Schwacher Start kostet das SpielFIH Pro League in Krefeld: Deutschland - Australien 1:3 (0:3) / Trotzdem in den Grand Finals

Knapp an der Sensation vorbeiFIH Pro League Grand Finals, Amsterdam, Halbfinale: Niederlande - Deutschland 2:1 (0:1)

Belohnung Grand Finals!Das DHB-Team trifft Donnerstag um 20 Uhr im Halbfinale auf den Weltmeister (live bei DAZN)

HONAMAS: Kein Pro-League-FinaleFIH Pro League der Herren in Krefeld: Deutschland–Australien 1:2 (0:0)

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DANAS: Schwache Anfangsphase kostet das Spiel

FIH Pro League in Krefeld: Deutschland - Australien 1:3 (0:3) / Trotzdem in den Grand Finals

16.06.2019 - Die deutschen Damen haben ihr letztes Pro-League-Heimspiel in Krefeld gegen Australien mit 1:3 (0:3) verloren. Ausschlaggebend waren zwei Tore in den ersten drei Minuten, bei denen die Abwehr der DANAS nicht auf dem Posten waren. So reichte eine gute Leistung der Damen in der zweiten Hälfte nicht, um die Partie nochmal zu drehen. Überschattet wurde das Match von einer Knieverletzung von Charlotte Stapenhorst, die bereits im ersten Viertel mit dem Verdacht auf Riss des vorderen linken Kreuzbandes ausschied. Das DHB-Team verpasste durch die Niederlage den Sprung auf Platz drei der Tabelle, erreichte aber trotzdem vorzeitig das Grand Final der Pro League vom 27. bis 29. Juni in Amsterdam, da Verfolger Belgien zuhause mit 0:3 gegen Neuseeland verlor. Kapitänin Janne Müller-Wieland bestritt in dieser Partie ihr 300. Spiel im Dress des Nationalteams – eine Grenze, die bislang nur Natascha Keller (425), Nadine Ernsting-Krienke (360) und Fanny Cihlar (ehem. Rinne, 341) überschritten hatten.

Bundestrainer Xavier Reckinger: „Das war ein sehr schwacher Beginn, der uns letztlich das Spiel kostet. Das ist nervig, denn wir hatten dieses Thema schon, dass wir zu Beginn eines Spiels oft nicht wach genug sind. Das müssen wir jetzt als Mannschaft dringend lösen, weil das auf Dauer natürlich nicht gut ist. Die zweite Hälfte haben wir 1:0 gewonnen, was dann auch unser Anspruch war. Ganz bitter ist natürlich, dass Charlotte Stapenhorst jetzt ausfällt, denn das Kreuzband scheint gerissen zu sein. Wir müssen schauen, wie wir das kompensieren können.“
Viktoria Huse: „Der Start ins Spiel war super schlecht, da haben wir geschlafen! Leider bekommen wir dadurch gleich zwei Tore und laufen ständig hinterher. Im zweiten Viertel sind wir besser ins Spiel gekommen und dominieren die zweite Halbzeit dann auch klar. Australien hatte da kaum noch eine Torchance, außer den Ecken, aber wir machen aus viel Powerplay und zwei Ecken zu wenig. Mittwoch in den USA müssen wir es mal schaffen in Führung zu gehen. Das wäre wichtig!“

Die Deutschen gleich im Vorwärtsgang, Hannah Gablac hatte die erste Chance, konnte die Ecke aber nicht ziehen. Dann aber im zweiten australischen Angriff eine schlechte Zuordnung im Kreis, und als Jane Claxton im Rücken der Abwehr frei an den Ball kam, konnte diese an Noelle Rother vorbei ins lange Eck zum 0:1 (2.) vollenden. Und die Schläfrigkeit in der Deckung war noch nicht vorbei, als die Deutschen nach Linksangriff gar nicht auf den Ball gingen und erneut Claxton am langen Pfosten aus kurzer Distanz den Ball ins Tor blockte (3.).
Ein denkbar unglücklicher Start also, den das DHB-Team erstmal verdauen musste. Charlotte Stapenhorst hatte die beste Chance dann in der 10.Minute, als ihr der Rückhandschuss aber misslang und deutlich drüber ging. Nur eine Minute später war es erneut die UHCerin, deren Vorhandschlag gerade noch abgeblockt wurde. Die Deutschen jetzt deutlich besser im Spiel. In der 12. Minute blieb Stapenhorst im Vollsprint auf den Kreis an einer Verteidigerin hängen und verletzte sich am Knie, musste draußen behandelt werden und kam nicht mehr zurück.
Das DHB-Team kam erneut gut in den Kreis, aber konnte wieder keine Ecke ziehen. Im Gegenzug setzte Emily Chalker einen Vorhandschuss klar links daneben. Das DHB-Team aber jetzt das überlegene Team. Die DANAS brauchten im zweiten Viertel ein paar Minuten, kamen dann über Kira Horn auf der linken Grundlinie durch. Doch die Gäste mehr im Vorwärtsgang und als dann wieder die Zuordnung nicht stimmte, war der Ball aus dem Gewühl heraus wieder im Tor (21.).

