Rio: Sieg über einen Favoriten!Die DHB-Damen haben Medaillenkandidat Neuseeland verdient mit 2:1 bezwungen

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Rio: Sieg über einen Favoriten!

Die DHB-Damen haben Medaillenkandidat Neuseeland verdient mit 2:1 bezwungen

Die deutschen Hockey-Damen haben am Montagnachmittag in ihrem zweiten Spiel im olympischen Turnier überzeugend den ersten Sieg eingefahren. Gegen das favorisierte Team aus Neuseeland gelang ein über das gesamte Spiel gesehen verdientes 2:1 (1:1). Die in der Weltrangliste auf Rang vier geführten „Black Sticks“ hatten die Partie zunächst klar dominiert und war verdient in Führung gegangen, doch im zweiten Spielviertel übernahm das deutsche Team die Kontrolle und drehte das Spiel durch Treffer von Pia Oldhafer und Anne Schröder noch zu seinen Gunsten. Am Mittwoch geht es nun um 17.30 Uhr deutscher Zeit gegen Korea weiter.

Bundestrainer Jamilon Mülders: „Das war eine hervorragende Performance heute! Ab dem zweiten Viertel haben die athletisch angeblich so schwachen Deutschen die athletisch so starken Neuseeländerinnen an die Wand gespielt. Das hätte auch noch deutlich höher für uns ausgehen können. Wir müssen die Leistung aber sachlich bewerten: Ja, wir haben als Weltranglisten-Neunter einen Medaillenkandidaten geschlagen, aber wir werden als Weltranglisten-Neunter auch ganz in Ruhe weiterspielen und versuchen, uns immer weiter zu entwickeln. Denn steigern müssen wir uns auch noch weiter, wenn wir hier tatsächlich mitreden wollen!“
Kristina Reynolds: „Das war heute eine überragende Teamleistung! Am Anfang haben wir noch nicht zeigen können, wozu wir fähig sind, aber ab der zweiten Hälfte waren wir athletisch, technisch und taktisch überlegen und haben die an die Wand gespielt!“ Ich hoffe, dass das so weitergeht!“
Selin Oruz: „Also, so richtig Druck habe ich vor dem Spiel nicht empfunden. Natürlich hätten auch wir alle gern gegen China gewonnen. Aber heute konnten wir unsere Qualitäten im Laufe des Spiels allen zeigen. Wir wussten auch, dass wir es schaffen können! Schön ist, dass wir uns nach so guter Leistung am Ende auch mit dem Sieg belohnt haben!“

Das deutsche Team hatte direkt die erste hochkarätige Chance: Jana Teschke eroberte den Ball kurz hinter der Mittellinie, spielte einen Doppelpass mit Charlotte Stapenhorst und kam dann vom Kreisrand mit der Vorhand zum Abschluss. Der Ball strich knapp links vorbei – das hätte durchaus der erste Treffer sein können (1.). In der Folge kam Neuseeland mit seinem schnellen Offensivspiel aber besser in die Partie, machte viel Druck und bekam nach fünf Minuten auch die erste Strafecke. Doch die Stechervariante, eingeleitet von Anita McLaren, misslang.
Wenig später kam Kelsey Smith mit der Rückhand zum Schuss, verzog aber ebenfalls (6.). Weiter klares Übergewicht der Kiwis und Glück für Deutschland, dass auch Sophie Cocks freistehend nicht traf (8.) und McLaren im Konter an Kristina Reynolds scheiterte (9.). Doch der Dauerdruck zahlte sich aus für Neuseeland: Gemma Flynn ließ eine Flanke von links für Petrea Webster durch, die den Ball im Fallen aus drei Metern über die Linie blockte (10.). Die deutsche Abwehr wirkte in dieser Phase etwas überfordert und hätte fast den zweiten Gegentreffer kassiert, doch Gemma Flynns Abschluss ging knapp links vorbei (12.). Lisa Altenburg setzte sich mal über die linke Seite gut durch, drang mit einem Sololauf in den Kreis ein und holte eine Ecke. Als Variante gespielt kam der Ball von Julia Müller zurück auf Herausgeberin Franzisca Hauke, die jedoch zu lange brauchte und geblockt wurde (14.).

