Rückblick unserer EM-SchirisMeister: „Als Videoschiedsrichter erkennen wir Situationen, die später von Bedeutung sind.“ / Göntgen: „Intensive Pro-League-Saison erschwerte Motivation für EM.“

Dem Weltmeister unterlegenEuropameisterschaft der Damen in Antwerpen, Finale: Deutschland - Niederlande 0:2 (0:1)

Julia Müller in der Hall of FameDie ehemalige DANAS-Kapitänin wurde in die Ruhmeshalle des europäischen Hockeys gewählt

Frust nach erneutem 4. PlatzEuropameisterschaft der Herren in Antwerpen, Spiel um Platz 3: Deutschland - Niederlande 0:4

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HONAMAS: Frust nach erneutem viertem Platz

Europameisterschaft der Herren in Antwerpen, Spiel um Platz 3: Deutschland - Niederlande 0:4

24.08.2019 - Die deutschen Herren haben das Match um Bronze bei der Europameisterschaft in Antwerpen am Ende sehr deutlich mit 0:4 gegen die Niederlande verloren. Dabei waren die HONAMAS nach dem 0:1 in allen Belangen überlegen, schafften es aber nicht, aus acht Ecken und 17 Torschüssen Kapital zu schlagen. Die Niederländer hingegen viel effektiver, wobei die letzten beiden Tore erst in den letzten 100 Sekunden fielen. 

Bundestrainer Stefan Kermas: „Fakt ist, dass wir – wie im Gruppenspiel – in allen Statistiken überlegen waren, aber mit 0:4 verlieren! Ein 0:4 hat sich selten so anders angefühlt. Viel mehr kannst du gegen Holland nicht an Chancen herausspielen, aber in der Kreiseffizienz sind wir halt klar unterlegen. Das gehört jetzt zu unseren Hausaufgaben. Es war auch hier wieder krass merkbar, wie jeder einzelne Zweikampf im Kreis ein Spiel entscheiden kann. Es geht da nur um drei, vier ‚cruxial points‘ im Match, aber die werden uns zurzeit zum Verhängnis. Emotional, mental musst du zu 100 Prozent da sein auf dem Platz, sonst wirst du bestraft. Wer genauer hingeschaut hat bei diesem Turnier, hat auch gesehen, dass wir mit den Top-Teams der Welt gut mitgespielt haben, aber im Resultat macht sich das leider nicht bemerkbar. Bis zum Olympia-Qualifier Anfang November müssen wir knallharte Fehleranalyse betreiben, aber da sind die Jungs gut drin. Und dann müssen wir die Aufgabe, von der wir wohl erst Ende September wissen, wie sie heißt, mit einer Mischung aus Willen und maximaler Ruhe angehen.“
Kapitän Mats Grambusch: „Am Ende steht es nach so einem Spiel 0:4 und wir stehen zum zweiten Mal in Folge bei einer EM mit leeren Händen da. Das fühlt sich ganz bitter an. Was soll man da noch über dieses Spiel sagen.“

Die Niederländer hatten den besseren Start für sich. Es gab, nach guter Parade von Victor Aly gegen Mirco Pruijser die erste Ecke für Oranje (2.), die Aly stark mit dem Schläger aus der unteren linken Ecke fischte. Danach waren die HONAMAS vorn dran, hatten zwei gute Kreisszenen, ohne allerdings gefährlich aufs Tor zu schlagen. Mehr vom Spiel aber hatten die Holländer, die jedoch in der gut stehenden Defensive der Deutschen selten Raum fanden.
Die Entlastung kam jedoch in dieser Phase zu kurz. Oft wurde der Ball im Aufbau verloren. In der zehnten Minute erst wieder ein guter Angriff mit längerem Ballbesitz am holländischen Kreis, doch auch da führte ein unnötiger Ballverlust zu einem Konter von Oranje. Es blieb beim 0:0 – was durch eine couragierte Abwehrleistung begründet war, während das Spiel nach vorn noch alle Wünsche offen ließ.

