Rio: Honamas bejubeln BronzeDie DHB-Herren gewinnen verdient im Penaltyschießen die vierte Medaille in Folge

2.BL: Letzte EntscheidungenCrefelder HTC, Bonner THV sowie Bietigheimer HTC holten die drei noch offenen Plätze

Sportdirektor: Menke-Salz berufenDer Vize-Weltmeister von 2010 tritt die Stelle beim DHB zum 1. Januar 2021 an

Special Olympics World GamesDHB bewirbt sich mit Specialhockey als Demonstrationssportart für Berlin 2023

····

Rio: Honamas bejubeln Bronze

Die DHB-Herren gewinnen verdient im Penaltyschießen die vierte Medaille in Folge

Die deutschen Herren haben sich in einem dramatischen Spiel um Platz drei bei den Olympischen Spielen in Rio die Bronzemedaille geholt – nach Bronze 2004 und Gold 2008 und 2012 die vierte olympische Medaille in Folge! In einem einseitigen Spiel, das die DHB-Herren in allen Belangen dominierten, mussten sie trotzdem einen 0:1-Rückstand durch Mats Grambusch ausgleichen, so dass das Spiel im Penaltyschießen entschieden wurde. Und da zeigte Keeper Nicolas Jacobi seine ganze Klasse. Während alle Deutschen trafen, hielt er zwei Penaltys, so dass Moritz Fürste in seinem letzten Spiel in der Nationalmannschaft als letzter Schütze gar nicht mehr antreten musste.

Bundestrainer Valentin Altenburg: „Diese Medaille bedeutet uns jetzt alles! Ehrlich gesagt, zwischendurch auch schon mal nichts! Wir hatten zwischendrin das Gefühl, wir haben es verbockt und waren wahnsinnig enttäuscht! Die Jungs haben einen riesen Job gemacht, sich zurückzubringen und wieder aufzurichten! Wir sind hierhergekommen, um etwas zu gewinnen und etwas mitzunehmen. Darauf haben wir uns heute eingeschworen, und es war unglaublich beeindruckend von der ersten Minute an, wie man das auf dem Platz auch gesehen hat. Das waren keine leeren Worte! Da hat jeder für jeden gekämpft und auch die, die schon mal Gold gewonnen haben, haben genauso alles gegeben, wie die, die das erste Mal hier sind!“
Tobias Hauke: „Wir haben uns als Mannschaft super supportet auf dem Platz! Wir haben den Teamgeist heute perfekt auf den Platz gebracht und auch absolut verdient gewonnen. Und das ist die Hauptsache, dass wir das Ding jetzt haben! Und da gilt es auch all die mit einzubeziehen, die am Ende nicht nominiert wurden und zuhause bleiben mussten. Auch die haben ihren Anteil, haben mit daran gearbeitet!“
Christopher Rühr: „Ich kann mir gerade nicht Schöneres vorstellen, als genau mit diesem Team diese Medaille gewonnen zu haben! Es gibt kaum Sportler, die das Privileg eines Medaillengewinns bei Olympia erleben dürfen! Das ist etwas ganz Besonderes und macht mich unglaublich stolz! Heute wollte jeder einzelne von uns diese Medaille ein bisschen mehr als jeder einzelne von Holland – und deshalb haben wir sie uns auch völlig verdient geholt!“