Die DHB-Damen zeigten sich weiter beeindruckt, leisteten sich zu Beginn des zweiten Viertels ein, zwei unnötige Fehler im Spielaufbau. Zwar klappte das Pressing nun besser, und insgesamt wirkte das Spiel der Deutschen auch kontrollierter, doch gefährlich in den Kreis kamen sie noch nicht – bis sich Pia Oldhafer ein Herz fasste und den Ausgleich markierte. Deutschland hatte sich ein wenig am gegnerischen Kreis festgesetzt. Hannah Krüger brachte den Ball durch die Mitte in den Kreis auf Oldhafer, die noch zwei, drei Meter nach rechts lief und dann per Vorhandschlag traf (22.). Und Charlotte Stapenhorst hatte vier Minuten später sogar den Führungstreffer auf dem Schläger. Selin Oruz schickte sie mit einem langen Pass in den freien Raum, Stapenhorst lief allein auf Torhüterin Sally Rutherford zu. Im ersten Versuch scheiterte die junge Stürmerin an der neuseeländischen Schlussfrau und im Nachschuss verfehlte sie mit der Rückhand das leere Tor, traf nur den linken Außenpfosten (26.). Jetzt war das Mülders-Team gut im Spiel. Cecile Pieper verpasste vor dem Tor ein Zuspiel von rechts knapp (28.).

Die deutschen Damen spielten zu Beginn des dritten Viertels so konzentriert weiter wie vor der Halbzeitpause und hatten wieder die erste Kreisszene, als Lisa-Marie Schütze auf Marie Mävers passte, die aber nicht richtig zum Stecher kam (32.). Stattdessen gab es auf der anderen Seite Strafecke für Neuseeland. Mävers lief den Schlenzer von Brooke Neal gut ab. Es gab zwar Wiederholungsecke, aber wieder war die deutsche Eckenabwehr gegen Neal zur Stelle (33.). Die Neuseeländerinnen waren nun defensiv sehr gebunden, kamen kaum noch zu ihren gefährlichen Kontern. In dieser Phase wurden ein paar gute Gelegenheiten ausgelassen. Stapenhorst (36.) scheiterte ebenso an Keeperin Rutherford wie Cecile Pieper (38.).
In der 40. Minute nahm Stapenhorst nach Zuspiel von Franzisca Hauke den Ball hoch, konnte am linken Pfosten aber nicht kontrolliert abschließen. Nach einem schnell gespielten Freischlag fand Anne Schröder Marie Mävers vor dem Tor, die jedoch an Rutherford scheiterte (42.). Die Defensive zeigte sich sattelfest, die Offensive lief Angriff auf Angriff in Richtung des Kiwi-Tors. Der Führungstreffer lag praktisch in der Luft gegen Neuseeländerinnen, die jetzt sichtlich Probleme hatten mit dem Spiel der deutschen Damen. In der 44. Minute fiel dann das Tor. Strafecke für Deutschland, Hannah Krügers Schlenzer wurde zwar geblockt, doch der Ball kam noch einmal zu Julia Müller. Die schlug den Ball hart vor das Tor, wo Anne Müller den Schläger reinhielt und per Stecher das verdiente 2:1 markierte (44.).

Die Deutschen hatten das Geschehen weiterhin gut im Griff, ließen die Gegnerinnen kaum mal zum Zug kommen. Stattdessen hatte Deutschland die Riesenchance durch Lisa Altenburg, die aber vom Siebenmeterpunkt nicht platziert genug abschloss (50.). Und direkt in der nächsten Szene verpasste wieder Altenburg ein Zuspiel von Teschke am linken Pfosten (51.). Auf der anderen Seite gab es Strafecke für Neuseeland. Nike Lorenz nahm den Videobeweis, aber die Entscheidung behielt Bestand. Der Schrubber von Elizabeth Keddell wurde jedoch neben das Tor abgefälscht (52.).
Auch ein Eckenschlenzer von Anita McLaren wurde abgelaufen, aber es gab Wiederholung. Diesmal spielte Neuseeland eine 90-Grad-Variante, die Kristina Reynolds gegen Brooke Neale aber parierte (53.). Die Kiwis kamen jetzt noch einmal auf, Reynolds hielt aber erst gegen Anita MacLaren und dann gegen Petrea Webster (55.). Die DHB-Abwehr hatte nun wieder mehr zu tun, hielt aber Stand. Ein langer Pass sollte Charlotte Stapenhorst erreichen, war aber ein bisschen zu lang (59.). Das deutsche Team spielte die Zeit clever runter und stand am Ende dem Spielverlauf entsprechend als verdienter Sieger fest.

Tore:
1:0 Petrea Webster (10.)
1:1 Pia Oldhafer (22.)
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1:2 Anne Schröder (KE, 44.)

Strafecken:
NZL 6 (kein Tore) / GER 3 (1 Tor)

Grüne Karte:
--- / Hannah Krüger (12.)

Schiedsrichter:
Soledad Iparraguirre (ARG) / Lin Miao (CHN)

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