DANAS: Leonas mutig gezähmtWorld-League-Turnier in Johannesburg, Halbfinale: Deutschland – Argentinien 2:1 (2:1)

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DANAS: Die Las Leonas mutig gezähmt und nun im Finale!

World-League-Turnier in Johannesburg, Halbfinale: Deutschland – Argentinien 2:1 (2:1)

20.07.2017 - Die deutschen Damen haben bei der World League in Johannesburg das Finale erreicht – und das mit einer Glanzleistung gegen den Weltranglisten-Dritten Argentinien, den die DANAS fast über die gesamte Zeit dominierten. Youngster Naomi Heyn brachte die Deutschen in Führung und, nach dem zwischenzeitlichen 1:1 per Strafecke, war es Charlotte Stapenhorst, die kurz vor der Halbzeit schon den Siegtreffer beisteuerte. Im 250. Länderspiel von Kapitänin Janne Müller-Wieland erreichte die Mannschaft dadurch das Endspiel am Sonntag um 15.30 Uhr gegen die USA, die Olympiasieger England im Penaltyschießen bezwang. (Fotos: worldsportpics.com)

Bundestrainer Jamilon Mülders: „Gratulation an meine Mannschaft! Wir sind mit einem sehr jungen, unerfahrenen, mit ein paar Routiniers gespickten Team hier hingefahren. Die Mannschaft ist in kürzester Zeit zusammengewachsen, hat gelernt, sich entwickelt und ganz viel Verantwortung übernommen. Heute haben wir das gesamte Spiel dominiert, mit einer überragenden Julia Ciupka im Tor, die immer da war, wenn es nötig war. Denn ein Team wie Argentinien kannst Du nicht über 60 Minuten komplett ausschalten. Die haben auch viele tolle Sachen gemacht. Das war heute das fünfte Halbfinale bei einem internationalen Turnier in Folge und nun kommt das erste Finale für uns. Fest steht aber: Es gibt erneut eine Medaille fürs deutsche Damenhockey!“
Marie Mävers: „Wir sind mega happy! Es ist so toll, dass wir endlich mal wieder ein Halbfinale gewonnen haben – das hatten wir uns so sehr vorgenommen. Und der Plan war einfach gut, den wir hatten. So mutig wie heute haben wir noch nie gespielt, und das gegen solch ein Weltklasse-Team. Und deswegen sind wir auch völlig zurecht als Sieger vom Platz gegangen, denn wir waren das klar bessere Team. Ich bin unglaublich stolz auf die Mädels, vor allem auch auf die Jungen, die das bärenstark gemacht haben.“

Die Deutschen spielten von Beginn an munter mit dem Favoriten mit und holten sich sogar die erste Ecke der Partie. Mit einer schönen Variante auf das rechte Stopper-Pärchen scheiterte man aber, weil eine Argentinierin noch dazwischenkam (3.). Wenig später gab es aber auch erste Ecke für die Las Leonas, als Nike Lorenz am Kreis zu hart einstieg (5.). Der Ball ging aber rechts am Tor vorbei. Die Anfangsphase gehörte ansonsten den DANAS, die den Kreis Argentiniens regelrecht belagerten. So gab es in der 6. Minute die zweite Ecke und die führte zum Erfolg. Dieses Mal gab es das Abspiel auf die Rausgeberin Franzisca Hauke und deren Querball brachte Naomi Heyn zum 1:0 über die Linie.
Argentiniens Versuch, das per Videobeweis anzufechten, hatte keinen Erfolg. Argentinien machte nun selbst mehr Druck, hatte aber noch wenig Durchsetzungskraft. Doch nach einem Stockfoul von Huse gab es die zweite Ecke für den Weltranglisten-Dritten (9.). Julia Ciupka hielt Noel Barrionuevos Schlenzer aber gut. Dann gab es eine umstrittene nächste Ecke (10.). Und als Joubert erneut Ecke pfiff, nahm Mävers den Videobeweis dagegen, was aber keinen Erfolg hatte. Man verlor dadurch das Anrufungsrecht. Es war – wie schon häufig in diesem Damen-Turnier – erneut eine kritische Videoentscheidung, denn in den Zeitlupen, war eine Fußberührung der UHCerin nicht zu erkennen.
Die Ecke wurde jedoch verstoppt. Deutschland konnte sich danach wieder gut befreien. Dann sah Naomi Heyn Grün wegen nicht eingehaltenen Abstands (14.), das DHB-Team in der Schlussphase dadurch in Unterzahl. Man kam aber nicht mehr in Gefahr bis zur Viertelpause. Die Las Leonas holten noch in Überzahl die nächste Ecke direkt nach der Pause (16.). Dieses Mal packte Argentinien eine sehenswerte Variante aus und traf per Stecher von Lucina von der Heyde zum 1:1-Ausgleich. Doch die zurückkehrende Heyn hätte nach Rechtsangriff fast sofort die Führung zurückgeholt, als sie rechts im Kreis frei zum Schuss kam und Belen Succi nur mit einer Klasseparade (17.) retten konnte.
Kurz darauf dribbelte sich Hanna Granitzki von rechts in den Kreis und prüfte Succi mit einem hohen Schuss aufs kurze Eck (18.). Das DHB-Team weiter mehr als voll auf Augenhöhe mit dem Südamerika-Champion. Nach Foul an Marie Mävers gab es die nächste Ecke für die DANAS (21.). Der Schlenzer von Lorenz traf aber Teresa Martin Pelegrina, die vor ihr kreuzte. Als Gomez Mävers aus zwei Metern abschlenzte, musste die UHCerin mit einer Platzwunde an der Augenbraue draußen behandelt werden. Glück dann, als Jankunas am deutschen Kreis freigespielt wurde, aber die junge Argentinierin sich selbst den Ball an den Fuß spielte.
Teschke holte in der 24. Minute die nächste Ecke, die aber schlecht rauskam. Trotzdem setzte sich das DHB-Team vorne am Kreis wieder fest. Pieper kreierte mit tollem Solo die nächste Großchance, fand aber keinen Abnehmer. Argentinien kam kaum noch aus dem eigenen Viertel. Es ging nur noch in eine Richtung – aufs argentinische Tor. Barrionuevo sah 30 Sekunden vor der Pause Grün, und das DHB-Team nutzte diese Überzahl sogar noch, als der Ball von rechts über die an der Augenbraue schon genähte Mävers auf Stapenhorst direkt vor Tor gepasst wurde, die sich mit einer Drehung befreite und zum 2:1 (30.) ins rechte untere Eck einschob.

