Dem Weltmeister unterlegenEuropameisterschaft der Damen in Antwerpen, Finale: Deutschland - Niederlande 0:2 (0:1)

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DANAS: Gegen den Weltmeister unterlegen

Europameisterschaft der Damen in Antwerpen, Finale: Deutschland - Niederlande 0:2 (0:1)

25.08.2019 - Die deutschen Damen mussten sich am Sonntag in Antwerpen mit EM-Silber zufriedengeben. Zwar ließ das Team von Xavier Reckinger bei großer Hitze hinten nur ganz wenige Chancen von Weltmeister Niederlande zu, kam aber vorn im gesamten Match zu zuwenigen eigenen Großchancen. Der Weltmeister war mit einem sehenswerten Stechertor von Kelly Jonker kurz vor Ende des ersten Viertels in Führung gegangen. Zwar konnten die DANAS das Match danach bis zum Ende offenhalten, kreierten aber zu wenig Gefahr vorm Tor der Holländerinnen. Das 0:2 fiel erst kurz vor Ende, als die Deutschen für ein Powerplay in der Schlussphase die Keeperin für eine elfte Feldspielerin vom Platz genommen hatte. Pia Maertens wurde nach der Partie zur besten Nachwuchsspielerin der EM gekürt. (Fotos: DHA / Ariane Schirle)

Bundestrainer Xavier Reckinger: „Holland war heute besser am Ball als wir. Wir haben richtig gut verteidigt, haben sie gut gestoppt. Was uns heute gefehlt hat, war, dass wir noch mehr Chancen erarbeiten. Das müssen wir mitnehmen, auch wenn wir noch einen Schritt näher an Holland herangekommen sind. Aber obwohl ich sehr enttäuscht bin, dass wir den ganz großen Schritt heute noch nicht machen konnten, bin ich auch unfassbar stolz auf die Mannschaft.“
Kapitänin Janne Müller-Wieland: „Es war grundsätzlich eine positive EM für uns. Wir haben uns da gut durchgekämpft. Auch heute haben wir Holland stark aus dem Kreis rausverteidigt. Ciupi hatte in der zweiten Hälfte kaum etwas zu tun. Das muss man erstmal schaffen gegen Holland – da habe ich ganz andere Spiele schon erlebt. Wir müssen aber noch mehr Chancen entwickeln und Kreisszenen, vielleicht auch mal den Videobeweis nehmen in Pias Kreisszene am Ende.  Klar, hätten wir uns heute gern mit dem Titel belohnt und auch die direkte Olympiaqualifikation geholt, aber ich sehe es eher so: Gebt uns noch das nächste Jahr Zeit bis Tokio – dann ist noch mehr drin.“
Julia Sonntag: „Erst ist die Enttäuschung natürlich groß. Wir haben zwar ein richtig gutes Finale im Defensivbereich gemacht. Aber uns fehlte heute die Offensive. Du kannst gegen Holland nicht bis zum Ende nur verteidigen, sondern brauchst auch eigene Chancen. Das fehlte heute eben.“
Hanna Granitzki: „Wir haben phasenweise gut mitgespielt, aber hatten eben auch Phasen, in denen wir hinten reingedrückt wurden. Wir nehmen die gute Halbfinalleistung mit, auch aus dem Endspiel, weil wir Holland defensiv sehr gut bespielt haben, kaum etwas zugelassen haben. Insgesamt bin ich sehr stolz auf das Team und freue mich sehr auf die nächsten Jahre mit den DANAS!“

Der Weltmeister begann mit Druck und spielte nach vorn, aber die Deutschen standen gut und kamen auch zu eigenen Offensivaktionen. Und daraus resultierte die erste Ecke in der 3. Minute, erarbeitet von Elisa Gräve, die als Variante von der rechten Seite gefährlich wurde, aber vor Tor nicht verwertet wurde. Der Druck des Weltmeisters wurde dann etwas stärker, ohne dass Oranje aber mal zum Abschluss kam (7.). In der Phase funktionierte aber das eigene Offensivspiel nicht, weil die Bälle zu früh verloren wurden.
In der 9. Minute die erste Ecke für Holland, aus der eine zweite resultierte, die aber hoch daneben ging. Der Druck wurde zu hoch. Ein paar Mal retteten die Deutschen gut, aber dann kam ein harter Ball in den Kreis, den Kelly Jonker vor Janne Müller-Wieland erreichte und unhaltbar unter die Latte stach (12.). Kurz darauf wieder Ecke und Wiederholungsecke für Holland (13.), doch ein Stecherversuch ging klar daneben.
Dann musste Anne Schröder für ein Tackling auf die Strafbank. In Unterzahl war es natürlich noch schwieriger, zu eigenen Aktionen zu kommen. Die Deutschen hatten ein wenig Glück, dass sich der Weltmeister bei zwei frühen Chancen im zweiten Viertel ungeschickt anstellte, so dass die Unterzahl ohne Schaden überstanden wurde. Es fehlte nach wie vor die Entlastung vom Dauerdruck. Bei einer Kreisszene links fand man keinen Abnehmer in der Mitte.
Rebecca Grote bekam dann eine harte Grüne Karte, als eine Holländerin durch sie durchrannte (24.). Doch die Deutschen überstanden auch die Unterzahl relativ sicher. Eine Riesenchance dann für Hannah Gablac, die sich nach langem Anspiel durch zwei Gegenspielerinnen behauptete und an Keeperin Anne Veenendaal scheiterte (28.).

