Knapp an der Sensation vorbeiFIH Pro League Grand Finals, Amsterdam, Halbfinale: Niederlande - Deutschland 2:1 (0:1)

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DANAS: Sensation gegen Weltmeister knapp verpasst

FIH Pro League Grand Finals, Amsterdam, Halbfinale: Niederlande - Deutschland 2:1 (0:1)

27.06.2019 - Die deutschen Damen haben im Halbfinale des FIH Pro League Grand Finals in Amsterdam gegen Weltmeister Niederlande eine Überraschung nur ganz knapp verpasst. Die Deutschen führten bis acht Minuten vor Ende durch einen Eckentreffer von Rebecca Grote mit 1:0, ehe die Gastgeberinnen in einer Überzahlphase durch Frederique Matla und Lidewij Welten noch das Match drehten. Das zweite Halbfinale gewann Australien mit 4:3 nach Penaltyschießen (1:1; 1:1) gegen Argentinien.

Die Niederlande und Australien treffen am Samstag, 29. Juni, um 17 Uhr an gleicher Stelle also im Endspiel aufeinander. Das Spiel um Platz drei zwischen Argentinien und Deutschland beginnt um 14.30 Uhr (alles live bei DAZN).

Bundestrainer Xavier Reckinger: „Am Ende ist der Sieg für Holland verdient. Wir haben über weite Strecken gut verteidigt, aber es am Ende in der Druckphase nicht mehr geschafft, die Ruhe zu bewahren. Es ist schade, denn wir haben vieles sehr gut gemacht, dass wir es nicht über die Zeit bringen konnten. Es sind nur zwei, drei Fehler am Ende, die uns den Sieg kosten – das ist auf dem Level so. Und wir müssen das als ganz wichtige Erfahrung mit auf den Weg zur EM nehmen.“
Selin Oruz: „Zurzeit überwiegt die Enttäuschung, denn wir hätten hier mehr mitnehmen können. Endlich haben wir mal gut angefangen, gehen durch die schöne Ecke auch in Führung. Dann machen wir das 2:0 nicht, als wir die Chance dazu hatten. Letztlich kriegen wir zwei unglückliche Gelbe Karten und fangen in Unterzahl noch die zwei Tore. Gefühlt war heute einfach mehr drin.“
Cecile Pieper: „Es ist echt bitter! Wir liegen 1:0 vorn, durch ein ganz starkes erstes Viertel Ende der ersten Halbzeit haben wir offensiv nicht mehr soviel entlastet, mussten uns da aus Hemd und Hose verteidigen. Insgesamt halten wir eigentlich gut dagegen, kriegen aber am Ende noch die zwei unnötigen Gegentore. Doch wir nehmen die Erkenntnis mit, dass – wenn wir unsere Lehren daraus ziehen – wir die Niederländerinnen bei der EM auch schlagen können.“

Die Gastgeberinnen machten früh Druck, wussten natürlich von den häufigen frühen Gegentoren der Deutschen in der Startphase. Keeperin Nathalie Kubalski musste nach 20 Sekunden erstmals ran und klärte gut. Doch dann die DANAS stark im Vorwärtsgang. Anne Schröder ging rechts in den Kreis und schließlich musste auch Anne Veenendaal erstmals all ihr Können zeigen, um den Rückstand für Oranje zu vermeiden (3.). Der Druck der Gastgeberinnen nahm zu, aber die DANAS verteidigten am eigenen Kreis sehr geschickt.
In der 13. Minute zog Anne Schröder gut Richtung Kreis und nahm, als ein Pfiff ausblieb, erfolgreich den Videobeweis, um sich die erste Strafecke zu holen. Und den Schlenzer schweißte Rebecca Grote links oben platziert zum 0:1 (14.) in den Winkel, so dass Veenendaal, obwohl sie im richtigen Eck stand, ihn nicht halten konnte. Damit ging das erste Viertel, das die Deutschen absolut auf Augenhöhe bestritten hatten, nicht unverdient an das Reckinger-Team.
Obwohl die Niederländerinnen den Druck erhöhten, hielt die gute Defensive der Deutschen weiter stand. In der 21. Minute sah Xan de Waard Grün für ein Stockfoul, so dass die Deutschen kurz in Überzahl waren, bis auch Hannah Granitzki Grün sah (22.). Van Geffen hatte den ersten Torschuss für Oranje in der 23. Minute verzog aber deutlich links. 20 Sekunden vor Ende gab die Neuseeländerin Siebenmeter für Holland, weil Granitzki den Ball hoch an den Körper bekam. Schröder nahm dagegen erneut erfolgreich den Videobeweis wegen vorheriger Behinderung durch eine Angreiferin und verhinderte damit den Siebenmeter, so dass es mit der Führung in die Pause ging.