Und die HONAMAS mussten sich dann bei Victor Aly bedanken, der in der ersten Minute des zweiten Viertels zwei Weltklasse-Paraden zeigte, um das Unentschieden zu wahren. Doch dann holte Malte Hellwig die erste Ecke (18.), die jedoch verstoppt wurde. Und der mögliche Nachschuss wurde zu stark verzögert. Nach einem eigentlich schon entschärften Konter fiel dann das 0:1 (19.), als Hertzberger und Bjorn Kellerman die Abwehr mit einem genialen Doppelpass ausspielten und Kellerman flach ins lange Eck traf.
Windfeder holte die zweite Ecke (22.), bei der sein Schuss von einem Verteidiger auf der Linie und zwei harte Nachschüsse alle von Keeper Sam van der Ven, der im zweten Viertel im Tor stand, gehalten wurden. Da hätte das 1:1 fallen müssen. Die HONAMAS blieben dran, waren jetzt hellwach und holten sich die dritte Ecke in der 24. Minute, die wieder von van der Ven pariert wurde. Nach starkem Pass zu Hellwig, der allein zentral im Kreis stand, verlor dieser das direkte Duell mit van der Ven erneut.
Christopher Rühr prüfte van der Ven mit einer unglaublichen Rückhand aus spitzestem Winkel, die der Niederländer mit einem unmöglichen Reflex auf Kosten der nächsten Ecke noch herausfischte (29.). Erneut klappte die Routine am Kreis nicht, aber es konnte eine weitere Ecke geholt werden. Die wurde von Van der Ven pariert und Florian Fuchs Nachschuss wurde ebenfalls neben das Tor gelenkt. Kurz darauf lief eine Rückhandflanke von Fuchs nur 20 Zentimeter vor Tor an Freund und Feind vorbei. Dann war es wieder Fuchs, der vor van der Ven frei im Kreis zum Abschluss kam, doch auch da bekam der Keeper noch ein Rüstungsteil heran und lenkte zur langen Ecke ab.

Zur Pause hätte es längst 1:1 stehen müssen, so eindeutig war die deutsche Dominanz nach dem niederländischen Führungstreffer, aber das DHB-Team fand einfach keinen Weg am holländischen Torwart vorbei. Die Deutschen begannen leicht unkonzentriert im dritten Viertel, kamen dadurch nicht sofort wieder in Angriffsposition. Dann etwas Pech, als nach gutem Rechtsangriff nicht die nächste Ecke heraussprang. Dann aber wieder sehr dominantes Powerplay, mit guten Kreiseintritten. Die Niederländer kamen oft minutenlang nicht aus dem eigenen Viertel, aber die HONAMAS brachten einfach nichts aufs Scoreboard.
Hinten klärte Ferdinand Weinke zweimal sehr stark bei Kontern. Holland jetzt mal wieder mit eigenen Aktionen. Ein Schlag aus spitzem Winkel ging links am Tor von Aly vorbei (42.). Und dann griffen die Deutschen an der rechten Grundlinie Thierry Brinkman nicht konsequent genug an, so dass sein Pass zu Mirco Pruijser vor Tor kam, der die Kugel an Aly vorbei zum 0:2 (43.) einblockte. Die Deutschen holten 30 Sekunden vor der letzten Viertelpause ihre fünfte Ecke, aber Windfeders Schlenzer aufs linke obere Eck parierte Hollands Keeper sicher mit dem Handschuh.

Riesenglück dann, als ein abgefälschter Ball der Holländer an die Latte des deutschen Tores ging und noch geklärt werden konnte (46.). Im Gegenzug ein Schuss aus spitzem Winkel, der als gefährlich rausgepfiffen wurde (47.). Dann die zweite holländische Ecke, die an den linken oberen Pfosten ging. So mussten die Deutschen froh sein, dass die Partie nicht schon entschieden war. Im Gegenzug rettete ein Niederländer auf der Torlinie. Die Deutschen nun wieder vorn dran, ein ums andere Mal mit Kreiseintritten, aber ohne Auskommen.
Die sechste Ecke holte Rühr in der 52. Minute, aus der eine weitere resultierte. Es war wie verhext, denn die Ecke wurde geblockt und der freie Nachschuss von Tom Grambusch zischte Millimeter am linken Pfosten vorbei. Die HONAMAS ackerten und ließen Holland kaum noch aus der Hälfte, aber es wollte kein Tor fallen. Vazquez pfiff Rühr einen Lupferversuch wegen angeblicher falscher Seite ab (55.). Es war zum Verzweifeln, denn keiner der vielen Versuche wollte gelingen. Es war ein einziges Anrennen jetzt, bis ein Ballverlust links am Kreis Holland einen Konter bescherte, bei dem Aly Hertzberger im Kreis foulte. Den Siebenmeter verwandelte der Gefoulte selbst zum 0:3 (59.).
Dann wurde ein Tor von Lukas Windfeder 80 Sekunden vor Schluss auch noch durch Videobeweis aberkannt, weil ein Ball zuvor als gefährlich eingestuft wurde. Es sollte an diesem Tag einfach nicht sein mit einem DHB-Tor. 17 Sekunden vor Ende gab es die dritte Ecke für Holland, aus der eine weitere resultierte, die Mink van der Weerden zum 0:4 (60.) einschlenzte. (Fotos: worldsportpics.com)

Tore:
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0:1    Bjorn Kellerman (19.)
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0:2    Mirco Pruijser (43.)
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0:3    Jeroen Hertzberger (7m, 59.)
0:4    Mink van der weerden (KE, 60.)

Ecken:
GER 8 (kein Tor) / NED 3 (1 Tor)

Schiedsrichter:
Francisco Vazquez (ES) / Bruce Bale (ENG)

Videoschiedsrichter:
Sebastien Duterme (BEL)

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