Rio: Erste Niederlage kassiertDie DHB-Damen konnten, mit der Viertelfinal-Teilnahme in der Tasche, gegen Spanien nicht gewinnen

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Rio: Erste Niederlage kassiert

Die DHB-Damen konnten, mit der Viertelfinal-Teilnahme in der Tasche, gegen Spanien nicht gewinnen

11.08.2016 - Die Damen des Deutschen Hockey-Bundes haben beim Olympischen Hockey-Turnier von Rio de Janeiro im vierten Vorrundenspiel die erste Niederlage einstecken müssen. Gegen die bis dahin sieg- und punktlosen Spanierinnen unterlag das Team von Bundestrainer Jamilon Mülders etwas überraschend mit 1:2 (1:2). Das deutsche Team konnte dabei einen frühen 0:2-Rückstand nicht mehr aufholen, obwohl der Anschlusstreffer durch Lisa Marie Schütze noch vor der Pause fiel. Das Viertelfinale hatte die DHB-Auswahl allerdings schon vorher sicher erreicht. Vorher folgt aber noch das letzte Vorrundenmatch gegen Gruppenfavorit Niederlande (Sa., 17.30 Uhr).

Bundestrainer Jamilon Mülders: „Das ist eine ganz normale Entwicklung einer so jungen Mannschaft, der jüngsten hier im Feld, bei einem solchen Turnier. Wenn du so früh das Viertelfinale erreichst und alle dicken Spiele gewinnst, die du gewinnen musst, dann sind solche Schwankungen völlig normal. Da machen wir auch gar kein großes Thema draus. Wir machen einen Tag frei, bereiten uns akribisch auf Holland vor. Das ist es! Wir haben trotz der Niederlage ja auch viele Dinge gut gemacht, allerdings nicht konsequent genug zu Ende gespielt. So haben wir Bälle oft zu lange geschleppt und nicht schnell genug gespielt. Das ist kein Drama. Wir sind immer noch im Lot. Das Tagesprogramm geht in aller Ruhe weiter!“
Franzisca Hauke: „Man hat heute schnell gemerkt, dass es für Spanien um alles ging und wir waren im ersten Viertel einfach gar nicht da! Danach haben wir gar nicht so schlecht gespielt, sind aber im letzten Viertel viel zu hektisch geworden. Und dann kommst Du gegen so bissig und aggressiv verteidigende Spanierinnen nicht zum Erfolg! Aber es ist dadurch nichts passiert! Wenn wir in den nächsten Spielen wieder 100 Prozent bringen, was heute nicht der Fall war, dann stehen wir auch wieder besser da!“
Julia Müller: „Wir konnten es heute nicht so auf die Platte bringen, wie wir es eigentlich können und auch wollten. Das müssen wir jetzt schnell abhaken. Ich glaube, dass wir Holland ganz gut ärgern können, wenn am Samstag die Beine und der Kopf wieder lockerer sind!“

Zu Beginn bestimmte das deutsche Team das Geschehen auf dem Platz, wirkte wacher und war präsenter in den Zweikämpfen. Lisa Altenburg prüfte in der 3. Minute vom Kreisrand zum ersten Mal Torhüterin Maria Lopez de Equilaz. Die Hamburgerin sah allerdings wenig später auch die erste Grüne Karte (5.). Die Unterzahl wurde aber schadlos überstanden. Auch gegen einen Schuss von Franzisca Hauke von links war die spanische Schlussfrau zur Stelle (8.).
Dann aber drehte Spanien plötzlich auf, holte dank einer Einzelaktion die erste Strafecke. Lola Riera trat an, Marie Mävers lief den Ball jedoch ab. Es gab die Wiederholung, bei der Xantal Gine sich versuchte. Wieder wurde der Schuss abgeblockt, doch Spanien bekam noch einen dritten Versuch. Kristina Reynolds parierte zunächst den Schlenzer von Riera, war dann allerdings gegen den Nachschuss von Herausgeberin Cristina Guinea chancenlos (9.). Spanien kam danach mit Rückenwind – und legte direkt nach. Julia Müller konnte im eigenen Kreis einen Pass von Carlota Petchamé nicht stoppen. Carola Salvatella nutzte die Gelegenheit, sah sich nur noch der deutschen Schlussfrau gegenüber und schob den Ball unter Reynolds hindurch zum 2:0 ins Tor (11.). Im deutschen Spiel fehlte es in der Folge an der Sicherheit der ersten Minuten, viele Bälle wurden im Spiel nach vorn unnötig abgegeben.