Die Deutschen hatten sich viel vorgenommen, das merkte man, so hatte Mats Grambusch schon nach dem ersten längeren Angriff eine gute Schusschance, verfehlte den Ball aber direkt vor Tor (2.). Auf der anderen Seite hatte dann aber auch Mirco Pruijser schon in der 3. Minute eine Chance, als er aus der Drehung links neben das Tor schlug. Doch die größte Chance erarbeitete Niklas Wellen, als er über die rechte Grundlinie komplett durchgegangen war, aber sein Rückpass Florian Fuchs so eben nicht erreichte (4.). Croon versuchte es dann auf der anderen Seite mit einem Stecher, verfehlte das Tor aber auch noch deutlich links (8.). Häner dann mit langem Anspiel, aber Stockmann sah den Stecher von Grambusch früh und parierte.
Rühr holte in der 10. Minute dann die erste Ecke fürs DHB-Team. Moritz Fürste schlenzte aber halbhoch rechts am Tor vorbei. Und auch nach schnellem Wiedergewinn des Balles, konnte Grambusch gegen mehrere Holländer rechts im Kreis kein Kapital schlagen. Das deutsche Team auf jeden Fall mit mehr Ballbesitz und auch mehr vom Spiel, mehr Chancen in diesem ersten Viertel. Dann wurde Fuchs genial in den Kreis freigespielt, ließ Stockmann aussteigen, aber konnte dann den Ball nicht mehr am letzten Verteidiger vorbeibringen. Stockmann hatte den Deutschen aber auch an den Beinen getroffen, ein Vorteil war das nicht, es hätte Siebenmeter geben müssen! Dann hätte auch noch Wellen in einem letzten Konter vielleicht eher den Blick für Rühr haben müssen, als es selbst aus vollem Speed per Handgelenkschlenzer zu versuchen.
Auf jeden Fall eine großartige Leistung bis dahin, die auch verdient gehabt hätte, mit einem Tor gekrönt zu sein. Die Niederländer kaum mit guten Aktionen, stark unter Druck! Sie versuchten das mit mehr Ballbesitz nach der Pause zu ändern. Hertzberger kam in der 18. Minute mal aus der Drehung zum Schlag, schoss aber links daneben. Im Gegenangriff wurde Fürste von Bakker gefoult, sah Grün. Nach einer Flanke in den Kreis nahm das DHB-Team den Videobeweis, um sich eine Ecke für ein Fußspiel zu holen. Dem wurde stattgegeben (19.).
Mit ganz viel Glück konnten die Europameister diese Ecke entschärfen, bei der es zwei Nachschusschancen gab. Den Konter fing Wesley ganz stark ab. Das DHB-Team blieb bestimmend und machte Druck auf tiefstehende Niederländer. Fuchs wurde in der 23. Minute von Baart gefoult, es gab die dritte Ecke. Bei der 90-Grad-Variante schlenzte Fürste jedoch Oruz ab – auch die gute Chance nicht genutzt. Hertzbruch hatte nach starkem Konterlauf von Wellen die nächste gute Chance! Das Führungstor wäre überfällig und längst verdient gewesen. Denn auch hinten war es bislang eine einwandfreie Leistung!
Croon dann mit einer unfairen Aktion – schlenzte Müller an der Mittellinie aus einem Meter voll auf die Hand. Zum Glück konnte der Kölner weiterspielen. Erneut Hertzbruch mit einer grandiosen Aktion, als er über links auf der Linie durchlief und nur auf Kosten einer Ecke gestoppt werden konnte. Aber erneut keine Belohnung, denn Tom Grambuschs Schlenzer ging über das Tor (28.). Mit ganz viel Glück überstanden die Niederländer ein starkes Powerplay des DHB-Teams in der Schlussphase. Das 0:0 zur Pause war mehr als schmeichelhaft für den Europameister, der in allen Belangen unterlegen war.
