"Mag die Rechnerei gar nicht!"Florian Fuchs hat den EM-Titel im Blick und startet als Unternehmer durch

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"Mag die Rechnerei gar nicht!"

Florian Fuchs hat den EM-Titel im Blick und startet als Unternehmer durch

08.06.2021 - Fünf Jahre lebt Florian Fuchs inzwischen in Amsterdam und will dort erstmal auch bleiben. Damit wäre der erfolgreichste deutsche Goalgetter der letzten zehn Jahre nicht unbedingt das Klientel, das er mit seiner neuen Firma ansprechen möchte. Der 29-Jährige will – zusammen mit seinem niederländischen Vereinskameraden Roel Bovendeert – Mietmöbel anbieten. Nachhaltigkeit ist ein Thema, das die beiden Hockeyspieler schon ein paar Jahre beschäftigt.

„Es gibt so viele Leute, die nur für ein, zwei Jahre nach Amsterdam ziehen“, erklärt Fuchs. „Wenn da immer neue Möbel gekauft werden, und vor allem danach wieder mühsam verkauft oder sogar weggeworfen werden, ist das weder sinnvoll noch komfortabel.“ Also, haben beide in der Produktionsbranche Partner gefunden, die das nachhaltige Projekt unterstützen. Den Start haben beide zu Jahresbeginn in der Pandemie mit Homeoffice-Möbeln gemacht. Schritt für Schritt wachsen, war bislang das Credo, denn Fuchs und Bovendeert konzentrieren sich beide auf Olympia – aber da nicht als Partner, denn der gebürtige Hamburger gehört zum deutschen Team für Tokio, der Niederländer ist Ersatzspieler für Oranje. Nach Olympia werde dann mit Home Furnitures durchgestartet. „Dann sammeln wir auch Investitionen ein und möchten organisch wachsen“, so Fuchs.

Zurzeit ist für Florian Fuchs sein zweites Wohnzimmer Spielwiese der Europameisterschaft. In Amsterdam eine EM zu spielen, sei eine besondere Motivation, „und dann auch noch endlich wieder vor Zuschauern. Das ist mega geil!“, freut sich der 226-fache Nationalspieler. Der Krimi am Sonntagabend, als die Honamas dem Gastgeber durch einen Doppelpack in der Schlussphase noch ein 2:2 abtrotzten, hat Fuchs extrem begeistert: „Gar nicht, weil es gegen viele Bloemendaaler Vereinskollegen war – an diese Duelle habe ich mich inzwischen längst gewöhnt, sondern weil der Spielverlauf und die Art, wie wir es geschafft haben, den Verlauf der Entwicklung unserer Mannschaft widergespiegelt hat, die wir seit März durchgemacht haben. Es war einfach pure Freude, dass wir es als Team wieder geschafft haben, so ein Spiel zu drehen.“

Florian Fuchs, der schon als Jugendlicher beim UHC Schützling des heutigen Bundestrainers war, sieht in der positiven Entwicklung der Mannschaft ganz viel die Handschrift von Kais al Saadi. „Wir verteidigen unglaublich gut als Kollektiv, es ist echt eklig, gegen uns zu spielen. Auch für uns Stürmer ist das Thema Verteidigen viel mehr in den Blickpunkt gerückt.“ Aber auch an den offensiven Prinzipien habe al Saadi mit seinen Co-Trainern viel verändert. „Wir haben, solange ich mich erinnere, zum Beispiel noch nie so viele Tore geschossen, indem wir die Bälle von Ebene zu Ebene durchgesteckt haben. Das war ein Ansatz von Kais.“

Die EM sei für ihn ein großes Event. Ziel sei es, dabei endlich mal wieder Entscheidungsspiele zu gewinnen, am liebsten einen Titel zu holen. „Wir wollen das als großen Push für Olympia mitnehmen.“ Dass man in Hamburg im letzten Vorbereitungsspiel gegen Frankreich, den dritten deutschen Vorrundengegner, noch 2:5 verloren habe, sei längst aus den Köpfen: „Damals hat man bei vielen deutlich gemerkt, dass eine halbe Stunde nach Abpfiff die Olympianominierung angesetzt war“, so Fuchs. Und – nachdem zum Beispiel England in der anderen Gruppe Titelverteidiger Belgien schlagen konnte – will der deutsche Goalgetter sich auch gar nicht damit beschäftigen, auf wen man eventuell im Halbfinale treffen könnte. „Ich mag diese Rechnerei gar nicht. Wenn wir hier den Titel holen wollen, müssen wir auf jeden Fall noch zwei Top-Teams schlagen. Das ist Fakt!“ (Fotos: Ariane Schirle / DHA)

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