Es lief auch Anfang des zweiten Viertels nicht gleich wieder rund im deutschen Spiel. Dazu holte sich Pia Oldhafer mit Gelb eine allerdings sehr harte Fünf-Minuten-Strafe (16.). Spanien zog sich zurück und lief ein, zwei gefährliche Konter, aber Kristina Reynolds parierte jeweils ohne Mühe. Auf der anderen Seite konnte der Ball in der deutschen Offensive mehrfach nicht richtig verarbeitet werden. Als Charlotte Stapenhorst mal in der Mitte durchbrechen konnte, kam sie zwar nicht zum Abschluss, aber es gab zumindest Strafecke, die nach Video-Überprüfung jedoch wieder zurückgenommen wurde (20.).
Doch direkt der nächste Angriff brachte den Anschlusstreffer. Stapenhorst bediente im Konter Lisa Marie Schütze, die den Ball geschickt über den Schläger einer Abwehrspielerin lupfte und dann mit der Rückhand ins lange Eck traf (21.). Das brachte der deutschen Mannschaft wieder mehr Sicherheit, Charlotte Stapenhorst hatte gleich noch zwei gute Kreisszenen. Jetzt war auch wieder mehr Spielkontrolle da. Cecile Pieper gab mit dem Pausenpfiff noch einen Schuss ab, doch bei Halbzeit lag Spanien weiter knapp vorn.

Die Spanierinnen versuchten es gleich mit druckvollem Spiel, doch die erste nennenswerte Aktion hatte Deutschland, als Lisa Altenburg sich durchgetankt hatte und die erste deutsche Strafecke zugesprochen bekam, die diesmal auch den spanischen Einspruch überstand. Julia Müller probierte es mit dem harten Schlag – aber zu ungenau, zu hoch und links vorbei (33.). Lisa-Marie Schütze forderte in der 36. Minute den Videobeweis an, weil sie ein Fußspiel gesehen hatte. Das brachte eine Strafecke für das DHB-Team ein. Der Schlenzer von Hannah Krüger wurde abgeblockt, aber der Ball blieb beim deutschen Team. Franzisca Hauke brachte ihn dann aber zu gefährlich vor das Tor (36.). Die deutschen Damen erhöhten den Druck weiter und kamen auch wieder öfter in den spanischen Schusskreis, doch zu oft versprang der Ball oder der letzte Pass kam nicht an. So gab es keine weiteren Tore im dritten Viertel.

Wieder brachte ein individueller Fehler eine der wenigen spanischen Chancen zu Beginn des Schlussviertels. Diesmal rutschte Janne Müller-Wieland der Ball durch, sodass Carlota Petchamé zum Abschluss kam, doch Kristina Reynolds parierte stark (47.). Spanien verteidigte aber zumeist die knappe Führung mit allem, was es aufbieten konnte am und im Kreis, und die DHB-Damen taten sich ungemein schwer, die entscheidende Lücke zu finden. Julia Müllers harter Pass in den Kreis wurde zwar ins Tor abgefälscht, aber nicht von einer deutschen Spielerin (54.).
Jana Teschke zog auf rechts aus acht Metern ab, verzog aber knapp (55.). Unglücklich verursachten Müller-Wieland und Krüger die vierte Strafecke für Spanien. Lola Riera trat an, fand aber in der ganz stark mit dem Schläger parierenden Kristina Reynolds ihre Meisterin (56.). Knappe drei Minuten vor Schluss übernahm Nike Lorenz die Torwartrechte von Reynolds. Deutschland so mit einer Feldspielerin mehr auf dem Platz. Die Angriffsbemühungen in der Schlussphase blieben bis auf eine Chance von Pia Oldhafer aus dem Gewühl heraus, die die spanische Torhüterin Lopez de Equilaz abwehren konnte (60.), ohne Durchschlagskraft.

Tore:
0:1 Cristina Guinea (KE, 9.)
0:2 Carola Salvatella (11.)
1:2 Lisa-Marie Schütze (21.)
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Strafecken:
GER 2 (kein Tor) / ESP 4 (1 Tor)

Grüne Karte:
Lisa Altenburg (5.) / ---

Gelbe Karte:
Pia Oldhafer (16.) / ---

Schiedsrichter:
Fanneke Alkemade (NED) / Lin Miao (CHN)

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