Das deutsche Team machte da weiter, wo es aufgehört hatte – es berannte den holländischen Kreis. Doch dann nutzten die Niederländer ihre erste Torchance zur Führung. Croon ging über der Linie durch und tunnelte Jacobi auch noch, weil er selbst den Ball gar nicht voll traf – unverdienter ging es eigentlich nicht (35.). Die Deutschen ließen sich nicht beeindrucken, gingen sofort wieder ins Powerplay. Rühr hatte dann vor Stockmann sie nächste Großchance, konnte sie aber wieder nicht nutzen (39.).
Die Holländer zum Teil mit Befreiungsschlägen und -schlenzern. Und dann nutzte Martin Häner nach Ballverlagerung den entstehenden Raum großartig, ging in den Kreis und schon an Stockmann vorbei Richtung Tor, wo Mats Grambusch den Ball noch einmal berührte. Endlich stand es 1:1 (41.). Doch im Gegenangriff zog sich das Oranje-Team die erste Ecke der Partie. Jacobi parierte den Schlenzer von van der Weerden aber gut. So ging es wieder in die gleiche Richtung – Richtung niederländischer Kreis. Nach großartigem Schlenzer von Fürste über den ganzen Platz hatte Rühr die nächste Riesenchance, scheiterte aber erneut an Stockmann.
Es ging mit dem Stand von 1:1 ins letzte Viertel – gefühlt verdient gewesen wäre ein 3:0 oder 4:0. Doch so blieb es spannend. Wesley hatte in der wieder offensiv geführten Anfangsphase die Riesenchance, doch Stockmann hatte die kurze Ecke geahnt (48.). Mats Grambusch musste dann kurz draußen behandelt werden. Holland danach mal mit längerem Ballbesitz am Kreis, aber nur auf harte Bälle durch die Mitte bedacht. Servetto gab dann in der 49. Minute eine umstrittene Ecke für Holland, gegen die die Deutschen aber keinen Videobeweis nahmen. Jacobi und Linus Butt hielten jedoch gemeinsam auf der Linie (50.).
Schade, dass Wesley eine gute Konterchance verstoppte (51.). Holland in dieser Phase erstmals etwas druckvoller. Doch die Deutschen danach wieder dominant. In der 54. Minute nahm das DHB-Team den Videobeweis für eine Ecke nach Fußspiel. Und sie bekamen Recht. Doch Fürstes Schlenzer wurde abgelaufen. Die Deutschen blieben aber am Kreis. Kurz danach setzte sich Hauke links im Kreis durch, aber in der Mitte fälschte ein Holländer den Ball noch raus. Doch Herzbruch holte die nächste Ecke (55.). Erneut parierte Stockmann. Und dann bekam Butt den Ball frei am linken Pfosten, hatte alle Zeit, aber Stockmann hielt Weltklasse.
Ein Ballverlust von Häner am Kreis brachte nochmal Gefahr. Verga verpasste direkt vor Jacobi eine gute Chance (57.). Nach Konter Deutschland auch Konter Holland – es ging hin und her. Jacobi hielt gegen Bakker stark (59.). Holland presste jetzt. Die Deutschen mussten alles aufbieten! Auf jeder Seite geriet ein Pass nochmal zu hoch auf dem Weg in den Kreis und wurde abgepfiffen. Somit blieb es beim 1:1 – das Penaltyschießen musste entscheiden!

Penaltyschießen:
Billie Bakker scheiterte an Jacobi und sein Nachschuss ging nicht innerhalb der acht Sekunden über die Linie.
Tobias Hauke brachte das DHB-Team mit 2:1 in Führung.
Robbert Kempermann machte es clever, konnte in letzter Sekunde treffen. 2:2.
Mats Grambusch vollendete völlig cool zum 3:2.
Hertzberger traf mit der Rückhand stark zum 3:3.
Timm Herzbruch traf ebenfalls völlig unbeeindruckt zum 4:3.
Seve van Ass überwand Jacobi zum 4:4.
Linus Butt traf erst im Nachschuss zum 5:4.
Sander de Wijm musste treffen, scheiterte aber an Jacobi.
Und somit holte Deutschland Bronze.

Tore:
-
--------------
1:0 Jorrit Croon (35.)
1:1 Mats Grambusch (41.)

Strafecken:
NED 2 (kein Tor) / GER 6 (kein Tor)

Grüne Karten:
NED 1 / -

Schiedsrichter:
Marcello Servetto (ESP) / Martin Madden (GBR)

Hauptpartner

Premium-Partner

 

 

Pool-Partner