Diese Führung war durchaus verdient für die DANAS, die deutlich mehr Spielanteile hatten und den Las Leonas erhebliche Probleme bereiteten. Und so ging es auch erstmal weiter. Elisa Gräve scheiterte aus spitzem Winkel links im Kreis aus kurzer Distanz an Keeperin Succi (31.). Das DHB-Team weiter im Vorwärtsgang, Argentinien erst in der 36. Minute mal wieder im Kreis der Deutschen – das passierte meist über rechts, war aber im Spiel vor Tor zu ungenau. Es fiel den „Löwinnen“ kaum etwas ein im Vorwärtsgang. Die Deutschen fingen ganz viele Bälle bereits im Mittelfeld ab, ließen so gut wie nichts zu. Ein Zufallsprodukt war es dann auch eher, als Trinchinetti vorm leeren Tor den Ball nicht traf (41.) – die erste wirkliche Chance für Argentinien seit Langem.
Ähnlich erging es leider auch Mävers, als sie kurz darauf am linken Pfosten gut freigespielt wurde, aber am Ball vorbeischlug (42.). Hinten hatten Janne Müller-Wieland in ihrem Jubiläumsspiel und Nike Lorenz alles im Griff, standen souverän. So stand es nach drei Vierteln weiter verdient 2:1 für die DANAS. Und die blieben das bestimmende Team, obwohl die Leonas ja jetzt eigentlich kommen mussten. Magdalena Fernandez hatte dann mal eine Chance in der 48. Minute, traf aber rechts im Kreis den Ball nicht voll.
Succi rettete dann in Weltklasse-Manier gegen Gräve, die rechts im Kreis vor ihr auftauchte und sie zu überchippen versuchte (51.). Die Südamerikanerinnen hatten riesige Probleme mit dem Pressing der Deutschen, die viele Bälle so schon vor der Mittellinie abfingen. Wortmann und Gräve zogen dann die nächste Ecke für ihr Team (54.). Die wurde verstoppt, aber Amelie Wortmann kam zum Nachschuss und Succi lenkte die Kugel über die Latte (55.). Argentinien kam gar nicht richtig zur Schluss-Offensive. Erst ein langer Schlenzer auf Delfina Merino brachte eine Chance, doch Ciupka lenkte Merinos Rückhand-Granate mit dem Handschuh weg (57.).
Drei Minuten vor Ende nahm Coach Agustin Corradini Succi vom Platz und ließ von der Heyde als Feldspielerin mit Torwartrechten spielen. Nobis hatte aus zu spitzem Winkel die Riesenchance auf die Entscheidung, verfehlte das leere Tor aber knapp. Merino holte im nächsten Angriff die nächste Ecke für ihr Team heraus (58.). Die Variante auf den rechten Pfosten misslang jedoch. Sutton gab dann Müller-Wieland Grün für Zeitspiel. Im Konter aber war es Nobis erneut mit einem Eins-gegen-Eins gegen van der Heyde, was aber kein Erfolg hatte.
Es war eigentlich alles vorüber, als Sutton eine völlig überzogene letzte Ecke gab. Die wurde geklärt und abgepfiffen. Dann nahm Argentinien zwar noch einmal eine Videoentscheidung dagegen, man konnte aber deutlich keinen Fuß einer Deutschen sehen, sondern lediglich von einer Argentinierin. Und deshalb stand das Ergebnis fest.

Tore:
1:0      Naomi Heyn (KE, 6.)
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1:1      Lucina von der Heyde (KE, 16.)
2:1      Charlotte Stapenhorst (30.)
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Ecken:
GER 3 (1 Tor) / ARG 6 (1 Tor)

Schiedsrichterinnen:
Michelle Joubert (RSA) / Suzi Sutton (USA)

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