Das DHB-Team nahm dagegen den Videobeweis, hatte den Ball auf Hüfthöhe am Körper von Grace Steward gesehen, was man in der Zeitlupe auch erkannte. Der Videoschiedsrichter Jonas van’t Hek sagte aber, es sei keine Beurteilung möglich, so dass der Treffer zählte – sehr ärgerlich aus Sicht der Deutschen, die bis dahin nicht drei Tore schlechter waren als die „Hockeyroos“. Vorn waren die DANAS allerdings noch überhaupt nicht effektiv. Ein eroberter Ball im Kreis wurde direkt wieder hergegeben.
Einen Querball von Schaunig parierte Jocelyn Bartram direkt vor der einschiebbereiten Hannah Gablac (25.). Pia Maertens konnte ein gutes Anspiel von Zimmermann im Kreis nicht unter Kontrolle bringen. Auf der anderen Seite gab es eine Ecke für Australien nach einem Foul von Maike Schaunig, die Amelie Wortmann auf Kosten einer zweiten ablief, die die Hamburgerin ebenso stark verteidigte. So blieb es beim unnötig hohen 0:3-Rückstand zur Pause, der der völlig verschlafenen Anfangsphase und eines wohl eigentlich irregulären Treffers im zweiten Viertel geschuldet war. Besonders im Kreis war Australien aber in dieser Hälfte viel effektiver und gefährlicher gewesen und deshalb auch absolut verdient in Führung.

Der Start in die zweite Hälfte war vielversprechend, als Wortmann Kira Horn auf der linken Grundlinie fand, deren Rückpass Lena Micheel noch nicht verwerten konnte, aber Hannah Gablac aus dem Rückraum volley zum 1:2 (32.) nutzte. Zu der Zeit saß Savannah Fitzpatrick mit Grüner Karte draußen. Notman hatte, nach tollem Pass von Zimmermann, die nächste gute Chance, aber traf den Rückhandschrubber aus kurzer Distanz nicht voll (34.).
Gablac hatte die nächste Großchance, als sie frei vor Rachel Lynch, die die zweite Hälfte im australischen Tor stand, deren Rebound aus der Luft nicht ins Tor blocken konnte (36.). Australien danach mit einer eigenen Druckphase, bei der die Deutschen aber ganz stark verteidigten und nichts zuließen. Dann aber rechts im Kreis Fuß von Janne Müller-Wieland und damit dritte Ecke für Australien, bei der Nike Lorenz mit dem Schläger ablief. Australien nahm den Videobeweis, bei dem man im Fernsehbild erneut sah, dass es der Schläger und nicht der Fuß von Lorenz war, aber van’t Hek gab die Ecke. Zum Glück ging die Stechervariante neben das Tor (41.).
Die Deutschen in der Phase mit zu wenig Entlastung. Wortmann verlor den Ball im Aufbau und in Folge gab es die nächste Ecke für die Gäste (43.). Doch Wortmann lief erneut bärenstark ab und der Nachschuss ging über das Tor. Da die Deutschen in der Offensive erneut zweimal in Brettern hängen blieben, bleib es beim Zwei-Tore-Rückstand vor Start des letzten Viertels.

Und die Deutschen im Vorwärtsgang. Keeperin Bartram klärte auf der Linie. Und im nächsten Angriff blockte Pia Maertens eine Flanke knapp rechts neben das Tor (48.). Gablac passte von der Grundlinie vor Tor, fand aber keine Mitspielerin. Das DHB-Team mit Powerplay. Pieper fand Maertens im Kreis, deren Rückhandvolley nicht aufs Tor ging. Dann aber Ecke fürs DHB-Team nach Foul an Maertens, aber Müller-Wielands Schlag wurde gefährlich und rausgepfiffen (53.).
Vier Minuten vor Ende nahm Xavier Reckinger Julia Sonntag, die in der zweiten Hälfte im Tor stand, aber gar keinen Ball halten musste, für eine elfte Feldspielerin vom Platz, doch das Powerplay war nicht sehr effektiv, da einige Aktionen zu hektisch ausgeführt wurden. Doch eine Minute vor Schluss nochmal Ecke fürs DHB-Team, bei der die gute Variante auf Lorenz von Bartram mit einem tollen Spagat aus dem unteren linken Torwinkel gefischt wurde. 30 Sekunden vor Ende versuchte Lorenz nochmal eine Ecke zu bekommen, bekam aber kein Recht vom Videoschiedsrichter. (Fotos: worldsportpics.com)

Tore:
0:1   Jane Claxton (2.)
0:2   Jane Claxton (3.)
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0:3   Emily Chalker (21.)
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1:3   Hannah Gablac (32.)
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Ecken:
GER 2 (kein Tor) / AUS 5 (kein Tor)

Grüne Karten:
GER keine / AUS 1 (Fitzpatrick)

Schiedsrichterinnen:
Celine Martins-Schmets (BEL) / Sarah Wilson (SCO)

Videoschiedsrichter:
Jonas van’t Hek (NED)