Der Druck von Oranje nahm nach der Pause weiter zu, aber das gute Defensivspiel der Deutschen setzte sich fort, die kaum etwas zuließen. Am Kreis war spätestens Schluss. Dennoch fehlte jetzt etwas die Entlastung, weil die Kugel nun oft auf Höhe Mittellinie wieder verloren wurde. Kubalski musste einmal bei einer Flanke von Verschoor mit dem Schläger klären, damit es am langen Pfosten nicht gefährlich wurde (38.). Dann kam erneut Verschoor dieses Mal frei zum Schuss, aber Kubalski hielt bravourös (41.). Kurz darauf wieder Kubalski mit einem starken Reflex bei einem geblockten Ball, war jetzt ein wichtiger Rückhalt in der Druckphase.
Doch dann kamen auch die DANAS wieder gefährlich in den Kreis. Josine Koning, die nach der Pause das Tor hütete, rettete gegen Kira Horn. Doch der nächste Flankenball brachte die zweite deutsche Ecke, die Koning etwas glücklich hielt (42.). Pia Maertens hatte dann das 0:2 auf dem Schläger, als sie einen Ball mit 3D-Dribbling vor Tor trug und Koning den Volley irgendwie noch links neben das Tor lenkte. Das zweite deutsche Tor lag mehrfach in der Luft, bis Oranje nach einem Fehlpass von Anne Schröder konterten konnte.
Nach einer Karte gegen Viktoria Huse musste das DHB-Team die Schlussphase des dritten Viertels in Unterzahl überstehen, schaffte das aber mit gutem Einsatz. Und auch in den ersten Minuten des letzten Viertels gelang es, die Gastgeberinnen weitgehend aus dem eigenen Kreis rauszuhalten. Und dann hielten sie den Ball gut mit Angriffshockey vorn, spielten konstruktiv mit. Wegen angeblich absichtlichen Fußspiels gab es dann eine Gelbe Karte gegen Elisa Gräve, und die Überzahl nutzte Oranje sofort aus und kam durch Frederique Matla zum 1:1 (52.), die einen Ball von Verschoor unhaltbar per Block ins lange Eck beförderte.
Nun war das DHB-team natürlich unter Druck. Die schottische Unparteiische gab in der 55. Minute die erste Ecke für Oranje, als Granitzki den Abstand nicht eingehalten haben sollte, aber Kubalski holte Matlas Schlenzer mit toller Parade oben aus dem Schlägereck. Ein Linksangriff brachte schließlich das 2:1 durch Lidewij Welten, die links im Kreis von Veen einen Rückpass annahm und aus der Drehung ins lange Eck traf (56.). Das DHB-Team musste nun, immer noch in Unterzahl, den Rückstand egalisieren.
Holland verhinderte eine Ecke in der 57. Minute per Videobeweis. Reckinger nahm dann Kubalski vom Platz. Eine erneut sehr harte Gelb-Entscheidung der Schottin gegen Hannah Granitzki löste die künstliche Überzahl aber auf. So nahm das Powerplay keine Fahrt mehr auf und der Weltmeister brachte die Partie clever über die Zeit. (Fotos: worldsportpics.com)

Tore:
0:1    Rebecca Grote (KE, 14.)
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1:1    Frederique Matla (52.)
2:1    Lidewij Welten (56.)

Strafecken:
NED 1 (kein Tor) / GER 2 (1 Tor)

Grüne Karten:
NED 1 (de Waard) / GER 2 (Granitzki, Huse)

Gelbe Karten:
NED keine / GER 2 (Gräve, Granitzki)

Schiedsrichter:
Amber Church (NZL) / Sarah Wilson (SCO)

Videoschiedsrichter:
Marcin Grochal (POL)

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