Nach dem Wechsel hatten die Deutschen eine gute Offensivphase, aber eine Flanke von rechts rutschte knapp an zwei Stürmerinnen vorbei. Kurz darauf guter Angriff über Nike Lorenz, doch Amelie Wortmann machte rechts am Tor zu wenig aus ihrem Ballbesitz. Laurine Delforge pfiff im direkten Konter Ecke für Holland gegen die die Deutschen erfolgreich die Videoschiedsrichterin wegen gefährlichen Spiels anriefen (33.).
Dann sah mal mit Maria Verschoor eine Holländerin wegen nicht eingehaltenen Abstands Grün (35.). Die Deutschen kamen in Powerplay-Position, aber konnten keine Großchance am Kreis kreieren. Im Konter retteten Julia Sonntag und Sonja Zimmermann gemeinsam stark. Dann bekam Pia Maertens am Kreis einen Ball aus drei Metern aufs Knie geschossen, doch Sarah Wilson gab Freistoß gegen sie – unglaublich. Zum Glück konnte der entstehende Konter entschärft werden.
Es war großes Bemühen erkennbar, selbst nach vorn zu kommen, aber oft war der entscheidende Pass etwas zu ungenau, wie bei Lena Micheel, die sich rechts am Kreis stark durchgesetzt hatte, aber ihre Flanke gefährlich hoch in eine Abwehrspielerin schlug (43.). Sonntag klärte brillant gegen einen hohen Rückhandschuss aus spitzem Winkel. Dann rutschte vorn eine gute Rechtsflanke ganz knapp über ein deutsches Brett direkt vor Tor. Das Match war in dieser Phase absolut ausgeglichen.
Im letzten Viertel suchte Holland die Entscheidung, aber Hanna Granitzki verteidigte brillant gegen Kelly Jonker (47.). Nike Lorenz sah von Wilson dann eine harte Gelbe Karte, musste knapp zwölf Minuten vor Ende für fünf Minuten auf die Strafbank. Das DHB-Team nun natürlich unter großem Druck – der Weltmeister sah die Chance, in Überzahl die Entscheidung zu erzwingen. Doch die DANAS auch vorn. Grote hatte eine gute Chance links im Kreis, konnte aber die Ecke nicht ziehen.
Jonker hatte mit einer Rückhand die Chance aufs 2:0, aber schoss über das Tor von Sonntag (53.). Dann sah auch Frederique Matla Grün. Dadurch die Deutschen bei Lorenz Rückkehr mal kurz in Überzahl. Tatsächlich hatte Maertens die Großchance aufs 1:1, traute sich aber nicht den Videobeweis zu nehmen, denn sie wurde eigentlich beim Torschuss gefoult (54.). Delforge pfiff in der 56. Minute erneut umstritten Ecke für Holland gegen die das DHB-Team wieder den Videobeweis nahm, weil die Angreiferin gestoßen hatte, doch dieses Mal bekamen sie kein Recht und verloren das Anrufungsrecht.
Doch die Ecke wurde stark geklärt, aber der mögliche Konter leider zu früh abgebrochen. Die Holländerinnen spielten jetzt schon stark in der vorderen Ecke auf Zeit. 120 Sekunden vor Ende nahm Reckinger Julia Sonntag für eine elfte Feldspielerin vom Platz. Eine gute Flanke ging links neben das holländische Tor. Und dann konnte Lidewij Welten in der Schlussminute den direkten Konter zum 0:2 (60.) ins leere deutsche Tor vollenden und die Partie entscheiden.

Tore:
0:1    Kelly Jonker (12.)
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0:2    Lidewij Welten (60.)

Ecken:
GER 1 (kein Tor) / NED 5 (kein Tore)

Schiedsrichterinnen:
Laurine Delforge (BEL) / Sarah Wilson (SCO)

Videoschiedsrichterin:
Ivona Macar (CRO)

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