"Brauche ein bisschen Stress!"Kira Horn ist als "Spätberufene" bei den Danas wortwörtlich voll durchgestartet

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"Ein bisschen Stress brauche ich eigentlich immer!"

Kira Horn ist als "Spätberufene" bei den Danas wortwörtlich voll durchgestartet

11.06.2021 - Wer Kira Horn in einem Länderspiel der Danas die Außenlinien rauf- und runterflitzen sieht, nimmt ihr das eigene Credo sofort ab: „Ein bisschen Stress brauche ich eigentlich immer!“ Hockey auf hohem internationalem Level mache ihr besonders viel Spaß. „Ich fighte mich schon in jeden Zweikampf rein!“ Dabei sind es klar die Außenpositionen, die der Hamburgerin besonders liegen – in der Innenverteidigung werde man sie ganz sicher nie finden, betont sie.

Die Alsteranerin ist eine von den wenigen Spätberufenen im Danas-Team. Obwohl sie alle Jugendteams des DHB durchlief und 2016 auch eine Juniorinnen-WM in Chile bestritt, gelang der Durchbruch im A-Kader erst vor etwa zweieinhalb Jahren. Im drauffolgenden Jahr gehörte sie bereits zum Team von Xavier Reckinger, das in Antwerpen EM-Silber holte, und jetzt schaffte sie sogar beim ersten Mal den Sprung in den Olympiakader für Tokio.

Sicher sei sie sich nicht gewesen, gibt Kira zu, auch weil sie noch im Januar mit einer Knieverletzung ausgefallen war. Doch die Behandlung schlug perfekt an, in der Bundesliga spielte sie bereits die Rückrunde ohne Schmerzen und in den Pro-League-Spielen konnte sie den Bundestrainer offenbar restlos überzeugen: „Ich war wegen meiner Rückennummer die Erste, die angerufen wurde, und habe schon heftig gezittert. Danach habe ich erstmal geheult und der restliche Tag war so unwirklich, als ob er gar nicht stattgefunden hat“, beschreibt die 26-Jährige die Nominierung.

Horn ist eine der Wenigen im Olympiakader, die neben der Leistungssportkarriere voll arbeiten. Beim Hamburger Modelabel Closed hatte sie ihr duales Studium absolviert. Danach wurde sie dort übernommen, arbeitet im Bereich eCommerce. „Das Unternehmen ermöglicht mir, diesen Traum von Olympia zu leben. Meine Aufgaben sind top abgestimmt, nicht allzu viel im Operativen, so dass ich sie flexibel handhaben kann. Dazu gehören ja nicht nur drei Geschäftsführer, die das tragen, sondern auch viele Kollegen, die mich unterstützen. Ohne diesen Support könnte ich das nicht“, sagt Kira dankbar.

Die Nationalspielerin ist immer schon ihre eigenen Wege gegangen, wozu auch gehörte, dass sie nach dem Abitur ein Jahr komplett mit dem Leistungshockey aufhörte und stattdessen in London Praktika machte und dann in Südafrika für die „Alster Grootbos Foundation“, einem Wohltätigkeitsprojekt aus dem Hockeysport für Township-Kinder, mithalf, den zweiten Standort in Hermanus aufzubauen. „Das hat mich geprägt und meine Persönlichkeit weiterentwickelt“, blickt Kira, die schon seit fast zehn Jahren mit dem Alster-Bundesligastürmer Anton Boeckel liiert ist, heute zurück. „Ich glaube nicht, dass ich heute hier bei der EM wäre, wenn ich das nicht so gemacht hätte.“

Doch nun gehört sie fest zum Danas-Team und hat am heutigen Freitag mit die Aufgabe, Spanien im Halbfinale (18.30 Uhr live bei auf der Website und den Digitalkanälen von » Sportschau.de) aus dem Weg zu räumen. „Da gibt es irgendwie wohl ein Abonnement, dass wir immer wieder in Entscheidungsspeilen auf Spanien treffen. Das ist ein gutes Team, gegen das wir zuletzt bei der WM verloren und bei der EM gewonnen haben. Das spielt aber alles keine Rolle mehr. Das ist heute ein Europameisterschafts-Halbfinale – das will man unbedingt gewinnen! Zudem könnten wir in Tokio ab dem Viertelfinale erneut auf sie treffen, und da wäre ein Sieg heute auch psychologisch wertvoll.“

Ehrgeiz genug hat Kira dafür auf jeden Fall. Sie nickt heftig, wenn man sie auf ihren Ehrgeiz anspricht: „Ich versuche immer als zu 100 Prozent zu machen – am liebsten noch ein paar Prozent mehr. So ein Duales Studium macht man ja auch nicht, wenn man eher von faulerer Natur ist, und nebenbei Nationalmannschaft, Bundesliga, eine U21-WM. Letztes Jahr habe ich mir tatsächlich auch mal ein paar Ruhephasen genommen, aber... ein bisschen Stress brauche ich eigentlich immer.“ (Fotos: Ariane Schirle / DHA)

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