracht hat. Aber letztlich müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Mit einer normalen Eckenquote sieht das Ganze hier komplett anders aus, da sind wir nicht in die Abläufe gekommen und hatte da Probleme. Über weite Teile haben die Mädels hier aber einen coolen Job gemacht, bis auf die Tatsache, dass sie sich am Ende nicht dafür belohnt haben. Erwähnen sollte man, dass hier von den Weißrussen alles sehr gut und professionell organisiert war, auch mit tollen Fans am Rande und es Spaß gemacht, hier teilzunehmen.“

Die Partie begann sehr vorsichtig, aber dann war es, wie schon am Vortag, ein langer Pass, der durch die gesamte deutsche Deckung ging und HTHCs Katerina Lacina vor Anna Kilian an den Ball kommen ließ, die hoch zum 0:1 (2.) traf. Die eigenen Angriffsbemühungen waren zu diesem Zeitpunkt noch zu fahrig, um wirklich zu guten Chancen zu kommen. Doch ein technischer Fehler der Tschechinnen brachte die erste Ecke (7.). Die Ablage-Variante wurde aber von der Keeperin abgelaufen.
Die Deutschen ein ums andere Mal nicht einverstanden mit den Schiedsrichter-Entscheidungen der Niederländerin im tschechischen Kreis. Es war schwer in dem zum Teil im eigenen Kreis stehenden Fünferwürfel eine Lücke zu finden. Und so war es auch ein Rebound, den Benedetta Wenzel in der 11. Minute aus dem Rückraum zur 1:1 nutzen konnte.

Im Konter hätte es dann 2:1 stehen müssen, aber zwei deutsche Stürmerinnen brachten den Ball nicht an der liegenden Keeperin vorbei. Ein super Solo von Wenzel über rechts bescherte dann aber die Führung. Die Alsteranerin zog an drei Spielerinnen vorbei und legte in die Mitte zu Charlotte Gerstenhöfer auf, die nur noch einzudrücken brauchte (14.). Teresa Martin Pelegrina zwang Barbora Cechakova zu einer Glanztat, als sie den flachen Schlenzer von links mit einem Spagat aus dem bedrohten Eck kickte. Lea Stöckel sah dann Grün für ein Durch-den-Schläger-Spielen, doch die Unterzahl wurde schadlos überstanden.

Baljon nahm Lea Stöckel dann einen großen Vorteil vom Schläger durch einen zu frühen Eckenpfiff, als die Kölner vier Meter frei vorm Tor stand. Die Ecke wurde von Cechakova erneut abgelaufen. Stöckel hatte eine gute erste Chance im dritten Viertel nach feiner Einzelleistung, verpasste aber den rechtzeitigen Abschluss. Alisa Vivot holte die nächste Ecke (23.). Xenia Ulrich gab einen Siebenmeter, aber Baljon überzeugte sie, dass der Schlenzer gefährlich war, so dass die Entscheidung zurückgenommen wurde.
Baljons Entscheidungen blieben im Fokus des deutschen Missfallens, denn im Gegenzug gab die Holländerin eine umstrittene Ecke, gegen die die Deutschen protestierten. Und diese Ecke versenkte Adela Lehovcova sehenswert links oben zum 2:2 (24.). Dann wurde Hanna Valentin am Kreis der Tschechinnen einfach umgerannt – inzwischen war auch der Bundestrainer sichtbar sauer über die Entscheidungen. Ein Treffer aus spitzem Winkel von rechts fand bei Ulrich keine Anerkennung (26.).
Es gab die nächste Ecke in der 28. Minute, aber Wenzels flacher Ball wurde von der Harvestehuderin Adela Mejzlikova, der tschechischen Kapitänin, von der Linie gekratzt. Ulrich schickte dann Teresa Martin Pelegrina mit Grün auf die Strafbank wegen absichtlichen Ball Wegspielens. Es ging mit dem 2:2 in die letzten zehn Minuten.

Nach einem klaren Foul an Benedetta Wenzel hatte Stine Kurz die Chance per Siebenmeter, aber sie setzte die Kugel links neben das Tor (31.). Die Deutschen nun mit viel Druck, aber immer wieder Entscheidungen, die das Team nicht nachvollziehen konnte. Aring kam mit gutem Solo an den Kreisrand, aber ihr Pass auf Wenzel zu ungenau. Wenzel wurde dann mitten auf dem Platz erneut zu Fall gebracht, was wieder komplett ungestraft blieb.
Erneut Ecke fürs DHB-Team (24.), aber Teresa Martin Pelegrina setzte den Schlenzer über die Latte. Glück, dass Lehovcova die erste Chance der Tschechinnen seit einer Viertelstunde nicht an Anna Kilian vorbeibrachte (35.). Die DHB-Auswahl blieb am Drücker, aber Tschechien glaubte an sich und hatte durchaus gefährliche eigenen Szenen. Lea Stöckel nochmal mit einer Schusschance aus kurzer Distanz, aber Cechakova hielt auch den Ball. So mussten die Shoot-Outs über Bronze entscheiden.

Und da hatten die Tschechinnen das Glück und die Nerven auf ihrer Seite. Während bei den Deutschen nur Stine Kurz ihren Penalty verwertete, während Alisa Vivot und Benedetta Wenzel an Cechakova scheiterten, konnte Anna Kilian nur gegen Natalie Hajkova halten. Da Adela Lehovcova und im letzten Versuch Katerina Lacina trafen, ging Bronze an Tschechien. (Fotos: worldsportpics.com)

Tore:
0:1    Katerina Lacina (2.)
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1:1    Benedetta Wenzel (11.)
2:1    Charlotte Gerstenhöfer (14.)
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2:2    Adela Lehovcova (KE, 24.)
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Ecken:
GER 5 (kein Tor) / CZE 1 (1 Tor)

Siebenmeter:
GER 1 (kein Tor) / CZE keinen

Schiedsrichterinnen:
Lisette Baljon (NED) / Xenia Ulrich (AUT)

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